Kurztest: Travis Strikes Again – No more Heroes

Switch
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19. Januar 2019 - 9:00 — vor 15 Wochen zuletzt aktualisiert
In seinem neuen Abenteuer wird Travis Touchdown in eine Konsole gezogen und erlebt so Spiele in echter virtueller Realität. Wie viel Substanz hinter der kreativen Idee steckt, erfahrt ihr im Kurztest.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Vor über elf Jahren erschien mit No More Heroes ein typisches Suda51-Spiel für die Nintendo Wii. Ein übercooler Auftragskiller mit seltsamen Nachnamen in der Hauptrolle, dazu abgefahrene Cel-Shading-Optik und ungewöhnliche designte Welten, Gegner und Waffen. Im Switch-exklusiven Travis Strikes Again – No more Heroes schlüpft ihr nun zum vierten Mal in die Rolle von Travis Touchdown und meuchelt euch durch reihenweise Feinde – allerdings sind diese für euch nun gleich doppelt virtuell.

Was das zu bedeuten hat? Ganz einfach: Travis wird in die Videospielkonsole Death Drive Mk 2 gezogen und muss sich durch insgesamt sechs Levels kämpfen. Sein Ziel ist ebenso einfach wie einleuchtend: Er will gewinnen. Für euch bedeutet das, dass ihr quasi ein Spiel im Spiel spielt. Zwischen den einzelnen Abschnitten kauft ihr in dem Wohnwagen, in dem Travis haust und der als eine Art Hub dient, mit verdienten Münzen neue Shirts, geht auf die Toilette oder lest im Ramenblog die aktuellen Nudelsuppentrends nach.
Per Blitz wird der Ziegenmenschen-Zwischenboss gegrillt.

Mit Katana und Skillchips
Ihr verfolgt das Geschehen aus einer isometrischen Verfolgersicht, wie sie aus typischen Action-Rollenspielen bekannt ist. Eure Gegner attackiert ihr mit Travis‘ Standardwaffe, dem Laserschwert, Verzeihung, -Katana. Neben leichten und schweren Angriffen stehen auch diverse Skills zum Einsatz bereit. Bevor ihr sie jedoch dem Kampfrepertoire des Helden zuordnen dürft, müsst ihr die entsprechenden Chips erstmal in der Spielwelt finden. Dafür bringen die Fähigkeiten aber ordentliche Vorteile, so betäubt ihr mit ihnen Gegner, erschafft einen euch heilenden Kreis oder vollführt einen starken Schlag, der Gegner weg stößt.

Mit jedem Treffer füllt sich eure Spezialleiste, ist sie voll, löst ihr per Tastendruck einen verheerenden Superangriff aus. Bis zu dreimal schlagt ihr so nacheinander heftig zu. Durch diese mächtige Attacke ist es mir nicht nur einmal gelungen, einen ganzen Raum mit einem Streich von Gegnern zu säubern. Wenn doch einmal ein paar der Bugs (so nennen sich die Feinde) überlebt haben, dann springt ihr per Hechtrolle aus ihrem Angriffsradius.

Ein eher nerviges Element ist das der Energie. Travis' Katana scheint ein Montagsmodell zu sein, denn mit jedem Schlag leert sich die Batterie der Waffe rapide. Sinkt die kleine Batterieanzeige auf null, müsst ihr sie durch Schütteln des Joy-Cons oder Bewegen des rechten Sticks wieder aufladen. Sonst machen eure Attacken schlicht keinen Schaden. Das soll das ziemlich simple Kampfsystem wohl etwas herausfordernder machen, mir ist die Mechanik allerdings eher auf den Keks gegangen und ich habe durch sie den einen oder anderen unnötigen Treffer einstecken müssen, weil ich gerade mit dem Laden meine Waffe beschäftigt war und deshalb einem Angriff nicht ausweichen konnte.
Per Rolle weicht ihr elegant gegnerischen Attacken aus. Die zwei Köpfe gilt es, so schnell wie möglich zu erledigen, da sie ständig neue Gegner spawnen.

Ramen futtern, aufs Klo gehen
Habt ihr den Endboss eines Levels erledigt, dann ist das Spiel noch lange nicht vorbei. Vor Travis‘ Wohnwagen steht sein Motorrad, über das ihr das Textadventure Travis Strikes Back startet. Hierbei handelt es sich aber weniger um ein Adventure, als einfach nur Dialogboxen in grüner Schrift vor schwarzem Hintergrund, durch die ihr euch stumpf durchlesen oder -klicken müsst. Als Belohnung winken dafür neue Death Balls, die als Module für das Death Drive Mk 2 fungieren und somit neue Levels freischalten.

 
Im Koop-Modus wird das Geschehen schnell unübersichtlich, Spaß macht er trotzdem.
Die einzelnen Abschnitte spielen sich im Grunde sehr ähnlich, ihr rennt durch die Gegend und meuchelt Bugs. Jedoch hat jedes Spiel seinen eigenen Twist. So verfolgt ihr in einem das Geschehen aus der Vogelperspektive und müsst durch Schalter die Straßen einer Stadt drehen, um in den nächsten Teil des Levels vorzurücken. Das sorgt zwar für etwas Abwechslung, kann aber über den ansonsten sehr monotonen Spielablauf nicht hinwegtäuschen.

Wenn sich eure Lebensenergie einmal sehr stark gegen Ende neigt, dann solltet ihr nach den Ramenständen Ausschau halten, die immer mal wieder in den Welten zu finden sind. Eine Portion der leckeren Nudelsuppe und Travis' Lebensbalken und die Spezialleiste sind wieder aufgefüllt. Wer aber viel Ramen verschlingt muss auch viel auf die Toilette, praktischerweise dient das stille Örtchen in Travis Strikes Again als Speicherpunkt, und auch hier wird eure Lebensenergie regeneriert.
Über den gelben Schalter dreht ihr einzelnen Straßenabschnitte, allerdings müsst ihr schnell sein: Erwischt euch der blaue Schädel sterbt ihr.

Knallige, aber schwache Optik
Travis Strikes Again bleibt der Reihe stilistisch treu. Die Cel-Shading-Optik ist hübsch anzusehen, kann aber über einen gewissen Detailmangel nicht hinwegtäuschen. Auch wenn die Gegnermodelle auf dem Papier cool klingen (menschenähnliche Gestalten mit Bohrern statt Armen, Ziegen-Menschen-Hybriden als Zwischenbosse), so wiederholen sie sich oft und haben mich dann doch schnell ermüdet. Zwar gibt es ein paar richtig flott aussehende Neon-Abschnitte, alles in allem ist das Erscheinungsbild aber eher dröge. Umso seltsamer sind die immer wieder auftretenden Einstürze der Bildrate sowie der relativ hohe Akkuverbrauch im Handheldmodus (in dem sich Travis Strikes Again übrigens einwandfrei spielen lässt). Nach zwei, maximal zweieinhalb Stunden muss die Switch an die Steckdose.

 
Einer der schöneren Abschnitte: Eine grell beleuchtete Straße samt Spiegelungen.
Der Sound ballert dagegen schön wuchtig aus den Lautsprechern. Musikalisch erinnert das Gehörte ganz entfernt an Hotline Miami, Synthesizer-Beats treiben mich durch die Levels und es entsteht ein angenehmer Flow. Leider nur wiederholen sich die Stücke schnell und somit geht ein wenig der Reiz verloren.

Wenn ihr einen blutlüsternen Freund an der Hand habt, dann könnt ihr Travis Strikes Again auch im Couch-Koop spielen. Euer Mitstreiter schlüpf in die Haut von Bad Man und muss vor Levelstart einsteigen. An sich läuft der Mitspielermodus sauber, allerdings ist es etwas unschön, dass man auch außerhalb des Bildschirms rennen kann. Hier hätte mir eine Sperre, oder eine Beammechanik wie beispielsweise bei Diablo 3, deutlich besser gefallen.

Autor: Dennis Hilla; Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

 

Meinung: Dennis Hilla

Travis Strikes Again – No more Heroes ist Suda51 in Reinkultur. Eine verwirrende Story, eine Hauptfigur mit großer Klappe, an der allerdings Selbstzweifel nagen, und die Dialoge sind oftmals stumpfe Beschimpfungsorgien. Gespeichert wird auf dem Porzellanthron, Ramen statt schnöde Lebenstränke und ein Wohnwagen als Hublevel. Ich mag den Stil und die Abgedrehtheit des Designers ziemlich gerne, allerdings verstehe ich jeden, der sagt, ihm sei das alles zu speziell und over the top. Ich aber hatte zumindest streckenweise meinen Spaß mit dem Hack and Slay.

Unter dem knalligen Äußeren bleibt von Travis Strikes Again aber nicht mehr sonderlich viel über. Die einzelnen Spezialfähigkeiten sind nett, und dass ich meinem Helden ein Hotline Miami-Shirt anziehen darf freut mich natürlich. Aber die Kämpfe laufen trotz der unterschiedlichen Angriffsmöglichkeiten zu stumpf nach Schema F ab und selbst die Bosse sind richtiggehend unspektakulär. Für eine flotte halbe Stunde zwischendurch ist Travis Strikes Again für Fans von Sudas Werken oder Freunden von schnellen Schnetzel-Orgien unter Umständen einen Blick wert. Alle anderen können den Titel aber auch getrost ignorieren.
 
Travis Strikes Again Switch
[6]
Userwertung0.0
Pro
  • Abgedrehter Humor
  • Unterschiedliche Spezialfähigkeiten
  • Treibender Soundtrack
  • Angenehm fordernd
  • Drei Schwierigkeitsgrade
  • Optionaler Koop-Modus
Contra
  • Spielablauf mit wenig Abwechslung
  • Größtenteils öde Grafik
  • Konfuse Story ohne Tiefgang
  • Viel zu lange Textbox-Abschnitte
  • Nervige Auflade-Mechanik
  • Koop-Modus erlaubt "aus dem Bildschirm laufen"
  • Blödes Gebrabbel als Ersatz für richtige Sprachausgabe
Dennis Hilla Redakteur - P - 73877 - 18. Januar 2019 - 18:48 #

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 50902 - 19. Januar 2019 - 15:57 #

Den hatte ich. ;)

Danywilde 24 Trolljäger - - 52815 - 19. Januar 2019 - 9:05 #

Das hört sich ja abgedreht an, sieht aber zumindest auf den Screenshots ziemlich schlecht aus.

Punisher 20 Gold-Gamer - - 22822 - 19. Januar 2019 - 13:14 #

Is ja nicht so als wäre Suda51 jemals für gute Optik, gute Steuerung oder technische Finesse berühmt gewesen... denke bei ihm machens die abgedrehten Szenarien - Lollipop Chainsaw, anyone? Er hat halt einfach Kultstatus unter den japanophilen Spielern.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - P - 9892 - 19. Januar 2019 - 15:11 #

Hab ich mir auch gerade gedacht. Killer7 hätte bei GG vermutlich auch keine gute Wertung bekommen und ich liebe es. Ich denke ich werde Travis Strikes Again trotzdem mal anspielen.

vgamer85 19 Megatalent - - 13753 - 19. Januar 2019 - 9:39 #

Klingt spaßig :-)

Evoli 17 Shapeshifter - 8171 - 19. Januar 2019 - 13:10 #

Das sieht absolut scheußlich aus.

Tasmanius 20 Gold-Gamer - - 22601 - 19. Januar 2019 - 14:17 #

Dem würde ich mich gerne anschließen.

maddccat 18 Doppel-Voter - F - 12676 - 20. Januar 2019 - 10:19 #

Hänge mich dran!

Ganon 24 Trolljäger - P - 50861 - 19. Januar 2019 - 16:23 #

Oh je, klingt nach einem billigen Ableger statt eines richtigen neuen NMH. Schade.

Markus K. 13 Koop-Gamer - 1274 - 19. Januar 2019 - 17:47 #

Ja, Grafik ist nicht alles, aber nein, so müssen Spiele heutzutage wirklich nicht mehr aussehen. Allein die Optik schreckt mich schon ab, Spielprinzip hin oder her. Schade.

Hyperbolic 18 Doppel-Voter - P - 10171 - 19. Januar 2019 - 20:20 #

Kann man sich mal für eine Sonderangebotsaktion vormerken.

Aladan 24 Trolljäger - - 51497 - 21. Januar 2019 - 7:03 #

Klingt verrückt. Werde ich mir dann später im Jahr zu Gemüte führen. ;-)

TheRaffer 19 Megatalent - - 17529 - 22. Januar 2019 - 20:02 #

Das begeistert mich nun nicht gerade. Entfällt also ;)