The Devil's Men: Adventure-Hoffnung für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt

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Benjamin Braun 383774 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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26. Februar 2018 - 18:54 — vor 29 Wochen zuletzt aktualisiert

"Das Point-and-Click-Adventure ist tot", hatte Charles Cecil, Chef des Entwicklerstudios Revolution Software (Baphomets Fluch, Beneath of a Steel Sky), bereits im Jahr 2002 gesagt. Während der Brite seine Haltung offenkundig später revidierte und erfolgreich sein Adventure-Sequel Baphomets Fluch - Der Sündenfall (im Test: Note 8.0) auf den Weg brachte, schätzt man die Zukunft des Genres bei Daedalic Entertainment derzeit anders ein. Wie Tim Krause-Muroni, PR-Chef des Hamburger Publishers und Entwicklers, in einem Interview mit der Fanwebsite Adventure-Treff.de angab, liegt die Produktion von The Devil's Men (Preview) derzeit komplett auf Eis.

An dem Titel wird aktuell nicht mehr gearbeitet und es ist auch nicht abzusehen, dass wir das Projekt weiterverfolgen.

Diese Nachricht kommt auch insofern überraschend, als dass Chefentwickler Kevin Mentz erst vor wenigen Monaten im Montagmorgen-Podcast noch bestätigte, dass das Projekt nach Abschluss von Die Säulen der Erde (im Test: Note 7.5) weiterverfolgt würde. Laut Krause-Muroni allerdings befinde man sich "mittlerweile in einer Situation", in der Daedalic "noch viel stärker als früher auf das Zahlenwerk hinter so einem Titel schauen" müsste. Kommerzieller Erfolg sei trotz des anhaltenden Interesses der Kerncommunity nicht garantiert.

Die kommerziellen Erfolgschancen klassischer Adventures hatten zuletzt auch vermehrt andere deutsche Entwicklerstudios, unter denen einige dem Genre besonders treu blieben, als fragwürdig eingestuft. Im Vorfeld der letztlich abgebrochenen Kickstarter-Kampagne zum Adventure Shakes & Fidget - The Adventure ließ Jan Theysen vom beteiligten Bremer Entwicklerstudio King Art Games uns gegenüber verlauten, dass der Erfolg des Crowdfundings dazu auch ein Testballon für das aktuelle Interesse der Spieler an klassischen Adventures im Allgemeinen sei. Sollte die Kampagne, wie am Ende geschehen, nicht erfolgreich verlaufen, würde man wohl auch die Pläne für eine Fortsetzung von The Book of Unwritten Tales zumindest aufschieben, wenn nicht gar komplett fallen lassen.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 383774 - 26. Februar 2018 - 19:03 #

Das finde ich ungefähr genauso verständlich wie schade. Ich hätte mich sehr drauf gefreut. Aber dass kommerzieller Erfolg von Adventure-Spielen schwierig ist, und in Verbindung mit den bedeutenden Erfolgen, die Daedalic mit eigenen und fremden Produkten in anderen Genres gemacht hat (Shadow Tactics, DSA Blackguards), wundert mich der Schritt leider überhaupt nicht. Na ja. Immerhin ist Jan Müller-Michaelis noch da. Der kann gewiss auch Story und Dialoge für andere Spielegenres schreiben. Aber bei eigenen Titeln geht im Zweifel nur ein klassisches Point-and-Click-Adventure. Aber so sehr ich Rufus mag: Diesmal bitte ganz was Neues!

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 26. Februar 2018 - 19:31 #

Naja, aber was Poki über sein neues Spiel gesagt hat, klang mir nicht nach klassischem Adventure: "Ich will eine moderne Engine haben, ich will was mit 3D machen, ich möchte meine Spiele etwas modernisieren und etwas mehr Action reinbringen."

Wesker 14 Komm-Experte - 2504 - 27. Februar 2018 - 9:33 #

Klingt wie die Telltale-Games und die haben sich totgelaufen.

Schade, dabei habe ich noch einige Daedalic-Titel auf meiner Steam-Wunschliste und einige ungespielt in der Bibliothek.

Hyperlord 16 Übertalent - P - 5299 - 26. Februar 2018 - 19:15 #

Totgesagte leben länger, alles kommt doch irgendwie nach ner Zeit wieder. Flugsimulationen, Mechs, ha ich weiß noch, wie ich in der Game Star las, Baldur's Gate hätte das (damals) tote Party-RPG gerettet.

Ich liebe P&C Adventures ... ein Gutes pro Jahr ist doch ok, Jahresurlaubsplanung und so ...

Benjamin Braun Freier Redakteur - 383774 - 26. Februar 2018 - 19:26 #

Es gibt ja auch eine Reihe von Indie-Entwicklern, die zumindest mit Spielen aus diesem Genre beginnen. Sterben wird es deshalb wohl nie. Aber die Zeiten, in denen Entwickler oder Publisher für solche Spiele viel Geld in die Hand nehmen konnten, sind halt leider schon lange vorbei. Da muss wohl erst mal wieder jahrelang eine Flaute herrschen, bis noch mal etwas wie bei Runaway oder Black Mirror passieren kann. Und selbst diese Spiele waren ja nun nicht gerade Millionenseller. Aber so sehr mich das als Genre-Fan schmerzt, bin ich ja glücklicherweise auch vielen anderen Spielegattungen zugeneigt. Wie viele andere auch, kann ich mich ja fast gar nicht mehr retten vor Spielen, die ich spielen will. Selbst in den vermeintlich releasearmen Monaten.

Smoove Move (unregistriert) 26. Februar 2018 - 20:52 #

Kann ich genauso unterschreiben... Es ist sehr schade, aber Rätsel und Kreativität passt wohl gerade nicht in den Geist jüngerer Spieler, leider.

Weryx 18 Doppel-Voter - 12700 - 27. Februar 2018 - 4:24 #

Ist wohl nicht interessant genug für LPs und Streams, da lässt man sich lieber von Runde Battle Royal xyz berieseln.

yeahralfi 14 Komm-Experte - P - 2621 - 27. Februar 2018 - 9:42 #

Deine Einschätzung zur mittel- bis langfristigen Entwicklung teile ich. Der ein oder andere Indie-Adventuretitel wird sicher immer mal wieder kommen. Budgetbedingt dann aber wohl eher ohne grossartige (deutsche) Vertonung und gerne auch im 8- oder 16-Bit-Look. Irgendwie habe ich aber diese Art Low-Budget-Adventures ein bißchen über.

Schade, dass es absatztechnisch nicht einmal mehr für die mittelgrossen Produktionen reicht, von denen es in den 0er-Jahren doch so einige aus Europa und besonders Deutschland gab. Klar waren diese Spiele gerne mal sehr betulich und bieder. Mir und besonders meiner Frau haben sie aber immer grosse Freude bereitet. Das war so herrlich entspannend und wir haben immer zusammen gemütlich an der Lösung einzelner Rätsel gearbeitet. Später rätselten auch noch unsere Töchter mit. Das war einfach nett.

Gute Geschichten werden heute eher in anderen Genres erzählt. Leider können wir beide mit Actionspielen aber nur sehr wenig anfangen. Die stressen mich immer so, da fühle ich mich immer wie auf der Arbeit.

reen 13 Koop-Gamer - P - 1428 - 26. Februar 2018 - 19:31 #

Schade ich habe mich so auf den Titel gefreut... =(

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 26. Februar 2018 - 19:35 #

Sehr schade, war sehr gespannt auf das Spiel. Und ich hab die klassischen Adventures von Daedalic alle sehr gemocht. Mal schauen, was jetzt ihre Strategie ist. Ihre storylastigen Adventures wie Silence und Säulen der Erde waren ja auch totale Flops. Und ihr großer Erfolg Shadow Tactics war von einem anderen Studio und sie nur der Publisher. Also mal schauen, was nun an Eigenentwicklungen von ihnen kommt. Erstmal wird ja noch State of Mind erscheinen, hoffe für sie, dass das erfolgreicher wird. Sehe es noch kommen, dass Bastei Lübbe Daedalic irgendwann dicht macht, weil sie nicht genug Kohle einbringen.

advfreak 15 Kenner - P - 3705 - 26. Februar 2018 - 19:37 #

Zumindest die Switch Umsetzung von State of Mind könnte ein kommerzieller Erfolg werden.

MFH 08 Versteher - 197 - 27. Februar 2018 - 11:20 #

Säulen der Erde hab ich noch nicht gespielt, aber Silence als Adventure zu bezeichnen halte ich persönlich schon für übertrieben...

advfreak 15 Kenner - P - 3705 - 26. Februar 2018 - 19:43 #

Schade, aber nicht mal mehr ein Schatten von früher und wie 'gut' die neue Linie mit Silence und Säulen der Erde funktioniert hat sieht man ja an den 'tollen' Verkäufen.

reen 13 Koop-Gamer - P - 1428 - 26. Februar 2018 - 19:42 #

Ich muß sagen das die modernen Ableger der Click&Point Adventure( nur Rätsel , oder fast nur Story) einfach nicht das selbe befriedigende Spielgefühl hinterlassen als ein klassisches Point ´ CLick Adventure es tut......

Ich glaube das die Projekte vielleicht auch einfach falsch aufgesetzt werden und es muss vielleicht mehr in Richtung Episodenveröffentlichung alla Betram und Fidl gegangen werden.....

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mit den vorhandenen Genrefans keine Titel auf die Beine gestellt werden können, die kommerziell Erfolgreich sind. ...

Immerhin hat Deadalic noch dieses neue Spiel vom Gantefört in der Entwickling .... ich hoffe das wird noch zu Ende entwickelt.

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 26. Februar 2018 - 19:45 #

Ja, State of Mind wird auf jeden Fall erscheinen, wird in dem Interview bestätigt.

Ganon 24 Trolljäger - P - 46208 - 26. Februar 2018 - 21:10 #

Aber wohl auch eher ein Story-Adventure...

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 26. Februar 2018 - 21:11 #

Das ist doch schon lange klar.

Ganon 24 Trolljäger - P - 46208 - 26. Februar 2018 - 21:15 #

Ja, aber reens Kommentar las sich für mich so, als würde er sich ein klassisches Adventure davon erhoffen.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 383774 - 26. Februar 2018 - 23:05 #

Ja, das ist schon lange klar. Der Grund für die letzte Verschiebung war laut Carsten Fichtelmann, dass im Spiel wohl nicht immer klar genug gewesen sei, was man als nächstes tun muss. Er erzählte mir auf der letzten gamescom, dass sich Jan Müller-Michaelis in dieser Hinsicht noch mal mit dem Spiel beschäftigt und entsprechende Änderungen vorgenommen hat. Natürlich in Kooperation mit den Entwicklern des Spiels, aber wohl ohne die Beteiligung von Martin Ganteföhr, der zu dieser Zeit schon nicht mehr in den Büros in Hamburg weilte. Ob das eine dumme Idee ist (mit Blick auf die Spielerführung sicherlich nicht), kann ich nicht sagen. Da Kai Fiebig (zu Runaway-Zeiten bei Crimson Cow, er war der Beantworter der Mails an "Sushi", und für die, die ihn nicht kennen, auch Producer bei den beiden Blackguards-Teilen) direkt in die Entwicklung von State of Mind ivolviert war bzw. ist, mache ich mir keine Sorgen über mögliche Verschlimmbesserungen. Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es international ankommt. Martins Spiele kamen erzählerisch auch bei den Angelsachsen bislang meist gut weg. Aber spielmechanisch (Martin weiß selbst, dass Game- oder Rätseldesign nicht zu seinen Stärken zählt) fielen sie meist durch (aus nachvollziehbaren Gründen). Ich hoffe, dass es diesmal in beiden Bereichen klappt – bei Story, Charakteren und Dialogen mache ich mir da keine sorgen. Da bliebe, wenn Poki die Spielmechanik/ Spielerführung am Ende repariert, nur noch die Frage nach der Grafik. Wie gesagt, ich finde, dass der Stil gut zum Setting passt. Aber wer behauptet, dass das Spiel gut aussehen würde, der hat schon einen sehr speziellen Geschmack. Aber ich wünsche dem Spiel nur das Beste (wenn es denn inhaltlich die Qualitäten hat, auf die ich hoffe).

Doch unabhängig davon: Besser verkauft als andere Adventures haben sich Martins Spiele meines Wissens nach nie. Ich meine, klar, The Moment of Silence war halt auch noch mal eine andere Zeit, unabhängig davon, dass das Spiel gut war. Aber wenn die richtig erfolgreich gewesen wären (und dtp entsprechend bezahlt hätte), hätten Martin und Tobias Schachte (Martin hat sich als Pazifist damals unglaublich aufgeregt, als sein Kompanion und Chefprogrammierer nach dem House-of-Tales-Ende in die Rüstungsindustrie wechselte) sich garantiert nie von dtp aufkaufen lassen.

Q-Bert 16 Übertalent - 5617 - 26. Februar 2018 - 19:53 #

Das ist leider auch eine direkte Folge der aktuellen "Kickstarter-Müdigkeit". Nach dem anfänglichen Hype auf Kickstarter sind viele Backer vorsichtiger geworden, manche haben sich die Finger 1x verbrannt und sind nun doppelt scheu. Selbst Spiele mit sehr guten Pitches schaffen es aktuell auf KS kaum noch über die Finanzierungshürde.

Dabei denke ich, das Interesse an den SPIELEN wäre durchaus weiterhin vorhanden! Die aktuelle Schwäche liegt eher bei Kickstarter selbst, weniger bei Adventures. Kein Wunder, finde ich, denn KS-Fails werden gerne medial ausgeschlachtet, während gefühlte 80% der erfolgreichen KS kaum Erwähnung finden. Kein GG-problem, sondern ein generelles. Das alles wirkt natürlich nicht positiv auf die allgemeine Spendenbereitschaft. Zudem hab ich auch noch einen ordentlichen PoS ans KS-Spielen, die ich erstmal "abarbeiten" muss.

Da Publisher/Investoren ihr Risiko auch immer weiter reduzieren, werden uns wohl magere Jahre bevorstehen, was Nischentitel angeht. Bis der "Spielenotstand" dann wieder so groß wird, dass das Crowdfunding eine 2. Welle erlebt. Wird passieren, dauert aber sicher 3 Jährchen...

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 26. Februar 2018 - 19:56 #

Hat nur nix mit Daedalic zu tun, die haben nie was mit Kickstarter gemacht.

Q-Bert 16 Übertalent - 5617 - 26. Februar 2018 - 20:16 #

Guckst du, letzter Absatz der News: KingArt, Jan Theysen, Adventures allgemein...

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 26. Februar 2018 - 20:25 #

Seh jetzt trotzdem keinen großartigen Zusammenhang zwischen Kickstartermüdigkeit und dem schwächelndem Adventure-Genre. Adventures sind jetzt schon ewig nur eine Nische, waren sie schon vor dem Kickstarter-Hype und die richtig großen Kickstarter-Erfolge im Adventure-Genre waren ja auch nur die, wo große Namen hinter standen (Broken Age, Thimbleweed Park).

Q-Bert 16 Übertalent - 5617 - 26. Februar 2018 - 21:13 #

So kompliziert ist meine Aussage nicht.

Jan Theysen begründet seine Einschätzung, dass der Adventuremarkt schwächelt, mit dem gescheiterten Kickstarter. Es sei "ein Testballon für das aktuelle Interesse der Spieler an klassischen Adventures im Allgemeinen".

Der Kickstarter ist aber vielleicht gar nicht mangels Interesse an Adventures gescheitert. Sondern mangels Interesse an Kickstarter.

Er hat also die falsche "Messmethode" verwendet. Und wenn du mich persönlich fragst, mit Shakes&Fidget auch kein gutes Spiel präsentiert. Ich bin mir sicher, dass in einem crowdfunding-freundlicheren Umfeld und mit guten Pitches in ein paar Jahren auch wieder viele gute Adventures finanziert werden.

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 26. Februar 2018 - 21:24 #

Ach, so meinst du das. :)

Green Yoshi 21 Motivator - 27034 - 26. Februar 2018 - 19:57 #

Ich blick bei Daedalic schon länger nicht mehr durch. Nur weil man den spielerischen Anspruch weglässt, steigt doch nicht automatisch die Zielgruppe. Setting, Charaktere und Story müssen einen Nerv treffen, wie es beispielsweise Life is Strange geschaffen hat. Aber wen unter 40 interessiert denn "Säulen der Erde"? Und Silence war als verkapptes The Whispered World 2 auch weder Fleisch, noch Fisch. Von daher wundert es mich wenig, dass beide Titel kommerziell gefloppt sind.

Schade, dass Bastei Lübbe nicht bereit war die Entwicklung von The Devil's Men weiter zu finanzieren. Als Eigentümer von 51% des Unternehmens liegt die Entscheidungsgewalt ja bei ihnen.

advfreak 15 Kenner - P - 3705 - 26. Februar 2018 - 20:01 #

Schon damals war ich sehr kritisch als man diese Übernahme gefeiert hat und ganz euphorisch gemeint hat wie gut das zusammen passt.

funrox 11 Forenversteher - P - 623 - 26. Februar 2018 - 21:40 #

Ich habe Point&Click-Adventure schon immer geliebt. Ich finde es einfach toll, zu rätseln und in eine Geschichte gezogen zu werden.
Schade, dass diese Spiele kommerziell nicht so erfolgreich sind. An mir haben sie jedenfalls einen Abnehmer. ;-)

-Stephan- 13 Koop-Gamer - 1726 - 27. Februar 2018 - 9:02 #

Ich mag Adventures, was vor allem an den Klassikern von LucasArts liegt. Allerdings muss ich gestehen, dass es schon eine Zeit zurück liegt wo ich wirklich eines intensiver gespielt habe, dürfte Geheimakte Tunguska gewesen sein.

Qualität haben auch heutige sicher zur Genüge, aber es muss mich dann schon vom Setting her interessieren, Thimbleweed Park beispielsweise oder die Neuauflage zu The Raven, die ich mir als Krimifan sicher anschauen werde.

Es wäre schade wenn das Genre aussterben würde, wobei es ja größtenteils eh eher in Deutschland populär ist, wie Wirtschaftsimulation wohl auch.

TheRaffer 18 Doppel-Voter - - 11150 - 27. Februar 2018 - 9:17 #

Einfach schade. :(
Das Genre hat treue Fans, aber eben einfach zu wenige.

Punisher 20 Gold-Gamer - P - 20132 - 27. Februar 2018 - 9:47 #

Ich finde ja die meisten aktuellen Adventures einfach nicht gut. Punkt. Sie kriegen einfach diese Mischung aus Story und vernünftigen Rätseln nicht mehr im Ansatz hin. Bestes Beispiel ist für mich Deponia - das musste ich mit den Kindern spielen. Das man mal ab und zu nicht auf ein Rätsel bzw. dessen Lösung kommt kenn ich ja von früher... aber grad das letzte Deponia konnte ich quasi NUR mit Lösung spielen.

v3to 15 Kenner - P - 2951 - 27. Februar 2018 - 14:14 #

Für meine Begriffe haben Adventure-Neuerscheinungen der letzten 10 Jahre, wie sie hierzulande zelebriert werden, einen doch recht nerdigen Weg eingeschlagen.

Der Extremfall ist für mich The Book of Unwritten Tales 2. Das Spiel ist derart vollgepumpt mit Details, dass ich regelmäßig den Überblick verliere. Da wird an jedem zweiten Hotspot ein Schwank aus der Jugend erzählt, der mit der Story nur am Rande und nichts mit den Rätseln zu tun hat und ständig vom Wesentlichen ablenkt. Die Hintergründe sind gepflastert von Hotspots, dass man ohne Hilfsfunktion kaum weiterkommt (das geht in der Konsolen-Version von BOUT2 durch die etwas missglückte Steuerung so weit, dass man in einigen Räumen besser die Hotspot-Anzeige verwendet, um durch die Räume zu navigieren). Der Stöber-Aspekt, welcher das Genre ewig prägte, geht bei den deutschen Adventures nahezu komplett flöten. In der Beziehung geben sich King Art und Daedalic die Klinke in die Hand.

Welches Adventure mich die letzten Jahre tatsächlich am meisten angemacht hat, war tatsächlich das King's Quest Reboot. Dem Spiel könnte man vorwerfen, dass die meisten Rätsel mehr als offensichtlich daherkommen und die eingestreuten Quicktime-Events irgendwie über sind. Aber die Szenen sind so angenehm aufgeräumt, das Map-Layout geradezu vorbildlich, Dialoge arten nie aus und sind gleichzeitig unterhaltsam und das Inventar - das Inventar... nur Sachen drin, die man wirklich braucht.

Punisher 20 Gold-Gamer - P - 20132 - 27. Februar 2018 - 16:01 #

Stimmt, die Dialoge öden mich auch an in den neueren Spielen. Ich hab dabei nie das GEfühl, Hinweise zu bekommen, die fühlen sich eher nach Selbstzweck an.

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 27. Februar 2018 - 14:30 #

Und ich hab für keinen der Deponia-Teile ne Lösung gebraucht und fand die Rätsel größtenteils gelungen. :P Sind halt etwas abgedrehter. Bei furchtbarem Rätseldesign denk ich eher an sowas wie Geheimakte 2.

Punisher 20 Gold-Gamer - P - 20132 - 27. Februar 2018 - 16:00 #

Abgedreht fänd ich nicht schlimm, ich fand sie einfach unlogisch... was zum Teil sicher auch an dem liegt, was v3to oben beschreibt - die 100 Details und Hotspots auf jedem Screen, die die Rätsel unüberschaubar machen. Ich habs auf jeden Fall immer wieder ohne Lösung probiert, aber mehr als 2-3 Aktionen am Stück gingen nie. Begleitet von meiner Tochter die immer fragte "Warum machst du DAS denn, das ist doch voll doof"...

Noodles 24 Trolljäger - P - 47138 - 27. Februar 2018 - 17:03 #

Naja, ich hab es halt ganz anders empfunden, da ist dann halt die Frage, ob das Rätseldesign wirklich schlecht ist oder deine Denkweise nicht zu den Rätseln gepasst hat, meine dagegen schon. :D Und ich find auch nicht, dass es die Deponia-Spiele mit Hotspots übertreiben. BouT 2 übertreibt es da aber wirklich ein bisschen.

Und ich muss auch sagen, dass ich es langweilig finde, wenn man nur ein paar Gegenstände im Inventar hat und es nur wenige Hotspots gibt, alles ist einzig für die Rätsel relevant. Da muss man ja dann gar nicht mehr nachdenken, sondern klickt sich durch die wenigen Möglichkeiten durch und kommt voran. Kommt da wohl auf das richtige Maß an. Hotspots dienen ja auch dazu, Hintergrundinformationen zu den Charakteren oder der Spielwelt zu liefern.

Punisher 20 Gold-Gamer - P - 20132 - 27. Februar 2018 - 17:08 #

Klar. Der eine Geist dreht halt in die gleiche Richtung (durch) wie der der Entwickler, der andere dreht in ne andere Richtung (am Rad). ;-) Ging mir allerdings nicht nur bei Deponia so, dass ich die Rätsel nicht nachvollziehen konnte. Komischerweise klappt das bei den alten Spielen und auch bei Thimbleweed Park hervorragend - vielleicht hab ich nur eine PRoblem mit "deutschen" Adventure-Rätseln.... *grübel*

v3to 15 Kenner - P - 2951 - 27. Februar 2018 - 21:55 #

Es ist, glaube ich, nicht ganz so einfach zu sagen, woran sich gutes oder schlechtes Design bei Adventures festmacht. Der Schwierigkeitsgrad wäre so etwa das Letzte, an das ich denken würde, gefolgt von der Rätseldichte. Das sehe ich als große Stärke des Genres, dass es sich konzeptionell für Kinder bis hin zu Spielen für Hochbegabte eignet.

Das mit dem richtigen Maß unterstreiche ich. Dabei halte ich die Dinge, welche du als langweilig bezeichnest, schon für relevant. Das kann man alles gut oder schlecht umsetzen. Die Lucasarts-Adventures verzichteten auch auf ein Übermaß an Nebenschauplätzen. Wo bei mir der Spaß aufhört, sobald man zb ohne Hotspot-Anzeige das Gefühl bekommt, ein Wimmelbild-Spiel zu spielen - und das ist mEn ein gewachsenes Thema. Vor einem Runaway und Geheimakte Tunguska fallen mir ehrlich gesagt kein Beispiel ein, wo ich mir auch rückblickend solch eine Funktion gewünscht hätte. Das Thema konstruierte Rätsel vs Handlung hatten wir vor einiger Zeit schonmal diskutiert. Da kommen wir vermutlich nicht auf einen Nenner.

EvilNobody 14 Komm-Experte - 2049 - 27. Februar 2018 - 11:36 #

Sorry, aber dass "Säulen der Erde" nicht erfolgreich wird, war doch echt abzusehen. Hab die Bücher gelesen, aber als Spiel wirkt das einfach nur wie die totale Spaßbremse für alte Säcke.
"Silence" war anfangs ein verbuggter Kackhaufen und als das Spiel dann lief, fand ich es nicht besonders gut.
Und gerade mit "Shakes & Fidget" auf KS prüfen zu wollen, ob die Leute noch Adventures wollen, war ebenfalls eine bescheuerte Idee. Ich kannte die Marke nicht und sie interessiert mich auch nicht. Damit lockt man auch Adventure-Fans nicht hinterm Ofen vor.
Mir fallen zig Spiele ein, die wesentlich bereitwilliger gebacked worden wären.
Zuletzt enttäuschten leider auch viele Adventures, das neue "Black Mirror" empfand ich als mittelschwere Katastrophe und den Humor von "Deponia" und 90 % aller anderen deutschen Adventures finde ich eher zum Heulen als zum Lachen.

Punisher 20 Gold-Gamer - P - 20132 - 28. Februar 2018 - 7:52 #

Als Leser der langatmigen, aber sehr interessanten Säulen der Erde-Bücher stimme ich dir da zu. Das Thema als Adventure verwursten zu wollen, diese Idee hat sich mir nie erschlossen. Viel zu sperrig, zu wenig klassische Unterhaltung.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12762 - 27. Februar 2018 - 16:18 #

vlt hat mich sich da teils auch selbst in eine ecke manövriert wie die AAA-industrie auch, indem man meint seine kundengruppe erweitern zu können durch immer bessere präsentation. dabei hat das schlussendlich nur die kosten gesteigert, womit jetzt diese spiele nicht mehr rentabel sind. ja, gezeichnete hintergründe und animationen sind ganz toll, aber es kann eben auch einfacher gemacht sein. wie eben bei telltale oder auch wadjet eye. und auch frühere krimi-adventure mit ihren render-hintergründen und polygon-figuren waren trotz staksiger animation doch super. naja, wenn man den sektor jetzt nicht mehr bedient, kommen eben andere die das machen.

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