Kurztest: Planet Alpha - mit Gedankenkraft die Sonne aufgehen lassen

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Benjamin Braun 381777 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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7. September 2018 - 12:28
Auf einem fremden Planeten kämpft ihr ohne Waffe ums Überleben, haltet tödliche Roboter in Schach und bewältigt knifflige Jump-and-run-Passagen. Wir verraten, ob das trotz Trial & Error Spaß macht.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Gestrandet auf einem fremden Planeten schleppe ich mich verletzt durch eine Wüste. Ich bin ein Astronaut und offenbar der einzige Überlebende meiner Expedition.

Rund fünf Stunden später gelange ich zurück zur Absturzstelle meines Schiffs und weiß immer noch nichts darüber, welche Zivilisation die rätselhaften Bauten in der Welt des Puzzle-Plattformers Planet Alpha errichtet haben oder woher die Roboterwesen stammen, die mir nach dem Leben trachten. Doch erlebt habe ich dafür so einiges, während ich mir einen Weg durch die prächtige Flora und Fauna des rätselhaften Planeten bahnte – und dabei mit meinen Gedanken sogar die Sonne auf- und untergehen lassen kann.
Planet Alpha erlebt ihr größtenteils aus der Seitenperspektive, die Umgebungen sind aber in 3D modelliert.

Puzzle-Action mit Tempo
Planet Alpha ist in erster Linie ein klassischer Puzzle-Plattformer mit vielen typischen Jump-and-run-Elementen. Ich springe also über kleine Kluften hinweg, ziehe mich an Kanten hoch oder verschiebe einen Steinblock, um ein höheres Hindernis zu überwinden. Die Aufgaben erfordern nur manchmal ein höheres Maß an Präzision bei der Eingabe. Entscheidender sind jedoch meist Timing und Übersicht, wenn ich etwa von einer Rutsche im richtigen Moment zum Sprung ansetzen muss oder eine Plattform wenige Sekunden nach dem ersten Kontakt unter meinen Füßen wegbricht.

In Fluchtpassagen ist die Spielgeschwindigkeit besonders hoch, generell verschiebt Planet Alpha das Tempo innerhalb der nahtlosen Kampagne aber sehr oft, wodurch der Titel angenehm zwischen Entspannung und Anspannung wechselt. Langweilig wird es aber besonders aufgrund der vielfältigen Umgebungen nicht, die mich durch farbenprächtige Dschungel, eine Roboterfabrik, hoch über die Wolken oder durch eine im wahrsten Sinne des Wortes finstere Höhle führen.
An manchen Stellen ist Planet Alpha etwas zu dunkel geraten.

Waffenlos durch die Nacht

Da mein Held keine Waffe besitzt, muss ich anfangs unbemerkt an patrouillierenden Robotern vorbei kommen. Befinden ich mich auf derselben Ebene wie der Gegner, ducke ich mich in Büschen, um nicht entdeckt zu werden. Passe ich den Moment nicht genau ab, in dem die Wache gerade in eine andere Richtung blickt, werde ich unweigerlich beschossen.

Das endet in Planet Alpha fast immer tödlich. Bei einem einzelnen Roboter oder den besonders fiesen Suchdrohnen, die mich auch in einem Busch aufspüren, ist das noch leicht. Später sind es aber gerne mal mehrere Gegner auf einem längeren Abschnitt, den ich dann regelrecht auswendig lernen muss. Trial-&Error-Prinzipien nutzt Planet Alpha auch in vielen andersartigen Passagen. In einer Szene, in der ich mit den explosiven Kugeln einer Pflanze einen Baum zum Umsturz bringe, dürfte ich wohl nicht der einzige sein, der im ersten Versuch davon erschlagen wird.

Obwohl ich aber oft Dinge ausprobieren muss, ist das Trial and Error in Planet Alpha aber nicht ganz so massiv ausgeprägt wie etwa in Limbo. Ständig in tödliche Fallen oder in gänzlich unvorhersehbare Situationen schickt mich das Spiel nicht und beugt durch sein flächendeckendes Checkpoint-System Frust vor.
Die Grafik des Spiels mit Unreal Engine 4 ist eins der Highlights von Planet Alpha.

Tödlich auch ohne Wumme
Während ich Feinde anfangs fast ausnahmslos umgehen muss, nutze ich später verstärkt die Umgebung, um sie auszuschalten. So bringe ich etwa eine Felsplatte zum Absturz und pflüge damit wie auf einem gigantischen Surfbrett stehend durch eine Gruppe bewaffneter Blechmänner. An einer anderen Stelle nutze ich die vernichtenden Sporen eines riesigen Pilzes. Die verfolgen eigentlich mich, ich lenke sie aber auch mal gezielt auf zwei der Roboter, um ihnen ein jähes Ende zu bereiten. Eine friedliche, an einen Dinosaurier erinnernde Kreatur ermuntere ich durch eine Berührung zu einem Schlag mit dem Schwanz. Locke ich einen Roboter dort hin, räume ich auch ihn erfolgreich aus dem Weg. Riesenhafte Stechmücken spiele ich hingegen mit einer Drohne aus, die sich nach dem Abschuss der Insekten dankenswerterweise aus dem aktuellen Gebiet zurückzieht.

Besonders spektakulär sind die Begegnungen mit einem haushohen Roboter, der mir im gesamten Spiel immer wieder auf die Pelle rückt. In einem alten Tempel versucht er mich mit seinem flexiblen Greifarm zu erreichen, an dessen Ende sich eine große Zange befindet. Auch hier wird die Kombination von Jump-and-run und Puzzeln deutlich. Nachdem ich seiner Zange in einer längeren Kletter- und Sprungpassage entgangen bin, bleibt der Greifarm kurz darauf an einer Stelle hängen. Dort muss ich schließlich einen Felsblock zu seiner Zange verschieben, damit der Gegner einen Teil davon abkneift. Nur so werde ich einen Teil des Blocks los, der verhindert, dass ich ihn als Steighilfe in den Nebenraum verschieben kann.
Bewaffnet seid ihr nicht, nutzt aber die Umwelt immer wieder als Waffe, hier beim "Boss".

Zwischen Tag und Nacht
Neben den üblichen Plattformer-Fähigkeiten besitzt mein kleiner Astronaut in Planet Alpha zudem die Macht über Sonne und Mond. Während ich den Tag-Nacht-Zyklus anfangs nur an bestimmten Stellen beeinflussen kann, bin ich grob ab der Mitte des Spiels imstande, den Wechsel jederzeit vorzunehmen – ohne dass Planet Alpha dabei wirklich erklärt, weshalb ich das kann. Während ich praktisch die Zeit vor- und zurückspule, verändert sich die Umgebung im Spiel. Bestimmte Pflanzen blühen etwa nur nachts auf, darunter Pilze, die mir als Plattform dienen. In einer dunklen Höhle wiederum rufe ich mit der Zeitmanipulation Lichtwesen auf den Plan, was mir einerseits die Orientierung dezent erleichtert und wodurch andererseits bestimmte Hindernisse deaktiviert werden.
In der Welt gibt es darüber hinaus auch schwebende Objekte, die sich abhängig von der Tageszeit von links nach rechts oder von oben nach unten bewegen, damit als mobile Plattform herhalten oder auch mal dazu dienen, ein verschiebbares Objekt auf den Kopf zu drehen.

Es gibt zudem Objekte, die sich abhängig von der Tageszeit von vorne nach hinten verschieben. Die benutze ich meistens als Waffe in den „Bosskämpfen“, kann sie aber an manchen Stellen auch als Schutz verwenden. Nicht ganz optimal ist, dass es in einigen Situationen recht lange dauert, bis die Veränderung der Umgebung sichtbar wird. Da die Zeit ohne mein Zutun allerdings auch relativ schnell weiterläuft, kommt es in späteren Passagen, bei denen ich nächtliche „Antigravitations-Pflanzen“ für weitere Sprünge benutze, auch immer wieder mal dazu, dass beim Folgesprung im nächsten Bildschirm die Tageszeit nicht mehr stimmt. Abseits dessen ist das System allerdings wenig kompliziert, aber für mich klar eine Bereicherung der Spielmechanik.

Ebenfalls eine Bereicherung sind die Bonuslevels, die mich per Teleport in Bereiche mit geringer Schwerelosigkeit bringen. Das Movement meines Helden ist hier entsprechend völlig anders, was die Höhe und die überwindbare Distanz bei Sprüngen angeht. Gemein haben die Levels, neben ihrer visuell unspektakulären Gestalt, dass ihr es dort ausnahmslos mit rätselartigen Geschicklichkeits-Passagen zu tun bekommt. Überall schieben sich nach festem Schema rechteckige Blöcke durch die Gegend, drehen sich teilweise in der Bewegung und verbinden sich an manchen Stellen beim Aufeinanderprallen zu tödlichen Fallen. Davon hätte ich am Ende gerne noch ein paar mehr im Spiel gehabt. Gefunden (mehr gibt es aber wahrscheinlich auch nicht) habe ich allerdings bloß vier.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

 
Planet Alpha PCSwitchXOnePS4LinuxMacOS
[8]
Userwertung0.0
Pro
  • Abwechslungsreiche, fantasievolle Welt
  • Gute Mischung aus Jump-and-run und Puzzle-Plattformer
  • Sehr faires Checkpoint-System
  • Fordernd, aber nie unfair
  • Ordentliche Solospielzeit (ca. 5 Stunden)
  • Teils sehr hübsche Grafik
Contra
  • Viel Trial & Error
  • Einige Levels viel zu dunkel


 

Meinung: Benjamin Braun

  Nach dem langweiligen Einstieg hätte ich nicht gedacht, dass mir Planet Alpha am Ende so viel Spaß machen würde. Ich kann zwar im Prinzip nur laufen, springen, klettern und mich ducken, aber das reicht völlig aus, um ein vielfältiges Spielerlebnis zu ermöglichen – zumal auch der manuelle Tageszeitwechsel immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Gäbe es nicht so viele Szenen, in denen vor allem Trial & Error zum Ziel führt, in denen ich statt angemessenen Hinweisen zu folgen, Rumprobiere und nach dem richtigen Weg suche, würde ich Planet Alpha vielleicht sogar noch höher einschätzen. Doch bewahrt das überaus faire Checkpoint-System das Spiel davor, mir auf die Nerven zu gehen.

Besonders gut haben mir die Bonuslevels gefallen, in denen ich vier Artefakte sammeln muss. Denn gerade in diesen Abschnitten in der Schwerelosigkeit wird deutlich, wie groß die Bedeutung der Physik beziehungsweise der Schwerkraft im Spiel ist. Ebenfalls klasse und oft regelrecht packend sind die Begegnungen mit den Bossgegnern, die mich gefühlt durch das gesamte Abenteuer verfolgen. Unter den kleinen Spielen ist Planet Alpha für mich am Ende einer der großen eben dieser. Wer atmosphärische, lineare und puzzleaartige Plattformer mag, der kann hier aus meiner Sicht jedenfalls bedenkenlos zuschlagen.
Jörg Langer Chefredakteur - P - 374143 - 7. September 2018 - 12:29 #

Viel Spaß beim Lesen!

Faerwynn 18 Doppel-Voter - P - 9081 - 7. September 2018 - 13:39 #

Das klingt aber toll, danke für den Test!

Warum ist eigentlich ein "Kurztest" länger als ein Test+? :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 374143 - 7. September 2018 - 13:50 #

Ist er nicht, rechne einfach den Sprechertext ein :-)

Maik 20 Gold-Gamer - - 23056 - 7. September 2018 - 13:43 #

Schöner Artikel zu Overwatch bei SPON, Benjamin. Freut mich, das man dich inzwischen in verschiedenen Gazetten liest.

Shawn 13 Koop-Gamer - 1215 - 7. September 2018 - 16:16 #

Benjamins Fazit hat mich jetzt doch neugierig gemacht. - Sollte dem "kleinen" Spiel vielleicht doch mal eine Chance geben.

Danke an Benjamin für den Test und an Schlammonster für die zusätzlichen Screenshots in der Galerie.

P.S.: Unten links im Bild entfernte Verwandte von Purpur-Tentakel? ;-)
https://www.gamersglobal.de/sites/gamersglobal.de/files/galerie/12378/PLANET_ALPHA_Screenshot_01.jpg

Noodles 24 Trolljäger - P - 46612 - 7. September 2018 - 16:32 #

Merke grad, wie sehr ich es mag, dass es mittlerweile fast nur noch Testvideos gibt, hatte grad gar keine große Lust, den Test zu lesen. :D Denn kurz ist er ja nicht, obwohl er ein Kurztest sein soll. ;)

Aber freut mich, dass Planet Alpha nicht nur toll aussieht, sondern auch ein gutes Spiel ist. :) Ein bisschen Trial & Error stört mich nicht, vor allem da es ja nicht so ausgeprägt sein soll wie bei Limbo und schon da hat es mir den Spielspaß nicht zerstört. ;)

Ganon 23 Langzeituser - P - 45662 - 9. September 2018 - 13:37 #

Ich gebe zu, ging mir auch so. Gerade bei einem optisch so ungewöhnlichen Spiel hätte ich gerne bewegte Bilder gehabt. Und der Text war dann länger als erwartet...
Trotzdem ein schöner Tipp, die Wertung war höher als ich gedacht hätte.

paschalis 16 Übertalent - P - 4148 - 10. September 2018 - 21:50 #

Mir geht es eher andersrum. Obwohl mich die Länge des Kurztests dann auch überrascht hat :-)

Benjamin Braun Freier Redakteur - 381777 - 11. September 2018 - 18:46 #

Ich fasse mich halt ungern kurz. ;)

Ganon 23 Langzeituser - P - 45662 - 12. September 2018 - 8:38 #

Hast du wohl beim Chef gelernt. ;-)

Benjamin Braun Freier Redakteur - 381777 - 13. September 2018 - 16:43 #

Ex-Chef. ;)

TheRaffer 18 Doppel-Voter - - 10693 - 7. September 2018 - 19:31 #

Benjamin ist ja merklich angetan. ;)

Smooth 13 Koop-Gamer - P - 1641 - 8. September 2018 - 20:36 #

Sieht interessant aus. Besonders die Screenshots haben es mir angetan. Das kommt erstmal auf meinen Steam Wunschzettel.

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