Wochenend-Lesetipps KW 7/2019: Spielesterben und Beethoven auf Flash
Teil der Exklusiv-Serie Lesetipps fürs Wochenende

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Steffi Wegener 13002 EXP - 19 Megatalent,R9,S5,A1,J5
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16. Februar 2019 - 7:15 — vor 4 Wochen zuletzt aktualisiert

Dass Spiele und Kunst zusammen etwas ganz Besonderes erschaffen können, beweist das Video der Woche, in dem eine Partie des Flash-Spiels Line Rider von 2006 auf Beethovens 5. Sinfonie von 1808 erstellt wurde. Zur Lektüre laden folgende provokante Thesen ein: Spiele altern und sterben, der Nintendo eShop hat ein Qualitätsproblem, Rollenspiele sind faszinierend und The Walking Dead ist kein echtes Adventure mehr.

Wie Spiele altern und sterben
giga.de am 9.2.2019, von Alexander Gehlsdorf

„Nicht nur Menschen, auch Spiele altern – und durchleben dabei ganz ähnliche Lebensphasen.“ Das behauptet Alexander Gehlsdorf in einem Beitrag zur Giga-Themenwoche „Spiele im Alter“ und skizziert den Weg eines Spiels von der Geburt (Idee, Konzept) übers Laufen lernen (Programmierung, Alpha- und Beta-Status), die Pubertät (ungepatchter Release) bis zum Tod (mangelnde Verfügbarkeit, ausgelaufene Lizenzen, fehlende Hardware). Wie gut, dass mittlerweile einige Menschen dagegensteuern: „Spiele werden zunehmend als Kulturgut angesehen, Archive entstehen, Steam, GOG und andere Anbieter stellen Klassiker zum Download bereit und Konsolen-Hersteller veröffentlichen Retro-Konsolen.“

Spieleflut ohne Qualitätskontrolle - Der Nintendo eShop hat ein Problem
pressakey.com am 13.2.2019, von Tim

„Da soll doch nochmal jemand sagen, auf der Switch gäbe es nichts zu spielen; immerhin listet alleine Wikipedia schon über 1.337 Spiele in seiner Übersicht, das sind nach aktuellem Stand schon jetzt bald doppelt so viele wie noch bei der Nintendo Wii U. Es sind großartige Zeiten - möchte man meinen. Denn erst auf den zweiten Blick offenbart sich das Grauen.“ Der Autor weist auf eine eklatante Qualitätslücke im Nintendo eShop hin, in dem ohne Kuratoren und bei Billigspielen für einen Euro die wirklichen Perlen untergehen. Von einer „Goldgrube für Indies“ ist hier die Rede und dem japanischen Konzern werden gleich ein paar Lösungswege mit an die Hand gegeben, um die treuen Kunden nicht zu vergraulen.

Studie zu Games und Gewalt findet keine Zusammenhänge
golem.de am 14.2.2019, von Peter Steinlechner

Wissenschaftler der Universität in Oxford sind in einer Studie zur Auswirkung von Gewaltspielen bei Jugendlichen auf ein eindeutiges Ergebnis gekommen: „Die Ergebnisse haben nicht bestätigt, dass statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen gewalttätigen Spielen und dem aggressiven Verhalten von Jugendlichen bestehen“.

Aus dem GamersGlobal-Archiv: „Die Faszination der Rollenspiele“
gamersglobal.de am 25.4.2013, von Darth Spengler

„Rollenspiele versetzen uns in die fantastische Lage, den Platz eines Charakters einzunehmen, der in einer wunderlichen und oft von uns entfremdeten Welt lebt.“ GG-User Darth Spengler erinnert sich an seine großen Rollenspielerlebnisse und versucht einen Eindruck davon zu vermitteln, wie er in den Welten der Nordlandtrilogie versank und sich zu Dungeon Master 2 mit den Nachbarsjungen austauschte. Und wie wir alle muss er ernüchtert feststellen, dass die Faszination mit dem Fortschreiten der knappen Lebenszeit gewaltig zu bröckeln beginnt.

Fundstück der Woche: „Von Monkey Island zu The Walking Dead: Sind das noch echte Adventures?“
retrovideogames.net am 8.9.2018, von Stefanie Kissling

Weg von klassischen Point-and-Click-Rätseln, hin zum interaktiven Story-Abenteuer. So hat sich das Adventure-Genre von der goldenen LucasArts-Zeit bis heute entwickelt. Das erinnert die Autorin mehr an Visual Novels mit cineastischer Darstellung als an Rätselspiele - und findet es dennoch gut so: „Unlogische Rätsel und stundenlanges, stupides Ausprobieren von Gegenständen, wie es noch in den LucasArts- und Sierra-Spielen an der Tagesordnung war, vermisse ich nicht die Bohne.“

Im Video: Line Riders meet Beethoven‘s 5th
Hier trifft das Spiel Line Rider auf Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie und beweist, dass Spielen durchaus ein Platz zwischen Kunst und Kultur freigehalten werden sollte. Von GamersGlobal-User Tasmanius kommt dieser Video-Tipp, der mir noch einmal beeindruckend klar macht, warum mich außergewöhnliche Spielkonzepte und Musik immer wieder aufs Neue begeistern können. 

Wenn ihr auch auf lesenswerte Links rund ums Thema Spiele stoßt, freut sich die Autorin über eine private Nachricht.

Video:

TheRaffer 19 Megatalent - - 16836 - 16. Februar 2019 - 9:21 #

Juhu Lesestoff, danke :)

Steffi Wegener 19 Megatalent - P - 13002 - 16. Februar 2019 - 9:28 #

Lesestoff war diese Woche nicht viel zu finden, aber das Video...!

TheRaffer 19 Megatalent - - 16836 - 16. Februar 2019 - 9:41 #

Musik und Strichmännchen halt.

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 50158 - 16. Februar 2019 - 10:19 #

Mit einem Pott Kaffee genau das richtige am Samstagmorgen.

Admiral Anger 25 Platin-Gamer - P - 56727 - 16. Februar 2019 - 11:25 #

Ach Line Rider... Da werden Erinnerungen wach.

Evoli 17 Shapeshifter - P - 7943 - 16. Februar 2019 - 11:36 #

Danke für die Tipps :)
Das mit den Adventures geht mir ähnlich.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 382461 - 16. Februar 2019 - 11:48 #

Naja, „unlogische Rätsel“ mag ebenso niemand wie „unspaßige Spiele“, aber ich möchte bestreiten, dass typische LucasArts-Adventures unlogische Rätsel hatten. Es war eben oft eine Art von Um-die-Ecke-denken, die darauf angelegt war, nicht gleich draufzukommen und drüber zu rätseln. So etwas galt einmal als Spielspaß :-)

Heute wird einem doch eher vorgegaukelt, Rätsel zu lösen und Entscheidungen zu treffen, wo man im Prinzip aber nicht mehr denken muss oder entscheiden darf. Löbliche Ausnahmen wie Thimbleweed Park natürlich ausgenommen!

funrox 12 Trollwächter - P - 1066 - 16. Februar 2019 - 20:33 #

Thimbleweed Park ist mit eines der besten Adventure der letzten Jahre.
Auch die Deponia-Reihe ist toll.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - P - 7852 - 17. Februar 2019 - 1:36 #

Ich halte es ja schon lange für legitim, auch Dinge wie das verzweifelte Befragen von Freunden und die sehnsüchtige Warterei auf den nächsten "Hallo Freaks"-Teil der Happy-Computer für eine Art Spielspaß am äußeren Rand des Spiels zu halten. Nein, das gehört dazu. Spiele als Kutlutgut finden nicht nur im inneren kreis der Spiele statt. Als Kulturgut nehmen sie Bezug auf alles, was damit zusammenhängt und das bezieht soziale Interaktion ein.
Für Spätgeborene:
"Hallo Freaks", das war mal eine Rubrik in einer wichtigen Computerspiele-Zeitschrift der 80er, in der Spiele-Tipps von einfachen Computerspielern per Post an Redaktionen gesandt und, wenn sie gut waren, gedruckt wurden.
Dieses Unzugängliche, das war

Noodles 24 Trolljäger - P - 49775 - 16. Februar 2019 - 13:01 #

Mir nicht. Spiel zwar auch gern mal Story-getriebene Adventures, aber Adventures mit schönen Rätseln sind mir um einiges lieber. Unlogische und schlecht designte Rätsel will ich aber natürlich auch nicht, der Artikel tut ja fast so, als gäbe es nur solche, was keineswegs so ist.

Naja, find dieses Argument jedenfalls immer unsinnig, dass Rätsel den Spielfluss stören würden und darum keinen Spaß machen. Mir machen sie Spaß und wenn sie gut sind, dann stören sie nicht den Spielfluss, sondern das Rätseln ist ein spaßiges Spielelement und es ist ein schönes Gefühl, wenn man die Aufgaben löst. Wenn man keine Rätsel mag, soll man halt keine klassichen Adventures spielen, spiel ja auch keinen Shooter und beschwer mich dann darüber, dass zwischen den Story-Schnipseln geballert wird.

funrox 12 Trollwächter - P - 1066 - 16. Februar 2019 - 20:29 #

Ich habe gerne mal ein knackiges Rätsel.
Toll sind zum Beispiel frühe Hinweise auf Rätsel, die erst viel später gelöst werden.
Oder mal das ein oder andere Querdenken (wie zum Beispiel der steife Affe in Monkey Island 2).
Bei Spielen wie "Die Säulen der Erde" ist mir das dann doch zu dünn. Da habe ich dann auch nicht wirklich Spaß, auch wenn die Story gut sein mag.
Ausnahmen wie die tollen Life is Strange-Spiele bestätigen die Regel.

Hyperbolic 18 Doppel-Voter - P - 9875 - 17. Februar 2019 - 10:19 #

Das war damals ein Rätsel das wahrhaft Lost in Translation war...Monkey Wrench.

Noodles 24 Trolljäger - P - 49775 - 17. Februar 2019 - 19:32 #

Soweit ich weiß, wollte Boris Schneider ja, dass man den Affen durch einen Engländer ersetzt, dann wäre das Rätsel auch für Deutsche lösbar. LucasArts wollte diese Änderung aber nicht.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 128675 - 16. Februar 2019 - 12:40 #

Cooles Video!

Harry67 17 Shapeshifter - P - 8491 - 16. Februar 2019 - 13:18 #

Klasse Videoauswahl :)

euph 26 Spiele-Kenner - P - 68752 - 16. Februar 2019 - 16:05 #

Tolles Lesetipps und ein sehr schönes Video

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 21423 - 17. Februar 2019 - 20:25 #

Leider komme ich erst jetzt dazu, mich mich den Lesetipps auseinanderzusetzen. Aber vielen Dank fürs Zusammenstellen!