WHO erkennt Online-Spielsucht offiziell als Krankheit an

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21. Mai 2019 - 22:32 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert

Wenn ein Mensch länger als ein Jahr lang Familie, Freunde, Schule, Ausbildung oder Job zugunsten exzessiven Spielens vernachlässigt und sich dies spürbar auf Ernährung und Schlaf auswirkt, sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein problematisches Krankheitsbild. Damit Ärzte und Krankenkassen gezielt und kostendeckend therapeutische Maßnahmen einleiten können, muss dieses allerdings nach weltweit geltenden Kriterien offiziell von der WHO als Krankheit anerkannt werden. Dies ist nun durch die Aufnahme in das Verzeichnis der Gesundheitsstörungen geschehen. Schon seit Jahren hatten die 194 WHO-Mitgliedsstaaten über dieses Thema diskutiert, jedoch bisher nur Diagnosen und Gefahrenhinweise geäußert.

Wenn die Onlinespielsucht in einem amtlichen, internationalen Verzeichnis der Erkrankungen sei, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dann hieße das automatisch, dass eine entsprechende Behandlung in Deutschland möglich sei. Diese Krankheit würde dann durch die gesetzlichen Krankenkassen finanziert, damit den Menschen direkt geholfen werden könne. Der Verband der deutschen Games-Branche gibt die Zahl der Computer- und Videospieler in Deutschland mit 34 Millionen an. Von einer Sucht durch ausuferndes Spielen kann man jedoch nur bei einem verschwindend geringen Bruchteil reden (siehe dazu auch diese News). Die Zahl der internetabhängigen Menschen wird hierzulande auf etwa 560.000 geschätzt, von denen ein Teil betroffene Gamer sind. Während sich die WHO beim Thema Spielsucht als Krankheit einig ist, mahnen einige Games- und Gesundheitsexperten indes, nicht alle, die viel spielen, pauschal als therapiebedürftig einzustufen. Man müsse bei Online-Games auch die Vorteile wie strategisches Denken oder Zusammenarbeit in der Gruppe beachten.

Steffi Wegener 21 Motivator - 26938 - 21. Mai 2019 - 10:09 #

Statement von mir als Familien- und Paarpsychologin: Endlich!! Wie oft - und immer öfter - habe ich in den vergangenen Jahren Sätze wie „Mein Mann legt das Gamepad nicht mal für einen Ausflug aus der Hand“ oder „Mein Sohn hängt nur noch vorm PC“ und vor allem „Mein Sohn/meine Tochter redet nur noch mit ihrem Smartphone“ gehört. Die genauen Zahlen dieser dokumentierten Fälle kann ich nicht nennen, da diese nach der Übermittlung an das Gesundheitsamt aus Datenschutzgründen gelöscht werden müssen. Aber die Tendenz ist sehr auffällig.

Bisher waren Ärzten und Psychologen in solchen Fällen die Hände gebunden, denn die Krankenkassen bezahlen nur für das, was als Krankheit offiziell anerkannt ist (und weigern sich selbst da allzu oft). Wer einmal einen Besuch bei einer der beiden Berufsgruppen aus eigener Tasche bezahlen musste, wird wissen, dass sich dies nicht jeder leisten kann. Wenn Spiel- und Internetsucht also offiziell in den Katalog für anerkannte Krankheiten - und Spielsucht ist meiner Meinung nach eine durchaus ernstzunehmende, in Leben und Gesundheit einschränkende Krankheit - aufgenommen wird, können sicherlich einige Ehen gerettet, einige Familien zusammengehalten werden. Es bleibt nur ein kleines Problem: die Forschung für derartige Therapien muss gewaltig vorangetrieben werden. Mit Sigmund Freud kommt man bei „neumodischen Krankheitsfällen“ wie diesem nämlich nicht sehr weit.

Golmo 17 Shapeshifter - 8291 - 21. Mai 2019 - 11:33 #

Es gibt schon länger günstigere Alternativen. Man kann sich z.B. für rund 10 Euro einfach von Braco anstarren lassen.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81239 - 21. Mai 2019 - 12:48 #

Ab wann würdest du denn von Sucht sprechen?

Steffi Wegener 21 Motivator - 26938 - 21. Mai 2019 - 13:09 #

Ist natürlich von Fall zu Fall verschieden, aber die im ersten Satz genannten "Symptome" machen Sinn. Nur bei der Zeitspanne würde ich deutlich niedriger ansetzen.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 14:28 #

Die von dir genannten Zitate sind für mich eher Ausdruck dafür, dass Menschen verlernt haben, ernsthaft miteinander zu kommunizieren und dabei auch mal einen Konflikt zu thematisieren und auszudiskutieren. Ob da Online- oder Spielsucht Ursache oder nur Symptom ist, vermag ich nicht zu sagen.

Harry67 19 Megatalent - - 15863 - 21. Mai 2019 - 19:51 #

Guter Punkt. Folgerichtig sollte auch nicht nur das Familienmitglied mit dem problematischen Verhalten, sondern die ganze Familienstruktur einbezogen werden.

Sausi 19 Megatalent - P - 16616 - 21. Mai 2019 - 22:24 #

Stichwort Co-Abhängigkeit

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 22. Mai 2019 - 1:02 #

Unbedingt. Der Klassiker: Er zockt zu viel, sie frisst den Frust darüber in sich hinein. Mit ihren Freundinnen chattet sie stundenlang darüber, dass er nur noch zockt, aber der direkten Konfrontation geht sie aus dem Weg. Stattdessen betreibt sie Stonewalling, nach dem Motto "er wird schon wissen was ich meine, wenn ich nichts sage". Tut er natürlich nicht und flüchtet aus dieser unangenehmen Situation, indem er noch mehr zockt ... und sie noch lauter schweigt. Das killt jede Beziehung. Und imho ist "ihr" Verhalten dabei genauso problematisch wie "seine" Spielsucht.

Manchmal ist ein ehrlicher, offener, konstruktiver Streit die Lösung aller Psycho-Probleme :)

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81239 - 22. Mai 2019 - 7:43 #

Blöderweise wird ein Streit meist alles andere als konstruktiv geführt. Vor allem wenn sich viel aufgestaut hat. :(

Green Yoshi 21 Motivator - P - 29482 - 21. Mai 2019 - 19:29 #

The Pod hat zu dem Thema mal einen interessanten Podcast gemacht vor einiger Zeit:
https://www.gamespodcast.de/2018/02/04/runde-148-videospielsucht-2/

Sicher ist es gut wenn den Betroffenen geholfen wird, aber eine Pathologisierung alltäglicher Mediennutzung halte ich nicht für hilfreich. Wenn das Smartphone als Kommunikationsmittel mit Freunden genutzt wird, dann ist die Nutzung nicht unbedingt problematisch. Wenn es hingegen für Online-Casinos genutzt wird, dann sieht die Sache anders aus. Die Frage ist auch, ob die Jugendlichen unter der Sucht leiden und überhaupt zu einer Therapie bereit sind.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - P - 9819 - 21. Mai 2019 - 19:36 #

Es geht hier nicht um eine " Pathologisierung alltäglicher Mediennutzung", genauso wenig wie es bei einer Alkoholsucht darum geht.

Green Yoshi 21 Motivator - P - 29482 - 21. Mai 2019 - 23:35 #

Regelmäßiger Alkoholkonsum ist immer negativ, genauso wie regelmäßiges Rauchen. Aber ein Smartphone ist ja kein Gift, das körperliche Schäden verursacht. Daher hinkt der Vergleich etwas. Früher haben die Leute stundenlang ferngesehen oder belanglose Magazine gelesen, heute surfen sie stattdessen mit ihrem Smartphone im Netz.

Tsroh 11 Forenversteher - 553 - 22. Mai 2019 - 1:07 #

"Früher haben die Leute stundenlang ferngesehen oder belanglose Magazine gelesen, heute surfen sie stattdessen mit ihrem Smartphone im Netz."

Das muss aber nicht die Kriterien für eine Sucht erfüllen. Suchterkrankungen haben klare Merkmale, die über körperliche Schäden hinausgehen. Es gibt Suchtphänomene auch in anderen Kontexten, zum Beispiel Sexualität. Letztlich kann vieles zu einer Sucht werden. Auch Glücksspiel verursacht keine körperlichen Schäden, kann sich aber dann, wenn es eine Sucht ist, äußerst schädlich auf die Psyche, das Sozialleben oder die Lebenszufriedenheit auswirken. Genau so ist es eben auch mit Videospielen.
Videospiele erfüllen durch ihre Struktur, unter anderem durch Belohnungsaspekte auf jeden Fall die psychologischen Kriterien potenziell suchtgefährdender Systeme. Das zu leugnen widerspricht einfach den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jeder, der Videospiele spielt, automatisch süchtig ist oder in diese Richtung pathologisiert wird.

Elfant 24 Trolljäger - P - 48911 - 22. Mai 2019 - 11:45 #

Jetzt bringst aber aus meiner Sicht 2 Dinge durcheinander. Spielsucht und Hypersexualität sind beides schon seit langen bekannte und anerkannte "Süchte", aber das Feld der nicht stoffgebunden Süchte ist bestenfalls gerade einmal in einer Definitionsphase und muss zum Teil mit einer dünnen Studienlage arbeiten.

Wenn die WHO das Motto der IDE 11 ernst meint, müsste zumindest noch die Sucht nach Arbeiten mit aufgenommen werden. Immerhin soll Transsexualität as der Liste verschwinden.

Jac 18 Doppel-Voter - P - 10569 - 22. Mai 2019 - 18:50 #

Erstmal vielen Dank für die News und auch deinen aufschlussreichen Kommentar. Was mich als Laie manchmal wundert ist, dass das Thema "Sucht" nicht allgemeiner gefasst und anerkannt ist. Ein solches Verhalten kann ja z.B. auch als Fußballfan auftreten usw. Ist das nicht per se eine Lücke im System, das man Suchtbehandlung zu konkret auf bestimmte Sachen bezieht und damit andere außen vor lässt?

Blacksun84 18 Doppel-Voter - - 11760 - 21. Mai 2019 - 10:28 #

Ich halte davon gar Nichts, aber es müssen eben neue Studiengänge geschaffen werden, um Geld zu generieren. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Spielesucht eher eine Folgeerkrankung ist (Depression durch jahrelanges Mobbing -> Eingraben zu Hause und Erfolge in WoW -> Privatleben bestand nur noch aus WoW+Gewichtszunahme wegen Fresssucht). Die Gelder wären da wohl sinnvoller in mehr Psychologen und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen angelegt, anstatt nur die Folgeerkrankungen zu behandeln. Dazu gehört auch mehr Geld für Schulpsychologen, denn Lehrer samt Mitschüler ducken sich nur weg und man steht alleine da.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 11:14 #

Viel Spielen wird nur deshalb als Krankheit anerkannt weil es die Reichen nicht reicher macht. Oder wurdest du schon mal als "arbeitssüchtig" beschimpft? Der Kapitalismus frisst seine Kinder, nur arbeiten, nicht spielen. Diktatur Deutschland.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81239 - 21. Mai 2019 - 12:49 #

Selten solchen Quatsch gelesen.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:18 #

Dann scheinst du nicht viel zu lesen.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81239 - 21. Mai 2019 - 21:10 #

Jaja, dont feed the Troll, vergesse ich immer wieder.

De Vloek 15 Kenner - 3255 - 21. Mai 2019 - 13:31 #

Lustige, wenn auch etwas dumme Verschwörungstheorie. "Workaholic" ist dir ein Begriff, oder?

2 sekunden google: https://www.aerzteblatt.de/archiv/26134/Arbeitssucht
Lies dir das mal durch dann weiste Bescheid.

vgamer85 20 Gold-Gamer - 22569 - 21. Mai 2019 - 17:49 #

Die die viel spielen werden eher schief angeguckt. Da kommt man schnell in die Isolationsschublade. Dem Reichen ist es egal. Das ist dann eher eine Frage der sozialen Gemeinschaft :-) äh Umgebung oder Gesellschaft

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:05 #

Bei mir ist es eher andersrum. Wenn ich viel und gut spiele bekomme ich oft die Anerkennung von meinen Mitspielern die in der Realität nur selten ausgesprochen wird, und dies nicht nur bei mir. Echte Spieler halten halt zusammen, der Feind des Gamings stimmt der WHO zu.

vgamer85 20 Gold-Gamer - 22569 - 21. Mai 2019 - 19:26 #

Ja von deinen Mitspielern. Nicht von Nichtspielern ;-) Die lachen darüber evtl. oder manche.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6081 - 21. Mai 2019 - 17:51 #

Es gibt tatsächlich viele Artikel, da kann man das beschriebene Hauptproblem im Zusammenhang mit den aufgelisteten Problemen/Symptomen einfach durch das "Arbeit" ersetzen und erhält einen immer noch wahren Artikel, der aber nicht zu vergleichbaren Konsequenzen führt. Ärgere ich mich öfter drüber.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:03 #

Genau so wollte ich das auch ausdrücken.

Unregistrierbar 18 Doppel-Voter - P - 9264 - 21. Mai 2019 - 12:01 #

Das ist eine zu einseitige kausale Erklärung. Es gibt viele Faktoren, die zum Krankheitsbild "Sucht" führen und weitere Krankheitsbilder, die daraus entstehen können. Die Übergänge sind fließend, aber selbst, wenn Sucht lediglich eine Folge intrinsisch motivierter Faktoren wäre - also eine Art Symptom - so wäre es doch sinnvoll wie üblich, den Patienten zu helfen, wo es nur geht und mit einer Therapie einen gewichtigen Belastungsfaktor im Leben anzugehen.

Bei Alkoholismus gibt es ebenfalls immer intrinsische Faktoren sowie welche im sozialen Umfeld, es gibt Rückfälle und Folgefaktoren wie z.B. Etikettierung, die wiederum in die Sucht treibt. Und trotzdem ist es wichtig, das Problem kurzfristig erstmal durch Entzug anzugehen.

kommentarabo 15 Kenner - 2841 - 21. Mai 2019 - 18:11 #

zustimmung. die psychologen bekommen ja schon eurozeichen in den pupillen, siehe oben. ;)

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:18 #

Das dachte ich mir auch. Hauptsache die Gesundheitsindustrie macht immer mehr Gewinne.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 6:51 #

Das ist doch alles Quatsch. Es geht sicher nicht ums Geld verdienen, der psychologische, psychiatrische Sektor ist so ausgelastet, dass man in vielen Regionen in Deutschland ein halbes bis ein Jahr warten muss, um einen Termin beim Psychologen oder Facharzt zu bekommen. Da wird keine neue Diagnose gebraucht, um neue Patienten zu akquirieren. Es geht darum, Möglichkeiten zu schaffen, Menschen therapeutisch helfen zu können, die Suchtkriterien erfüllen, also Hilfe für Leute zu organisieren, die ihren Medienkonsum nicht mehr steuern können, Termine regelmäßig verpassen, ihr soziales Umfeld so vernachlässigen, das Arbeit, Freundeskreis, Familie und Partnerschaft gefährdet oder nicht mehr existent sind. Es geht darum Menschen zu helfen, die sich sozial isoliert haben, die darunter leiden, aber es aus eigener Kraft, trotz des Wissens, der negativen Konsequenzen, die sie erfahren (Trennung,Arbeitsplatzverlust, soziale Isolierung, Sanktionen vom Job-Center etc.), es nicht schaffen, ihr tun zu ändern. Und es ist gut, dass jetzt die Möglichkeit und Voraussetzung besteht diesen Menschen therapeutisch helfen zu können. Und wie mein an den Kommentaren hier sieht, ist Aufklärung dringend notwendig, niemand will pathologisien, aber es muss soll Hilfsangebote für diese Menschen geben! Steffi, Danke, dass Du diese News auf GG geschaltet hast!

Steffi Wegener 21 Motivator - 26938 - 22. Mai 2019 - 9:37 #

Ja, einige aufschlussreiche Aussagen dabei...

Jonas S. 20 Gold-Gamer - P - 22020 - 22. Mai 2019 - 12:55 #

Keine Überraschung, macht ihr doch beruflich mehr oder weniger dasselbe. ;)

Flammuss 20 Gold-Gamer - - 20114 - 22. Mai 2019 - 14:05 #

Allerdings mit das sinnvollste was man hier zu dem Artikel lesen kann!
Bei dem Thema "Gender" schreien alle wie tolerant man doch sein muss, ist halt grade modern. Hier kommt dann doch wieder eher bei einigen der begrenzte Horizont zum Vorschein.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 14:22 #

Ich glaube der ganze Aufschrei ist eher darin begründet,
dass viele hier glauben, sie werden mit diesem wichtigen Schritt der WHO, der aus meiner Sicht viel zu lange auf sich warten ließ, selbst als krank denunziert und „pathologisiert“ werden. Und diese Gruppe will oder kann nicht verstehen, dass damit ausschließlich neue Hilfsmöglichkeiten verbunden sind, für Leute, die ihr Leben auf Grund des Spielens nicht mehr im Griff oder sich ernsthafte psychosoziale Probleme eingehandelt haben und die Therapie wollen.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 22. Mai 2019 - 16:48 #

Ups! Da hab ich in meiner kommenden Q-lumne auf dich verlinkt und nun schreibst du *so* einen Kommentar. Das stürzt mein Über-Ich und mein Ich in einen ernsten Interessenkonflikt... ^^

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 17:07 #

Auf mich verlinkt? Lass den Mist... ;) Zumal ich viel zu oft via Smartphone schreibe und ein Tipp- und Flüchtigkeitsfehler den nächsten jagt...

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 22. Mai 2019 - 17:13 #

Auf dein Profil, dass du daher in den nächsten Wochen NICHT mehr ändern darfst, sonst versteht keiner den Link ^^

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 17:48 #

Du meinst den Status?

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 22. Mai 2019 - 17:53 #

Nö, nur das Kant'sche Zitat.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 18:02 #

Das bleibt!

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 22. Mai 2019 - 16:30 #

Ich glaube dir, dass Du als Psychologe dankbar bist, wenn es zukünftig bessere Hilfsangebote gibt. Dir mag der finanzielle Aspekt dabei auch wirklich egal sein, weil es in Deutschland lange Schlangen vor den Praxen gibt.

Ich würde den finanziellen Aspekt bei solchen Krankheitsdefinitionen aber nicht kategorisch als "Quatsch" abtun. Dazu gab es in den letzten 20 Jahren einige Negativ-Beispiele.

AHDS-Diagnosen und der damit verbundene Umsatz von Ritalin hat sich in nur 20 Jahren verdreiundfünfzigfacht. https://de.statista.com/infografik/2073/ritalin-verbrauch-in-deutschland/

Der Verbrauch von Antidepressiva hat sich in einer Dekade verdoppelt: https://de.statista.com/infografik/4021/verbrauchte-tagesdosis-antidepressiva-pro-1000-einwohner-pro-tag/

Ich habe tatsächlich Probleme damit zu akzeptieren, dass das alles immer und *ausschließlich* medizinisch indiziert sein soll. Es kommen halt ständig neue Krankheitsbilder dazu, Grenzwerte (z.B. für Hypertonie) werden immer weiter gesenkt und wenn man diesen Trend noch ein paar Jahrzente so extrapoliert, wird der "gesunde Mensch" leider bald ausgestorben sein.

Heißt NICHT, dass die WHO-Entscheidung irgendwie falsch wäre! Sondern heißt nur, dass wir Schindluder- und Gierschlund-Aspekte dabei nicht scheuklappenmäßig ausblenden sollten.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 16:50 #

Ich bin kein Psychologe... ;) Nur so... Das ist ein sehr komplexes Thema was Du da anschneidest, prinzipiell kann man sagen, dass Medizin eine Wissenschaft ist, die sich stetig weiterentwickelt. HIV gab es sehr wahrscheinlich schon vor den 1980er Jahren, dennoch hat man davon nichts gehört. Helicobacter Pylori, ein Keim, der für einen Großteil von Magenbeschwerden und letztlich Geschwüren verantwortlich ist, wurde erst in den 1990 er Jahren entdeckt, dennoch ist die Behandlung keine Scharlatanerie. Der Rollator hat sich ebenfalls erst in den 1990er Jahren durchgesetzt, sorgt aber für Mobilität im Alter und verhindert Stürze und verhindert Krankenhausaufenthalte. Und das trifft auch auf ADHS und Depressionen zu, beides Erkrankungen, von denen ich fest überzeugt bin, dass es sie gibt und dass eine zielführende Behandlung Leben erleichtert, ja sogar rettet. Und der Fortschritt hat dazu geführt, dass es hier bessere, vielfältigere und effizientere Behandlungsmethoden gibt. Auf der anderen Seite kann mann mit Therapien und Medizinprodukten auch richtig viel Geld verdienen... ;) Die Wahrheit ist irgendwo da draußen... ;)

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 22. Mai 2019 - 17:11 #

Gegen medizinischen Fortschritt hab ich nix :) So bin ich Herrn Fleming für das Penicillin vorbehaltlos dankbar, obwohl ich in meinem gesamten Leben selbst zum Glück noch niemals ein Antibiotikum einnehmen musste. Nur das verschwenderische Verschreiben (und die dann unverantwortlich laxe Nutzung) find ich bedenklich.

Wenn ich dann sehe, welche Krankenkassen inzwischen Zuckerkugeln mit verschüttelten Wasserpotenzen unter "Naturheilkunde" einordnen und bezahlen (!), werd ich sogar etwas alkalisch. Wenn ich ein skrupelloser Mensch wäre, würde ich ja Breitband-Homöopatika erfinden, ein Präparat mit allen bekannten "Wirk"stoffen in höchster Potenz! Nebenwirkungen gibt es ja bekanntlich nicht, warum also kein All-In-One? Ich würde damit so scheiße-reich werden! Aber dieses blöde Gewissen und der kategorische Imperativ... :)

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 17:51 #

Emanuel Kant rocks! Und im Prinzip widerspreche ich Dir ja nicht... ;)

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 175797 - 21. Mai 2019 - 18:26 #

Das mag ja sein, aber den Leuten, deren "Symptom" nun mal Spielesucht ist, muss dennoch geholfen werden. Es kann ja nicht die Lösung sein, ihnen zu sagen, sie sollen lieber eine Fresssucht oder Alkoholismus oder sonst eine Depressionsfolgeerscheinung entwickeln damit die Kasse endlich zahlt, oder?

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:31 #

Klingt nachvollziehbar, wenn der Leidensdruck zu groß ist kann nun geholfen werden. Ich frage mich nur wo die Kapazitäten herkommen sollen. Die Psychologischen Praxen in meiner Großstadt nehmen doch so gut wie gar keinen mehr auf. Wenn ich mal wieder meine 2 Stunden im Wartezeimmer meines Psychiaters warte höre ich die nette Dame am Empfang ständig am Telefon sagen: Wir nehmen keinen mehr auf. Und das höre ich bereits seit Jahren.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81239 - 21. Mai 2019 - 21:14 #

Ja, diese Stimmen....

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 23:14 #

Nein das ist nicht nur in meinem Kopf. Frag die Stimmen, die werden dir das bestätigen. Übrigens ist es ein Irrglauben, dass nur Kranke zum Psychiater/Psychologen/Psychologischen Psychotherapeuten etc. gehen.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81239 - 22. Mai 2019 - 7:43 #

Du sollst nicht von dir auf andere schliessen.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 7:46 #

Letztlich ist das die große Frage: Was ist krank?

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 22. Mai 2019 - 11:03 #

Krank ist was die Mehrheit der Menschen als krank definiert. Gern auch als Mittel zum Machterhalt einer Diktatur.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 12:54 #

Ein sehr veralteter Krankheitsbegriff, der vor allem eins macht, nämlich Kranke zu instrumentalisieren und stigmatisieren... Was letztlich dazu führt, dass Betroffene davon abgehalten werden, sich Unterstützung zu holen.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:37 #

Des weiteren sollte man wissen, dass die Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten und wie sie alle heißem oft größere Probleme mit sich herumtragen als ihre Patienten. Vor allem die weiblichen Psychologen/Psychiater studieren Psychologie oft nur um herauszufinden, was mit ihnen selbst nicht stimmt. Dies ist wissenschaftlich bewiesen worden.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 18:44 #

>>> Dies ist wissenschaftlich bewiesen worden.

Quelle?

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:46 #

Ich kann googeln wenn du möchtest.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 18:52 #

Ja bitte!

Steffi Wegener 21 Motivator - 26938 - 21. Mai 2019 - 19:08 #

Die Erkenntnis gibt es in der Tat, wenn auch nicht pauschal anwendbar. Selbe Studie ergab auch, dass Ärzte überdurchschnittlich oft Alkoholiker sind.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 19:17 #

Der Sinnspruch "der Schuster trägt oft die schlechtesten Schuhe" hat ja auch einen wahren Kern. Aber die Frage ist doch: Ist er *deswegen* Schuster geworden? An diesem Punkt hab ich Zweifel.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 22. Mai 2019 - 19:01 #

Ich auch, ganz erhebliche... ;)

Noodles 24 Trolljäger - P - 60309 - 21. Mai 2019 - 18:59 #

Solche Leute kenn ich sogar wirklich. :D

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 19:13 #

Ich kenne einen IT-Berater, der seinen Kunden was von Datensicherheit, Datensicherung und Datenschutz predigt, das aber bei sich selbst sträflich vernachlässigt. Und eine Pädagogin mit völlig neurotischen Kindern. Sicher gibt es auch beziehungsunfähige Paartherapeuten oder manisch-depressive Psychater...

Aber die Theorie, dass man das studiert, wo man selbst am meisten Probleme mit hat, finde ich gewagt. Dann wären ja alle Juristen verkappte Verbrecher! Öhm, Moment! So gesehen... ^^

Novachen 19 Megatalent - 14746 - 21. Mai 2019 - 10:54 #

Das ist schon lange überfällig. Gut so.

FastAllesZocker33 16 Übertalent - 5078 - 21. Mai 2019 - 11:30 #

Geil, kann ich nun Frührente beantragen und bekomme auch noch Geld von der Krankenkasse extra? Das bedeutet ja nur noch mehr zocken! Oh neiiiiiiinnn....

datafish 14 Komm-Experte - - 2176 - 21. Mai 2019 - 11:06 #

Oh, gut gleich mal krank melden. ;-D

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:19 #

Erst wenn ein neues Supergame rauskommt.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 11:10 #

Juhu, dauerhaft voll erwerbsunfähig. Rente her, ab jetzt heißt es dauerzocken rund um die Uhr.

Michl 16 Übertalent - 4249 - 21. Mai 2019 - 11:21 #

Gute, überfällige Entscheidung.

MicBass 19 Megatalent - P - 16263 - 21. Mai 2019 - 12:53 #

Hell, it's about time!

De Vloek 15 Kenner - 3255 - 21. Mai 2019 - 13:21 #

Das klingt alles etwas vage, da nur von Online-Spielsucht geschrieben wurde. Was ist zB. mit "Nur noch eine Runde"-Civ-Spielern, oder Clicker-Games-Abhängigen die sich in der Regel eher offline ihrer Sucht hingeben? Ich kenne zB. jemanden der den ganzen Tag LWS19 im Singleplayer spielt, und nur aufsteht um die nächste Kanne Kaffee zu kochen. Der ist doppelt arm dran, da Spiel- und Drogensüchtig, kann aber anscheinend keine Hilfe erwarten.

Ausserdem, wenn sich mal auf der Strasse umschaut, könnte man 90% aller Leute wegen Smartphone-Sucht direkt einweisen lassen.

edit: grad nochmal selbst nachgeschaut, war mir klar dass da was nicht stimmt. Die Tagesschau-Quelle spricht von Online-Spielsucht, während der Eintrag im ICD-11 allgemein von "Gaming Disorder" spricht.

"Gaming disorder is characterized by a pattern of persistent or recurrent gaming behaviour (‘digital gaming’ or ‘video-gaming’), which may be online (i.e., over the internet) or offline"

https://icd.who.int/dev11/l-m/en#/http%3a%2f%2fid.who.int%2ficd%2fentity%2f1448597234

Golmo 17 Shapeshifter - 8291 - 21. Mai 2019 - 13:24 #

Will er den Hilfe?
Wer Hilfe braucht, sollte die auch kriegen. Aber wer einfach Bock drauf hat 24/7 zu zocken, sollte das genauso dürfen und nicht in ne Sucht Ecke geschoben werden von Hampelmännern die dir einreden wollen wie man gefälligst zu leben hat.

Tr1nity 28 Endgamer - P - 105689 - 21. Mai 2019 - 13:35 #

Naja, kann man machen. Wenn einer das aber 24/7 macht und dabei alles andere auf der Strecke bleibt (Familie, Job etc.), hat die Person ein Problem.

Wenn jemand hin und wieder am Wochenende mal einen über den Durst trinkt ist was anderes wenn jemand 24/7 einen über den Durst trinkt.

Golmo 17 Shapeshifter - 8291 - 21. Mai 2019 - 14:17 #

DEINER Ansicht nach hat die Person dann ein Problem.

Tr1nity 28 Endgamer - P - 105689 - 21. Mai 2019 - 14:52 #

Phase eins ist immer das leugnen des Problems...

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:20 #

Sehr arrogante Antwort einer sich moralisch überlegen Fühlenden.

Tr1nity 28 Endgamer - P - 105689 - 21. Mai 2019 - 20:57 #

Ah, ein Möchtegern-Hobby-Psychologe. Das sind mir die liebsten Schwätzer, vor allem, wenn sie das Thema nicht mal ernst nehmen.

Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß eigentlich von selbst, daß eine potentielle Sucht erstmal verleugnet wird. Jetzt mal unerheblich in welchem Bereich.

De Vloek 15 Kenner - 3255 - 21. Mai 2019 - 13:53 #

Sehe ich ähnlich. Aber manche Menschen sind sich der Problematik (wenn es eine gibt) vielleicht nichtmal bewusst. Es ist ein schmaler Grat zwischen Bevormundung und notwendiger Hilfe, da muss man jeden Fall einzeln betrachten.

MicBass 19 Megatalent - P - 16263 - 21. Mai 2019 - 16:17 #

Es besteht doch keine Behandlungspflicht. Aber jetzt ist die Krankheit definiert und es bestehen Behandlungsmöglichkeiten (Finanzierung durch die KK). Niemand wird zu einer Behandlung gezwungen (ausgenommen Selbst- oder Fremdgefährdung) wenn er keine Problemeinsicht hat. Nur muss er natürlich mit den Konsequenzen leben: Verlust des Sorgerechts, Verlust des Arbeitsplatzes, gesundheitl. Konsequenzen etc.

jguillemont 22 AAA-Gamer - P - 35489 - 23. Mai 2019 - 15:20 #

Da stimme ich dir zu - ich finde die Meldung ungenau, weil ja wirklich von "may be online" gesprochen wird. Für die Betroffenen gibt es wahrscheinlich doch Hilfe, weil die Ärzte sich hoffentlich nicht an einer Nachrichtenmeldung richten. Im Allgemeinen finde ich die Meldung aber bedenklich, weil dadurch Online zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wird.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 23. Mai 2019 - 17:41 #

Bedenklich kann man alles mögliche finden, aber rein statistisch gibt es gute Gründe, das genau so ins Zentrum zu rücken.

Janosch 24 Trolljäger - - 73946 - 23. Mai 2019 - 17:45 #

Der „Nur-noch-eine-Runde-Gamer“ erfüllt schlicht die Suchtkriterien nicht. Und nicht die Tagesschau, sondern die WHO der UN prägt diesen Begriff und der ICD 11 ist noch in Bearbeitung.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 13:35 #

Zweischneidiges Schwert. Einerseits finde ich es gut und richtig, wenn stark abhängigen Menschen nun besser und vor allem schneller geholfen werden kann. Allerdings finde ich es fraglich, ob/warum dies bisher nicht möglich gewesen sein sollte? Wenn jemand über ein ganzes Jahr lang (!) Job, Familie, Gesundheit etc. dem Spielen völlig unterordnet, also extrem selbstzerstörerisch handelt, fand ein guter Arzt/Psychologe auch früher hoffentlich eine passende "Überschrift" (Depression, Burn-Out), um diesem Menschen zu helfen.

Anderseits habe noch nie erlebt, dass im Laufe der Zeit die Grenzwerte für irgendein medizinisches Problem erhöht bzw. Kriterien abgeschwächt wurden. Im Gegenteil, es finden sich genug Interessenvertreter, um Kritieren im halbdekaden Rhythmus zu verschärfen. Halte ich für sehr bedenklich, wenn ich sehe, wie viele (imho ganz normale!) Kinder inzwischen als "verhaltensauffällig" gelten, ADHS, und mit Ritalin austherapiert werden. Ich bin nicht sicher, ob da immer nur das Kindeswohl an erster Stelle steht oder nicht doch der Umsatz der Pharmaindustrie.

Naja, mal schauen, ob es Prozesse in USA geben wird mit Milliardenforderungen gegen Epic, Blizzard, EA oder Ubisoft, weil keine ständigen Warnhinweise eingeblendet werden. RoundUp ist ja erst gesundheitsschädlich, seit Monsanto kein US-Unternehmen mehr ist... Pech für Ubisoft :)

Elefantenjongleur 13 Koop-Gamer - F - 1618 - 21. Mai 2019 - 15:44 #

Was ich nicht ganz verstehe ist, warum es spezielle Süchte geben muss (damit z. B. die Kasse das bezahlt). Kann man nicht prinzipiell auf alles süchtig werden?

Elefantenjongleur 13 Koop-Gamer - F - 1618 - 21. Mai 2019 - 15:46 #

Vielleicht weil unterschiedliche Süchte unterschiedliche Behandlungen erfordern?

Noodles 24 Trolljäger - P - 60309 - 21. Mai 2019 - 16:10 #

Du kannst Kommentare auch nachträglich bearbeiten, solange niemand drauf geantwortet hat. So wirkt es dann nicht so, als würdest du dich mit dir selber unterhalten. :D

Elfant 24 Trolljäger - P - 48911 - 21. Mai 2019 - 23:15 #

Sollte es dazu aber nicht in unterschiedlichen Kategorien landen?

Elefantenjongleur 13 Koop-Gamer - F - 1618 - 21. Mai 2019 - 15:49 #

Mich würde auch interessieren, welche Mechanismen in Computerspielen die Sucht besonders fördern. Loot-Spirale? Clans?
Wie könnte man diesen Mechanismen entgegenwirken? Sind Nachrichten wie "Du hast bereits zwei Stunden gespielt, Zeit für eine Pause." wirklich wirksam?

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:07 #

Anerkennung und Erfolg. Außerdem kann ich Menschen bannen, sozusagen aus meinem Leben ausschließen, und das mit nur einem Knopfdruck. In der Realität geht das leider nicht.

Elefantenjongleur 13 Koop-Gamer - F - 1618 - 21. Mai 2019 - 18:56 #

Also wie bei Bier.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 24592 - 21. Mai 2019 - 17:20 #

Dringend nötig!

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6081 - 21. Mai 2019 - 18:10 #

Ich finde merkwürdig, dass die News zwischen Spielen und Online-Spielen schwankt. Die ARD-Quelle hilft mir da auch nicht viel weiter.
Tatsächlich hat die WHO die "Gaming Disorder" schon 2018 als eine Störung im Bereich der "Addictive Disorders" in den ICD-11 aufgenommen.
Ich sehe einen Artikel vom Herbst 2018, da unterscheidet die WHO nicht explizit zwischen verschiedenen Formen des Spielens, sondern fasst alle möglichen Formen unter "Gaming Behaviour" zusammen.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:30 #

Na klar, die Weltorganisation sagt wer krank ist. Wie wärs damit: Die Welt ist krank, voller Ignoranz, Betrug, Hass.... es ist ekelerregend. So ekelerregend, dass man in andere Welten flüchten möchte. Neben Selbstmord, was eine neue Welt eben nicht ausschließt, gibt es eben virtuelle Welten. ;))

Danywilde 24 Trolljäger - - 85242 - 21. Mai 2019 - 18:36 #

Mach Dir doch diese Welt schöner, dann musst Du auch nicht für Erfolgserlebnisse oder Anerkennung flüchten.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:38 #

Solange es Menschen gibt wird die Welt nicht mehr schön.

Danywilde 24 Trolljäger - - 85242 - 21. Mai 2019 - 18:40 #

Das stimmt doch nicht. Gerade weil es Menschen gibt, ist die Welt schön.

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:43 #

Das sieht die Mehrheit anders, jedoch ist dieser Raum hier weder geeignet noch groß genug um dies zu diskutieren.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 18:51 #

Ohne Menschen gäbe es gar kein "schön" oder "nicht schön", denn erst der Mensch erschafft ästhetische Maßstäbe. Und wenn die Mehrheit entscheidet, WELCHE Menschen es auf dieser Welt braucht, damit sie schön ist, haben wir alle hier verdammt schlechte Karten... just saying :)

Sega-Ryudo 14 Komm-Experte - 2396 - 21. Mai 2019 - 18:52 #

Das was nach den Menschen kommt wird bestimmt schöner.

Q-Bert 20 Gold-Gamer - P - 21630 - 21. Mai 2019 - 18:55 #

Nach uns kommt nur eine vogonische Hyperraum-Umgehungsstraße. Nicht schön!

Michl 16 Übertalent - 4249 - 21. Mai 2019 - 20:55 #

Zum Glück habe ich ein Handtuch griffbereit

Noodles 24 Trolljäger - P - 60309 - 21. Mai 2019 - 19:01 #

Ne, obwohl es Menschen gibt, ist die Welt schön. ;)

MicBass 19 Megatalent - P - 16263 - 21. Mai 2019 - 19:08 #

Oder ist der Mensch schön, obwohl er auf der Welt ist?

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 81239 - 21. Mai 2019 - 21:19 #

Du tust mir leid.

Desotho 17 Shapeshifter - P - 6988 - 21. Mai 2019 - 20:08 #

Ich hab auch mal ein Spiel gesucht - war furchtbar.

Gucky 22 AAA-Gamer - - 35798 - 21. Mai 2019 - 21:10 #

Es gibt einen Kriterienkatalog für nicht stoffgebundene Süchte im ICD-10 und im DSM-5. Im ICH-11 ist mir die "Gaming Disorder" zu schwammig formuliert. Sollten von den Faktoren mehrere über einen längeren Zeitraum zutreffend sein, sollte eine Suchtberatungsstelle aufgesucht werden oder ein Termin bei bei einer Fachklinik für Computerspielsucht vereinbart werden. Bspw. in Mainz ist eine Erstberatung kostenfrei.

Meiner Erfahrung nach wird in Einzelfällen zu schnell Gaming Disorder diagnostiziert ohne die speziellen Lebensumstände zu durchleuchten. Ich hatte einen Klienten, den ich eher als exzessiven Gamer gesehen habe. Er war ausgeprägt depressiv aufgrund familialer Problemlagen, verlor seine erste Freundin, die ihn zudem betroigen und belogen hatte und flüchtete sich dann in exzessive Spielphasen.

Flottes Handeln, Hausbesuch mit Gespräch bei der Mutter und ihm konnte ihn dazu bewegen, den Schulabschluss fertig zu machen und sich nach außen wieder mehr zu öffnen.

War aber kein einfacher Job. Was ich damit sagen will, dass man eine Diagnose besser Spezialisten einer Fachklinik überlassen sollte und nicht jedem Therapeuten, der sich in dem Gebiet nicht gut auskennt.

Harry67 19 Megatalent - - 15863 - 21. Mai 2019 - 21:43 #

Man darf ruhig miteinbeziehen, dass es auch in der Psychologie Modeerscheinungen gibt, die sich immer mal wieder ändern können.
Ich darf an die explosionsartige Häufung von diagnostizierten multiplen Persönlichkeiten erinnern, die in den 90ern, wenn ich mich recht erinnere, auftrat. Der Spuk hatte erst ein Ende, als immer mehr Klienten bemerkten, was ihnen da alles von ihren Therapeuten suggeriert wurde und Klage einreichten.

Hierzu auch ein älterer Artikel von 1995:
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9159211.html

Natürlich ist es wichtig über suchtartige Verhaltensweisen Bescheid zu wissen und gegebenenfalls Hilfe anfordern zu können. Dennoch halte ich es für wichtig, einen gesunden skeptischen Abstand zu verallgemeinernden Interpretationen menschlichen Handelns zu behalten. Letztlich beurteilen Menschen andere Menschen, da sollte man nicht von Unfehlbarkeit ausgehen.

zuendy 15 Kenner - 3814 - 21. Mai 2019 - 21:47 #

Ich finde es gut, dass das Kind einen Namen hat und vor allem anerkannt wird. Komplett heruntergebrochen ist es nicht anderes als eine Depression, da jede Depression anders ist und individuell behandelt werden muss, muss man sich hier nichts mehr aus den Fingern saugen, um es finanziert über die Krankenkasse behandeln zu können.

zfpru 17 Shapeshifter - P - 8766 - 21. Mai 2019 - 23:28 #

Ich bin da eher skeptisch, ob das eine Krankheit ist.

Tsroh 11 Forenversteher - 553 - 22. Mai 2019 - 1:13 #

Zum Glück gibt es dafür ja Leute vom Fach.

Elfant 24 Trolljäger - P - 48911 - 21. Mai 2019 - 23:38 #

Ich habe meine Zweifel an dem aktuellen Verhalten der WHO. Aktuell scheint man eine ganze Reihe an "Verhaltenssüchten" zu den "Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle" hinzu getan zu werden. Ich wüsste nur nicht, welche Durchbrüche man in diesem Feld in den letzten 5 Jahren gemacht hätte oder in wie fern sich die Lage derart verschärft hätte, um ein schnelles Vorgehen zu rechtfertigen. Das gelesene "Argument", daß man so die Krankheit besser erforschen könnte, erschließt sich mir nicht.

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