Kurztest: Grip - Combat Racing

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Christoph Vent 164946 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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14. November 2018 - 9:56 — vor 4 Wochen zuletzt aktualisiert
Ende der 90er veröffentlichte Psygnosis das Action-Rennspiel Rollcage. Nun ist der Nachfolger im Geiste erschienen – aber macht das Spielprinzip heute noch Spaß? Wir haben dem Anfangsfrust getrotzt.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Ein Name, wie er kaum passender gewählt sein könnte: Grip - Combat Racing. Denn wenn eure Fahrzeuge, die wie im Vorbild Rollcage bewusst flach gehalten sind, eines haben, dann Haftung. Ob auf dem Boden, an Wänden oder auch kopfüber an der Decke – die Reifen der stählernen Boliden kleben geradezu an allen Oberflächen. Zudem könnt ihr überall auf der Strecke, ganz im Stile von Mario Kart, Extrawaffen einsammeln.

Ganz klar: Beides ist nicht realistisch, aber das will es auch gar nicht sein. Grip ist ein waschechter Vertreter des Genres der Action- respektive Fun-Rennspiele, das heute weit weniger Bedeutung als noch vor zehn oder 20 Jahren hat.
Hindernissen könnt ihr in Grip auch an Wänden oder Decken ausweichen. Gute Reaktionen sind bei über 400 Kilometern pro Stunde aber Pflicht.
Gut designte Strecken
Das Streckenlayout von Grip bietet im Grunde genau das, was man von ihm erwartet. Offenere Abschnitte gehen fließend in Tunnels über und umgekehrt, wobei ihr des Öfteren die Wahl zwischen mehreren Routen habt. Zusätzlich locken Rampen zu waghalsigen Sprüngen, und hin und wieder müsst ihr auch Hindernissen ausweichen.

Vor allem aber sind die Kurse von Grip voll und ganz auf das „Rundum-Fahrerlebnis“ ausgelegt. In einer Röhre etwa spielt es absolut keine Rolle, ob ihr sie gerade normal oder kopfüber durchfahrt. Lediglich am Ende solltet ihr darauf achten, dass ihr nicht zu viel Schräglage habt, da ihr ansonsten den Übergang in flaches Gelände mit einem unkontrollierten Sprung einleitet.

Springt ihr über eine Rampe an eine Decke, verdreht es euch zudem quasi den Kopf. Denn nun dient plötzlich die bisherige Oberseite eures Wagens als Unterseite, sodass es nahtlos weitergeht. Das kann zu Beginn verwirren, aber bereits nach zwei oder drei Rennen hatten wir uns daran gewöhnt.
Im Gegensatz zu unserem Vordermann haben wir den Sprung an die Decke verpasst.
Mit anfänglichem Frustpotential
Insbesondere der Einstieg bei Grip dürfte dem ein oder anderen Spieler schwer fallen. Das liegt nicht nur am Fahrmodell, sondern auch an der Geschwindigkeit, mit der ihr eure stählernen Boliden über die Piste jagt. Bereits bei Events, die mit einer „niedrigen Geschwindigkeit“ ausgewiesen sind, erreicht ihr Durchschnittsgeschwindigkeiten von 400 oder mehr Kilometern pro Stunde. Durch einen Boost, den ihr automatisch aufbaut und auf Knopfdruck entladet sowie ein Nitro-Powerup, nimmt das Tempo nochmals zu.

Eine gewisse Streckenkenntnis ist daher essentiell, um auf den über 20 Kursen nicht abzukommen oder gegen Hindernisse zu brettern. Erst wenn ihr wisst, wo sich die Sprungschanzen oder gute Alternativrouten befinden, könnt ihr das Potential eurer Karre auch voll und ganz ausnutzen. Zumal die KI auch schon auf dem untersten Schwierigkeitsgrad gut mitfährt. Ein leichtes Gummiband ist zwar vorhanden, wirklich geärgert hat es uns aber nicht.
In 23 Sekunden scheidet der nächste Spieler aus. Dann sorgen wir doch mal mit Waffeneinsatz dafür, dass wir in diesem Moment nicht Letzter sind!
Boosten, Schießen, Ausweichen
Und dann wären da natürlich auch noch die neun Power-Ups, die sich auf vier Boni wie den bereits erwähnten Nitro sowie fünf Waffen aufteilen. Ob eine zielsuchende Rakete, ein Maschinengewehr oder ein Speerangriff – es gibt allerhand Möglichkeiten, seine Konkurrenten zu ärgern. Allerdings gilt auch hier, dass die Computergegner wirklich mitspielen und ebenfalls regen Gebrauch von den Waffen machen. Habt ihr dann nicht gerade einen Schutzschild in einem eurer zwei Slots parat, kann es das ganz schnell gewesen sein mit eurer Position.

Grip erfordert Eingewöhnung. Das zu Beginn etwas schwammige Fahrmodell will erlernt werden, die Strecken müssen in Fleisch und Blut übergehen, und obendrein macht es euch die KI von Anfang an nicht unbedingt leicht. Im Gegenzug bringt euch die Kampagne, in der ihr euch durch jeweils mehrere Turniere von Rang zu Rang nach oben arbeitet, sämtliche Spielsysteme sowie -Modi gekonnt näher. Ihr startet beispielsweise mit nur wenigen Gegnern sowie einfachen Rennen ohne Waffen, bekommt es später aber auch mal mit neun KI-gesteuerten Mitspielern im Arena-Modus zu tun. Dort geht es dann ausschließlich darum, Waffen einzusammeln und durch Abschüsse mehr Punkte als die Konkurrenz zu sammeln.
Der "Carkours"-Modus ist eine Sache für Profis. Da die Fahrzeuge bei niedrigen Geschwindigkeit extrem sensibel reagieren, ist hier das richtige Tempo-Mittelmaß gefragt.
Hohe Abwechslung, schwache Technik
Grip punktet vor allem bei der Abwechslung. Abseits der Karriere könnt ihr eigene Turniere erstellen oder Einzelrennen fahren – und die Auswahl der Modi kann sich wirklich sehen lassen. Es gibt normale Rennen mit und ohne Waffen sowie solche, in denen es nicht auf die Platzierung, sondern die Punktzahl durch Abschüsse ankommt. Hinzu kommen Eliminierungsrennen sowie der Arena-Modus. Und on top gibt es auch noch einen „Carcours“-Modus, in der ihr in kleinen Prüfungen lediglich das Ziel erreichen müsst. Das aber hört sich um einiges leichter an, als es tatsächlich ist.

Möchtet ihr lieber gegen menschliche Spieler antreten, stehen ein Splitscreen-Modus für bis zu vier Teilnehmer sowie der Online-Modus bereit. Letzterer hat bei uns auf der Xbox One X allerdings noch Probleme in Form von Spielabstürzen bereitet. Überhaupt stellt die PC-Version von Grip die erste Wahl dar. Denn obwohl die Grafik eher zweckmäßig als wirklich schick daherkommt, geht die Bildrate selbst auf der Xbox One X ab und an mal etwas runter, ohne jedoch in einen unspielbaren Bereich abzudriften.

Autor: Christoph Vent (GamersGlobal)

 

Meinung: Christoph Vent

Grip füllt eine Lücke im Rennspiel-Genre. Denn so sehr ich reine Racer wie Forza Horizon 4 auch mag, und so gerne ich mich mit Freunden im Multiplayer von Mario Kart 8 Deluxe balge, so sehr mangelte es in den letzten Jahren an (guten) Titeln, die Höchstgeschwindigkeiten mit Waffeneinsatz kombinierten.

Am Anfang konnte mich Grip noch nicht packen. Der Einstieg fällt trotz nur langsam zunehmender Anforderungen im Solomodus recht schwer, die biedere Präsentation heizt die Motivation auch nur bedingt an. Doch ich habe dem Spiel eine Chance gegeben, mich an das hohe Tempo gewöhnt, die Strecken erlernt und mich damit beschäftigt, wann welche Waffe sinnvoll ist oder auch mal verschwendet werden kann, um einen der zwei Slots freizumachen. Und siehe da: Auf einmal wurde es immer spaßiger!

Perfekt ist Grip aber nicht. Wer vorrangig auf die hohen Geschwindigkeiten Wert legt, ist aus meiner Sicht mit einem WipeOut besser beraten. Zudem gibt es noch ein paar Fehler, etwa immer wieder mal beim automatischen Einlocken der zielsuchenden Raketen. Wer aber ein Action-Rennspiel mit halsbrecherischem Tempo und Power-Ups sucht, kann definitiv einen Blick riskieren – mit dem Xbox-Gamepass aktuell sogar kostenlos.
 
Grip - Combat Racing XOne
[7]
Userwertung5.8
Pro
  • Extrem hohes Spieltempo
  • Fahren auf Boden, Decken und Wänden
  • Sehr gut designte Strecken
  • Neun Power-Ups (Angriff, Boost, Abwehr)
  • Sehr viel Abwechslung bei den Rennmodi
  • Für Profis: "Carkours"-Modus
  • Splitscreen für bis zu vier Spieler
  • An sich gute Lernkurve ...
Contra
  • ... die jedoch am Anfang etwas zu steil ist und Frustpotential bietet
  • Selbst auf Xbox One X mit teils schwankender Bildrate
  • Abstürze beim Online-Modus
  • Kleinere Fehler und Bugs (insbesondere bei der Erfassung von Gegnern)
Jörg Langer Chefredakteur - P - 378809 - 14. November 2018 - 9:56 #

Viel Spaß beim Lesen!

Hendrik 26 Spiele-Kenner - P - 73783 - 14. November 2018 - 10:02 #

Hab es gestern dank Gamepass mal zwei Stunden getestet. Konnte mich aber nicht überzeugen.

René Alexander Düval 12 Trollwächter - P - 929 - 14. November 2018 - 11:03 #

Schade, ein guter Fun-Racer abseits von Mario wäre toll gewesen...

Vidar 19 Megatalent - 13985 - 14. November 2018 - 11:28 #

Es ist doch ein guter Racer...

Apfelsaft 10 Kommunikator - P - 440 - 14. November 2018 - 12:26 #

Sonic Racing...

Tasmanius 19 Megatalent - - 19723 - 14. November 2018 - 13:39 #

Wacky Wheels!

Ganon 24 Trolljäger - P - 47642 - 15. November 2018 - 12:39 #

Da müsste es mal eine moderne Neuauflage von geben.

Tasmanius 19 Megatalent - - 19723 - 15. November 2018 - 13:34 #

*eifrigamunterschreiben

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 20628 - 14. November 2018 - 16:49 #

Blur?

euph 26 Spiele-Kenner - P - 67065 - 15. November 2018 - 7:36 #

Das war grandios, hab ich sehr lange, sehr gerne gespielt. Schade, dass das nicht den richtigen Erfolg hatte.

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 379682 - 15. November 2018 - 18:35 #

Blur (war Release-Käufer) hat mich irgendwie nicht so mitgerissen, dass ich es wirklich länger gespielt habe. Im Nachhinein hat mir das "klassische" Gameplay der Project Gotham Racing-Serie (alle 4 Teile gespielt auf Xbox/Xbox 360)) von Bizarre Creations einfach mehr zugesagt. ;)

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 379682 - 14. November 2018 - 12:59 #

Danke für den Test, danach ist das nicht so mein Fall. ;)

euph 26 Spiele-Kenner - P - 67065 - 14. November 2018 - 14:14 #

Ne, das klingt nicht mal so, als ob das was für einen Sale wäre.

andreas1806 17 Shapeshifter - 7167 - 14. November 2018 - 14:01 #

Da kann man wohl die Switch Version vergessen, wenn es nicht mal auf der X richtig läuft.

COFzDeep 20 Gold-Gamer - P - 21223 - 14. November 2018 - 23:39 #

Ja, laut 4Players ist die Switch-Version quasi unspielbar. Schade...

Danywilde 21 Motivator - - 30492 - 18. November 2018 - 9:58 #

Das soetwas heute noch passieren kann. Traurig.

rsn47362 10 Kommunikator - 376 - 29. November 2018 - 15:56 #

Unreal Engine. Obwohl es gibt anscheinend einige Unreal Engine Spiele, die selbst auf der Switch richtig gut aussehen.

Smutje 16 Übertalent - P - 5052 - 14. November 2018 - 15:49 #

Hmm, ich hab zwar bei der gescheiterten KS-Kampagne noch mitgemacht aber seitdem konnte ich mich nicht so recht zum Early Access durchringen und die jetzt aufgerufenen 30€ les ich aus dem Test für mich auch nicht raus ... schade - dabei hatte es vom ersten Eindruck so seelige (und bestimmt reichlich verklärte) Erinnerungen an Deathcarz bei mir geweckt.

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 20628 - 14. November 2018 - 16:48 #

Naja das Ganze ist der geistige Nachfolger von Rollcage und das habe ich damals recht oft mit bzw. gegen nen Freund gezockt. Heutzutage habe ich keine Freunde mehr, aber vielleicht taugt das Spiel ja trotzdem was. Werd ich mir im Rahmen des Gamepass mal ansehen.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - P - 130205 - 14. November 2018 - 18:39 #

thx für den Test. Ich hab das Spiel vor einiger Zeit bereits im Early Access gekauft und noch nicht installiert. Gut zu wissen, dass es mittlerweile gelaunched wurde. :) Jetzt schau ichs mir mal an.

rsn47362 10 Kommunikator - 376 - 29. November 2018 - 15:59 #

Ich weiß nicht was passiert ist. Ich hatte das Spiel damals in der Early Access Beta gespielt auf Steam, und da war es noch der Wahnsinn, auch graphisch. Aber nun sind die Levels so lieblos, und die Grafik ist auf einmal unspektakulär geworden.

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Sport
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02.02.2016 () • 06.11.2018 ()
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7.0
5.8
PCPS4SwitchXOne
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