Wo sind die Schmuddelkinder? Meinung

Mick Schnelle trauert um sein Image

Mick Schnelle / 14. Oktober 2017 - 11:13 — vor 1 Jahr aktualisiert
Mancher fragt sich: Wieso haben Telefone keine Wählscheibe mehr, dafür aber einen Akku, der immer leer ist? Und warum finde ich meine geliebten „Raider“ nicht mehr im Regal? Mick Schnelle fragt sich etwas ganz ähnliches.
Anfuehrung
Achtung! Achtung! Es folgt eine „Früher war alles besser“-Kolumne von Mick Schnelle. Soll keiner sagen, er wäre nicht gewarnt worden.
 
Die Bundestagswahl ist vorbei, doch die eigentliche Katastrophe ist schon einige Wochen davor eingetreten. Kanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich eröffnete die Gamescom in Köln, unsere schönste und größte Spielemesse in Reichweite. Und am Ende des Monats kommt es nochmal fast genauso dick: Ilse Aigner, immerhin stellvertretende Ministerpräsidentin von Bayern und Wirtschaftsministerin, eröffnet die Making Games Conference auf den Medientagen in München. Wer die Making Games Conference nicht kennt: Dort reden ansonsten Spielebrancheninsider über Bracheninsiderisches.
 
Das ist gleich zweimal hohe Politik in einem Bereich, der noch vor gar nicht allzu langer Zeit von der Politik als Minenfeld mit Bäh-Charakter weiträumig gemieden wurde. So hielt etwa der fürs Sujet zuständige Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt weiträumig Abstand, als es um die Jurybesetzung für den Deutschen Computerspielpreis ging und schickte stattdessen seine Staatssekräterin Dorothee Bär. Altkanzler Schröder forderte mit bekannter Basta-Geste in seiner Amtszeit einst die Indizierung von 3D Shootern, bevor er dann mitten in einem Expertengespräch zum Thema darüber informiert wurde, dass Counter-Strike am selben Tag ausdrücklich nicht indiziert worden war.
Das waren die Zeiten, als die Videospielewelt noch in Ordnung war.

Ja, das waren die  Zeiten, als zumindest die Computer- und Videospielewelt noch in Ordnung war. In Ordnung? Ich gehe mal, wie bereits oben angedroht, in der Zeit zurück und erinnere mich daran, wie schön es war, als ich, es muss so um 1980/81 herum gewesen sein, in der Spielhalle oder später auch am heimischen Rechner Bits und Sprites flitzen ließ. Wer das damals in aller Öffentlichkeit zugab, landete schneller, als man „Pac Man“ buchstabieren konnte, im sozialen Abseits der bemitleidet-suspekten Nerds. Obwohl das Wort zumindest hierzulande noch völlig unbekannt war. Einigen wir uns deshalb auf Sonderling oder Eigenbrötler. Jemand, der sich mit einer Handvoll Parkaträgern die Schulhofecken mit Hard-Rock-Fans (so nannte man die damals noch) teilte. Herrlich!
 
Und das war toll! Man gehörte zu einer verschworenen Clique, redete über Dinge, die der Rest nicht verstand, und las Magazine, von denen die anderen noch nie gehört hatten. Das Beste daran: Irgendwann entdeckte der Lehrkörper das neue Feindbild, reihte es feinsäuberlich zwischen Horrorvideos und Comics ein, und nutzte fortan jede Möglichkeit, gegen die Gefahren des elektronischen Spiels zu wettern.
 
Während wir von simplen Taschenrechnerspielen allmählich den Weg hin zum C64 und darüber hinaus fanden, setzten Jugendschützer und Lehrertum zum Großangriff an. Das Synonym dafür war die BPjS, also die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, die fortan nicht nur die Platten der Ärzte oder Horrorvideos indizieren durfte, sondern auch schwer gefährlichen Spielekram wie Blue Max oder Raid over Moscow.
 
Einen größeren Gefallen hätte man uns gar nicht tun können! Mann, waren wir cool (selbst dieses Wort war damals noch ungebräuchlich), wenn wir mal wieder mit einem 10er Pack 5,25 Zoll Floppies nach Hause kamen, um nachzugucken, welche Schätze uns der allgegenwärtige Raubkopientausch eingebracht hatte. Mit ein wenig Glück fand sich auch indiziertes Zeug dabei. Der Abend war mit Chips und Beachhead gesichert. Meine Eltern guckten besorgt.

Auch über die kommenden Jahre blieb dabei das Schmuddelkinder-Flair erhalten. Mit schöner Regelmäßigkeit wurden Spiele indiziert oder gar beschlagnahmt. Wer wie ich den Ekel des Münchner Staatsanwalts gesehen hat, als er 1995 unsere Büros beim Joker Verlag durchwühlt hat, kann sich die Überwindung vorstellen, die der arme Mann bewältigen musste, bei „denen da“ (O-Ton) eine Durchsuchung zu veranstalten. In der Layoutabteilung verstieg er sich sogar zu einem „Was Pornografie ist, bestimme ich!“, das Mortal Kombat-Poster an meinem Arbeitsplatz konnte unser Verlagsanwalt nur mit Mühe retten. Aber mal ehrlich, das Ganze hat uns auch mächtig Spaß gemacht. So ähnlich fühlten sich wohl auch Atomkraftgegner, wenn der Wasserwerfer anrückte.
 
Die Schmuddelkinder sind genauso weg wie die Anti-Atomdemos

Aber 2017? Da ist das Schmuddelkinderimage genauso weg, wie es die Anti-Atomdemos sind. Polizei in den Redaktionsräumen habe ich das letzte Mal vor 15 Jahren bei GameStar erlebt, als der Pressesprecher der Münchner Polizei zum gemütlichen Plausch vorbeikam. Eltern spielen tatsächlich mit ihren Kindern aktuelle Spiele. Wüste Beschimpfungen durch Hersteller nichtdigitaler Konkurrenzprodukte auf der Nürnberger Spielwarenmesse sind heute komplett undenkbar. Wo sind unsere Ecken und Kanten hin? Wo unser liebgewordenes Image als potentielle Amokläufer, das Innenminister de Maizière als politische Nebelkerze zuletzt 2015 noch einmal herbeibeschwor?

Als Videospiel-Nerd lege ich Wert auf den Ruf eines verschrobenen Sonderlings! Was soll diese plötzliche Akzeptanz durch die hohe Politik? Was werte Politiker, haben wir euch denn bloß getan? So ähnlich müssen sich die Freunde der Schwermetallfraktion fühlen, würde Heino in Wacken auftreten. Obwohl… ups… ist ja schon passiert. Aber was, wenn die Düsterszene regelmäßiger Gast beim samstäglichen Silbereisenfest wäre?
 
Ich merke schon, die Spielebranche ist nicht allein bedroht. Mittlerweile ist alles irgendwie mit jedem verbandelbar, alle mögen und respektieren letztlich alles, Aufregung ist Mangelware. Dabei droht dieses „alles“ in der Beliebigkeit zu versinken. Und das gilt nicht nur für mein Hobby, sondern inzwischen auch für die hohe Politik. Da schließt sich der Kreis. Merke(l): Jamaika ist mittlerweile überall. Schön finde ich das nicht.

Euer Mick Schnelle
Abfuehrung
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Mick Schnelle 14. Oktober 2017 - 11:13 — vor 1 Jahr aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 378809 - 14. Oktober 2017 - 11:14 #

Viel Spaß beim Lesen!

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 14. Oktober 2017 - 11:21 #

Da unter der News der Name Jörg Langer steht, dachte ich im ersten Moment, dass die Überschrift auf das Teaser-Bild gemünzt war.
Jetzt kann ich drüber schmunzeln, vieleicht war das ja auch so gedacht.
:)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 378809 - 14. Oktober 2017 - 11:23 #

Nein, habe vergessen, Mick einzutragen, das ist alles.

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 14. Oktober 2017 - 11:27 #

Ich weiß!
:)

Ist ansonsten ein wirklich sehr schöner Meinungskasten, habe es genossen, das alles zu lesen und zu erinnern.

Blacksun84 18 Doppel-Voter - - 9673 - 14. Oktober 2017 - 11:30 #

Ich musste schmunzeln. Wenn ich mich mit älteren Kindern von Freunden unterhalte, bemerke ich auch öfters, dass mir irgendwie so ab und an das klassisch nerdige am Hobby fehlt, was noch in den 90ern dafür sorgte, dass der Satz "Ich spiele Computer- und Videospiele." gerade bei den Mitschülerinnen als "Ich bin ein uncooler Idiot und ein Kellerkind." ankam, womit die Beziehungschance in etwa auf 0% sank. Heute hingegen spielen alle Menschen irgendwie, sogar die Mädels und meine Frau findet es ok, wenn ich abends zocke und sie dabei liest.

Haben eigentlich heutige Kiddies noch Hobbys, die ähnlich merkwürdige Reaktionen hervorrufen? Ich habe den Eindruck, die Kiddies hören die Musikgenre, die wir schon gehört haben, sie spielen Computer- und Videospiele, schauen Serien und manche Anime und lesen Mangas. Etwas eigenes gibt es da anscheinend nicht mehr.

PS: Aber vielleicht stimmt dein letzter Satz, Mich, dass eben in der heutigen Zeit in manchen Teilen der Gesellschaft und medial sowieso alle Ecken und Kanten abgehobelt wurde. Alles ist irgendwie ok, da gibt es keine Reibungspunkte mehr, außer vielleicht politisch.

MrFawlty 17 Shapeshifter - P - 8372 - 14. Oktober 2017 - 11:44 #

Es gibt da so einige gruselige Bäh-Dinge, wie ich neulich mal wieder gelernt habe.
Ab 22:14 (Adi vs Julian Bam):
https://www.zdf.de/comedy/neo-magazin-mit-jan-boehmermann/neo-magazin-royale-mit-jan-boehmermann-vom-5-oktober-2017-100.html

Blacksun84 18 Doppel-Voter - - 9673 - 14. Oktober 2017 - 12:56 #

Man selbst kann sich doch einfach ins Abseits stellen: Afd und CSU gut, Grenzen zu, Lügenpresse. Sowas sollte reichen. ;-)

Sven Gellersen 21 Motivator - P - 30807 - 14. Oktober 2017 - 12:34 #

Naja, was Videospiele früher waren, sind heute wohl Auswüchse des Social Media. Apps wie Snapchat und co. sind mir ähnlich suspekt, wie es unser Hobby für Eltern in den 80ern und 90ern war.

Sp00kyFox 19 Megatalent - 13109 - 14. Oktober 2017 - 12:54 #

ich gehe sogar noch weiter und sage soziale netzwerke sind mir suspekt. ist an mir völlig vorbeigegangen und wird lustigerweise (oder gerade deswegen) in meinem IT-geprägten umfeld auch nicht wertgeschätzt.

Spiritogre 19 Megatalent - 13241 - 14. Oktober 2017 - 15:33 #

Dabei nutzt du mind. zwei davon praktisch täglich, nämlich GG und GS.

Sp00kyFox 19 Megatalent - 13109 - 14. Oktober 2017 - 15:47 #

nur handelt es sich bei GG und GS nicht um soziale netzwerke.

Spiritogre 19 Megatalent - 13241 - 15. Oktober 2017 - 17:50 #

Was sind Foren und Kommentarsektionen denn dann?

Sp00kyFox 19 Megatalent - 13109 - 16. Oktober 2017 - 10:53 #

kommunikationsplattformen. wenn du die alle als soziale netzwerke bezeichnen willst, trivialisierst du damit den begriff.

ganga Community-Moderator - P - 19680 - 14. Oktober 2017 - 20:54 #

Ja stimmt, GG und Snapchat sind ja im Prinzip das gleiche.

Pomme 17 Shapeshifter - P - 7091 - 18. Oktober 2017 - 10:35 #

So wie Facebook, Twitter und Snapchat auch alle mehr oder weniger gleich sind?

guapo 18 Doppel-Voter - 11412 - 18. Oktober 2017 - 12:52 #

Foren gibt's halt 25 Jahre länger als den Begriff social media/networks

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 18. Oktober 2017 - 13:15 #

Dann beziehe Dich doch gleich auf die Mailinglists.

guapo 18 Doppel-Voter - 11412 - 18. Oktober 2017 - 17:48 #

ich denke da noch an Steinplatten

Dennis Hilla Redakteur - 62892 - 15. Oktober 2017 - 15:15 #

Soziale Netzwerke würde ich die jetzt nicht nennen. Auf Medien mit sozialer Komponente könnten wir uns einigen :D

Green Yoshi 21 Motivator - P - 27143 - 14. Oktober 2017 - 15:23 #

Mir sind so Sachen wie Snapchat und Instagram einfach nur egal. Wüsste nicht was daran suspekt sein sollte. Twitter und Facebook nutzt ich schon seit über sieben Jahren, aber da ist ja auch der Altersschnitt ein ganz anderer.

Green Yoshi 21 Motivator - P - 27143 - 14. Oktober 2017 - 15:20 #

Also im Vergleich zu den 80ern waren die späten 90er und 2000er doch echt harmlos, was die Akzeptanz unter Altersgenossen anging. Spätestens mit der PlayStation wurden Videospiele auch in der breiten Masse der Jugendlichen cool.

Blacksun84 18 Doppel-Voter - - 9673 - 14. Oktober 2017 - 16:46 #

Nicht in meiner Umgebung Ende der 90er als Teenager.

Simonsen 16 Übertalent - 4563 - 15. Oktober 2017 - 12:51 #

Zeitlich kann ich es auch schwer einsortieren, aber die Playstation hat in meiner Wahrnehmung schon stark dafür gesorgt, Games aus dem Bereich Nerds (PC Games) und Kinderkrams (Nintendo & Sega) raus zu holen.

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 14. Oktober 2017 - 21:52 #

Das sehe ich ähnlich, nur wurde es dem Gameboy schon besser und mit den Killerspielen dann noch einmal schlimmer.

Jac 17 Shapeshifter - P - 8494 - 14. Oktober 2017 - 11:32 #

Die "gute alte Zeit" verklärt sich immer von alleine, aber das ist auch ganz gut so. Schöner Text, hat Spaß gemacht ihn zu lesen!

Jahnu 14 Komm-Experte - P - 2287 - 14. Oktober 2017 - 11:34 #

Ich kann das schon gut nachvollziehen, auch in meiner Schulzeit ein ganz kleines Stückchen später waren "wir" - inzwischen ein größerer Teil des Jahrgangs - in einige aufgeregte Diskussionen mit unseren Lehrern verstrickt, nachdem es den ersten Amoklauf an einer Schule angeblich wegen CS gegeben hatte. Das waren noch Zeiten ;)

defndrs Game Designer - P - 1280 - 14. Oktober 2017 - 12:08 #

Gestern habe ich auf Wikipedia gelesen, dass mein absolutes Lieblingsspiel "The Chaos Engine" ein paar Jahre nach Release in Deutschland auf den "Index für jugendgefährdende Schriften" gesetzt wurde. The Chaos Engine. Ein absolutes Meisterwerk in hervorragendem, kreativem Setting mit herausragender Pixel-Art, welches ganz einfach in ein Museum gehört, damit es sich noch MEHR Menschen anschauen könnten. Ja der Index.

zfpru 16 Übertalent - P - 5623 - 14. Oktober 2017 - 12:10 #

The Chaos Engine war super damals.

Elton1977 19 Megatalent - P - 17957 - 14. Oktober 2017 - 12:24 #

Zum Glück steht es da nicht mehr drauf, ist inzwischen über Steam erhältlich und übrigens auch 1a-spielbar.

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 14. Oktober 2017 - 12:29 #

Ich habe wegen der AeB - Folge: Insel des Schreckens meine Spieleliste für die 120 - Punkte - Metascore - Insel erstellt und war baff erstaunt bis erschreckt mit welchen Wertungen die PC - Neuauflage abgestraft wurde.

Epic Fail X 17 Shapeshifter - P - 6134 - 14. Oktober 2017 - 14:16 #

Verstehe ich auch nicht so recht.
Ja, die Remastered leidet unter Soundbugs und das Spiel ist insbesondere hinsichtlich der Steuerung nicht gut gealtert (Twin-Stick-Shooter mit nur einem Stick ausgelegt auf One-Button-Joysticks). Aber Spaß macht es immer noch, die Musik ist grandios, das Leveldesign zeitlos, die Grafik brilliert mit dem ganz eigenen und einzigartigen Bitmap Brothers-Stil und nach Secrets suchen hält einen bei der Stange.

defndrs Game Designer - P - 1280 - 14. Oktober 2017 - 16:15 #

Das Problem bei der Steam-Edition ist, dass sie sich scheinbar weigern die paar verbleibenden Bugs zu fixen, obwohl die Spieler sie sogar schon explizit in eine Liste geschrieben haben. Und die sind relativ gravierend, machen das Original dann doch schon ziemlich kaputt. Insbesondere mit dem Bug beim Endbildschirm, einigen Sound-Inkonsistenzen usw. Was auch stört ist, dass sie die AGA-Variante für die Grafiken genommen haben. Ganz klar keine Fans/Spieler des Originals und obwohl diese Farbpalette sagen wir mal "offiziell" von den Bitmaps damals für das AGA-Release gemacht wurde, ist das doch definitiv nicht die Original "Vision" für das Spiel und sollte dann eher den Unterschied in den Farben wirklich nochmal "verdeutlichen". Die Palette ist stellenweise (beim Grün der Bäume zB.) regelrecht etwas unglücklich (geschmacklos nicht, unglücklich) und naja, ein top Release hätte schlicht beide Optionen angeboten. Das ist technisch locker (SERIOUSLY, LOCKER, I KNOW WHAT I'M TALKING ABOUT) drin und ich spiele mit dem Gedanken, die Tilesets selbst zu ersetzen. Allerdings so lange diese seltsamen Bugs drin sind und sich keiner von den groß dazu äußert muss ich als unterstützender Fan, der es sich direkt bei Release gekauft hat, sagen: so nicht, das ist respektlos dem großen Vorbild gegenüber und beschämend. Sowas macht man einfach nicht. Das ist wie Pac-Man releasen, der berühmte Glitch kommt schon nach einem Viertel der Level und Pac-Man ist braun. Macht man nicht, bei einem solchen Klassiker, der bereits nahezu perfekt war (Disclaimer: wenn Dir so etwas wie ungenaue Collision-Detection, überraschender Gegner-Spawn oder hakelige Steuerung auffallen - bist Du zu schwach, das Spiel ist 1A durchspielbar so wie's auf dem 500er schon war ;)).

Epic Fail X 17 Shapeshifter - P - 6134 - 14. Oktober 2017 - 17:46 #

Ach, deswegen kam mir die Farbpalette leicht merkwürdig vor. Es die von der AGA-Version. "der Bug beim Endbildschirm"? Hab gerade bei youtube die Enden verglichen und in der Remastered fehlt der Satz "The chaos is ending!". Meinst du das? Wäre natürlich ein Leichtes, das zu fixen, aber ein Weltuntergang isses nun auch nicht. Da finde ich die Soundbugs deutlich gravierender.
Steuerung finde ich voll Ok (mal vom fehlenden 2. Stick abgesehen), solange man das D-Pad nutzt und nicht den Fehler macht, auf den Analogstick auszuweichen. Genervt hat mich viel mehr der zu kleine Bildausschnitt bzw. die zu nahe rangezoomte Perspektive in Verbindung mit der in späteren Leveln doch flotten Geschwindigkeit der Figuren (inkl. der eigenen) und Projektile. Es hilft dann nur noch, sich Schritt für Schritt und mit Dauerfeuer vorwärts zu bewegen, da man hört, wenn man außerhalb des Bildschirms etwas trifft.
Oder aber man kennt das Level einfach in- und auswendig.
Ist es zu schwer? Früher bin ich nie weiter als Welt 1-3 gekommen, was nicht zuletzt daran lag, dass wir das Spiel immer im Co-Op gespielt haben. Und dann potenzieren sich die Probleme mit dem zu kleinen Bildausschnitt.
Heute hatte ich, auch dank des nach jedem Level angelegten Autosaves, relativ wenig Probleme mit dem Durchspielen. Ein weiteres Kindheitstrauma ad acta gelegt.

Inso 16 Übertalent - P - 4982 - 14. Oktober 2017 - 12:25 #

Haha, herrlicher Text. Eine BpjM-Indizierung war bei uns immer ein Gütesiegel - das waren noch Zeiten.

Woldeus 14 Komm-Experte - P - 2679 - 14. Oktober 2017 - 12:26 #

als spielender schwermetaller grinste ich bis zum ende des artikels.
aber wie immer, die zeiten ändern sich. was früher spieler waren, sind jetzt halt irgendwelche anderen minderheiteninteressen auf dem schulhof. ich habe zwar keine ahnung welche, aber die jugend wird sich wohl auch heute noch abgrenzen wollen :D

euph 26 Spiele-Kenner - P - 67065 - 14. Oktober 2017 - 12:28 #

>Als Videospiel-Nerd lege ich Wert auf den Ruf eines verschrobenen Sonderlings!

Aber Mick, den Ruf hast du doch immer noch, auch wenn Angie die Gamescom besucht und ich als Vater heute genau weiß, was mein Sohn so zockt.

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 20628 - 14. Oktober 2017 - 12:32 #

Gibt heutzutage genug andere Quellen, damit man sich als Spieler so richtig schmutzig und ausgegrenzt fühlen darf. Man erinnere an den Aufstand, als in Overwatch ein Charakter eine angeblich zu anzügliche Jubelpose hatte und ähnlichen Mist. Wer als Entwickler mal richtig kontrovers auf die Pauke hauen will, darf in seinem nächsten Fanatsy-RPG einfach keine Unisex-Toiletten einbauen oder den Zugang zur Gladiatorenarena ohne barrierefreie Rollstuhlrampen anlegen.

Blacksun84 18 Doppel-Voter - - 9673 - 14. Oktober 2017 - 12:59 #

Ich spiele ja nur Charaktere als weiße Männer. Hui, sowas reicht wohl schon zu einem Shitstorm. Gut, dass ich keine sozialen Netzwerke nutze.

steever 17 Shapeshifter - P - 8263 - 14. Oktober 2017 - 13:11 #

Alternativ reicht es auch aus, wenn du in Third-Person Spielen als Mann eine Frau spielst und somit Stunden damit verbringst ihr angeblich nur auf den Hintern zu schauen. Manch anonymen Kommentatoren hier würde es sogar ausreichen zu shitstormen, wenn du angeblich nur auf ihren Rücken starrst.

Blacksun84 18 Doppel-Voter - - 9673 - 14. Oktober 2017 - 13:25 #

Hm, wir sind also ein Fall für Kreuz, wenn wir einen weißen Mann spielen, weil weiß und Mann und wenn wir eine Frau spielen, werden wir ebenfalls genagelt, weil wir als Sexisten dieser auf den Arsch starren. Puh, zum Glück nutze ich wirklich keine sozialen Netzwerke.

Sven Gellersen 21 Motivator - P - 30807 - 14. Oktober 2017 - 14:57 #

Du könntest es noch mit einem transsexuellen Afroamerikaner oder sogar Afrikaner versuchen. Das mit der Sexualität musste Dir aber noch hinzudichten.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 2690 - 14. Oktober 2017 - 13:59 #

Auch ein schöner Rücken kann entzücken ;)

Also ganz ehrlich, das ist so ungefähr der Grund warum ich in 3rd-person-Spielen oft lieber einen weiblichen Charakter auswähle. Grad in Spielen wo es eher nebensächlich ist, sich mit seinem Charakter zu identifizieren. Wenn ich schon stundenlang von hinten oder schräg oben auf meine Spielfigur schauen muss, soll es wenigstens ein schöner Anblick sein. Man darf mich jetzt gerne Sexist nennen, das würde nur zu meiner Belustigung beitragen :P

Flitzefisch 17 Shapeshifter - P - 6497 - 14. Oktober 2017 - 14:58 #

Geht mir ähnlich ... ich würde mir merkwürdig vorkommen, stundenlang einem muskulösen Mann auf den Hintern zu starren, wer weiß, wie mich das auf Dauer schädigt? ;-)

Finde es schön, dass es bei immer mehr Spielen mittlerweile eine Wahlmöglichkeit gibt, so kann jeder spielen was er / sie / es mag. :o)

Pomme 17 Shapeshifter - P - 7091 - 16. Oktober 2017 - 9:05 #

Du Sexist!

Gern geschehen! :-)

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 16. Oktober 2017 - 9:11 #

Ich hoffe es ist jetzt noch in Ordnung und politisch unbedenklich, wenn ich mich auf Lost Ember freue. *grübel*

Jahnu 14 Komm-Experte - P - 2287 - 14. Oktober 2017 - 13:18 #

Ich verstehe, was ihr meint, lieber Sciron und lieber Blacksun84, möchte aber hinzufügen, dass es mindestens so einfach ist, einen Scheisssturm für vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu ernten, die auf der anderen Seite des politischen Spektrums verortet werden. Ich denke da an das sehr verspätete Baldur's-Gate-1-Addon Siege of Dragonspear, wo ein Nebencharakter zweieinhalb Dialogzeilen zu seiner Transsexualität hatte und deshalb das Spiel massiv abgewertet wurde, die Schreiberin bedroht und das Studio massiv angefeindet wurde.
...
Ich glaube, wir können uns ganz schnell darauf einigen, dass die Kommentarunkultur im Internet - abseits von GG - eine Neuerung im Vergleich zum Schmuddelkinderleben von früher ist, auf die wir hätten verzichten können.

Blacksun84 18 Doppel-Voter - - 9673 - 14. Oktober 2017 - 13:27 #

Das Traurige ist, dass homosexuelle Freunde Elemente, in denen ein Charakter zuerst uns als wildfremdem Charakter seine Sexualität erläutert, zum Kotzen findet. Kann ich verstehen, denn meine ersten Sätze bei neuen Menschen umfassen weder meine sexuelle noch politische oder relgiöse Einstellung. NPC in Spielen, die so designt werden, sind einfach mies designt und stinken arg danach, dass hier der Entwickler/der Publisher nur billig gute PR bekommen will.

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 20628 - 14. Oktober 2017 - 13:31 #

Die Baldur's Gate-Kontroverse hab ich gar nicht mitbekommen, aber ist natürlich genau so ein großer Bullshit. Es zeigt aber eben auch, dass heute immer noch "rumgeschmuddelt" wird, wenn auch auf einer anderen Ebene. Das ist eben nochmal eine ganz andere Qualität, als wenn die Mama ins Zimmer kam und rummault weil ich mich über Fatalities in Mortal Kombat begackere.

thepixel 15 Kenner - 3076 - 14. Oktober 2017 - 12:39 #

Meine Frau regt sich heute noch über die schlimmen Ballerspiele auf, die ich im Wohnzimmer spiele, obwohl es derzeit nur Zelda ist. Meine Mutter nennt mich Kellerkind, obwohl mein Büro längst im Erdgeschoss (d.h. mit Tageslicht!) ist. Mit meinen Kollegen und Kunden fachsimple ich wie früher auf dem Pausenhof. Ich würde sagen, bei mir ist die Welt noch in Ordnung.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 22958 - 14. Oktober 2017 - 14:38 #

Hah! Ich bin nicht alleine!

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 15. Oktober 2017 - 7:57 #

:) Sehr schön. Bei mir ist es ganz anders:

Meine Mutter hat Masters of Magic in allen Variationen durch und zockt mit ihren 74 gerade Skyrim.
Meine Frau spielt, meine Kinder spielen und das schlimmste: wir kommen auch noch völlig klar damit, wenn wir in unterschiedlichen Genres unterwegs sind.

Sozusagen voll beliebig, einfach alles gleich, Einheitsbrei, so dermaßen unschmuddelig. Wahrscheinlich noch aus der Mitte der Gesellschaft. Schlimmstenfalls sogar linke Konsolengutmenschen :)

thepixel 15 Kenner - 3076 - 15. Oktober 2017 - 10:08 #

Und auch diese Variante finde ich voll in Ordnung :D
P.s. Zur Ehrenrettung meiner Frau: Zusammen spielen wir auf der Switch Tetris und die üblichen Party Spiele.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 15. Oktober 2017 - 10:13 #

Oh sorry. Keine Ehrenrettung nötig. Meine Anzüglichkeit war natürlich nicht auf dich gemünzt, sondern auf den Tenor des Artikels ;)

euph 26 Spiele-Kenner - P - 67065 - 15. Oktober 2017 - 10:24 #

Dann machst du schon mehr als meine Frau. Mehr als ein paar mal Singstar und Just Dance mit meiner Tochter war da bisher nicht drin - sie kann, im Gegensatz zum Rest der Familie, leider gar nichts mit Games anfangen. Aber immerhin spielt sie gerne Brettspiele :-)

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 15. Oktober 2017 - 10:32 #

Schon mal ein paar Marioklassiker ausprobiert? Divinity OS macht zu zweit auch richtig Spaß. Aber Brettspiele sind durchaus eine tolle Multplayeralternative.

euph 26 Spiele-Kenner - P - 67065 - 15. Oktober 2017 - 10:58 #

Ne, klappt einfach nicht. Sie hat mal Disney Infinity mit meiner Tochter probiert, das hat sie schon überfordert :-)

Pomme 17 Shapeshifter - P - 7091 - 16. Oktober 2017 - 9:10 #

Ach, bei meiner Freundin hat es nur für einen Abend Snipper Clips gereicht, was ihr aber viel Spaß gemacht hat. Und sie suchtet auf dem Tablet Polytopia so intensiv, dass ich davon Abstand genommen habe, ihr jemals das große Vorbild Civilization näher zu bringen.

thepixel 15 Kenner - 3076 - 16. Oktober 2017 - 11:37 #

Snipperclips wäre aber auch ein Kandidat für einen Ehe-Gaming-Abend - danke für die Erinnerung ;)

Jamison Wolf 18 Doppel-Voter - P - 10379 - 14. Oktober 2017 - 12:43 #

Nerd gabs nicht, aber mit Freak wurde um sich geworfen. :)

Und, ja, was ist passiert? Wir wurden erwachsen und behandeln die jüngeren nicht wie aussätzige (ausser in MP-Shootern - aber da behandelt sowieso jeder jeden so).

Aber so richtig, richtig ... dieses "In der Mitte der Gesellschaft angekommen", isses auch ned.

Anyway, have fun, game on!

TSH-Lightning 20 Gold-Gamer - P - 21295 - 14. Oktober 2017 - 13:09 #

Die Schmuddelkinder sind noch da. Das mit den Politikern hat einzig und alleine nur mit dem Wahljahr zu tun. Keine Sorge, Merkel hat immer noch nicht das Neuland verstanden und verstärkt immer noch Flüchtlingswellen mit Smartphoneselfis. Der Computerspielpreis soll trotzdem am liebsten an ein kinderfreundliches Heileweltspiel gehen. Nach dem nächsten Amoklauf wird wieder mit erschrecken festgestellt, dass der/die Täter*innen ja Killerspiele im Steam-Acount hatten. Die SJWs werden weiterhin jeden an den Pranger stellen, der nicht die neuste "Genderstudie" zum Spiel X unterstützt, welcher feststellt, dass alle weiblichen Entwickler benachteiligt werden und alle männlichen Gamer sexistische Schweine sind.

Also ich finde auch, dass damals alles besser war, wo wir zwar bei den Mädels nicht angesagt waren, uns aber am WE auf der LAN prächtig unterhalten haben, wären unter der Woche beratschlagt wurde wer sich das neuste Spiel kauft und dann die CDs brennt.

PS: Wer kennt es nicht mehr als RTL, auf der GC, sich ein paar naive Leute geschnappt hat und danach die Interviews verstörend zu zuschneiden und als Beitrag unter "Alle Gamer stinken!" zu veröffentlichen.

Miggl 14 Komm-Experte - P - 2643 - 14. Oktober 2017 - 13:12 #

Schöner Artikel Mick - ABER:
Sind wir nicht alle selbst mit „Schuld“ daran? Was haben wir Werbung für unser Hobby gemacht, so dass sich andere dafür interessierten, wir haben es unseren Kindern beigebracht und damit in der Gesellschaft verbreitet und zum Massenmedium gemacht.

Wir haben uns über die Verurteilungen der Killer-Spiele gewehrt, unserem Freundes- und Familienkreis erklärt, dass es so nicht ist. Und letzten Endes auch an unserm Beispiel gezeigt, dass wir letztendlich doch nicht so verschroben sind.

Also: die Welt ist doch genau so wie wir sie wollten. Aber nächstes Jahr eröffnet Mick Schnelle die Gamescom. - das Wünsche ich mir. Naja eigentlich gehe ich da ja nicht hin, also doch lieber ein Treffen im Biergarten ;)

euph 26 Spiele-Kenner - P - 67065 - 14. Oktober 2017 - 15:07 #

>Aber nächstes Jahr eröffnet Mick Schnelle die Gamescom.

Bestimmt nur, wenn Helene Fischer kommt ;-)

ganga Community-Moderator - P - 19680 - 14. Oktober 2017 - 21:01 #

Das ist eben immer so die Nebenwirkung wenn ein Hobby aus der Nische kommt. Ich habe auch vor zehn Jahren schon Geocaching betrieben, die ersten Caches hab ich ohne irgendein GPS Gerät nur mit Hilfe der Online Karte gesucht. Inzwischen kennt fast jeder Geocaching, das Smartphone ist völlig ausreichend und das Hobby hat ein wenig seinen Reiz des Geheimen verloren.

Trollschoppe 08 Versteher - 210 - 14. Oktober 2017 - 18:36 #

Was für eine schnieke, dufte Kolumne die Mick super rausgemoscht hat :)
einfach keck : [Anthriscus sylvestris, syn.: Chaerophyllum sylvestre] Wild-Kälberkropf!

Q-Bert 17 Shapeshifter - 6173 - 14. Oktober 2017 - 13:36 #

Mick, ich werf Dir ein "Sugus, Sugus, Sugus von Surchard" zu und leg noch eine Packung Treets oben drauf :)

Anscheinend hatte ich das große Glück, in einer Klasse zu landen, wo fast jeder Junge einen C64 hatte. Es gab auch einige Atari 800 XL'er - und hey, die waren trotzdem nett, weil MULE auf dem Atari wirklich besser läuft. Sogar ein paar Zockerweibchen hatten wir und die waren definitiv nicht die hässlichsten. Beim Nachmittagsfussball durfte trotzdem JEDER mitspielen, selbst die, die im Sommer mit Arafatschaal rumliefen. Und mit International Soccer gabs sogar mal ein Klassenturnier statt Wandertag.

Die Sache mit der Polizei fand ich dagegen gar nicht lustig... Wer das Geheimnis des Zeileninterruptrequests überwunden hatte und verstanden hat, dass NOP (No Operation) der wichtigste Assemblerbefehl ist, um randloses Farbscrolling auf dem Brotkasten zu erzeugen, landete damals fast automatisch zusammen mit ein paar hochbegabten Musikern in "Crackergroups" mit lustigen Namen, die ihre Intros vor jedes Spiel gepackt haben *hust*. Und als dann die Staatsanwaltschaft anfing, den Teenies ihre Softwarekartons samt Rechner zu klauen, war das echt kein schönes Gefühl... Mich hat's zum Glück nicht erwischt, aber dass der Freiherr von und zu den Freitod gewählt hat, hab ich nie bedauert.

1. Kulturschock dann in England, wo jeder 5-jährige Sonntag morgens gewalthaltige Zeichentrickserien gucken durfte (HeMan! Thundercats!) und sogar die Spielhallen ein Ereignis für die gesamte Familie waren. Eigentlich war ich da, um Englisch zu lernen. Hab stattdessen Outrun durchgespielt. Natürlich mit Hydraulikchassis!

2. Kulturschock in Helsinki: Assembly 93 statt Interrail! Ganze Hallen voll mit Nerds aller Geschlechter, die über C64, Amiga und PC Intros in Extase geraten. Wusstest Du, dass in Finnland jeden Tag Sport auf dem Schulplan stand? Hunderttausend Höllenhunde, die Finninnen sind durchtrainiert, das hast du nich gesehen! So viele schöne Menschen bei SOLCH einer Veranstaltung. Und so offen für ausländische Fremdspracher... ähem.

Also Mick, nein, schmuddelige Sonderlinge waren wir nie! Zumindest international waren wir einfach nur der Zeit voraus ;)

zombi 13 Koop-Gamer - P - 1357 - 15. Oktober 2017 - 9:04 #

Sehr interessanter Beitrag, da kommen Erinnerungen hoch....

magnuskn 10 Kommunikator - 440 - 14. Oktober 2017 - 14:14 #

Oh Gott, da kam ja richtig ein Nostalgiegefühl auf. Außer das ich nicht die Laudatio habe ein Spielemagazinredakteur gewesen zu sein, habe ich da so ziemlich alles mit erlebt, auch wenn ich noch selbst gleich mit dem C64 angefangen habe (aber immerhin noch den C16 im Einsatz gesehen habe). Ich wunder mich echt, wie die Generation die jetzt heranwächst über unsere Steinzeiterlebnisse aus den 80'ern und 90'ern denken wird. :)

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 126758 - 14. Oktober 2017 - 14:29 #

Köstlich. Ja, kann ich nachvollziehen. :)

CBR 20 Gold-Gamer - P - 22958 - 14. Oktober 2017 - 14:38 #

Das erinnert mich an Großalarm von den Hosen ("Warum regt sich hier keiner mehr auf?"). Allerdings ist das auch schon älter.

Aber wenn Dir das fehlt, als Zocker ausgegrenzt zu sein, komm hier mal vorbei. Hier zählt nur Gaul. Sonst doof.

gamalala2017 (unregistriert) 14. Oktober 2017 - 14:38 #

Das war'n echt noch zeiten als dort ansonsten Spielebrancheninsider über Bracheninsiderisches geredet haben :D

0xDB 10 Kommunikator - 535 - 14. Oktober 2017 - 14:49 #

Ein Schöner Artikel, hat Spass gemacht ihn zu lesen.

Je schneller sich die Welt dreht und um so schneller Informationen ausgetauscht werden, desto schneller ändert sich die Gesellschaft und letztlich verschwimmt Alles zu einem grauen Brei von Banalität.

Alles ist banal, Nichts ist in irgendeiner Weise wirklich "anders" oder "besonders" oder gar "exklusiv" und identitätsstiftend. Wir sind alle einfach nur schrecklich normale Menschen mit den immer gleichen Grundbedürfnissen, ganz egal womit wir sonst noch unsere Lebenszeit vertrödeln und unabhängig davon wie hochkomplex oder simpel das ist.

In der Zukunft werden auch Kannibalen und die Politikerkaste noch ihren Schmuddelkindstatus verlieren und von der grauen Masse akzeptiert werden.

Hedeltrollo 19 Megatalent - P - 14711 - 15. Oktober 2017 - 9:11 #

Bei mir hat schon die Studienwahl zu Verschrobenheit geführt. Manchmal kann es so einfach sein.

Mal naiv nachgefragt: In einem Deutschland, in dem es über eine halbe Million Vereine gibt spricht man tatsächlich von einer grauen Masse?

Und in Wahrheit bin ich ein wenig traurig darüber, dass gerade jene nicht mit gesellschaftlichem Wandel zurecht kommen und Einheitsbrei beklagen, die verträumt auf die Zeit blicken, in der sie selbst die Sonderlinge waren und von "der Gesellschaft" nicht verstanden wurden.

0xDB 10 Kommunikator - 535 - 15. Oktober 2017 - 15:10 #

Wieso "beklagen"? Wer beklagt hier irgendetwas. Ich nicht. Ja Ok, der Artikel... deswegen wollte ich mit meinem Hinweis auf das Graue und Banale beschreiben, dass es keinen Grund zur Trauer gibt.

Wir sind alle gleich, wir SIND die Gesellschaft oder zumindest ein Teil davon und es ist meiner Meinung nach überhaupt nicht notwendig sich mit irgendetwas abzuheben oder für sich eine Sonderstellung darüber zu definieren, womit man seine Lebenszeit füllt.

Das braucht man möglicherweise nur dann, wenn man sein Glücksgefühl von äusseren Bewertungen abhängig macht und nicht das tut, was man selber wirklich tun will.

Man kan auch ganz als ganz "normaler" Mensch glücklich sein und es geht auch gar nicht anders, da ja nun mal Alles letztlich banal ist und Mensch nicht mehr als Mensch sein kann, wenn man all das schmückende Beiwerk weglässt. Der/die Einzige für den die Wahl der speziellen Ausprägung des Banalen und Grauen eine Rolle spielen sollte ist man selbst und vielleicht noch die Menschen im direkten Umfeld mit denen man das zusammen betreibt aber die "öffentliche" Meinung oder die Sicht darauf von Anderen(z.B. Politikern oder "der Gesellschaft") sollte Hupe sein.

Wir tun, was wir tun, weil wir es wollen, nicht damit Andere uns dafür bewerten, egal ob positiv oder negativ.

Mich macht das weder traurig oder verträumt. Ich finde diese Gedanken eher sehr befreiend und beruhigend. Es nimmt für mich den Druck heraus, irgendetwas zu "müssen" oder nach irgendeiner "Geltung" zu streben.

Cohen 16 Übertalent - 4608 - 14. Oktober 2017 - 14:56 #

Lieber Mick, probier es mal mit VR-Spielen.

Dann hält sich der Ruf eines verschrobenen Sonderlings noch ein paar Jährchen. ;)

Hedeltrollo 19 Megatalent - P - 14711 - 15. Oktober 2017 - 9:12 #

Dazu ist VR doch viel zu Mainstream. Igitt! In aller Munde! Wahrscheinlich sogar schon in der Tagesschau.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30303 - 15. Oktober 2017 - 12:50 #

Damit hat man den Ruf dann unter selbsternannten Coregamern während die doofe Welt da draußen VR total toll findet. Glaub mir, ich kenn das :P .

Jürgen 23 Langzeituser - P - 44280 - 16. Oktober 2017 - 14:57 #

Echt? Die Welt da draußen, die ich so wahrnehme, weiß überhaupt nichts von VR.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 16. Oktober 2017 - 18:31 #

Ist aber meist begeistert, wenn sie mal unter die Brille linst ;)

Jürgen 23 Langzeituser - P - 44280 - 16. Oktober 2017 - 20:48 #

Eben: wenn. Aber hier ging es um begeisterte Massen vs. stinkstiefelige Coregamer. Eine spontane Umfrage unter Kollegen und Familie hat ergeben: keiner hatte bisher eine solche Brille auf - und keiner hatte ein Bedürftnis danach.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 17. Oktober 2017 - 7:24 #

Als Gesprächsthema, in dem dann auch eine merkbare Faszination mitschwingt, kenne ich das schon. Als DAS Beispiel hätte ich es jetzt aber auch nicht genommen.

Mir fiele eher so was wie die Pokemon App ein, die bei "ernsthaften Spielern" nur verächtliche Bashereflexe hervorrief, während die halbe Welt begeistert mit dem Smartphone durch die Straßen lief - und tatsächlich mal unbefangen spielte.

Despair 17 Shapeshifter - 6180 - 14. Oktober 2017 - 15:05 #

Ihr habt damals alle gespielt? Ich hab' den C64 ausschließlich für die Schule gebraucht...^^

Bruno Lawrie 17 Shapeshifter - P - 7582 - 14. Oktober 2017 - 15:11 #

Haha, die Standardausrede. :-) Wobei ich das Ding tatsächlich als Latein-Vokabeltrainer und für Kurvendiskussion verwendet habe. Und indirekt um mein Englisch zu verbessern (auch wenn ich Begriffe wie Sword, Gauntlet, Dungeon, Tank etc. nie in der Schule gebraucht habe...). Aber man musste die Alibifunktion ja auch mal praktisch zeigen können. :-)

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 15. Oktober 2017 - 8:36 #

Später bei den freien Aufsätzen war es dann aber schon sehr hilfreich. Der Lehrkörper wunderte sich nur zuweilen, woher man diese merkwürdigen Wörter kannte.... und warum jene die einzig richtig geschrieben Wörter waren. Die Antwort war natürlich, daß der Parser sie sonst nicht erkannte.

euph 26 Spiele-Kenner - P - 67065 - 15. Oktober 2017 - 8:42 #

Hab die ganzen Adventures auch nur zum Englisch lernen gespielt;-)

Bruno Lawrie 17 Shapeshifter - P - 7582 - 14. Oktober 2017 - 15:09 #

Ich bin froh, dass Spiele heute Mainstream sind. Hat natürlich auch Nachteile wie ein gewisses Streamlining der TripleA-Titel, aber die Vorteile überwiegen doch deutlich.

Den Zeiten, die Mick beschreibt, trauere ich ganz sicher nicht hinterher.

Interessant finde idch übrigens, dass in der Zeit, wo Spiele noch einen gewissen Nerd-Charakter hatten, viele Werbespiele existierten, v.a. auf dem C64 und unter DOS gab es da recht viel. Heute, wo Spiele ein etabliertes Massenmedium sind, sind Werbespiele selten geworden. Schon komisch. Aber liegt vermutlich an den erheblich gestiegenen Kosten heutiger Titel.

Zu "Stranger Things" gibt es übrigens für mobile Systeme mal wieder ein Werbespiel. Lustigerweise ausgerechnet eine Serie, die in den 80ern spielt. :-)

guapo 18 Doppel-Voter - 11412 - 14. Oktober 2017 - 15:41 #

Es ist nicht Akzeptanz der Politiker, sondern Wahlkampf. Das Thema Digital hat keiner begriffen und die Kanzlerin schon gleich dreimal nicht. Wer leidensfähig genug ist: Initiative EGovernment (http://www.sueddeutsche.de/digital/aktionsplan-deutschland-online-merkel-setzt-auf-egovernment-1.625790) von 2010. Gerade erst hat sich Merkel wieder einmal von Ostblockstaaten vorführen lassen ...

guapo 18 Doppel-Voter - 11412 - 14. Oktober 2017 - 16:00 #

Weils so gerade aktuell ist:
CDU verwechselt Rauchmelder mit WLAN:
https://twitter.com/CDUNRW_Fraktion/status/918757525188694017/photo/1?

GS Leser (unregistriert) 14. Oktober 2017 - 16:21 #

Wann gibt es eigentlich mal wieder ein aktuelles Bild von Mick? Das ist doch schon viele Jahre alt

Lexx 15 Kenner - 3660 - 14. Oktober 2017 - 17:22 #

Die Zeit damals hat mich so geprägt, dass ich selbst heute noch niemals in der Öffentlichkeit über Computerspiele und Co. rede.

Jac 17 Shapeshifter - P - 8494 - 15. Oktober 2017 - 0:08 #

Erstaunlicherweise geht es mir ähnlich, ich vermeide es auch. Wobei ich bei komischen Kommentaren gerne auf die Modelleisenbahner verweise, das ist finde ich gut vergleichbar.

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 15. Oktober 2017 - 0:56 #

Was ist mit uns Modelleisenbahnern?

Jürgen 23 Langzeituser - P - 44280 - 15. Oktober 2017 - 3:27 #

Erste Reaktion des Gegenübers (zumindest gedacht): "In DEM Alter?"

Green Yoshi 21 Motivator - P - 27143 - 15. Oktober 2017 - 8:34 #

Sind die nicht sündhaft teuer und hat nicht Horst Seehofer auch eine große Modelleisenbahanlage im Keller stehen?

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 15. Oktober 2017 - 10:52 #

Beides ja. Ersteres ist kein Problem, wenn man nicht auf einen Schlag alles-alles-alles kaufen will. Letzteres ist irrelevant, der der Mann auch Bier im Haus hat, Luft atmet und genauso schlechte Politik wie andere macht, die keine Modelleisenbahn besitzen.

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 15. Oktober 2017 - 11:12 #

Da unterschlägst Du aber schon die Preisunterschiede der Systeme und Hersteller, aber letztlich hat man als Eisenbahnmodellbauer immer ein Platzproblem.

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 15. Oktober 2017 - 13:21 #

Naja. Eine Lok ist nie wirklich günstig, egal welches System und welcher Hersteller. Egal ob 100 oder 500 Euro, das sind schon Summen, die man nicht mal eben so ausgibt, da dazu ja noch mehr als nur die Lok gebraucht wird. Gleise, Trafo, Anhänger, das Drumherum.

Bzgl. des Platzproblems hast du recht, wo nimmt man einfach mal so einen Raum her, um den Kram dort permanent aufzubauen.

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 15. Oktober 2017 - 14:12 #

Im meinem Fall steht sie in der zur Werkstatt umgebauten Garage, aber ich kenne auch Kunden, welche die Anlage bei Nichtbenutzung als Zwischendecke verwenden.
Welche Spur hast Du den?

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 15. Oktober 2017 - 15:00 #

H0, Märklin digital.

Scheiß Sammeltrieb, habe mit den Originalen beruflich zu tun, und bin da nach den Kindertagen 25 später über ein paar hausinterne Modelle zum 60jährigen Firmenjubeltag reingerutscht (Hallo Gruppe, mein Name ist Claus, ich sammle H0-Modelle).

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 15. Oktober 2017 - 15:26 #

Irgendwann werde ich meine Anlage auch mal auf digital umrüsten müssen, aber dann wäre ehe eine komplette Sanierung fällig.
H0 Märklin, H0e, H0m und N.

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 15. Oktober 2017 - 20:53 #

Das mit Digital ist wirklich sehr schön, nicht zuletzt wegen dem Sound.

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 15. Oktober 2017 - 21:56 #

Ich weiß: Anlaufverzögerung, komplexere Streckenführung und noch anderer netter Spielkram.

Jac 17 Shapeshifter - P - 8494 - 15. Oktober 2017 - 23:44 #

Habe ich mich früher auch mit beschäftigt und kann die Leidenschaft gut verstehen. Ist in der "Aussenwirkung" halt vergleichbar, aus meiner Sicht ;)

bluemax71 15 Kenner - P - 3371 - 14. Oktober 2017 - 18:18 #

Ja fürher war alles besser. Vorallem waren Herr Schnelle und ich (Jahrgang 71) noch Jung und ich glaube, dass ist es was einem am meisten fehlt... ;-)
Schöne Kolumne und mir in weiten Teilen direkt aus dem Herzen gesprochen.

Pro4you 19 Megatalent - 14436 - 14. Oktober 2017 - 18:43 #

Gibt es einen Counter wie oft das Teaserbild schon für irgendwelche Inhalte genutzt wurde?^^

Maulwurfn Community-Moderator - P - 21386 - 14. Oktober 2017 - 18:50 #

Nein.

Simonsen 16 Übertalent - 4563 - 15. Oktober 2017 - 12:49 #

Da muss man aber auch differenzieren in welcher Farbgebung.
Irgendwann war das Bild doch mal Schwarz-Weiß und viele dachten Mick würde nicht mehr unter uns weilen...

Vieleicht ist es einfach Micks Lieblingsbild von sich selbst, sowas hat ja fast jeder.

Der Saarländer 13 Koop-Gamer - 1758 - 14. Oktober 2017 - 19:12 #

Wie sang schon Dylan in den 60ern:"the times they are a-changin'".

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7621 - 14. Oktober 2017 - 19:20 #

Computerspiele sind in der Mittelmäßigkeit der Gesellschaft angekommen. Wer heute als 14-Jähriger was auf sich hält, schockt seine Peer-Group mit dem Nikotin-Entzug.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7621 - 14. Oktober 2017 - 19:32 #

Muss noch einen nachsetzen: Rockmusik, anderes Feld, dasselbe Spiel. Wenn ich wie neulich im LKA Stuttgart bei zwei Stoner-Rock Gruppen bin und mir der ergraute Mitt-50er schwäbeelnd erklärt, dass seine mir ins Kreuz gerammten Fäuste nur deshalb da sind, weil ich mich ja seinem "Platz" genähert habe, verstehe ich: nicht der Rock ist gealtert, wir sind es. Und genau so verhält es sich mit Computerspielen. Das, was die Jugend heute tut, um zu rebellieren, hat sich längst wegbewegt von Rockmusik oder Games. Wäre ja auch zu schön, wenn man Rebellion vorhersehen könnte.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 14. Oktober 2017 - 19:54 #

Die Kurve zur Beliebigkeit, die da im letzten Absatz gezogen wurde, halte ich für reichlich konstruiert.
Zum einen: Warum sollte das eigene "spezielle" Verhältnis zu einer Sache durch das Interesse der anderen beeinflusst werden. Und zum anderen spricht ein breiteres Interesse doch eher für viele unterschiedliche Facetten, die heute angesprochen werden, als für grauen beliebigen Matsch.

Hedeltrollo 19 Megatalent - P - 14711 - 15. Oktober 2017 - 8:59 #

Das ist nur die übliche Wandlung vom progressiven zum konservativen.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 15. Oktober 2017 - 9:30 #

Das ist freundlich ausgedrückt. Ich sehe eher die Vermeidungsstrategie. Die Welt wandelt sich, die Zusammenhänge werden immer komplexer, und statt das Differenzierungsvermögen zu schulen, sieht man nur noch den großen Klumps. So wie manche in Mathe vor dem Integral sitzen, nur noch eine Menge Buchstaben und Ziffern sehen und sich denken: "Mathe ist doof!"

Hedeltrollo 19 Megatalent - P - 14711 - 15. Oktober 2017 - 10:41 #

Eine schöne Erkärung zu meiner These. Etwas abgewandelt vermute jedoch eine zunehmende Erkenntnis über die komplexe Realität. Denn dass die Welt in den letzten 50 Jahren gesellschaftlich tatsächlich nennenswert komplexer geworden ist, streite ich ab. Globale Vernetzung, internationale Interdepenzen, Migration und viele unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen gab es damals schon. Die Erkenntnis über deren Existenz dringt so "langsam" in breite Bevölkerungsschichten vor. Die verwechseln ihre frühere Unkenntnis darüber mit Nichtexistenz.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 15. Oktober 2017 - 10:56 #

Da habe ich mch sehr verkürzt ausgedrückt. Es geht, wie du sagst, natürlich um das Modell oder die Erklärung der Welt. Die war früher allerdings einfacher: Im Mittelalter eine klare Schichtenhierarchie mit dem Lieben Gott ganz oben, heute eine multifunktionale Gesellschaft mit unzähligen Teilaspekten. Man kann schon verstehen, warum manche nach einem Führer rufen, der es für einen richtet. Ich kann nur hoffen, dass die Aufklärung weiterhin ihren Weg in die Generationen findet und sich in der Mitte der Gesellschaft verankert.

Der Saarländer 13 Koop-Gamer - 1758 - 14. Oktober 2017 - 19:50 #

Die Erfahrung, daß ich (Jahrgang '72) als "Videospieler" irgendwie (auf dem Schulhof, oder sonstwo) ausgegrenzt, und als "Sonderling" behandelt wurde, kann ich übrigens nicht bestätigen.

Selbst mit Leuten (beiderlei Geschlechts), die selbst nichts mit Videogames am Hut hatten, konnte ich mich ganz normal verständigen, ohne je das Gefühl gehabt zu haben, ein "Ausgestoßener" zu sein.
Man hat mit denen halt über andere Themen geredet (Musik, Fernsehserien, Kinofilme, etc.), gab ja genug.

Auch die These, daß es mit "dem anderen Geschlecht" zu Berührungsproblemen gekommen sei, weil "Videospieler", kann ich nicht bestätigen.

Ich erinnere mich noch gut an eine Klassenkameradin, die Nachmittags zu mir kam, und wie wir dann gemeinsam am C64er zockten - obwohl sie ansonsten mit Computern etc. nicht viel anfangen konnte.

Probleme bei den Mädels zu "landen", lagen doch wohl weit eher in der Tatsache begründet, daß man mit Einsetzen der Pubertät, diese seltsamen Geschöpfe plötzlich interessant fand, nachdem man sein bisheriges Leben damit zugebracht hatte, sie als "absolut unbrauchbar" für alle "Jungsaktivitäten" zu empfinden.

Und auf einmal gärten die Hormone, brach die Stimme, und Haare und sekundäre Geschlechtsmerkmale sprossen allüberall, und man hatte keinen Plan, wie damit umzugehen war.

Also sagte man im Angesicht der Angehimmelten entweder gar nichts, oder man haute einen blöden Spruch nach dem andern raus - beides nunmal eher Aktionen, die die holde Weiblichkeit eher anöden.

Mit Computern, Konsolen und den zugehörigen Games, hatte das eher wenig bis überhaupt nix zu tun.

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 14. Oktober 2017 - 21:48 #

Das Saarland ist eben ein besonderes Fleckchen.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7621 - 14. Oktober 2017 - 23:24 #

lässt sich alles aber auch mit selektiver Wahrnehmung erklären :)

will sagen: sie wollte D8ch, nicht Raid over Moscow. Oder eher Raid over me. Sozusagen.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3576 - 15. Oktober 2017 - 12:04 #

Kann ich nur unterschreiben.
Die coolste Sau in unserer Stufe, der die meisten Mädels "fingern" durfte, war gleichzeitig der mit den meisten Spielen und zum Zocken trafen sich alle bei ihm. "Nerds" gab es sowieso nicht, damals hieß das noch Freak.

Ich tat mich in dem Alter bei den Mädels aus genau den Gründen schwer, die Du beschreibst: Als Junge, der nur "Jungskram" gemacht hat, konnte man sich mit den Mädchen einfach nicht unverkrampft unterhalten. Vor allem, wenn man eigentlich nur ein Ziel im Kopf hatte... ;)

ganga Community-Moderator - P - 19680 - 15. Oktober 2017 - 14:12 #

Ich hoffe "fingern" hat in dem Satz irgendeine Bedeutung die mir nicht geläufig ist.

Noodles 24 Trolljäger - P - 48214 - 15. Oktober 2017 - 18:03 #

Na Fingerhakeln natürlich. :D

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3576 - 15. Oktober 2017 - 21:39 #

Was sonst? :D

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 49544 - 14. Oktober 2017 - 21:55 #

Gelungene Kolumne vom Mick, war sehr gut zu lesen.

EvilNobody 14 Komm-Experte - 2157 - 14. Oktober 2017 - 22:49 #

Na klar war früher alles besser. Zum Beispiel die Milch in meinem Kühlschrank. Die war gestern noch gut.

Hedeltrollo 19 Megatalent - P - 14711 - 15. Oktober 2017 - 8:56 #

Ich finde Bands immer cooler, die keiner kennt. Da kann ich mich und meine Banalität immer für was besonderes halten.

Nagrach 14 Komm-Experte - 2447 - 15. Oktober 2017 - 9:35 #

SChwermetall Fraktion und Nerd. Da war man ja schon fast regelmäig beim Schuldirektor x).

Aber irgendwie hat das mit der 0% beziehungschance bei mir schon nciht mehr gestimmt x).

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 15. Oktober 2017 - 10:03 #

Na die Beziehungschance lagen schon mehr an einem selbst als am Rechenknecht.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3576 - 15. Oktober 2017 - 11:57 #

Haben heutige Jugendliche eigentlich etwas Vergleichbares, was die älteren nicht kapieren/akzeptieren? Nicht so etwas banales wie Fidget-Spinner. So etwas hatten wir auch, den Zauberwürfel.

Die „sozialen“ Medien nutzen alle, egal welche Altersgruppe und eine neue Musikrichtung kann ich auch nicht erkennen. Fallen mir nur noch die hyperaktiven YT-Sternchen ein, denen Millionen Kinder folgen, weil sie die neusten Produkte loben. Wobei das eher die Nachfolge der Bravo sein dürfte und ich glaube nicht, dass die irgendwann in der Gesellschaft ankommen… ;)

Welche eigene Kultur hat die junge Generation?

Hedeltrollo 19 Megatalent - P - 14711 - 15. Oktober 2017 - 12:36 #

"Haben heutige Jugendliche eigentlich etwas Vergleichbares, was die älteren nicht kapieren/akzeptieren?"

Das Jugendlichsein würde ich aus dem Bauch heraus sagen. Alleine daraus ergeben sich Verhaltensweisen, die bei den Erwachsenen bzw. Älteren auf Ablehnung stoßen.

Asderan 14 Komm-Experte - 2514 - 15. Oktober 2017 - 12:13 #

Die Vorwarnung ist eine gute Idee. Kann man gleich aussteigen.

stylopath 16 Übertalent - 5249 - 15. Oktober 2017 - 12:50 #

Mick “Mega“ Schnelle hat wieder abgeliefert, hab's sehr genossen das zu lesen! Und wie immer: Bitte mehr davon!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30303 - 15. Oktober 2017 - 12:55 #

Offenbar ist Micks Umgebung toleranter als die Bauern der norddeutschen Tiefebene. Mein Sohn hat einen Kumpel der ihn nicht mehr besuchen darf. Weil hier im Haushalt Killerspiele offen herumliegen. Da braucht man auch gar nicht über die bei denen im Hausflur liegende Schrotflinte des leicht vergesslichen Opas zu diskutieren. Schrotflinten töten ausschließlich Enten, sagt Opa, Killerspiele allerdings töten Menschen! Kein Spaß.

Toll sind auch die Eltern, die ihren Kindern Videospiele komplett verbieten aber kein Problem damit haben wenn ihr Nachwuchs auf dem iPod komplette Letsplays von GTA V und Call of Duty schauen. Sie wissen ja noch von früher: Filme dürfen ruhig fies sein, erst wenn man selbst steuern darf wird man zum Amokläufer. Auch hier: Diskussionen erfolglos, auch die Frage wie der Nachwuchs denn den bewussten Umgang mit diesen ach so neuen Medien lernen sollen wenn die Eltern sich komplett verweigern. Lustigerweise sind das dann die Kids, die bei YT in den Kommentaren herumgeifern wie die letzten Deppen. Unter anderem vielleicht auch weil sich nie jemand mit ihnen hingesetzt hat um ihnen den Umgang damit beizubringen.

ganga Community-Moderator - P - 19680 - 15. Oktober 2017 - 14:21 #

Oh man da wird einem ja ganz anders wenn man das hört.

Hedeltrollo 19 Megatalent - P - 14711 - 15. Oktober 2017 - 18:36 #

Klingt wirklich gruselig.

Mick Schnelle Freier Redakteur - P - 6694 - 15. Oktober 2017 - 18:54 #

wo wohnst du denn? Vielleicht ziehe ich um, obwohl mir das Alpenpanorama schon fehlen würde...

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 15. Oktober 2017 - 18:58 #

Laut Profil wohnt er in Moorrege, Pinneberg, Schleswig - Holstein
Da herrscht eben deutsche Sitte, hohe Wacht!

revo 15 Kenner - P - 2754 - 15. Oktober 2017 - 14:22 #

Ganz einfach: schöner Kommentar und schöne Feststellung des (üblichen) Wandels einstiger Randerscheinungen die durch Konstanz und immer weiter wachsender Akzeptanz Verbreitung findet und durch Anpassung der Randerscheinung (realistischere Grafik, Casual Games....) von der Allgemeinheit akzeptiert und angenommen wird.

eksirf 16 Übertalent - P - 4635 - 15. Oktober 2017 - 17:09 #

Passiert das nicht mit jeder Aussenseitergruppe, die sich zum Mainstream entwickelt? Alternativ könntest du dir im Bereich der PC Spiele eine "Randgruppe" suchen.
Indie, survival games wären vor mehr oder weniger kurzer Zeit eine Option gewesen. Jetzt allerdings vermute ich die sind schon zu Mainstream. Allerdings denke ich, dass du mit Flugsimulatoren ja auf dem richtigen Weg wärst, wenn du die aktuellen spielen würdest. Aber ich verstehe, wenn du sagst, dass das keine "Spiele" mehr sind. Vielleicht etwas außerhalb von digitalen Spielen? Pen&Paper oder ein ganz anderes "Randgruppen-Hobby"?

Funatic 17 Shapeshifter - P - 6163 - 15. Oktober 2017 - 21:45 #

Obwohl ich ne Ecke Jünger bin kann ich das Gefühl nachvollziehen: Als ich in den grossen Pausen mit meinen paar Kumpels über Snes Games, Characterbögen von Shadowrun oder die neuste Ausgabe des White Dwarf geredet habe war das schon ein verschworener Haufen. Aber auch wenn "Gaming" mittlerweile in der oft zitierten "Mitte der Gesellschaft" angekommen ist ist es schon ein grosser Unterschied ob jemand Candy Crush und Star Wars gut findet oder auf X-Com und Firefly abgeht. Ich fühle mich in meiner Strategie/Rpg-Ecke noch immer Pudelwohl und die handvoll Freunde die von früher geblieben sind stehen heute noch immer etwas abseits und lachen mit mir über Dinge die andere nicht verstehen.

Janosch 23 Langzeituser - - 44482 - 15. Oktober 2017 - 22:53 #

Zumindest muss ich sagen, dass es auch im tiefen Osten Anfang bis Mitte der neunziger Jahre nicht viel anders auf den Schulhöfen zugegangen ist. Danke für den schönen Artikel.

rammmses 19 Megatalent - P - 15985 - 16. Oktober 2017 - 6:57 #

Ach, als passionierter Spieler, der sich lieber mit Total War oder Dishonored als mit Minecraft und Handyspielen beschäftigt, ist man auch heute noch "Schmuddelkind". ;) Wirklich Mainstream sind nur Spiele geworden, die es damals in der Form gar nicht gab.

TheRaffer 18 Doppel-Voter - - 12338 - 16. Oktober 2017 - 16:10 #

Schön geschriebene Meinung, danke. Habe mich in vielen Punkten wiedergefunden. :)

Extrapanzer 16 Übertalent - P - 4404 - 16. Oktober 2017 - 18:07 #

Da mein sein ganzes Geld für Leerdisketten und Markt&Technik-Zeitschriften brauchte, waren die Sekundärmerkmale des Freaks von damals die Primärmerkmale der Aussenseiter von heute: lange Haare, NoName-Kleidung und NoName-Spielzeug (heute in Form des NoName-Smartphone) und manchmal auch Unsportlichkeit. Ich fand es immer sehr sportlich, in der Stadt den Händler mit den günstigsten Disketten zu finden.

wizace 13 Koop-Gamer - 1721 - 16. Oktober 2017 - 18:26 #

Doch, doch, Mick, es gibt sie schon noch, diese Schmuddelecken. Mal sehen, ob sich da nicht auch die Zukunft verbirgt, so wie das Heute von den damaligen Schmuddelecken geprägt wird.

Doktorjoe 13 Koop-Gamer - P - 1606 - 16. Oktober 2017 - 20:23 #

Einige Kommentare hier decken sich 1:1 mit meiner Lebensrealität. Ich habe auch zwei Kinder, von denen einer mit seinen 10 Jahren seit geraumer Zeit ein Familienhandy und seit seinem 10. Geburtstag meinen alten Spiele PC (Radeon 285er Karte, 16 GB RAM, SSD, AMD 6 Kerner usw.) sein eigen nennt. Ich persönlich bin sehr glücklich dass er lieber storygetriebene Spiderman Spiele oder FIFA spielt (kein Ultimate Team, sondern lootbox-freie Karrieremodi oder Freundschaftsspiele gegen Freunde aus Fleisch und Blut). Nun gibt es in seiner Sportmannschaft und in der Klasse auch viele Kinder, die zwar keinen PC besitzen, dafür aber eine Playstation in ihrem Zimmer haben. Einige sind dabei sehr "vernünftig", weil sie von sich aus einfach lieber raus gehen als stundenlang alleine einsam vor der Glotze herumzuhängen. Andere haben mit ihren 10, 11 Jahren bereits einen eigenen YouTube Kanal (sollte ich den mal melden?) und streamen selbst GTA V und sind stolz auf ihre 10 Abonnenten. Auch erzählte ein Klassenkamera stolz, er habe die ganzen Herbstferien über CoD Black Ops 3 gezockt. Bei beiden Extremen, bei den der Einfachheit halber mal "vernünftig" und "komplett verzogen" genannten Kindern gibt es meiner bescheidenen nicht repräsentativen Erhebung nach ein Problem: die Eltern habe absolut null Ahnung. Weder von Computern, dem Internet, Sicherheitseinstellungen bis hin zu einfachen Dingen wie der Tatsache, dass man für eine PS4 auch Alterseinstellungen vornehmen kann. Dabei kann man vielleicht bei 10jährigen noch etwas bewirken, was mit Sicherheit bei 14, 15 jährigen vollkommen vergeblich sein dürfte. Meine bisherigen Angebote, dort einmal kurze Einführungen zu geben, waren jedenfalls nicht von Erfolg gekrönt.
Gleichzeitig sitze ich natürlich selbst auch zwischen den Stühlen, ja, ich kann sehr gut einschätzen und steuern was meine Kinder spielen, andererseits kann und will ich auch nicht jedes YouTube Video was mein älterer schaut überwachen. Er selbst lästert über "Idioten" und "Versager" wie ApoRED und all die anderen "Drecksdeppen" (Zitat DerHeider), aber andererseits befürchte ich natürlich dass er sich damit nur in eine ungewollte Außenseiterposition in seinem sozialen Umfeld begibt. Ihr erkennt mein Dilemma? Ich bin es gewohnt, als Gamer (so hieß das damals) seit den späten 80ern etwas in der Freaknische zu stehen, aber deswegen muss man doch heute nicht um dazuzugehören Content konsumieren der einem das Hirn schmelzen lässt, oder? Ich brauche keine Schmuddelecke, mir würde es schon reichen wenn diejenigen, die nachweislich nichts von der Materie verstehen, bereit wären sich helfen zu lassen um mit diesem Wissen dann ihre Kinder besser erziehen zu können. Wenn ihr also Tipps habt, wie ich einer alleinerziehenden Mutter klarmachen kann dass es nicht erstrebenswert ist, wenn ihr 10 jähriger einen eigenen YouTube Kanal mit GTA 5 betreibt und CoD wirklich erst ab 18 ist, dann immer her damit. Im übrigen hab ich selber auch mit 15 Horrorfilme im alten Wohnwagen auf VHS geschaut die ab 18 waren, und denke dass das auch nicht weiter schädlich war. Aber ich sehe einen Unterschied zwischen 10 und 15.

Jürgen 23 Langzeituser - P - 44280 - 16. Oktober 2017 - 20:52 #

Ein Klassenkamerad meiner Tochter (11) hat auch einen Youtube-Kanal und spielt nur Spiele ab 18. Vom wirklich miesen Inhalt mal abgesehen schafft er es nicht mal, die Titel seiner Spiele richtig von der Verpackung abzuschreiben.

Claus 30 Pro-Gamer - - 220012 - 16. Oktober 2017 - 21:09 #

Mmmhhhmhh, tja-tja-tja, also, na, das konnten in den 80er auch nicht viele. Merkte man an den Diskettenbeschriftungen (die Label oder Kritzeleien auf der Floppy-Hülle als auch an den Disketten-Namen (weiß nicht mehr wie, aber man konnte die C64 Disketten selber einen Namen geben, so dass der beim List mit angezeigt wurde).
Von den vielen Missverständnissen mal ganz abgesehen.
Ich hatte einen Klassenkameraden, der lange Zeit bei Hunch Back ein Handspeck verstanden hatte.

Doktorjoe 13 Koop-Gamer - P - 1606 - 16. Oktober 2017 - 21:10 #

Wenn es nur das wäre...

Elfant 21 Motivator - P - 29386 - 16. Oktober 2017 - 21:37 #

Meine Frage wäre erst einmal, warum die alleinerziehende Mutter dieser Meinung ist. Ist es nur Unwissenheit, (un/gerechtfertigtes) Vertrauen oder Desinteresse?

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 17. Oktober 2017 - 7:56 #

Kommunikation und selber Ahnung haben. Wie du sagst.

Ich empfehle dir einen Riesenbatzen Humor, den brauchst du auf jeden Fall und dann nimm dir immer wieder mal Zeit und quatsch und fachsimpel mit den Kindern übers Spielen, ähnlich wie du es auch hier tun würdest.

Als mein Junior mit 11 oder so in Battlefield Bad Company einsteigen wollte, habe ich ihn ab und zu mal eine Runde mitlaufen lassen (Völliges Chaos! Teamkills! Empörte Anrufe!) und dann hat ihn ein Jahr später ein Freund von mir in einem gut geführten BF Squad mitspielen lassen. So blieb dann alles transparent genug und die Betonung blieb auf Teamplay. Sein Faible entdeckte er dann bei DOTA und Heroes of Might and Magic und ist heute ein unverbissener Feierabendgamer, wie die meisten von uns.

gods 10 Kommunikator - 420 - 26. Oktober 2017 - 9:26 #

Ich kann dir nur empfehlen die Kindererziehung den jeweiligen Eltern zu überlassen auch wenn dir (oder mir) das widerstrebt.
Am Ende kannst du den an Kindeserziehung Interessierten nicht "weiterbilden" da er sich selbst schlau macht und den Unbelehrbaren/Desinteressierten interessiert es halt einfach nicht.
Ich habe einmal versucht auf Arbeit in einem Vortrag über soziale Netzwerke aufzuklären, da ich der Meinung bin man muss es nicht mögen aber zumindest wissen womit die Jugend so ihre Zeit verbringt. Ich sage mal so, die Zeit hätte ich mir auch sparen können.

So wie du auf GG die Hardliner hast, die die sozialen Netzwerke verteufeln, obwohl sie vielleicht täglich in einem aktiv sind (das GG-Forum, Kommentare). Man kann hier und da durch ein Gespräch etwas Motivation schaffen, letztendlich obliegt der Antrieb sich mit dem Thema zu beschäftigen aber der jeweiligen Person/Elternteil.

Harry67 17 Shapeshifter - P - 7433 - 26. Oktober 2017 - 16:51 #

Hier in Berlin gibt es gut besuchte Kurse für Kinder und auch spezielle Informationsabende für Eltern, mit dem Ziel mehr Medienkompetenz zu vermitteln. Ich denke schon, dass zwischen "ich weiß Bescheid" und "intreressiert mich nicht" eine ganze Menge Möglichkeiten liegen.

Makariel 19 Megatalent - P - 16165 - 17. Oktober 2017 - 11:53 #

Wers gern schmuddelig haben will, einfach ein Anime mit leicht bekleideten Teenagern auf dem Fernseher laufen haben, und demonstrativ die Vorhänge zuziehen wenn der Nachbar am Rasen mähen ist. Beim nächsten Kirchtag wird man dann gemieden.

AlexCartman 18 Doppel-Voter - P - 9042 - 29. Dezember 2017 - 2:46 #

Wie lange hält so was an?

moriturus 05 Spieler - 35 - 28. Oktober 2017 - 5:45 #

Ein sehr schöner Text. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie man ins Abseits gestellt wurde, nur weil man Fan von etwas war. Sogar Pen&Paper Rollenspiele wurden mißtrauisch beäugt, eine besorgte Christenlobby sorgte dafür, dass meine Lieblingsmusik mit einem Parental Advisory Aufkleber versehen wurde und wenn Heavy Metal mal in den Massenmedien auftauchte, dann immer negativ, mit dem Höhepunkt Death Metal, eine regelrechte Hexenjagd. Sogar der Rockpalast hat sich lange Zeit geweigert, mal ein Metal Konzert zu zeigen und wenn, dann mit warnenden Worten vor der Ausstrahlung. War man Fan von Filmen von Romero oder Raimi, wurde man als pervertiert angesehen. Und heute? Der NDR überträgt Wacken, weil es auf einmal Kult(!?!) ist, Metaller sind auf einmal liebe Menschen, die nur etwas martialisch auftreten, Walking Dead läuft im Fernsehen, zocken ist zum Massenmedium geworden. Manchmal fühle ich mich etwas verarscht. ^^

SnarkMarf 16 Übertalent - P - 5556 - 9. November 2017 - 11:46 #

ein herrlicher, wehmütiger blick in richtung der anfänge. das lesen hat richtig spaß gemacht. erinnerungen kamen zum vorschein. die gute alte zeit.
bei mir hat es nicht ganz so früh angefangen ... bei mir waren es fünf disketten glück ... äh doom2, die meinen 386er gehzufuß mit dampfprozessor und mich infizierten :-D und vom thema computer inklusive spiele nicht mehr loskommen ließen.

das_ICH 10 Kommunikator - 385 - 21. November 2017 - 16:13 #

Große Klasse der Artikel,
ich fühle mich als Mittvierziger und alter Metaller komplett bei Dir abgeholt. Ein Grund für das fehlen der "Schmuddelkinder" ist wohl mit Sicherheit auch die viel weitergehende "durch Kommerzialisierung" unserer Gesellschaft die jede noch so kleine Nische den Kids von heute entreist und zu einem Mainstream Trend erhebt auf den dann wiederum alle anderen aufspringen.

Gruß
das_ICH

AlexCartman 18 Doppel-Voter - P - 9042 - 29. Dezember 2017 - 2:55 #

In einer Schmuddelecke habe ich mich nie gesehen und auch nicht sehen wollen.

Ich hatte mal die Gelegenheit, mit 16 in einer Radiosendung des WDR ("Riff", lief ab 16.00 Uhr auf damals noch WDR1) mit dem damaligen Vorsitzenden der BPjS, Herrn Stefen, über die Indizierung von Computerspielen zu diskutieren. Die Einladung kam, nachdem ich dem WDR einen vierseitigen Meckerbrief eben wegen des Versuches von Medien und Politik, Computerspiele und -spieler in die Schmuddelecke zu stellen, geschickt hatte.

Der Herr Stefen war übrigens ein sehr freundlicher älterer Herr, der nicht den Eindruck erweckte, mich und meine Mitstreiter, die gegen die Indizierung der Ärzte argumentierten, als gewaltverherrlichende potenzielle Terroristen zu betrachten. Der Druck kam eher von Seiten der Politik und einiger Aufregermedien, die immer mal wieder einen Sündenbock und billigen Aktionismus brauchte.

Morkar 10 Kommunikator - 408 - 31. März 2018 - 16:05 #

Bei mir waren es zwar schon 3,5 Zoll Disketten und die Polizei war auch nur beim Nachbarn zur Durchsuchung aber ansonsten kommt mir das alles sehr vertraut vor.
Ach so, ich habe auch noch Pen & Paper (den Begriff kannte ich damals aber noch nicht) Rollenspiele gespielt. Ich war also noch potentieller Satanist und Ritualmörder (danke Tom Hanks)...

Perryrhodan1986 08 Versteher - 189 - 19. Juli 2018 - 14:10 #

Schon interessant wie sich alles verschiebt. Heute provozieren und als Sonderling abgestempelt werden? In Zeiten wo jedes Kind auf seinem iPhone einen N64-Emulator hat und (illegale("Roms runterladen ist illegal, dass machen doch alle", O-Ton, 12 Jahre)) ganze Konsolensortimente per USB-Stick den Besitzer wechseln und zu Wacken fahren mitlerweile den Charakter einer Klassenfahrt hat muss man sich tatsächlich neue Dinge ausdenken um zu provoziern. Der klassisch-verheiratete, treue Ehemann, ungeschieden, nicht-tätowiert, ungepierct, steter Lebenswandel, keine Selfie-Social-Media-Selbstinszenierung scheint auf dem guten Weg in Richtung zukünftiger "Nischenprovokateur" zu sein... ;)

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