GC 2018: Transference – Mystery-Abenteuer mit Rätseln

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Benjamin Braun 381775 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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22. August 2018 - 22:12 — vor 4 Wochen zuletzt aktualisiert
Noch immer trauern viele Spieler Hideo Kojimas Horror-Adventure P.T. nach, das wohl nie realisiert werden wird. Doch die Rettung könnte nahen, den Ubisoft arbeitet hier an etwas sehr Ähnlichem.
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Eine virtuelle Realität, die ewige Glückseligkeit verspricht, aber keine bringt? Etwas in dieser Art konnten Adventure-Freunde erst kürzlich in Martin Ganteföhrs neuestem Werk State of Mind erleben. Im VR-Abenteuer Transference geht es um etwas sehr Ähnliches, nur dass wir hier auf den Spuren der gescheiterten Realität einer Familie wandeln. Es ist eine Mixtur aus Mystery-Abenteuer, Krimi und klassischem Adventure. Denn kleinere Rätsel sind in Transference entgegen dem allgemeinen Trend allgegenwärtig. Vor allem aber geht es darum, herauszufinden, was in jener Familie schief gelaufen ist und die wahren Hintergründe ihrer virtuellen Existenz aufzudecken.

Anspruchsvoller Walking-Simulator
Es wäre zu viel gesagt, dass Transference, das in Kooperation von Ubisoft Montreal und Elijah Woods Entwicklerstudio SpectreVision entsteht, komplexe Rätsel bietet. Viel wichtiger ist das Exploring. Nach einer kurzen Videoansprache des Familienoberhaupts landen wir in einem Hausflur und sammeln Hinweise. Ohne die fehlen uns wichtige Datenfragmente, um Türen zu öffnen oder per Druck auf einen Lichtschalter zwischen der vermeintlichen Realität und ihrem virtuellen Abbild zu wechseln. Verstörende Zeichnungen des Sohnes der Familie zieren die Wände, er versteckt sich aus Angst vor seinem Vater. Aber warum? Weshalb beschreibt er in seinen Kritzeleien einen glücklichen Vater und gleichzeitig eine traurige Mutter?

Fragen wirft Transference in den ersten 30 Spielminuten definitiv mehr auf, als es Antworten liefert. Mein Interesse mindert das allerdings keineswegs. Stattdessen greife ich mit den Touch-Controller der Oculus Rift nach jedem Zettel, den ich am Boden finde, vollkommen gleich, ob es sich um eine Werbebroschüre eines asiatischen Restaurants handelt, Theaterkarten der Eltern oder auch eine Zeichnung, die von einer mehr als nur angespannten familiären Situation zeugen. So manche in der Simulation nicht vorhandene Tür öffne ich durch die Kombination der aufsammelbaren Objekte und bringe an Apartment C etwa den richtigen Türklopfer an. An einer anderen Stelle kommuniziere ich mit dem Sohn über ein Radio, an dem ich verschiedene Frequenzen einstellen muss. Da mir Transference allerdings die relevanten Punkte ohnehin durch eine Rotfärbung des Frequenzfinders anzeigt, geht das notfalls auch durch reines Ausprobieren. Das ist vor allem aber deshalb ein bisschen blöd, da es keinen wirklichen Hinweis gibt, ob hier nun wirklich ein Rätsel dranhängt oder es sich bloß um Beschäftigungstherapie wie beim Öffnen so mancher inhaltsloser Schublade handelt.

P.T. ohne Horror
Es gibt durchaus auch kleinere Horrorelemente in Transference, wenn sich nach dem Lösen eines Rätsels die Umgebung mal komplett verändert oder sich in der Wohnung am Ende des Korridors plötzlich der Schattenumriss eines Kindes förmlich in Sicherheit flüchtet. Bolzende Türen oder das markerschütternde Klingeln einer Türschelle vernehmen wir hier allerdings nicht. Dennoch bin ich gleich mittendrin im Abenteuer, denn der zwar dezente, aber dennoch dichte Soundteppich sorgt bei mir durchweg für ein gewisses Unwohlsein, auch ohne akute Gefahr zu vermitteln. Um Spannung und Atmosphäre mache ich mir deshalb bei Transference auch keinerlei Sorgen. Ein bisschen schärfer könnte aber die Grafik sein, die vor allem bei den aufnehmbaren Objekten und Schriftstücken selbst mit der Oculus Rift bisweilen grob wirkt. Da möchte ich gar nicht wissen, wie das aktuell auf PSVR aussieht. Bei der Umgebungsgrafik aber passt es zumeist. Auch da schwankt das Niveau zwar, erreicht aber doch teilweise auch Referenzniveau, etwa bei Zeichnungen des Jungen an der Wand oder auch bei Licht- und Schatteneffekten, wenn ich in einen düsteren Kellerraum vorrücke.

Ein Punkt allerdings könnte dem Ganzen am Ende einen Strich durch die Rechnung machen. Denn nach vielleicht 30 Minuten im Spiel habe ich einerseits noch keinen richtigen Durchblick, in welche Richtung die Story geht. Laut den Entwicklern vor Ort aber sind zum Durchspielen nur zwischen drei und fünf Stunden notwendig.  Gewiss hat eine Kampagne in Call of Duty selten viel mehr zu bieten. Nur besteht bei einem Shooter wie diesem keine große Gefahr, dass die atmosphärische Klasse am Ende an einer billigen Aufklärung scheitert. Sollte Transference dieses Schicksal jedoch erspart bleiben, dann könnte es, abseits der Horror-Elemente, vielleicht genau der Titel werden, der P.T.-Fans über dessen Nicht-Vollendung hinwegtrösten kann.
xan 17 Shapeshifter - P - 8078 - 23. August 2018 - 0:26 #

Ich habe leider keine VR-Brille, finde den Titel wirklich sehr interessant. Er scheint mal etwas anspruchvolles mit Story zu erzählen anstelle auf schnelle VR-Effekte zu setzen. Werde das gerne weiterverfolgen, wenn auch nicht spielen.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 6372 - 23. August 2018 - 6:16 #

Wirkt interessant. Ist schon klar, ob auch eine Vive Version kommt, oder ist das Oculus exklusiv?
Edit: Auch für Vive

rammmses 19 Megatalent - P - 15438 - 23. August 2018 - 7:10 #

Für PS4 kann man schon eine Demo runterladen und spielen!

Olphas 24 Trolljäger - - 50797 - 24. August 2018 - 22:17 #

Oh, danke für den Tipp! Muss ich gleich heut abend mal schauen :)

EDIT: Ich hab es heut angespielt und muss zugeben: Mir ist das zu krass. In mir hat das regelrecht körperliches Unwohlsein hervorgerufen (nicht wegen Motion Sickness). Ich weiß schon, warum ich von Horror in VR die Finger lasse. Aber gut gemacht war es allemal!

Harry67 17 Shapeshifter - P - 6372 - 25. August 2018 - 9:46 #

Danke für dein Edit. Ich erschrecke mich ja schon wie ein Idiot, wenn bei Skyrim VR ein Wolf um die Ecke biegt und empfinde Immersion und Horror meist als eine eher unerquickliche Mischung. Den Kauf werde ich mir wohl noch etwas länger überlegen.

TheRaffer 18 Doppel-Voter - - 10663 - 25. August 2018 - 9:22 #

Liest sich sehr gut und kommt auf meinen VR Merkzettel, sollte die Brille für mich mal vernünftig erschwinglich sein.

Sven Gellersen 21 Motivator - P - 30054 - 30. August 2018 - 9:30 #

Das ist wohl nur in VR spielbar, oder?

rammmses 19 Megatalent - P - 15438 - 30. August 2018 - 15:27 #

Genau.

Sven Gellersen 21 Motivator - P - 30054 - 30. August 2018 - 16:46 #

Mist.

rammmses 19 Megatalent - P - 15438 - 30. August 2018 - 17:52 #

Würde aber nicht ausschließen, dass das auf einmal noch gepatcht wird. Gab ja so einige Titel, die irgendwann auf einmal ohne VR spielbar waren.

Sven Gellersen 21 Motivator - P - 30054 - 30. August 2018 - 23:02 #

Na, gucken wir mal :)

Harry67 17 Shapeshifter - P - 6372 - 31. August 2018 - 18:02 #

Vielleicht auch mal durch eine VR Brille? ;)

Sven Gellersen 21 Motivator - P - 30054 - 31. August 2018 - 19:30 #

Ach nee, das ist (noch) nicht so meins :)

rammmses 19 Megatalent - P - 15438 - 4. September 2018 - 14:55 #

Buhh! ;) Wirklich selbst ausprobiert?

Sven Gellersen 21 Motivator - P - 30054 - 4. September 2018 - 18:44 #

Ja, tatsächlich. Allerdings nur mit Gran Turismo Sport, was vermutlich nicht gerade der Referenztitel schlechthin sein dürfte :)
Hat aber trotzdem gereicht, um festzustellen, dass mir das einfach zu viel Kabelzeugs aktuell ist.

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Adventure
Ego-Adventure
16
SpectreVision
Ubisoft
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