The Witcher: Buchautor Sapkowski bereut den Verkauf aller Rechte

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25. März 2017 - 13:09 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
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Das Magazin Eurogamer  traf sich mit Andrzej Sapkowski, dem Autor der Witcher-Bücher, und führte ein umfassendes Interview mit dem Schöpfer Geralt von Rivas. Dabei kamen einige Insiderinformationen zu Tage, die nicht ganz uninteressant sind. Zum Beispiel diese: Nachdem die Buchreihe in Mittel- und Osteuropa nach einigen Erfolgen eher ein Nischendasein pflegte, trat der damals noch reichlich unerfahrene Spieleentwickler CD Project RED an ihn heran, und bat um die Verwertungsrechte des Hexers, um ein Videospiel auf Basis der von ihm erschaffenen Welt und Charaktere zu erschaffen.

Sapkowski sagte zu und der Rest ist Geschichte. Trotzdem scheint es, als wäre ihm bis heute nicht ganz wohl mit seiner damaligen Entscheidung. Da er nicht mit einem Erfolg der Spieleentwickler rechnete, einigte man sich auf die Zahlung einer festen Summe, ohne weitere Gewinnanteile im Erfolgsfall. Dafür trat er sämtliche Rechte an seiner Figur ab. Er sagt:

Sie boten mir einen gewissen Prozentsatz vom Gewinn an, aber ich lehnte ab. Ich sagte: Es wird keine Gewinne geben, gebt mir sofort mein Geld!

Auch wenn das nicht seine beste Entscheidung im Leben war, freut er sich dennoch für CD Project RED und gönnt ihnen den verdienten Erfolg. Ein bisschen Wehmut klingt trotzdem noch nach, wenn er sagt:

In 20 Jahren wird man fragen: Das Spiel der Witcher. Wer ist eigentlich der Autor? Und keiner wird es mehr wissen. "Niemand", werden sie sagen.

Das komplette Interview mit vielen weiteren Einblicken findet ihr in den Quellen.

Hermann Nasenweier 19 Megatalent - P - 13096 - 25. März 2017 - 11:54 #

Naja, hinterher ist man immer schlauer. Aber er sieht das ja auch nicht mit Neid. Und im Endeffekt mag man sich nicht an seinen Namen erinnern, aber an sein Werk. Ich denke das ist auch etwas.

Soulman 15 Kenner - 2971 - 25. März 2017 - 11:54 #

Verständlich. Ein Gewinnanteil wäre wohl deutlich höher ausgefallen, vor allem nach Witcher 3. Kann man ihm aber aus damaliger Perspektive auch nicht wirklich verübeln. Das erste Spiel fand ich damals schon seit der Ankündigung interessant, allerdings gab es mal einen Punkt, an dem ich dachte es erscheint gar nicht und als es kam war es voll er Bugs und eher ein Geheimtipp.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 159239 - 25. März 2017 - 11:58 #

Traurig ein bisschen, aber im Grunde selber Schuld...

Desotho 17 Shapeshifter - P - 6883 - 25. März 2017 - 12:03 #

Ja, aber er scheint das ja auch selbst so zu sehen.

Pro4you 19 Megatalent - 14970 - 25. März 2017 - 12:04 #

Er ist ja auch selbst dran schuld

Vampiro 24 Trolljäger - P - 46448 - 25. März 2017 - 12:02 #

CD Projekt machte sogar das nette Angebot. Da hat er halt irgendwie nicht an sich selbst (seine Welt) und die Entwickler geglaubt. Das ist für ihn natürlich ärgerlich, aber er hatte ja alle Optionen. Hinterher ist man immer schlauer.

Punisher 20 Gold-Gamer - - 25055 - 25. März 2017 - 13:47 #

Ich glaube eher, er hat nicht an das Medium Computerspiele geglaubt bzw. das Potenzial einfach unterschätzt... wenn ich mich richtig erinnere hat er in einem anderen Interview mal sowas gesagt wie dass er vor dem Angebot von CDPR nie wirklich mit dem Medium in Berührung gekommen sei.

Pro4you 19 Megatalent - 14970 - 25. März 2017 - 12:04 #

Um es kurz zu machen: Midlife-Crisis und Angst vor der Bedeutungslosigkeit. Das Leben ist schon gemein

Old Lion 27 Spiele-Experte - 77353 - 25. März 2017 - 12:06 #

Kennste, ne? Mit 69 hat er bestimmt keine Midlife Crisis mehr, du Schlauen!

Philley (unregistriert) 25. März 2017 - 13:56 #

Psychologe und Hellseher zugleich? Das muss praktisch sein.

Wärst Du doch bloß auch in der Lage, Deine steilen Phrasen kurz per Google Logik in Deinen ganzen Löchern zu überprüfen.

rammmses 19 Megatalent - P - 19282 - 25. März 2017 - 12:22 #

Hätte auch alles anders ganz anders kommen können. Dass CD Projekt aus der Marke innerhalb von 10 Jahren einen Hit bastelt, war ein 6er im Lotto.

Soulman 15 Kenner - 2971 - 25. März 2017 - 12:40 #

Richtig. Dass das Spiel einfach zwischen den großen Elder Scrolls usw. untergeht, hätte ebenso geschehen können, unabhängig von der Qualität.
War damals immerhin ein recht kleines, polnisches Studio, konnte ja kaum einer ahnen, wie sich das alles entwickelt.

Pomme 17 Shapeshifter - P - 7158 - 25. März 2017 - 12:26 #

Eigentlich bereut er den Verkauf der Rechte doch gar nicht. Er findet es vielleicht etwas schade, dass er sie für einen Fix-Preis verkauft hat. Nuja.

MicBass 19 Megatalent - P - 15720 - 26. März 2017 - 10:57 #

Stimmt, die Überschrift passt da nicht so richtig.

McSpain 21 Motivator - 29177 - 25. März 2017 - 12:34 #

Eine Bums-Sammelkarte-Mittleid muss für heute reichen.

Rapunzel666 12 Trollwächter - 929 - 25. März 2017 - 12:55 #

Mir scheint ja fast, dass er selber an sein eigenes Werk nicht so ganz geglaubt hat - sprich lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Wenn ich Spiele nicht so toll fände, hätte ich garnicht erst die Rechte verkauft.
Und auch wenn das Geld vielleicht doch ein Anreiz war, hätte ich gerne über meine Welt weiter die Kontrolle behalten, und beratend bei den Witcher-Spielen mitgewirkt, um Buch und Spiele zu vereinen - bei der Serie Game Of Thrones hat GRRM ja auch noch seinen Anteil beigesteuert, damit die filmische Umsetzung seiner Vision gerecht bleibt - auch mit den dem anderen Medium geschuldeten Anpassungen.

Pomme 17 Shapeshifter - P - 7158 - 25. März 2017 - 13:08 #

GRRM war aber auch schon lange vor der TV-Adaption ein erfahrener Drehbuchautor. Das sind, glaube ich, andere Voraussetzungen. Vielleicht ist der Witcher-Autor ein wenig naiv an die Sache rangegangen. "Computerspiele? Ich bekomme Geld dafür? Mhjaokvonmiraus, jetzt lasst mich weiter schreiben."

immerwütend 22 AAA-Gamer - 31895 - 25. März 2017 - 13:52 #

Genau so dürfte das wohl aussehen. Und um es nochmal zu sagen - Autoren werden schlecht bezahlt und Mitspracherecht kommt praktisch nie vor, oder meint jemand im Ernst, Stephen King hätte an der Verfilmung von "Under the Dome" ein Mitspracherecht gehabt?

saxz 14 Komm-Experte - 1980 - 26. März 2017 - 1:44 #

Gute Frage, soweit ich das gelesen hatte, war die 1. Staffel zumindest ziemlich nah am Inhalt des Buches. Weiß aber nicht, ob er da mitreden durfte. Hatte er aber nicht sogar mal einen Gastauftritt in einer der Folgen?

Na ja, wie auch immer :) Die erste Staffel von "Under the Dome" fand ich zumindest ganz gut. Ab der zweiten Staffel konnte ich's mir dann aber nicht mehr anschauen.

malkovic 14 Komm-Experte - - 2695 - 26. März 2017 - 9:56 #

Oje, dann ist die 2. Staffel "Under the Dome" noch schlechter? :)

saxz 14 Komm-Experte - 1980 - 27. März 2017 - 10:53 #

Wesentlich! :)

immerwütend 22 AAA-Gamer - 31895 - 26. März 2017 - 14:53 #

Schau dir mal den ERSTEN Film der Ersten Staffel an und lies dann nur die ersten zwanzig Seiten des Romans - dir werden die Haare zu Berge stehen ;-)

saxz 14 Komm-Experte - 1980 - 27. März 2017 - 10:56 #

Alles klar, gibt's bei uns in der Bibliothek, hab ich gerade gesehen. Nehm ich mir nächstes Mal mit und schau mal rein - bin schon sehr gespannt.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 10601 - 25. März 2017 - 13:10 #

Sapkowski geht mir mittlerweile ziemlich auf den Geist. Er hat sich über die Jahre mehrmals negativ geäußert. So in die Richtung "Das ist nicht mein Witcher". Das Geld hat er aber gern genommen... Entweder es ist einem wichtig die kreative Kontrolle zu behalten, dann verzichtet man auf das Geld (oder arbeitet am Spiel mit) oder man macht das und heult nachher nicht immer wieder rum.

Der Vergleich mit GRRM ist gut, er hat sich bei der Verfilmung eingebracht und damit dafür gesorgt, dass es seine Vision bleibt. Er hat ja sogar schon versiegelt dargelegt, wie er möchte dass alles grob weiterläuft und endet, für den Fall dass er stirbt.

Rapunzel666 12 Trollwächter - 929 - 25. März 2017 - 13:22 #

Man kann hier cd project wirklich dankbar sein, dass sie die Vision bzgl. des Witchers so 'leben' - und das ohne Mitwirkung des Autors. Da gibt es sicherlich viele andere verhunzte Lizenzgurken, die anders mit ihrem Fundament umgegangen sind.

Unter diesem Aspekt, und dass er durch den Bekanntheitsgrad der Spiele auch durch den vor allem dann gefolgten internationalen Buchverkauf profitiert hat, könnte er gewiß den einen oder anderen Gang runterschalten, und sich mehr damit anfreunden, dass Spiele nicht sinnloser Zeitvertreib sind, sondern wie Buch (viel in eigener Vorstellung) und Film (Vorstellung des Regisseurs) ein weiteres Medium sind, in dem man zwar analog zum Film der Vorstellung des Studios bzgl. des Materials folgt, aber analog zum Buch viel intensiver eintauchen kann.

Ich finde es nämlich etwas befremdlich, weil im Interview erwähnt wird, wie damals fantasy nicht so 'angesehen' war, und er evtl. deswegen nicht den Preis für seine erste Kurzgeschichte gewonnen hat.
Genau so wie damals Fantasy stiefmütterlich angesehen wurde, stichelt er gegenüber Spielen.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 10601 - 25. März 2017 - 13:40 #

Ganz genau. Das war es, was mich am meisten gestört hat, diese deutlich spürbare Geringschätzung gegenüber Spielen als Medium bzw. Ausdrucksart.

Nagrach 14 Komm-Experte - 2585 - 26. März 2017 - 8:40 #

In many ways he lives up to his reputation then, but in other ways he surprises me too. Contrary to popular belief he claims actually not to hate video games at all. "It is not that I don't like them, that I despise them," he says. Hang on, didn't you just call games "stupid"? "I just don't play them! But I have nothing against games, I have nothing against gamers. Nothing."

[...]

He doesn't begrudge CD Projekt Red's accomplishments all the same. In many ways he couldn't have asked for a better studio. Credit where credit is due. "The game is made very well," he says, "and they merit all of the beneficiaries they get from it. They merit it. The game is very good, well done, well done."

He is not above signing a Witcher game too, should you present it, and people have. "I do it," he says. "Because first of all, when people come to sign, I consider them fans, so if they come and present me the game to sign, I cannot say no to that because it would be very impolite. Stand in a long queue, bring the game, what can I say? 'Please go away, I will not sign it'? It will be very impolite."

- Aus dem vollen Interview

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 138775 - 25. März 2017 - 13:12 #

Lese die Bücher aktuell und finde sie sehr stimmig. Vor allem, dass viel davon in den Spielen eingeflossen ist, finde ich gut.

Faerwynn 18 Doppel-Voter - - 10601 - 25. März 2017 - 13:40 #

Ja, finde ich auch. Da kann er sich auch nicht gerade beschweren, wenig ist so werkgetreu.

DocRock 13 Koop-Gamer - 1380 - 25. März 2017 - 13:15 #

Wahrscheinlich wird der Erfolg des Spiels sich nicht wirklich negativ auf die Buchverkäufe ausgewirkt haben. Und die Rechte hat er ja wohl hoffentlich noch..

Todesglubsch 07 Dual-Talent - 114 - 25. März 2017 - 14:56 #

Sagen wir mal so... dank der Videospiele, sind wenigstens auch alle Bücher in Übersee erschienen. Vor dem Release von TW1 hatte man glaub ich nur die ersten zwei Bücher übersetzt und dann, mangels Interesse, nicht mehr fortgesetzt.

Ich kann Sapkowski ja durchaus verstehen. Festbetrag statt Gewinnbeteiligung und dann noch Aufgabe aller kreativen Mitspracherechte? Sehr großer Fail von seiner Seite aus. Und sind wir mal ehrlich: Ja, viele lesen jetzt die Bücher vom Hexer, aber die meisten werden trotzdem "nur" das Spiel gespielt haben und nichts von den Romanen oder Sapkowski wissen.

Maverick_M (unregistriert) 25. März 2017 - 18:08 #

Stimmt, da ist aber auch jeder selber Schuld.

Ich gehöre zwar auch zu denen, die erst nach dem ersten Spiel die Romane verschlungen haben, aber immerhin. Vorher kannte ich die Reihe einfach nicht.

Es gibt ja auch gewisse Redakteure (*Hust* GamePro *Hust Hust*), die dann mit so einem Unsinn um sich werfen:

> "Dass ich die Haupthandlung von The Witcher 3 für 50 Spielstunden
> zunächst ganz aus den Augen ließ, lag schon alleine daran, dass
> ich mich nur schwer mit dem unnahbaren Hexer Geralt anfreunden
> konnte, der von einer unermüdlichen Suche nach Personen angetrieben
> wird, zu denen ich am Anfang des Spiels aber gar keine Beziehung
> hatte."

Wenn man natürlich weder die 5 Romane, die 2 Kurzgeschichten-Sammlungen noch die beiden Vorgänger-Spiele gespielt hat, kommt dann halt sowas bei raus...

DomKing 18 Doppel-Voter - 9954 - 25. März 2017 - 20:33 #

Ein Blick in die dortigen Kommentare hilft:

"Ich habe sogar fast alle Witcher-Bücher gelesen - leider erst nachdem ich zum ersten Mal Witcher 3 gespielt habe. Danach waren mir aber viele Figuren sympathisch :)"

"Daumen hoch für Ciri und Daumen hoch für Spiele, die uns Bücher verklickern! ;D"

Maverick_M (unregistriert) 25. März 2017 - 21:42 #

Ja, danach. Sie ist also direkt in Witcher 3 rein.

Das ist irgendwie so, als würde man direkt die siebte Staffel von Game of Thrones gucken. Oder Episode 6. Oder direkt Die Rückkehr des Königs lesen.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9954 - 25. März 2017 - 23:07 #

War The Witcher als Trilogie ausgelegt?

Mal davon ab ist der Vorteil von Videospielen, dass man notwendige Vorkenntnisse dem Spieler beibringen kann.

Und letztendlich kann man Witcher 3 auch ohne Vorkenntnisse wunderbar zocken. Klar fehlt der Bezug zu Charakteren. Und? Wenn ich es richtig mitbekommen habe, gäbe es z.B. für Buchleser eh nur eine Wahl der Frau. Ich habe andererseits nur Witcher 2 vorher gezockt, weshalb meine Wahl im ersten Durchgang auf Triss fiel. War auch eine Möglichkeit, die mir das Spiel gelassen hat.

Zum Thema Ciri: Witcher 3 macht es gar nicht mal so schlecht, denn man spielt Ciri teilweise selber und baut damit eine Bindung auf. Und zu Geralt: Über Hexer und deren Mutationen und "Gefühlsausbrüche" lernt man in Witcher 3 auch alles, um sein Verhalten nachvollziehen zu können.

Aber: Das Szenario Ciri retten und Eile ist geboten, ist für ein Open-World-Spiel nicht optimal. Zwar finde ich Fallout 4 noch schlimmer, aber die Grundannahme von Witcher 3 ist leider nicht optimal.

Maverick_M (unregistriert) 26. März 2017 - 3:37 #

Dann soll die Dame halt den unsinnigen Text weglassen. Ich kann mich nicht darüber beschweren, dass mir die Charaktere (Anfangs zumindest) fremd erscheinen, bzw. die Bindung dazu fehlt, wenn ich erst nach mehreren Romanen und Spielen quer einsteige. Schon gar nicht als Autor, in einem Text, der davon spricht, wie toll Horizon doch wäre, weil sie eine große Bindung zu Aloy hat (Und nicht falsch verstehen: Horizon ist verdammt gut, und ich liebe Aloy!), und der als Teil einer größeren Artikel-Reihe die Open-World-Spiele behandelt, erschienen ist.

Da hilft es auch nichts, wenn sie die Spiele/Bücher nachgeholt hat. Wie oben schon geschrieben: Würde ein Filmkritiker die oben genannten Beispiele genauso behandeln, würde man ihm doch das gleiche vorwerfen.

The Witcher 1 hat übrigens den (mehr oder weniger einfallsreichen, aber passenden) Kniff mit der Amnesie, um so den Einstieg ohne Vorkenntnisse zu erleichtern. Aber die Folgespiele bauen einfach direkt aufeinander auf und beantworten Fragen zur bisherigen Handlung auch eher per Zufall als gezielt.

Ich halte übrigens den zweiten Teil für den besten der Reihe, obwohl The Witcher 3 wirklich grandios ist. Aber Teil zwei setzt, vor allem was Storytelling angeht, einfach noch eine Schippe drauf. Das fühlte sich haargenau so an, wie die Bücher. Für mich eines der sehr sehr wenigen Spiele, die sich vom kulturellen Wert in Bezug auf Geschichtenerzählen weder vor Filmen, noch vor Büchern verstecken brauchen.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9954 - 26. März 2017 - 16:24 #

Nochmal die Frage: War Witcher überhaupt als Trilogie ausgelegt? Denn dann gibt es doch eine ganz andere Herangehensweise, insbesondere vom Entwickler.

Und wie Noodles und ich schon schrieben, konnte man Witcher 3 auch ohne Vorkenntnisse zocken. Natürlich bauen sie aufeinander auf, trotzdem erfährt man in Teil 2 und 3 die Hintergrundgeschichte und somit auch etwas über die Vorgängerspiele.

Videospiele stehen, im Gegensatz zu Filmen häufig allein. Können sie auch, weil dort mehr Zeit ist, die Charaktere einzuführen und an den Spieler zu binden. Für die Autorin hat das Horizon Zero Dawn besser hinbekommen, als Witcher 3, Fallout 4 etc. Das ist doch eine legitime Position, selbst wenn man keinen Hintergrund kennt, weil er für Spiele eben nicht notwendig sein sollte.

Ein weiterer Grund: Zeit. Zwei 2-3 Stunden-Filme kann man schnell nachholen. 30-60 Stunden-Spiele eben nicht so schnell.

PS: Es geht in ihrem Text vor allem nur um die Bindung zur Hauptstory. Sie hat sich eher in Nebenquests verloren und erst spät wieder zur Hauptstory zurückgefunden.

Maverick_M (unregistriert) 26. März 2017 - 16:34 #

> Für die Autorin hat das Horizon Zero Dawn besser hinbekommen,
> als Witcher 3

Und inwiefern ist eine komplett neue IP mit einer neuen Heldin mit einem Spiel, welches mehrere Vorgänger und Romane, auf dem es aufbaut, hat, vergleichbar!?

Es ist doch auch irrelevant, ob ein Film schneller nachgeholt ist als ein Spiel. Wenn die Spiele dafür ausgelegt sind, hintereinander gespielt zu werden, (Und das ist bei der Hexer-Reihe definitiv der Fall!) dann kann ich da nicht einfach quer einsteigen, und mich beklagen, dass die Bindung zu den Charakteren fehlt. Und anders als Noodles sehe ich da eben sehr wohl starke Parallelen zu meinen Beispielen aus Film und Literatur. Du kannst jederzeit quer einsteigen, eine Bewertung der Charakterbindung oder der Handlung ist aber ohne den Gesamt-Zusammenhang zu kennen schlichtweg nicht möglich.

The Witcher 3 verliert keine Zeit damit, Ciri einzuführen, geschweige denn die Motive hiner Geralts starker Bindung zu ihr. Klar wird erwähnt, dass es seine Ziehtochter ist. Aber die Bindung - auch durch den Leser - fand doch schon in den Romanen statt.

Dass ein Videospiel alleine steht, ist eben nicht immer der Fall, geschweige denn immer so gewollt.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9954 - 26. März 2017 - 19:14 #

Woher weißt du eigentlich, dass sie Witcher 1 und 2 nicht gespielt hat?

Und ich schrieb zu Effant schon: Die Entwickler lassen Freiheiten, die nicht von den Büchern gedeckt werden. So baut man zu Charakteren andere Beziehungen auf, als wenn man die Bücher gelesen hat. Ich glaub ich schrieb es schon: Jeder, der die Bücher gelesen hat, würde in Teil 3 sich mit Yen wieder anfreunden. Es ist dem Spieler aber offen gelassen!

Bücher geben einen vertiefenden Einblick. Voraussetzung sind sie nie. Das wäre auch schlecht.

Bei Vorgängerspielen kann man noch darüber diskutieren, aber ich bezweifle, dass Witcher als Trilogie angelegt wurde. Die Spiele bauen nur im Zeitstrahl aufeinander auf. Ciri und Yen spielen in Teil 1 und 2 nahezu keine Rolle. Genauso wird in Spielen immer wieder alle erklärt. Von Grund auf.

Niemand von CD Projekt würde sagen, man müsste die Vorgängerspiele gespielt haben, geschweige denn die Romane gelesen haben. Ja, Witcher 3 kann wunderbar für sich alleine stehen.

Filmtrilogien sind kein Vergleich, da die eben nicht für sich stehen können, ohne den Kontext der anderen Filme. Aber die Struktur einer Trilogie ist anders aufgebaut, als 3 aneinander gereihte Spiele/Filme.

Und ist es denn so schlecht, wenn eine neue IP direkt eine Bindung zu dem Hauptcharakter aufbaut, während ein anderes Spiel scheinbar zwei Vorgängerspiele und Romane dafür braucht?

Maverick_M (unregistriert) 26. März 2017 - 20:12 #

Sehe ich einfach ganz anders.

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 26. März 2017 - 18:09 #

Das ist nur teilweise richtig. Ja viele Spiele stehen für sich alleine oder erklären ihre Vorgeschichte möglichst weit und viele Filme gehen ähnlich vor. Das liegt aber daran, man hier die Masse bedienen möchte und die möglichen Einstiegshürden möglichst gering halten möchte. Das ist eine Herangehensweise, welche die meisten Fernseheserien (die auch wirklich etwas erzählen möchten) oder Bücher verwerfen, weil sie es einfach voraussetzen.
Ich würde jetzt nicht soweit gehen, daß ein Tester die Romane kennen sollte, aber die Vorgängerspiele gehören da zum Pflichtprogramm, wenn dann doch der Handlungsbogen so gespannt wurde.
Da ärgert mich auch eher "Auf ein Bier", da beide so ein Herangehen zwar durchaus gut heißen, aber just bei der Witcher 3 - Besprechung die fehlende Bindung an Ciri und Yen kritisieren.

Ich verstehe auch Noodles Aussage aus 2 Gründen: Zum Einen sind Spiele narrativ immer noch relativ schlecht und werfen einem gerne Handlungen vor wie "So jetzt verbringst Du mal 5 Minuten mit Deiner Familie, dann tötet der Böse alle. Und jetzt beginnt das Spiel. Komm Räche Dich!" Das ist etwas, was ich bei Duke Nukem - Forever noch akzeptiere, aber selbst dumpfeste 80 - iger Jahre Actionfilme wie Predator, Das Phantom-Kommando oder neuer John Wick lösen das deutlich besser.
Zum Anderem bietet Witcher 3 daneben einen guten Glossar um sich einzufinden.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9954 - 26. März 2017 - 19:11 #

Yen und Ciri kommen in Teil 1 und 2 nicht aktiv vor, werden nur ab und zu genannt. Als würde da eine Bindung aufkommen.

Wie geschrieben, ich hatte nur Teil 2 vorher gespielt und hatte dementsprechend eine viel stärkere Bindung zu Triss, mit der ich in Teil 3 dann angebandelt habe. Das Spiel lies mir auch die Möglichkeit. Wozu muss man also die Vorgeschichte von Yen und Geralt großartig kennen? Sie war für mich einfach nicht relevant und die Entwickler sehen das ähnlich, ansonsten hätten sie den Part nicht so eingebaut.

Und da kommt für mich der Trugschluss: Die Romane haben im Zweifel nicht mehr viel mit den Spielen gemein. Das ist die Freiheit der Entwickler.

PS: Der Artikel von Gamepro ist ein Meinungsartikel in einer Themenwoche. Ich verlinke ihn nun mal, damit alle wissen, worum es geht:

http://www.gamepro.de/artikel/horizon-zero-dawn-wie-mich-die-hauptstory-von-nebenaufgaben-ablenkte,3311595.html

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 26. März 2017 - 20:48 #

Ich stimme Dir so weit zu, daß die Spiele und die Bücher nur bedingt eine Einheit bilden und die Anspielungen der Bücher in den Spielen nur Fanservice sind. Ebenso finden sich logische Brüche innerhalb der Spielereihe.

Ich denke aber der größte Unterschied liegt an unseren Spielertypus. Ich spiele Geralt von Riva im Sinne von "Nein ich klaue nicht", wahre die Neutralität und töte nur wenn es notwendig ist.
Die Spiele lassen mich natürlich auch jede Kiste plündern, parteiisch werden oder eben Triss als Partnerin wählen. Das sind gleich berechtigte Möglichkeiten für unterschiedliche Spielertypen.

Habe ich behauptet, daß Witcher - Spiele eine gute Erzählung hätten? Haben sie nicht, aber sie sind in diesem Punkt besser als meisten anderen Spiele, was wiederum keine Kunst ist. Sie definieren Geralt über die Aussagen Dritter, haben dann aber je nach Sicht nicht den Mut den Spieler in dieses Korsett zu zwängen oder möchten eben ein Spiel sein.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9954 - 27. März 2017 - 1:23 #

Natürlich gibt es unterschiedliche Spieler. Aber das Spiel lässt einem auch die Freiheit und trennt sich daher von den Büchern.

Es ging mir vor allem um das Rumhacken auf der Aussage eines Meinungsartikel, der den Fokus gar nicht so sehr auf Witcher 3 hat, sondern auf Horizon Zero Dawn.

Ich verteufle auch nicht die Bücher, die es zu Videospielen gibt. Nur muss man auch ehrlich sein: Wenn man neben allen Spielen der Reihe auch noch alles Bücher (und sonstige "Geschichten") lesen muss, hätten viele Spiele (und Filme) ein Problem.

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 27. März 2017 - 3:09 #

Deswegen hacke ich ja auch nicht auf dem Meinungsartikel rum. Da geht es schlicht großteils, um etwas anderes.

Wie ich schon schrieb, halte ich meistens nichts davon andere Medien heranzuziehen. Bücher sind Bücher, Filme sind Filme und Spiele sind Spiele. Ausnahmen kann es natürlich hier und da geben. Zum Beispiel weil es eine direkte Übertragung ist wie bei Baldurs Gate das AD&D - System oder Buchverfilmungen und selbst da reicht mir eine oberflächliche Betrachtung.
Wo ich Dir nicht zu stimmt, war der Punkt, daß man als Tester die Vorgänger einer Reihe nicht kennen müsste, wenn sie aufeinander aufbauen. Und ja das Pensum ist da sehr hoch, da neben dem normalen Testbetrieb ebenfalls noch alle relevanten Titel kennen sollte und da hat sich in den letzten 40 Jahren doch so einiges angesammelt hat.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9954 - 27. März 2017 - 8:38 #

Habe ich denn irgendwo geschrieben, dass ein Tester die Reihe nicht kennen muss? Eigentlich ging es nur um den normalen Spieler bzw. die Autorin. Sie hat Witcher 3 nicht getestet.

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 27. März 2017 - 11:16 #

Ich würde zwar behaupten, daß wenn man Aussagen treffen möchte, es für jeden gilt, aber ich gebe auch zu Dich da falsch verstanden zu haben.

Noodles 24 Trolljäger - P - 56941 - 26. März 2017 - 8:36 #

Also ich hab keines der Bücher gelesen und auch nicht The Witcher 1 und 2 gespielt und hatte kein Problem damit, mit der Welt und den Charakteren in The Witcher 3 klarzukommen. Klar werd ich irgendwelches Insider-Wissen verpasst haben, aber störend war das nicht. Find also deine Vergleiche sehr unpassend.

reveets 18 Doppel-Voter - P - 12604 - 25. März 2017 - 13:33 #

Mehr als nachvollziehbar. Letzlich werden seine (andere) Bücher sicher auch davon profitiert haben und er hat Geld bekommen. Besser, als wenn er den Deal überhaupt nicht eingegangen wäre.

Für einen eventuell neune Witcher (wer weiß), kann er sich als Story-Schreiber bewerben. Ein neuer Abgleger, mit der Geschichte des Original-Autors hätte auch was und er könnte so nachträglich am Gewinn beteiligt werden. ;)

COFzDeep 20 Gold-Gamer - - 24917 - 25. März 2017 - 13:40 #

Also zumindest mir geht es andersherum - ich damals, als das erste Spiel rauskam und gelobt wurde, mir alle Bücher geholt und gelesen, werde mich auch in Jahren noch an seinen Namen erinnern können. Von den Spielen hab ich zwar immerhin schon Teil 1 und 2, aber bislang nur Teil 1 gespielt, und auch das nicht sonderlich weit. Ein schlimmer Schandfleck in meiner Spielerhistorie... *seufz*

LRod 17 Shapeshifter - - 8166 - 25. März 2017 - 13:44 #

Ich kann die Bücher sehr empfehlen. Habe sie nur aufgrund der guten Spiele gekauft. Ist somit ja auch eine indirekte Gewinnbeteiligung. Er wird da sicher auch ordentlich von profitiert haben.

Das er etwas traurig darüber ist, dass die Bücher im Bezug auf Erfolg und Aufmerksamkeit so hinter seine Bücher getreten sind kann ich verstehen.

schwertmeister2000 16 Übertalent - - 4369 - 25. März 2017 - 13:56 #

Ich weiß, es wird nicht passieren und es ist weder Marktkonform noch wären sie dazu verpflichtet, nicht einmal moralisch.

Aber... ;-) ... wäre es nicht eine schöne Geste wenn sie ihm nochmal so etwas wie eine Gewinnbeteiligung oder nen XtraObolus oder irgendwie nen goldenen Handschlag geben...ich meine klar Geschäft ist Geschäft und er hat halt die Situation falsch eingeschätzt aber wäre es nicht doch ein feiner Zug von CD Red wenn sie ihn wieder mit ins Bot holen würden. Denn ohne ihn gäbe es das alles nunmal nicht. Zumindest nicht in dieser Form...

ich weiß...Traumtänzer aber ich fänd es dennoch eine noble Geste die mein Fanherz höher schlagen ließe

Sokar 18 Doppel-Voter - P - 11856 - 25. März 2017 - 13:57 #

Man muss bei der Sache vor allem eines bedenken: Sapkowski hat eine Erfahrungen mit schlechten Umsetzungen gemacht, speziell eine TV-Serie war wohl kompletter Mist, den Film den es mal gab war sogar ganz passable. Deshalb hat er nicht unbedingt damit gerechnet dass das ein Erfolg wird sondern eher mit dem Gegenteil und wollte sich davon distanzieren - bei den Erfahrungen wundert mich das auch nicht.
Ich weiß auch nicht wann der diese Vereinbarung getroffen hat. Ursprünglich war keine Fortsetzung seiner Bücher geplant, sondern eine Umsetzung des ersten Buches, was schonmal eher nach schnellem Cash-Grab aussieht.
Deshalb: ja hinterher ist man immer schlauer und das weiß er auch, aber in seiner damaligen Situation kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Die Hexer-Bücher sind meine Liebingsbuchreihe, aber ohne das erste Spiel hätte ich sie wahrscheinlich nie entdeckt (und mehr als die ersten zwei Bücher auf deutsch erschienen).

Rumi 18 Doppel-Voter - 10115 - 25. März 2017 - 14:14 #

naja vlt. kann er nach anfragen noch ein paar Bücher rausbringen, falls er das wöllte. Würden sich vermutlich ganz gut verkaufen

euph 27 Spiele-Experte - P - 85053 - 25. März 2017 - 14:42 #

Er bereut doch eher den Verkauf zum Fixpreis und nicht den Verkauf an sich.

Jonas S. 20 Gold-Gamer - P - 20686 - 25. März 2017 - 14:51 #

Verstehe das Problem nicht. Er hat nicht an einen Erfolg geglaubt und eine Gewinnbeteiligung abgelehnt, dafür bekam er eine feste Summe.
Ich denke aber das er durch die Witcher-Spiele auch viele Gamer gibt die sich dafür die Bücher gekauft haben was wiederum zu unerwarteten Mehreinnahmen geführt haben.
Nachdem ersten Witcher habe ich mir einige Hexer-Bücher gekauft.

Extrapanzer 16 Übertalent - P - 5677 - 25. März 2017 - 15:08 #

Ach, und für die ganzen Bücher und Übersetzungen, die sich im Windschatten eines Hits wie Witcher 3 verkaufen, bekommt er auch kein Geld mehr?

Lorin 16 Übertalent - P - 5615 - 25. März 2017 - 15:15 #

Das wollte ich auch grade anmerken. Vielleicht wird das im vollständigen Interview ja auch angesprochen.

Hyperbolic 18 Doppel-Voter - P - 12064 - 25. März 2017 - 16:15 #

Es war einmal ein Mann namens Bill Gates, der verkaufte zu einem Festbetrag BASIC an die Firma Commodore. Diesen Fehler wiederholte er bei IBM nicht.

Freylis 20 Gold-Gamer - 23119 - 25. März 2017 - 16:18 #

Ja, no shit! Das würde ich auch bereuen, in beiderlei Hinsicht. Sowohl seitens kreativer Kontrolle, als auch in rechtlich-finanzieller Hinsicht. So etwas sollte man niemals tun. Und selbst, wenn man bei der Vertragsbindung $5000 für den verdammten Rechtsanwalt bezahlt. Das ist es absolut wert, damit man bei kreativen Vollentgleisungen anderer Content Creators sein Veto einlegen kann und an jedem Verkauf und Merchandising weiter mitverdient. --- Aber natürlich ist er selbst Schuld, dass er das schnelle Geld wollte und langzeitliche Royalties abgelehnt hat. OMG! Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Okay, ich weine dann mal und lade ihn gelegentlich auf einen Drink ein. Arme Sau...

malkovic 14 Komm-Experte - - 2695 - 25. März 2017 - 17:14 #

Hm, die Sache ist ne zweischneidige Münze. Autoren einer beliebigen Vorlage, die in den Job eines Zweit-/Dritt-/Viertverwerters reinschwätzen, sind, soweit ich weiß, nicht eben gerne gesehen und machen das Ergebnis auch nicht unbedingt besser. Viele-Köche-Schlechter-Brei-Situation und so (GOT mag da eine Ausnahme sein).
Aber ne Gewinnbeteiligung sollte man schon machen, war ziemlich dämlich von Sapkowski, zugegeben.

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 25. März 2017 - 18:09 #

Warum Schriftsteller kein Mitspracherecht bei Filmen haben sollen, hat King ja mehrfach bewiesen. ;-)
Natürlich gibt es Ausnahmen, aber auch GRRM schau nur darauf, daß der Rahmen grob eingehalten wird, was wahrscheinlich die beste Möglichkeit ist.

Das er bei der Wahl einer kleinen Summe und Gewinnbeteiligung oder einer höheren festen Summe, sich für letzteres entschieden hat, ist aber nicht oder nur rückblickend dämlich.
Man darf nicht vergessen wie die Situation war (und eigentlich heute noch ist): Seine Romane waren nur im slavischen Raum erfolgreich und waren darüberhinaus gescheitert. CDP war damals nur ein regionaler Verleger und Übersetzer von Spielen. Ich vermute mal, daß der Markt für die üblichen Verdächtigen zu klein / uninteressant war. CDP hatte noch keine Erfahrung als Entwickler und auch GOG gab es noch nicht, während fast alle großen Spiele aus dem Westen kamen / kommen.

Wenn man jetzt noch weiß, daß CDP am ersten Witcher bankrott gegangen ist, sah es in der Tat so aus als hätte Sapkowski die richtige Wahl getroffen. Erst seit dem zweiten Teil (und da wäre noch die Frage ob die andere Option überhaupt dazu geführt hätte) kann man kommerziell diese Entscheidung rückblickend als falsch ansehen.

malkovic 14 Komm-Experte - - 2695 - 25. März 2017 - 19:43 #

Zugegeben, dämlich ist nen hartes Wort. Allerdings kann man sicher auch im slavischen Raum, außerhalb des "Westens", gewiss ne ordentliche Stange Geld verdienen.

Dank dir für die Hintergrundinfos, die kannte ich nicht.

Allgemein gesehen würde hierzulande ein mittelmäßig bekannter Autor die Zweitrechte an seinem Werk vermutlich trotzdem nicht für einen Pauschalbetrag in alle Zukunft abtreten.

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 25. März 2017 - 21:05 #

Zum Geld gibt es nun 3 Aussagen: Sapkowski redet von einem großem Sack Geld ("Well they brought a big bag of money!") und CDP redet von keinen großem Geldbetrag ("wasn't a huge amount of money").
Gut das ist nun sicherlich eine Frage des eigen Kontostandes, aber sagen wir einmal das Angebot war 50.000 €uro oder 10% vom Gewinn. Ich weiß nicht wie ein "mittelmäßig bekannter deutscher Autor die Zweitrechte an seinem Werk" entscheiden würde, ich weiß aber wie ich alte Krämerseele entscheiden würde.

"I was stupid enough to sell them rights to the whole bunch," he says. "They offered me a percentage of their profits. I said, 'No, there will be no profit at all - give me all my money right now! The whole amount.' It was stupid. I was stupid enough to leave everything in their hands because I didn't believe in their success. But who could foresee their success? I couldn't."

Ich halte den vorletzten Satz für den Interessantesten: Warum kommen ein Nichtspieler wie Sapkowski und ich zu dem gleichem Schluss?

malkovic 14 Komm-Experte - - 2695 - 26. März 2017 - 10:03 #

50.000 Euro sind für einen mittelmäßig bekannten deutschen Autor ganz grob 50.000 verkaufte Taschenbücher. Anders gesagt: Ein solcher Festbetrag wäre schon ne Hausnummer. Und sicher keine leichte Entscheidung.

Trotz allem würde ich mich vermutlich dagegen entscheiden, alle Rechte auch für zukünftige Werke abzutreten. Es ließe sich auch sicher ein Mittelweg aushandeln.

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 26. März 2017 - 19:10 #

Solche Mittelwege sehen meiner Erfahrung nach (und damit weit weg dem Gebiet der Rechteverwertung. Damit hatte ich nur einmal etwas zu tun) selten gut aus. Selbst eine Lösung wie 25.000,- €uro und 5% Gewinnbeteiligung, heißt am Ende des Tages die anderen 25.000,- zu verwetten.
Die Rechte nur für ein Spiel zu vergeben, eröffnet wie die alternative Realität, ob es die anderen Teile überhaupt gegeben hätte, würde aber sicherlich den Geldbetrag deutlich schmälern.

Ich möchte mal ein anderes Beispiel geben: Nolan Bushnell hatte 1976 die Chance für 50.000 US - Dollar ein Drittel von Apple zu erweben. Die Firma war jung und Bushnell hatte Atari gerade für 28 Millionen an Time Warner verkauft. Nolan lehnte ab, Apple wurde 1977 eine Kapitalgesellschaft und Mike Markkula bekam für 250.000 US - Dollar 26% der Unternehmensanteile und der Rest eine andere Geschichte.
Auch da gibt es heute Leute, die Nolan Bushnell Dämlichkeit unterstellen.

Sven Gellersen 22 AAA-Gamer - - 34165 - 25. März 2017 - 16:59 #

Der Erfolg war ja in keiner Weise abzusehen, insofern war an Sapkowskis Entscheidung damals absolut nichts verkehrt. Es ist halt "dumm gelaufen", das passiert.
Andererseits haben die Bücher durch den Erfolg sicherlich auch einen gewissen Aufwind bekommen, insofern ist doch am Ende alles in Butter.

Jamison Wolf 18 Doppel-Voter - P - 10729 - 25. März 2017 - 17:30 #

Gibt bestimmt auch den einen oder anderen der damals Apple Aktien verscherbelt hat und jetzt nur noch ein Hobby pflegt: Kopf, Tisch, Kopf Tisch. :)

Aber ich mach mir jetzt keine großen Sorgen um den Mann, scheint doch Talent - da kann man doch was neues erschaffen und seine Büchers und Co. sind ja auch noch da. Also kein Hungertot in nächster Zeit zu erwarten.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30667 - 25. März 2017 - 18:32 #

Er könnte sich einen Künstlernamen geben. Christian Daniel Project - dann steht über den nächsten Witcher-Romanen C.D. Project und er braucht keine Angst mehr haben, dass sich später niemand an den Namen des Autoren erinnert :P .

Elfant 23 Langzeituser - P - 41403 - 25. März 2017 - 18:37 #

Ja das wäre eine Möglichkeit. Vor allem da man sich als Westler diese slavischen Namen ehe nicht merken kann.

Jonas S. 20 Gold-Gamer - P - 20686 - 25. März 2017 - 19:03 #

Weil Sapkowski so schwierig ist. Das könnte auch glatt als deutscher Nachname durchgehen.

Hyperbolic 18 Doppel-Voter - P - 12064 - 26. März 2017 - 8:11 #

Alter polnischer Landadel der während des Kohlebooms vor 150 Jahren ins Ruhrgebiet gezogen ist.

Labolg Sremag 13 Koop-Gamer - 1771 - 27. März 2017 - 14:09 #

Ohne Scheiss, hat man die Bücher gehört/gelesen und dann die Witcher Spiele erlebt dann könnte man meinen es stammt aus der gleichen Feder. (das letzte Buch in dem es um das verschwinden von Ciri geht ist am Ende leider arg/zu fantastisch)

CD Projekt bzw. dessen Autoren haben ein wahrhaft prächtiges Werk geschaffen, nur hätte ich bei einem Kumpel nicht die Kurzgeschichte zum 1. Spiel auf dem Stuhlgang gelesen dann hätte ich Das Spiel sicher nie angefangen oder nach 20 min deinstalliert.

the Witcher 1 hatte wirklich eine grausam umständlich und anstrengende Bedienung und getragen wurde das komplette Spiel von einer großartig präsentierten Story.
Die tolle Story, die super geschriebenen Dialoge, die Charaktere und die perfekte Deutsche Synchro in allen Teilen ist was the Witcher ausmacht.
Schade natürlich dass Herr Sapkowski sich mit dem Geldkoffer zufrieden gab und es nicht als Ansporn sieht neue Geschichten zum Hexer zu schreiben... SEIN PECH, bzw. er hat es wohl nicht mehr nötig!

marpieters84 14 Komm-Experte - P - 1811 - 27. März 2017 - 22:02 #

Als ich das erste mal Screenshots von The Witcher gesehen habe, dachte ich es handle sich um einen "Legacy of Kain: Blood Omen" Klon. Aber es sah sehr interessant aus (das mal so am Rande)
Als ich das Spiel dann irgendwann erwarb, hab ich mir die ersten beiden Kurzgeschichten-Bände gekauft. Und gleich darauf die ersten übersetzten Romane dazu. Die Figuren sind einfach genial.
Ich gebe zu ich hatte nie viel Fanatsy gelesen, aber die Sapkowski Welt ist so "dreckig". Die Zwerge fand ich immer am besten und die sind im Spiel super getroffen. Diese Rumflucherei, herrlich witzig.

Im allgemeinen finde ich es (als dann gewachsenen Hexer Fan) genial das die Entwickler die Story fortsetzen statt sie nachzuerzählen. Da der Ton der Bücher voll getroffen wird ist das wirklich grandios.
Furchtbar fand ich das bei "Metro 2033". Das Buch hatte ich vorher gelesen. Darum hab ich das Spiel nach ein paar Stunden abgebrochen, da ich die Handlung schon kannte (zumindest bis zu dem Punkt bis zu dem ich gespielt hab)