GC 2018: Mal eben kurz einen Underworld-Ascendant-Dungeon gelöst

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Jörg Langer 390704 EXP - Chefredakteur,R10,S10,C10,A10,J9
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22. August 2018 - 13:48 — vor 45 Wochen zuletzt aktualisiert
Recht erfolgreich bereiste Jörg auf der Gamescom bei 505 Games die stygische Abyss, die er schon seit Jahrzehnten aus Ultima kennt. Wie spielt sich das „Sandbox-Action-RPG“, wie lang ist die Story?
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Obwohl ich das Projekt schon seit längerem verfolge, hatte ich erst jetzt die Gelegenheit, Underworld Ascendant selbst zu spielen. Deshalb meine hauptsächlichen Erkenntnisse (natürlich teils einfach erfragt) gleich mal vorweg: Acht bis zehn Stunden Spielzeit für die Hauptstory, bei jedem Betreten einer Region randomisierte Levels (Layout, Gegner, Loot) und eine auf den ersten Blick starke Physikengine – die aber auch einige Seltsamkeiten mitbringt.

Es geht wie in den beiden Ultima Underworld-Teilen immer noch um die stygische Abyss, die seit Ultima 4 eine wichtige Rolle in der gleichnamigen Serie spielte. Jetzt ist der ganze Britannia- und Ultima-Kram allerdings weg, und nur noch der als Gefängnis genutzte Dungeon ist da. In diesem ist etwas Schlimmes passiert, und darum suchen die Bewohner von Marcaul, einer Echsenmensch-Siedlung, die ganz oben im Dungeon liegt (an die Oberfläche wird man nicht kommen), nach Hilfe.

75 Skills statt Charakterklassen

Es gibt keine Charakterklassen, stattdessen verteilt man Punkte auf die drei Grundkategorien Magie, Stealth und Kampf. Rund 75 Skills stehen insgesamt bereit. In der GC-2018-Demo gab es drei vorgefertigte Sets (die ironischerweise natürlich exakt den drei Grundklassen entsprachen) und nur generische Quests, ich suchte mir eine aus (Dungeonabschnitt großteils erkunden) und sprang durch ein Teleport-Portal. Solche generischen Quests gibt es in verschiedenen Ausprägungen: Exploration, Töte X,  Sammle Y, Beobachte Z. Bei letzteren Quests muss man dann tatsächlich an der richtigen Stelle oder im richtigen Moment einen Screenshot schießen.

Wie die berühmte Vorlage versucht Underworld Ascendant, euch einen Sandkasten zur Verfügung zu stellen, mit eigenen Regeln und Gesetzen. So nutzen sich Items ab, und es gibt physikalische Zusammenhänge. Jedes bewegliche Objekt hat ein Gewicht, das euch auch eingeblendet wird – bis hin zu den Eisenstangen eines Falltors, das ihr also zumindest in der Theorie, wenn ihr stark genug seid, einfach aufstemmen könntet. Und ihr könnt die Objekte in der Luft drehen, um sie beispielsweise besser zu stapeln.

Überhaupt, die Türen und Tore: Statt den richtigen Hebel oder Schlüssel zu finden, könnt ihr etliche davon auch einfach aufschlagen oder abfackeln. Das ist in seiner Konsequenz schon ein Aha-Moment für mich gewesen, da ich wie wohl jeder Computerrollenspieler längst auf „finde den Kristallschlüssel“ oder „führe die gelbe Keycard ein“ gepolt bin.

Pflanze den Silbersetzling
Das Speichersystem funktioniert über das Pflanzen eines Silbersetzlings, den ihr wohl am Anfang jedes Levels findet. Das geht aber nur in Erde, nicht in Stein, sodass ihr euch überlegen müsst, wo ihr euren Rücksetzpunkt hinsetzt. Ansonsten müsst ihr den Level beim Ableben von vorn starten.

Während ich die eigentliche Dungeongrafik wunderschön fand, waren mir die Gegner ein bisschen zu cartoonhaft, aber ich werde mich dran gewöhnen können. Ich spielte einen Kämpfer und konnte mich mit dem Schwert gut durchsetzen gegen Skelette mit und ohne Panzerung. Ähnlich wie bei Skyrim kommt es auf Abstand und Timing an, ihr könnt leichte und schwere Schläge setzen, Monster aber auch indirekt verwunden, etwa über brennende Kisten. Die Gegner werden durch Licht und Geräusche angelockt, was wichtig für das Stealth-System ist.

Allzu viele Gegnertypen sah ich nicht, ehrlich gesagt nur die beiden Skeletttypen, den „Endgegner“, zu dem ich gleich noch komme, und einen großen Baum namens „Reaper“, den ich aber wohl langwierig mit Feuer hätte bearbeiten müssen.

Fieser Eidolon
Meinen Meister fand ich dann schließlich im „Eidolon“, einem schwebenden humanoiden Monster, das direkt gar nicht zu verwunden ist, man muss dazu erst das magische Objekt finden, dass den Eidolon animiert. Dieser letzte Kampf fand in einer großen Höhlenhalle statt, und nach dem ersten Ableben (ich hatte meinen Setzling direkt zu Beginn der Riesenhöhle gepflanzt) sprang ich einfach eine Klippe hinunter, weil ich unten das Exit-Portal erspäht hatte. Die Höhle war aber so groß, dass es sicher noch andere Wege gegeben hätte.

Daraufhin galt die Quest als gelöst (ich hatte genug des Dungeons aufgeklärt) und bekam einen Infoscreen mit Statistiken (Kills etc.) sowie einer Bewertung meiner Leistung in den Kategorien Kampf, Stealth, Magie und Verwendung der Umgebung. Außerdem hätte ich wohl Extrapreise einheimsen können für „gewitztes“ sowie „vielseitiges“ Vorgehen. 

Underworld Ascendant (erscheint am 15. November für PC, irgendwann nächstes Jahr für die aktuellen Konsolen inklusive Switch) wird kein Epos wie Skyrim, die Spielzeit für den ersten Durchgang dürfte wohl bei etwa 15 bis 20 Stunden liegen. Aber es wird auch nur etwa 30 Euro kosten. Auf mich hat es einen ziemlich guten Eindruck gemacht, auch wenn ich es aufgrund der starken randomisierten Elemente (und der teils gleichen Entwickler) nicht in direkter Verwandtschaft zu Ultima Underworld sehe. Eher als eine Art Interpretation des Themas mit einer guten Portion Roguelike dazu. 

Jörg Langer Chefredakteur - P - 390704 - 22. August 2018 - 13:49 #

Viel Spaß beim Lesen!

Crazycommander 15 Kenner - 3024 - 22. August 2018 - 13:58 #

Interessanter Einblick. Ich bin unschlüssig ob mir das Spielkonzept gefällt. Spannend ist es allemal.

paschalis 18 Doppel-Voter - P - 11508 - 22. August 2018 - 14:09 #

Die geschätzte Gesamtspielzeit klingt recht kurz. Immerhin besteht aber so ein Anreiz, das Spiel mit verschiedenen Builds anzugehen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 390704 - 22. August 2018 - 15:50 #

So hat das auch Walter erklärt, der mich beim Spielen begleitet hat. Er denkt so ganz grob 30 bis 40 Stunden mit mehreren Durchgängen.

Q-Bert 19 Megatalent - P - 13608 - 22. August 2018 - 15:43 #

Rogues kann ich als Charakter-Klasse in RPGs schon nicht leiden.
Und Roguelike oder Roguelite in RPGs erst Recht nicht.
Zum Glück gibt es genug anderes Spielefutter!

Dawnclaude (unregistriert) 22. August 2018 - 16:45 #

Die Spielzeit ist für den Preis völlig angemessen.
Ich werds mir auf jeden Fall kaufen, hoffe aber dass es noch ein paar mehr interessantere Story Quests gibt.

TheRaffer 19 Megatalent - - 18569 - 22. August 2018 - 16:49 #

Hätten die das mit dem Roguelike nicht lassen können? Senkt mein Interessenlevel an dem Spiel noch mehr. :(
Naja, muss der ausführliche Test das rausreißen.

Steffi Wegener 20 Gold-Gamer - P - 21204 - 22. August 2018 - 17:17 #

Die lassen sich mit dem Speichern auch echt immer wieder was Neues einfallen... F5 Quicksave und fertig (und kein Abzug in der Wertung)!

Epic Fail X 17 Shapeshifter - P - 6751 - 22. August 2018 - 18:58 #

Randomisierte Levels? Generische Quests? Ich bin raus.

Janosch 24 Trolljäger - - 55961 - 24. August 2018 - 10:11 #

Ich leider auch und dabei hatte ich sehr auf das Spiel gehofft.

LRod 16 Übertalent - - 5890 - 22. August 2018 - 19:08 #

Generische Quests und zufällige Levels sind für mich das absolute Gegenteil von einem Ultima Underworld, das doch neben der Grafik gerade auch durch die liebevoll designte Welt (inkl. dem Erlernen einer Sprache!) gepunktet hat.

Hier hatte ich aber schon seit den ersten Screenshots nicht viel erwartet und vielleicht überrascht ein Test mich ja positiv.

Wichtiger wäre mir ein ordentliches System Shock 3, aber da gibt es ja schon länger überhaupt nichts mehr zu hören.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 390704 - 22. August 2018 - 19:35 #

Dazu habe ich meinen „Handler“ auch befragt, ist weiter auf Kurs, sagt er.

LRod 16 Übertalent - - 5890 - 23. August 2018 - 10:05 #

Ach, großartig, danke für die Info!

Maverick 30 Pro-Gamer - - 429965 - 23. August 2018 - 15:23 #

Mir wäre eine klassischere Ausrichtung auch wesentlich lieber, die Roguelike-Elemente hätte ich jetzt nicht gebraucht. Anschauen werde ich es mir aber trotzdem.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 134289 - 22. August 2018 - 20:50 #

Die zufallsgenerierten Level gehen vielleicht noch, klappt bei Diablo ja auch, aber warum wieder so ein komisches Speichersystem? Hab mich so auf UA und TBT4 gefreut, aber es könnte sein, dass ich beide Spiele frustriert abbreche. :(

timeagent 18 Doppel-Voter - - 9705 - 22. August 2018 - 21:30 #

Och nee... zufällig erstelle Levels und so ein seltsames Speichersystem. Das muss wirklich nicht sein.

Da ich von Hand erstellte Levels, freies speichern und eine Story will, bin ich in der neuen Underworld wohl falsch.

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 51744 - 23. August 2018 - 0:44 #

Das kommt ja auch noch dieses Jahr raus, hatte ich garnicht mehr auf der Uhr.

Akki 17 Shapeshifter - F - 6052 - 24. August 2018 - 20:31 #

Random-Levels? Roguelike-Elemente? Shit.

Ich will es trotzdem testen, aber meine Vorfreude hat stark gelitten.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - P - 141413 - 26. August 2018 - 5:37 #

Da freu ich mich schon ziemlich drauf. An die Comicgrafik kann ich mich gewöhnen.

Aladan 24 Trolljäger - - 52115 - 27. August 2018 - 6:06 #

Finde es wirklich interessant. Bin auf die Tests gespannt.

wizace 14 Komm-Experte - 1803 - 27. August 2018 - 11:42 #

Aha, Elder Scrolls in klein und man kann Türen einkloppen, gähn.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 390704 - 28. August 2018 - 10:21 #

Also mit Elder Scrolls hat das nichts zu tun, es ist ein Mix aus Roguelike und dem physikbasierten Sandbox-Gameplay von Ultima Underworld. Was in der Tat fehlen könnte, ist die „durch die Welt erzählte Story“ von UW (dessen Handlung an sich ja auch nicht bewusstseinserweiternd war). Aber warten wir doch mal ab, bevor wir es als „Skyrim mit Türeneinschlagen“ fehletikettieren.

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