Ich bin raus!

Ich bin raus! Meinung
Teil der Exklusiv-Serie Burtchens Bewusstseinsstrom

Burtchen über Immersion

Burtchen / 29. Juni 2022 - 23:01 — vor 1 Woche aktualisiert

Teaser

Jeder kennt Momente, in denen Story oder Spielwelt plötzlich alle Glaubwürdigkeit verlieren. Unser Kolumnist spürt nach, wann wir in Sachen Immersion ein Auge zudrücken können – und wann keinesfalls.
Anfuehrung
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit – das wäre doch mal ein schöner Name für eine Band oder für einen Fluch im Das Schwarze Auge-Regelwerk. Es klingt ein wenig wie Beamtendeutsch für etwas, das vor Gericht mildernde Umstände einbringt. Tatsächlich ist es der gängige Begriff in der ästhetischen Philosophie für das, was auf Englisch "suspension of disbelief" heißt – eben die absichtliche Entscheidung beim Medienkonsum, sich auf Fiktion einzulassen. Auf etwas, von dem wir wissen, dass es in Gänze oder in Teilen unwirklich ist.

  Sie erlaubt es uns, kleinere und größere Handlungslöcher in Geschichten hinzunehmen. Das ist beileibe keine neuzeitliche Erfindung: Dank ihr haben schon vor 430 Jahren nicht hunderte Leute im Globe Theatre einfach abgewunken, als Romeo seine lediglich schlafende Julia für tot hielt. Dank ihr nehmen wir die absurde Kette an Ereignissen hin, an deren Ende Kevin allein zu Haus bleibt. Und schließlich führt sie auch dazu, dass wir in einem Spiel dranbleiben, während wir als Milliardär im Fledermauskostüm Gotham City sicherer machen oder in Monkey Island 2 - Le Chuck's Revenge bei einer Priesterin eine Voodoo-Puppe in Auftrag geben.

Uns packt die Immersion, wir vertiefen uns in die unwirkliche Welt und lassen ihr vieles durchgehen, wenn es denn in sich stimmig wirkt. Aber es gibt auch jede Menge Momente, in denen kleinere oder größere Aussetzer dafür sorgen, dass inmitten der Immersionsfahrt schlagartig ...

104 Kommentare

Danke für dein Interesse an diesem Premium-Inhalt! Du hast zwei Möglichkeiten, ihn zu nutzen: Erstens kannst du bis nächsten Monat warten und darauf spekulieren, dass wir ihn in unsere kostenlosen Beispiele aufnehmen.

Zweitens kannst du ein Premium-Abo (ab 4,99 Euro, Probemonat nur 99 Cent) abschließen, siehe unten. Du sicherst dir damit über 20 exklusive Vorteile und unterstützt unsere unabhängige Redaktion. Außerdem bieten wir dir hier als kostenloses Beispiel einen Inhalt dieser Premium-Kategorie an (allerdings kannst du nicht die Kommentare sehen oder selbstkommentieren):

Veröffentlicht am 30.05.2022: Die Worte "Game Over" sind jedem hier ein Begriff. Der Pixel-Tod ist Teil des Spieler-Lebens. Doch nach einem fatalen Blick in den Kalender kommt Michael Hengst ins Grübeln über das reale Game Over.

Du kannst dir auch mehrere weitere Premium-Inhalte kostenlos ansehen: Jeden Monat aktualisieren wir unsere Premium-Beispiele mit kompletten Inhalten aus dem Vormonat. Im folgenden listen wir unsere Abo-Varianten auf, du kannst hier auch direkt ein Abo abschließen.

Unregistriert
Registriert
Premium-
Abo
Premium-<br/>Abo
Premium
Gold
Premium<br/>Gold
Monatspreis bei jährl. Zahlung
Fair-play*
Fair-play*
4,99 €
9,99 €
Monatspreis regulär
 
 
5,50 €
11,00 €
   
 

Laufzeit

Zahlungsart

Du bist zurzeit nicht angemeldet.

Bevor du ein Abo abschließen kannst, musst du dich auf GamersGlobal registrieren oder mit deinen Zugangsdaten anmelden.

Die unten aufgeführten Abo-Bedingungen habe ich gelesen und akzeptiert.

(alle Preise in Euro inkl. MwSt. sowie von uns zu tragenden Zahlgebühren, z.B. PayPal)

* Fair-Play-Prinzip: Bitte lasse bei kostenloser Nutzung deinen Adblocker auf GamersGlobal aus.

** Ein ausgelaufenes Diamant-Abo wird zu einem kostenlosen Platin-Monat, ein Platin-Abo zu einem Gold-Monat, ein Gold-Abo zu einem Premium-Monat (sofern das jeweilige Abo aus mind. 3 bezahlten Monaten bestand).

Burtchen 29. Juni 2022 - 23:01 — vor 1 Woche aktualisiert
Zum mitzudiskutieren benötigst du ein Premium-Abo.
Jörg Langer Chefredakteur - P - 442758 - 29. Juni 2022 - 23:01 #

Viel Spaß beim Lesen!

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 9:11 #

Auch von mir viel Spaß beim Lesen!

LRod 19 Megatalent - P - 13545 - 30. Juni 2022 - 0:20 #

Sehr schön, ich kann mich nur anschließen.

In Spielen nerven mich tatsächlich oft Kleinigkeiten wie das übertriebene Einsammeln von Crafting-Material, das HZD, Far Cry etc. bis zum erbrechen zelebrieren. Als ob ich als Held nichts besseres zu tun hätte, 327 verschiedene Stöcker.. ja, wo eigentlich zu tragen? Noch schlimmer machen das dann die 3 Sekunden langen Aufhebe-Animationen.

Ansonsten sind es oft SciFi-Welten, die mich in Spiel und Film mit übertriebener Missachtung jeglicher Physik stören. Klar, Star Wars funktioniert nicht ohne Hyperraum, aber wenn es dann zu weit getrieben wird, reißt es mich raus (sehr positive Ausnahme hier ist die Drei-Sonnen-Trilogie).

AlexCartman 19 Megatalent - P - 19159 - 30. Juni 2022 - 2:07 #

Witzig, über die Physik in der Drei-Sonnen-Trilogie habe ich heute noch mit einem Kollegen diskutiert. Das mit der Lichtgeschwindigkeit mag ja korrekt sein, zerstört in meinen Augen aber die Story. Dann doch lieber physikalisch falsch, dafür aber spannender.

LRod 19 Megatalent - P - 13545 - 30. Juni 2022 - 12:50 #

Wie zerstört das die Story? Das Wissen um die Ankunft in ein paar Hundert Jahren, die Ungewissheit, die Vorbereitung, das sind doch die zentralen Aspekte des ganzen zweiten Bands, wenn nicht sogar der Serie an sich?

Zille 20 Gold-Gamer - - 24729 - 30. Juni 2022 - 22:13 #

Eine der besten Sci-Fi-Serien, die ich je gelesen habe. Alleine die Schlüssigkeit des dunklen Waldes und die Übertragbarkeit auf die echte Welt hat mich beeindruckt. Der dritte Teil hebt etwas ab, bringt die Geschichte aber letztlich gut zu Ende. Und echt spannend. Ich hatte da kein Problem mit der Lichtgeschwindigkeit ;-)

AlexCartman 19 Megatalent - P - 19159 - 2. Juli 2022 - 23:55 #

Die Prämisse funktioniert ja auch, aber im dritten Band fällt für mich die Story insofern zusammen, als dass Leute irgendwohin reisen, und bis sie ankommen, ist dort nichts mehr wie es war als sie losgeflogen sind. Ich stelle mir das in Star Trek vor: „Die Enterprise ist auf dem Weg zum Planeten Ork, um dort mit der Regierung zu sprechen. Als wir ankommen, ist die Zivilisation leider erloschen.“

marcw11 15 Kenner - - 3851 - 30. Juni 2022 - 6:43 #

Also gerade bei Star Wars Nerv mich zuletzt besonders stark, dass sie räumliche und zeitliche Abläufe ohne sich nur den Ansatz von Logik einfach zusammen basteln, wie es gerade für sorry und Bilder passt. Echt nur noch schwer zu ertragen

LRod 19 Megatalent - P - 13545 - 30. Juni 2022 - 12:55 #

Ja, leider machen das viele andere SciFi-Welten, nicht zuletzt auch mein eigentlich geliebtes Warhammer 40.000, auch sehr gerne.

Da ich den Astrophysik-Bereich jedenfalls so interessant finde, dass ich mir da aus Dokus, populär-wissenschaftlichen Büchern und YouTube-Vorlesungen jedenfalls ein gewisses Grundwissen angeeignet habe, fällt es mir umso mehr auf und stört mich dann auch je nach Ausgestaltung erheblich.

Wobei ich da Warp- und Hyperraumsprünge ja sogar schon explizit ausgeklammert habe, weil ohne die galaktische Konflikte eher unmöglich würden ;)

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 12:57 #

Die Korrekte-SciFi-Version der Emser Depesche. Beleidigende Botschaft vor 4.3 Jahren von Proxima Centauri abgeschickt. Antwort: "Das werdet Ihr büßen! Wir machen uns sofort auf zum Angriff!"

Einblendung: 73000 Jahre später

...

LRod 19 Megatalent - P - 13545 - 30. Juni 2022 - 14:58 #

Genau deshalb verzeihe ich Warpsrünge gerne ;)

Was ich nicht verzeihe ist eher der Antriebsausfall im Weltraum, wegen dem ein Schiff plötzlich stehen bleibt...

DerBesserwisser 17 Shapeshifter - P - 6487 - 30. Juni 2022 - 8:14 #

Eieiei, die Drei Sonnen Trilogie ? (Spoiler!) Mit der Atombombe am ausgestreckten Arm ? Dem zersägten Schiff ? So toll ich viele Ideen in den Büchern fand, so hanebüchern schlecht waren "Granaten" wie die gerade aufgezählten (und da gab es noch viel mehr davon).

LRod 19 Megatalent - P - 13545 - 30. Juni 2022 - 12:56 #

Daran erinnere ich mich nicht mal, scheint mich nicht gestört zu haben ;)

Mir hat es jedenfalls insgesamt sehr gut gefallen, weil es sich eben nicht über jegliche Regel der Physik hinweggesetzt hat (am schwächsten war noch dieses VR-Spiel im ersten Teil).

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 30. Juni 2022 - 13:01 #

Das empfand ich als sehr anstrengend (also dieses Spiel). Aber das schmälert die Reihe für mich tatsächlich in keinster Weise. Selten etwas besseres im SciFi-Genre konsumiert.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40771 - 30. Juni 2022 - 1:07 #

Wieder ein wortgewaltiger Text mit schönen Popkulturreferenzen - inklusive Switch-Reloaded-Hoëcker-Gedächtnisausscheidung. Sehr schön, da macht das Lesen wirklich Spaß! :]

Da ich grundsätzlich in Spielen versuche, die Grenzen der Mechanik und Spielwelt auszuloten, stören mich die typischen Immersionsbrecher normalerweise nicht so sehr, selbst wenn in Witcher 3 ein halbes Dutzend Gegner an einer unsichtbaren Levelgrenze Pantomimen spielen oder Passanten/Autos in Cyberpunk in der Luft schweben.

Was ich aber überhaupt nicht mag und mich völlig aus dem Fluss reisst, ist, wenn mich ein Spiel dazu zwingt, in eine Falle zu tappen, obwohl ich ganz genau weiß, was kommen wird! Schlimmstes Beispiel: Spec Ops - The Line. Es war soooo klar, wenn man den Phosphormörser einsetzt, dann wird das ganz böse enden. Also hab ich eine ganze Weile nach irgendeinem Weg gesucht, im Spiel weiterzukommen, ohne den Mörser zu benutzen. Den gibt es aber nicht - das Spiel zwingt mich, Phosphorgranaten abzufeuern. Und anschließend darf ich nur in Zeitlupe durch die Asche verbrannter Kinder und Frauen stapfen, nach dem Motto "sieh her, was du angerichtet hast!". Was als moralischer Zeigerfinger gedacht war, wird zum ausgestreckten Mittelfinger. Immersion braucht auch (die Illusion von) Handlungsfreiheit, sonst ist es nicht mein Handeln, nicht meine Verantwortung, auch wenn ich den Knopf gedrückt hab.

BruderSamedi 18 Doppel-Voter - P - 11275 - 30. Juni 2022 - 12:30 #

Danke, eine sehr gute Zusammenfassung meiner Erlebnisse in Spec Ops - The Line.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 12:44 #

Habe es selbst noch auf dem Pile (wenn auch weniger oben als Alan, wobei ich jetzt gerade nachdenke - nehme ich Spiele von oben weg oder von unten in der Befürchtung, dass dann alles auf mich prasselt wie eine Orangenpyramide im Supermarkt?), aber das - und speziell die Szene - wird tatsächlich sehr oft herangezogen für Ausstiegsmomente.

jguillemont 24 Trolljäger - - 53021 - 30. Juni 2022 - 15:47 #

Allerdings bietet das Spiel auch das gegenteilige Erlebnis. Und zwar in der Szene, als du die aufgehetzte Menge verscheuchen musst. Die Möglichkeit(en), die sich dem Spieler boten, fand ich wirklich gut durchdacht.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70478 - 30. Juni 2022 - 22:25 #

Ja, die Phosphorszene ist wie Q-Bert erläutert Mist, hat mich auch sehr geärgert (und ich seh "einfach nicht weiterspielen" nicht als eine Lösung für diese Szene). Und die von dir genannte Szene mit der Menschenmenge ist dafür wirklich gelungen. War nicht so gut, wie ich dort gehandelt hab und erst im Nachhinein fiel mir dann eine bessere, eigentlich ja naheliegende Lösung ein.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 1. Juli 2022 - 10:48 #

Aufhören: Generelle Ablehnung der Thesis, Kosten zu hoch oder was anderes?

Gelungen fand ich auch die Szene mit den Gehängten. Was mich aber mehr rausriss als die Phosphorszene, war schon vorher die Belauschung der Gespräche zwischen den gegnerischen Soldaten, da es den Plot schon sehr früh auflöst.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70478 - 1. Juli 2022 - 12:39 #

Generelle Ablehnung. Ein Spiel ist für mich dazu da, es durchzuspielen, da zähl ich Aufhören, weil ich weiß, dass mich das Spiel verarschen wird oder ich etwas nicht tun will, nicht als vom Spiel/Entwickler angedachte Lösungsmöglichkeit.

Gorkon 19 Megatalent - - 16620 - 1. Juli 2022 - 15:43 #

Das ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Ein Spiel sollte in erster Linie unterhalten. Tut es das ab irgendeinem Zeitpunkt, warum auch imme, nicht, ist durchspielen um des Durchspielenswillen nur noch ein Zeichen latenter Langeweile.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70478 - 1. Juli 2022 - 15:48 #

Das ist aber hier gar nicht der Punkt.

Gorkon 19 Megatalent - - 16620 - 1. Juli 2022 - 16:02 #

Ich denke doch: Das spiel verarscht Dich und damit ist die Unterhaltung quasi beendet.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70478 - 1. Juli 2022 - 16:47 #

Nö, nur für den einen Moment vielleicht. Und es geht trozdem an dem vorbei, worum es hier bezüglich der Phosphorstelle geht. Aber hab jetzt auch keine Lust, das weiter zu erläutern. Weiß ja eh schon, dass Spiele für dich nur zum Anspielen da sind und den Rest schaut man halt auf Youtube, da bringt das jetzt nix. :P

Gorkon 19 Megatalent - - 16620 - 1. Juli 2022 - 19:34 #

Ich bin dann mal raus... ;-p

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 1. Juli 2022 - 22:49 #

Ich danke Dir für die Antwort. Ich sehe dies zwar diametral anders, aber ich sehe wo Du da herkommst.

Zille 20 Gold-Gamer - - 24729 - 30. Juni 2022 - 22:17 #

Meine auch - ich drücke nie auf offensichtliche Knöpfe und suche immer ewig eine Alternative. Schlimm ist's aber nicht, zumindest nicht in einem Spiel wo ich hunderte Kugeln aushalte ;-)

Jürgen 26 Spiele-Kenner - P - 67569 - 30. Juni 2022 - 16:43 #

Das war mein Ausstiegspunkt bei Watchdogs. Direkt am Anfang musste ich auf einen Wächter schießen. Es gab kein Drumherum, obwohl ich alles versucht habe. Dann die Erleichterung, dass das Ding gar nicht geladen war. Und dann kam ich mir so richtig verarscht vor und hab das Ding von der Platte geputzt.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 1. Juli 2022 - 14:42 #

Bedankt! Und natürlich ist es völlig richtig, Shakespeare und Goethe als Popkultur einzuordnen!

AlexCartman 19 Megatalent - P - 19159 - 30. Juni 2022 - 2:11 #

Schöne Kolumne. Für mich ist eine gute Spielmechanik, die ich verstehe und die mich fordert, wichtiger als Immersion. Stories in Spielen sind meist ohnehin kein Ausbund von Originalität, da kommt es auf Realismus auch nicht mehr an.
Was mich mehr aus dem Spiel reißt, sind technische Mängel und allzu häufige Ladebildschirme.

marcw11 15 Kenner - - 3851 - 30. Juni 2022 - 6:47 #

Ein Grund warum ich mit Open world wenig anfangen kann (erste mal bei oblivion bewusst negativ aufgefallen). Da muss ich ganz dringend irgendwohin, in die Welt zu retten, aber vorher kann ich noch ohne Konsequenzen alles mögliche machen, oder werde sogar noch zum Grinden gezwungen. Da bin ich dann immer voll raus.

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 30. Juni 2022 - 9:41 #

Ich weiß was du meinst, aber das Gegensteuern mgeschah bei mir immer automatisch. Wenn mich die Spielwelt und die Geschichten in ihr mitreißen, dann komm ich von selbst gar nicht auf die Idee, da jetzt NICHT "schnell" hinzugehen. Entdecken und Looten verschob ich immer (das geschah immer irgendwie ganz selbtverständlich in meinem Kopf) auf "freie Zeit" im Spiel :-)
Zumindest beim ersten Spielen. Beim erneuten Durchspielen fiel mir das dann zwar auf, störte mich aber nicht im Geringsten, da mein Begegnen anders war.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 442758 - 30. Juni 2022 - 10:19 #

Sehe ich ganz ähnlich. Ich habe nie das Gemeckere über die "nur fünf Stunden lange Kampagne" bei Oblivion verstanden. a) Schafft m.E. kein Mensch ohne Tricks/Exploits die Haupthandlung in 5 Stunden, wenn überhaupt, b) zwingt einen niemanden, nur die Haupthandlung zu spielen. Die funktioniert nämlich dann am besten, wenn man ihre Dringlichkeit durch bewusstes "Rollenspiel" steuert: Wenn der Thronfolger in seiner von den Blades bewachten Gebirgsfestung sitzt, ist er dort ja sicher fürs Erste, also kann man dann auch in Ruhe sidequesten gehen. Wenn hingegen eine Quest superdringend ist, wenn auch nur in der Story, nicht spielmechanisch, mei, dann mache ich sie halt sofort, statt mich erst mal aufzuleveln oder irgendwelche Botengänge einzuschieben.

Aber für die Elder-Scrolls-Spiele war schon immer etwas "freiwilliges Mitspielen" erforderlich, um sie richtig zu genießen.

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 30. Juni 2022 - 10:47 #

Desweiteren hatte ich bei der ElderScrollsReihe noch nie das Gefühl, ich müsse grinden. Das erschafft nur Level25-Ratten *lach*. Nein, ich finde gerade diese Reihe macht es einer willigen Person verdammt einfach abzutauchen/einzutauchen.

Phoncible 22 Motivator - - 31042 - 30. Juni 2022 - 6:59 #

Für mich ist die Regel hier relativ klar: Jedes Spiel setzt selbst seine Regeln fest, was ich als Spieler kann und darf und kann und was eben nicht. So lange das Spiel selbst sich an seine eigenen Regeln hält, kann ich mich als Spieler der Immersion hingeben. Sobald das Spiel die Regeln bricht (z.B. Clipping, Missionsfehler, etc.), bröckelt auch die Immersion - je gravierender der Fehler, desto mehr Immersionsverlust. Passiert es einmal oder ist es ein minimaler Fehler, der häufiger auftaucht, kann ich darüber hinwegsehen - passiert es häufiger, ist es mit der immersion dahin.

DerBesserwisser 17 Shapeshifter - P - 6487 - 30. Juni 2022 - 8:20 #

Geht mir genauso, ich kann damit leben, das ich in HZD am Vorabend der alles entscheidenden, weltrettenden Schlacht, mal eben eben erst noch den DLC einschieben kann, ohne das die Welt danach untergeht. Aber wenn die Figuren nach einer selbstlaufenden Sequenz puppenartig in ihre Ausgangspositionen zurückfallen haut es mich jedes mal raus.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90183 - 30. Juni 2022 - 7:35 #

Ich bin da eigentlich relativ schmerzfrei. Mir entfährt vielleicht mal ein: "Is klar". Aber das wars auch. Was Adventures angeht, es reisst mich zwar nicht aus der Immersion, aber es nervt wenn der Lösungsweg eigentlich klar ist, das Spiel aber möchte dass du so und nicht anders zum Ende kommst. Das geht mir echt auf den Keks.
Ansonsten Burtchen, hast du mir wieder gut die Kaffeepause versüßt. :)

euph 29 Meinungsführer - P - 115748 - 30. Juni 2022 - 7:38 #

Geht mir ähnlich. Spiele haben immer wieder Momente, in denen einem ganz klar gezeigt wird, dass sie eben nur Spiele sind und gewissen Regeln folgen. Gerade erst wieder in Sniper Elite 5, wo der Super-Soldat nicht über bestimmte Zäune oder sonstige Barrieren klettern kann (oder noch offensichtlicher ein "Ende des Missionsgebiets" das Weiterlaufen verhindert). Das ist nicht stimmig, aber da es ein Spiel mit gesetzten Grenzen ist, kann ich damit leben.

Epic Fail X 18 Doppel-Voter - - 10110 - 30. Juni 2022 - 8:18 #

Jetzt, wo du es sagst:
Größter Immersionsbrecher sind für mich maximal kniehohe Hindernisse, die der nahezu omnipotente Protagonist einfach nicht überwinden kann. Mit einem "Ende des Levels"-Hinweis kann ich da sogar noch eher leben.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 442758 - 30. Juni 2022 - 8:25 #

Der Fachbegriff dafür ist Teewagen.

euph 29 Meinungsführer - P - 115748 - 30. Juni 2022 - 8:37 #

Das geht ja einigen so - ich muss dabei dann einfach nur schmunzeln und suche mir halt den Weg, den das Spiel mir erlaubt.

ds1979 18 Doppel-Voter - - 9673 - 30. Juni 2022 - 9:42 #

Dann spiel den MS-Flightsimulator, da kannst du die ganze Welt umfliegen, oder tob dich in No Man's Sky aus:). Seit es Video- PCspiel gibt, hast du das doch mehr oder weniger oft in Form von defekten Aufzügen, gesperrten Treppen, Mistwagen usw. Ich glaube das sind eher Nickeligkeiten, die einem dann besonders sauer aufstoßen, wenn man von dem Spiel an sich enttäuscht ist. Findet man das Spiel super, sieht man großzügig darüber hinweg. Bei deinem ersten Doom spielen (1993), möchte ich wetten, ist es dir nicht saueraufgestoßen, dass der Doommarine nicht springen kann:). Du warst einfach nur hin und weg, von der nahezu realistischen Grafik und dem Gameplay.

euph 29 Meinungsführer - P - 115748 - 30. Juni 2022 - 9:52 #

Spiele machen das mittlerweile ja mehr oder weniger geschickt. Aber gerade im oben beschriebenen Sniper Elite 5 ist es mir seit längerem mal wieder richtig aufgefallen, da es in den 8 Missionen Dutzende Stellen gab, die meinen Elite-Soldaten eigentlich nicht hätten hindern dürfen, es aber getan haben.

Aber grundsätzlich bin ich bei dir, Spiele müssen (aus verschiedenen Gründen), Limits setzen, nach Möglichkeit nur so, dass es wenig auffällt.

ds1979 18 Doppel-Voter - - 9673 - 30. Juni 2022 - 10:39 #

Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach, das Immersion nicht von einer perfekten Spielewelt abhängt, sondern eher davon, ob die NPC als "echte Menschen" wahrgenommen werden. Während die Spielwelten immer perfekter werden (realistische Wettereffekte, Physik usw,) sind wir bei den NPC immer noch auf den Niveau von 1995. Erst wenn NPC auf den Niveau wie Wettereffekte angekommen sind, beginnt bei den Spielen das Zeitalter der Immersion. Mein bestes Beispiel ist dafür eine P&P Runde. Dabei gelingt es einer Handvoll von Durchschnittstypen sich in die Rollen von muskulösen Kriegern, Superhelden usw reinzusteigern, obwohl es offensichtlich ist, das "Günter" nicht Morkan der Barbar ist, oder Maria, Jade die Amazone. Aber wenn die Chemie der Mitspieler stimmt, dann gelingt dies. Wenn in dem von dir genannten Sniper Elite, die NPC nicht nur "hohle" Animationen gewesen wären, sondern sie glaubhaft als MacFarlan, der Präzisionsschütze, Dorian, der Sanitäter rübergekommen wären, hätten so Sachen wie, dass du über ein Auto nicht springen könntest, keine Rolle gespielt.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 3. Juli 2022 - 16:24 #

Ja. Der Aufwand für alles jenseits von „Tagesabläufen“ und ein paar generischen Sprüchen, die Zustimmung oder Ablehnung signalisieren, wird bei großen Welten mit sehr vielen Handlungsmöglichkeiten nicht exponentiell, sondern sogar faktoriell. Menschliche Synapsen dagegen können das dynamisch abfangen.

Bruno Lawrie 21 AAA-Gamer - - 25442 - 30. Juni 2022 - 13:42 #

Ich denke, es geht eher darum, wie ein Spiel das umsetzt. Wenn ich mich die meiste Zeit frei bewegen kann, eine dürre Hecke zum unüberwindbaren Hindernis wird und vor vier von fünf Türen ein Haufen Schrott liegt, stört das sehr, weil es so enorm künstlich wirkt.

Ein Spiel, was einen im Vergleich die meiste Zeit unter Druck setzt, sodass man nicht wirklich erkunden kann und wo in einer Zombieapokalypse viele Türen verrammelt sind, wirkt da ganz anders.

Ich finde auch Spiele besser, wo die Levelgrenzen natürlich sind. Ein Call-of-Duty-Level, wo viele Straßen durch Trümmer blockiert sind, wirkt künstlich. Ein Spiel, was in einer Raumstation oder auf einer kleinen Insel spielt, wirkt in Hinsicht auf diese Grenzen hingegen natürlich.

Aber auch bei künstlichen Grenzen gibt es Unterschiede. Sowas wie TLOU2 bekommt alles ziemlich natürlich wirkend hin und auch auf dem vorgesehenen Weg hat man oft blockierte Straßen, die man z.B. durch Gebäude hindurch umgehen muss, sprich, das Spiel etabliert solche Grenzen als etwas natürliches.
Während andere Spiele sowas wie einen Busch oder eine Schranke als unüberwindbare Levelgrenzen verwenden, was halt sofort stört.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 12:40 #

Oh ja, meine erste Begegnung mit Geralt hat das massiv verkürzt. Oh nein, ein knapp hüfthoher Zaun, tjanun, können wir nichts machen.

Shake_s_beer 17 Shapeshifter - - 7177 - 30. Juni 2022 - 8:19 #

Wieder eine schöne Kolumne, toll geschrieben. :)
Im Großen und Ganzen bin ich recht verzeihend, was das Thema Immersion betrifft, würde ich sagen. Schwierigkeiten habe ich mit menschlichen Mitspielern, wenn diese sich innerhalb einer Spielwelt nicht angemessen verhalten - einer der Gründe, warum ich mit MMORPGs nie warm geworden bin. Von Dingen wie Anstehen, um einen Boss umzuhauen mal ganz zu schweigen.

Bei Singleplayer-Spielen ist mir passend dazu ebenfalls wichtig, dass die Welt stimmig ist. Was mich zum Beispiel in Open World-Spielen stört, ist, wenn ich Questmarkern hinterher rennen soll, obwohl es keine logische Erklärung gibt,woher mein Charakter den Zielort kennen sollte. So lege ich in Rollenspielen großen Wert darauf, dass ich in den Dialogen zu Quests Wegbeschreibungen bekomme oder nachfragen kann, wo ich hin muss. Spiele solche Spiele dann auch gerne komplett ohne Questmarker - klappt das nicht vernünftig, reißt mich das ziemlich aus der Immersion.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 13:01 #

> wenn ich Questmarkern hinterher rennen soll, obwohl es keine logische Erklärung gibt,woher mein Charakter den Zielort kennen sollte

Verständlich, das habe ich auch schon öfter gehört. Fällt mir für mich aber in die "Fördert den Spielfluss, passt!"-Kategorie. Den Wunsch, die Karte ewig aufgrund einer vagen NPC-Wegbeschreibung abzugraben, hege ich nur äußerst selten.

Immerhin ist das Problem bei den Arkham-Spielen nicht gegeben, schließlich ist unser Protagonist ja der weltbeste Detektiv(TM).

Shake_s_beer 17 Shapeshifter - - 7177 - 30. Juni 2022 - 16:47 #

Das ist natürlich richtig, die Forderung hat ihre Grenzen - es ist ziemlich spaßbefreit, die Karte ewig auf der Suche nach dem Questziel abzugrasen. Mir macht es aber ebenso wenig Spaß, einfach nur stumpf irgendwelchen Markern zu folgen. Daher versuche ich - wie bereits beschrieben - vor allem bei Open-World-Rollenspielen immer erstmal, wie gut es sich ohne Questmarker und Co. spielen lässt.

Aktuell spiele ich beispielsweise Elex 2 und in solchen Dingen ist Piranha Bytes ja traditionell gut. Habe mittlerweile um die 25 Stunden auf der Uhr und bisher komplett ohne Questmarker gespielt - lediglich den Kompass und die Karte (logischerweise) nutze ich. Und das funktioniert prima. Zum Einen natürlich auch, weil die Welt nicht unendlich groß ist, zum anderen aber auch, weil der Entwickler daran gedacht hat, in den Questdialogen vernünftige Wegbeschreibungen einzubauen. Zumindest, wenn das innerhalb der Queststory Sinn ergibt. Sowas finde ich immer klasse, wenn sich der Weg zum Ziel dann organisch und glaubwürdig ergibt und nicht einfach durch einen blinkenden Pfeil, der gar nicht Teil der Spielwelt ist, vorgegeben wird.

Gorkon 19 Megatalent - - 16620 - 30. Juni 2022 - 8:38 #

Wenn man sich darüber auslässt, dass man selber die vorgesehene Spielmechanik eines Spiels aushebelt und sich dann darüber beschwert hat man selber schuld, dass man aus dem Spielfluss gerissen wird. Das ist ja so, als würde man sich darüber beschweren, dass man sich durch schummeln einen Vorteil anderen Spielern gegenüber verschafft.

LRod 19 Megatalent - P - 13545 - 30. Juni 2022 - 9:06 #

Es ist aber immer sehr cool, wenn man so etwas versucht und das Spiel irgendwie sinnvoll darauf reagiert.

Z.B. gibt es in Sekiro ganz am Anfang den Kampf gegen den Endgegner, den man natürlich verliert, inkl. Verlust der Hand, die dann gegen die Prothese getauscht wird. Mit viel Übung kann man den Kampf aber tatsächlich gewinnen, was mir dann tatsächlich auch beim Start in ein NG+ gelungen ist. Zur Belohnung gibt es dafür eine leicht abgewandelte Zwischensequenz.

Das wäre im Max Payne-Beispiel auch gut möglich gewesen, mit Immersions-Plus statt des komischen Zurücksetzens.

euph 29 Meinungsführer - P - 115748 - 30. Juni 2022 - 9:31 #

Es kommt ja immer wieder vor, dass insbesondere in Zwischensequenzen nicht das "Setting" im Spiel übernommen wird. Eigentlich gefallene oder außer Gefecht gesetzte Mitspieler stehen wieder oder sind an ganz anderer Stelle. Schwer verletzte wieder "gesund" usw. Das ist schon auffällig und ich kann verstehen, wenn das dem ein oder anderen die Immersion nimmt.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 11:20 #

Hm nicht ganz. Gerade deswegen habe ich ja etwa Alan Wake und Max Payne 2 gegenübergestellt: Letzteres hätte sich sicherlich noch ein paar Bonus-Donuts (isst Max die? Vielleicht mit zerstückeltem Ibu statt Zucker?) verdient, wenn es den Transporter-Fall abgedeckt hätte, aber es war halt klar als Fall von "Ich habe die Grenzen des Spiels etwas ausgetestet" erkennbar. Wobei es jetzt auch nicht wochenlang Übungen auf Weltklasse-Niveau brauchte. Alan dagegen hat mir seinen Bruch bei ersten Spiel präsentiert, obwohl ich den Titel genauso angegangen bin, wie es mir plausibel schien.

vgamer85 21 AAA-Gamer - 28666 - 30. Juni 2022 - 9:57 #

Sehr interessant.
Davon kann ja der Jörg ein Lied singen in Elden Ring :D

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 30. Juni 2022 - 10:12 #

Danke für die Kolumne. Fand sie sehr interessant, obwohl ich das so für mich tatsächlich nicht so sagen kann. Obwohl ich sehr gerne und viele OpenWorld Titel spiele, gab es für mich, zumindest beim ersten Durchlauf, noch nie eine Situation, die mich aus dem Geschehen riss.
Die Situationen, die für viele den Immersionsbruch verschulden fallen mir meist erst beim weiderholten "Durchspielen" auf. Das ist dann zu spät um das Spiel für mich zu "versauen", denn da wirkte die Geschichte bereits einmal und die Faszination kann mir nicht mehr genommen werden.
Gutes Beispiel sind hier (wurde auch weiter oben mal genannt) die Spiele der ElderScrollsReihe.
Ich glaube grundsätzlich liegt es daran, wie man einem Spiel begegnet - und das ist bei mir (zumindest beim ersten Spielen) noch nie analytisch und sachlich gewesen.
Ich installierte Morrowind, Oblivion, Skyrim etc. und unterschrieb sofort den "Komm-lass-dich-mitreißen-und-achte-nicht-auf-Logiklücken-Vertrag".
Klappte bisher immer super :-)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 442758 - 30. Juni 2022 - 10:23 #

Klappt bei mir bei den Elder Scrolls meistens auch sehr gut, während ich bei vielen anderen Spielen unter Logiklücken stark Leide. Bei z.B. Alien Isolation hat mich ja schon früh gestört, dass man nicht über kleinste Hindernisse drüber kann. Und später dann das unglaubwürdige Verhalten des Aliens. Letzteres ist natürlich ein Spielspaß-Killer: Wenn das eine Hauptfeature, um das sich das ganze Spiel dreht, auf einen persönlich unglaubwürdig wirkt.

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 30. Juni 2022 - 10:45 #

Das kann ich auch komplett nachvollziehen. Ich glaube es wird immer dann schwierig, wenn man etwas "kennt" oder etwas "eigentlich typisch" ist. In deinem Isolation-Falle das Verhaltensmuster des Alien, welches durch die Filme ganz klar dargestellt, charakterisiert und typisiert wurde. Wenn es jetzt plötzlich aber in dem Spiel "umgeschrieben" wird ... funktioniert das Alien-Spiel nicht als solches.
Die Geschichte mit den Teewägen, Bänken etc. als Begrenzer ... puh, da hätte ich auch dran zu knapsen.

Wotan der Greise 12 Trollwächter - P - 980 - 30. Juni 2022 - 10:53 #

„Ich glaube grundsätzlich liegt es daran, wie man einem Spiel begegnet“

Denke auch, dass das der wichtigste Faktor ist. Mit entsprechender Vorsicht genieße ich auch grundsätzlich Diskussionen über das Thema. Da gibt es selten handfest Objektives, und das ist auch gut so. Nicht, dass Entwickler gar nichts falsch machen könnten, aber entscheidend ist am Ende des Tages doch immer eher, wie gerne man sich mitnehmen lassen will (oder eben nicht).

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 30. Juni 2022 - 11:01 #

Ein greises Wort :-)
Spaß beiseite: Bin tatsächlich der selben Meinung. Habe ich Bock darauf mich mitnehmen zu lassen, muss da schon ganz grob was schieflaufen um mich herauszureißen.

Es kommt auch immer auf das Spiel an. Wenn mich normalerweise unüberwindbare Bänke stören - bei der MassEffectReihe hatte ich damit NULL Probleme, weil die Reihe einfach andere Sachen so wahnsinnig perfekt macht, dass ich daran nur einmal kurz nen Gedanken verschwendete, weil es sofort wieder episch wurde.

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 30. Juni 2022 - 11:07 #

Entschuldigt, wenn ich auf meinen eigenen Kommentar noch einmal antworte aber es fiel mir eben erst ein:

Ich bin sowieso ein wahres Immersionswunder *lach*. Ich bin nämlich auch LS-Spieler.Ich schaffe es sogar hier über einige Unzulänglichkeiten hinweg zu sehen und mir in meinem Kopf eine schöne Geschichte zum Spielen zu weben. *lach*

Das klappt jetzt tatsächlich (versionsübergreifend mit 17/19 und 22) über 2000 Spielstunden *wegduck* :-D

crux 17 Shapeshifter - 7837 - 30. Juni 2022 - 10:49 #

Sowas wie das mit der Munition in Alan Wake habe ich ganz ähnlich in Skyrim erlebt. Da war ein großer Kampf, und danach habe ich eine neue Fähigkeit bekommen. Also gleich ausprobiert. Dann kam ein NPC und sagt mir, ich soll doch meine neue Fähigkeit mal zeigen. Geht aber nur einmal am Tag, also neu laden und den Kampf nochmal machen.

Ich war von dem Spiel schon etwas angefressen, habe ihm aber eine Weile eine Chance geben wollen. Dann kam eine Mammut-Jagd und ich dachte, das ist vielleicht nett. Nur kam das Tier dann auf einen leicht schrägen Abhang und der ganze Elefant kippte 30 Grad nach vorne. Da war dann nicht mehr viel mit Immersion.

Desotho 17 Shapeshifter - 7712 - 30. Juni 2022 - 11:23 #

Wobei sowas auch lustig sein kann.
Ich war auch in Skyrim unterwegs und habe mein Inventar sortiert. Ich habe alles was ich nicht brauchte also einfach am Wegensrand entsorgt.
Kommt ein NPC vorbei: "Oh Du hast da was verloren" und gibt mir alles wieder.
Ich bin dann nach einer Weile ein wenig grummelnd weiter gelaufen über eine Brücke. Überfällt mich der NPC von vorhin, um mir meine Sachen zu stehlen :D

crux 17 Shapeshifter - 7837 - 30. Juni 2022 - 12:01 #

Das mit dem "du hast was verloren" erinnert mich jetzt irgendwie an Borderlands 2. Axton hat die Fähigkeit, einen Geschützturm aufzustellen. Wenn ein Goliath (etwas minderbemittelte aber zunächst höfliche Gegner) das sieht, sagt er manchmal "Sir, you dropped gun!".

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133347 - 30. Juni 2022 - 11:14 #

Wieder ein schöner Artikel, danke!

Grundsätzlich verzeihe ich Spielen sehr viel und blende unlogisches einfach aus. Warum soll ich mich auch unnötig über etwas ärgern, mit dem ich ja nur Spaß haben will? Spaß, das ist auch der Schlüsselbegriff. Ich möchte mit dem Spiel Spaß haben. Wenn es das Spiel jedoch nicht schafft mir Spaß zu bereiten oder es durch spielmechanische Eigenheiten oder sonstige Vorkommnisse den Spaß zunichte macht, höre ich auf zu spielen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 442758 - 30. Juni 2022 - 12:15 #

Darum geht es doch immer: Spaß. Dich stören spielmechanische Eigenheiten, anderen wird der Spaß auch durch Unlogisches verringert. Kein Mensch (außer womöglich ein Spielekritiker) geht doch an ein Spiel mit dem Vorsatz heran, möglichst viel Unspaßiges zu entdecken. Insofern ist dein "unnötiges Ärgern" schlicht deine Interpretation von "ungewolltem, aber real empfundendem Ärger" beim anderen.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133347 - 30. Juni 2022 - 14:48 #

Da kann ich Dir zustimmen! Es hängt ja viel von der persönlichen Einstellung ab und jeden stören unterschiedliche Dinge oder gleiche Dinge unterschiedlich schwer.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 14:50 #

Ugh, Spielekritiker. Das sind die Schlimmsten.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133347 - 30. Juni 2022 - 14:59 #

Du sagst es. Zum Glück bleiben wir hier von denen verschont!

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90183 - 30. Juni 2022 - 15:22 #

Ja. Vor allem diese angeblich subjektiven. :)

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40771 - 30. Juni 2022 - 17:35 #

Echt mal. Die tun immer so, als wären sie völlig subjektiv, ja, fast schon emotional. Dabei sind die am Ende doch alle nur total objektiv und rational.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133347 - 30. Juni 2022 - 18:25 #

Na, das ist doch mal objektiv falsch. ;)

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90183 - 30. Juni 2022 - 19:54 #

Und subjektiv gesehen objektiv.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41953 - 8. Juli 2022 - 17:22 #

Objektivität wiederum ist dem Subjekt jedoch ein Graus.

CBR 21 AAA-Gamer - P - 25401 - 30. Juni 2022 - 13:04 #

Erinnert mich an ein Level in Demonworld aus den 90ern. Laut Story wurde ich auf der Flucht angegriffen und sollte mich mit möglichst wenig Verlusten retten. Nach einigen Versuchen hatte ich die Schlachte aber gewonnen. In der Zwischensequenz wurde dann erzählt, wie ich es gerade so noch und unter großen Verlusten geschafft hatte, zu entkommen.

Oder die dunkle Bedrohung in Dragon Age: Origins: Während es zu Beginn des Spiels immer häufiger zu immer schwierigeren Zufallsbegegnungen kommt und dadurch das Weltuntergangsgefühl steigt, gehen dem Spiel irgendwann die Zufallsbegegnungen aus.

Sokar 20 Gold-Gamer - - 21870 - 30. Juni 2022 - 13:23 #

Ich bin mittlerweile ziemlich immun gegen kleine und mittlere Immersionsbrüche, weil es ja nur ein Videospiel ist. Wobei das je nach Spiel, Genre und Plattform unterschiedlich sein kann - in VR z.b. stören mich Grafikfehler deutlich mehr als auf dem flachen Bildschirm, weil ich mich mehr wie im Spiel fühle.

Zup 15 Kenner - P - 2756 - 30. Juni 2022 - 13:24 #

Jedes Spiel ist doch irgendwo Immersion. Auf irgendeine Weise entfernt man sich immer von der Realität. Manchmal natürlich auf eine plumpe Art und Weise, wenn z.b. mal wieder der Bordstein ein unüberwindbares Hindernis darstellt, oder ich mit einem Truck keinen Hydranten umfahren kann darf soll. Das sind dann kurze Augenblicke die einen verdutzt zurücklassen, aber über die ich schnell hinweg sehe, wenn der Rest des Spiels Spaß macht. Selbst die beste Open World hat irgendwo eine Grenze und die ist in den meisten Fällen eher eine banale Tapete gegen die man rennt. Stört mich das? Nein, weil ich eben weiß das es nicht real sein kann. Meine Frau meckert auch gerne bei Actionfilmen, wenn mal wieder zu viel zu weit und in viel zu großen Feuerbällen durch die Gegend fliegt. Aber das ist in dem Moment einfach die Immersion des Zuschauers und völlig in Ordnung. Wenn man sowas nicht mag, bleibt immer noch die Tagesschau. Realistischer geht's nicht ;)

Bruno Lawrie 21 AAA-Gamer - - 25442 - 30. Juni 2022 - 13:52 #

Am besten fand ich in der Hinsicht ja "Stirb langsam 2", wo ein Flugzeug landen muss, weil es kaum noch Sprit hat, aber dann am Boden in einem riesigen Feuerball explodiert. :-)

Super sind auch Bethesda-Rollenspiele, wo man zwanzig Schwerter, zehn Eisenbarren, fünf Schilde und drei Rüstungen im Gepäck hat, aber dann einen Apfel aufnimmt und nicht mehr schnell laufen kann, weil das Gewicht überschritten ist.

Das fällt bei mir aber auch eher in die Kategorie, die ich als belustigend, aber nicht besonders störend wahrnehmen. Wenn ich hingegen in einem Ort herumlaufe und die meisten Straßen durch Gebüsche und Autowracks blockiert sind, die nicht überwunden werden können, ist das schon ein Immersionskiller, weil der Entwickler halt einfach sehr lieblos vorgegangen ist. Das machen andere Spiele viel geschickter.

Edelstoffl 16 Übertalent - P - 5204 - 30. Juni 2022 - 21:43 #

Da denk' ich an Gerald - seines Zeichens Monsterjäger, Hexer, Dual-Wield-Experte - aber scheitert an einem Busch oder einem nicht mal kniehohen Felsen :)

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 1. Juli 2022 - 8:40 #

Pah! Geralt von Riva, der Schlächter von Blaviken, schafft in den ersten beiden Teilen noch nicht einmal das übertreten einer Bordsteinkante, wenn sie nicht abgesenkt ist.

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - P - 6901 - 1. Juli 2022 - 14:51 #

In Blaviken gibt es keine Bordsteine...

funrox 15 Kenner - P - 3532 - 30. Juni 2022 - 13:43 #

Wieder eine sehr schöne Kolumne, die ich weitestgehend unterstützen kann.

Bei Adventuren fällt mir da das „Das kann ich jetzt noch nicht aufheben“- Syndrom ein. Oder auf alten PCs wurde in Monkey Island 2 immer geladen, bis LeChuck in der Kanalisation zum Vorschein kam.

Generell verzeihe ich aber viel, wenn ich in der Spielewelt „gefangen“ bin.

Eine Frage noch: Was ist ein FFK-Kaiser? Oder muss es nicht eher FKK-Kaiser heißen?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 442758 - 30. Juni 2022 - 13:48 #

Der Freie-Formulierungs-Kultur-Kaiser? War aber zum Zeitpunkt deines Kommentars schon seit einer Stunde behoben.

funrox 15 Kenner - P - 3532 - 30. Juni 2022 - 14:04 #

Oha… ich sollte wohl vor dem Kommentieren nochmal den Browser aktualisieren… :-)

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 30. Juni 2022 - 14:16 #

Asche auf meine Haupt! Und das als jemand, der aus den Neuen Bundesländern stammt.

knorrissey 17 Shapeshifter - - 7296 - 30. Juni 2022 - 20:09 #

Ganz schlimm finde ich vermeintliche Zwischensequenzen, die aber nur durch bestimmte Eingaben des Spielers weitergehen. Mir fallen da GTA5 mit der Foltersequenz ein. Oder bei Wolfenstein: New Order(?), wo man ziemlich zum Anfang die Wahl treffen soll, welcher Typ sterben soll und wer am Leben bleibt. Keine Ahnung warum, aber so etwas finde unerträglich und da will ich nicht mehr weiterspielen.

Edelstoffl 16 Übertalent - P - 5204 - 30. Juni 2022 - 21:11 #

Super Kolummne - kann mich nur anschließen. Bei mir fallen viele Spiele aufgrund unglaubwürdiger Spielewelt oder auch bescheuerter Steuerung durch. Es gibt Spiele, da denke ich mir nach 5 Minuten:
"Ist dem noch keinem dieser offensichtliche Logikfehler aufgefallen? Waren die Betatester kollektiv bekifft?"
Und wenn dann die Steuerung auch noch hakelt... dann ist es geschehen.
Das besagte Alan Wake z.B. ist mit weitem Abstand eines der schlechtesten Spiele , die mir je untergekommen sind - mir völlig schleierhaft, wie das so erfolgreich werden konnte.
Oder "The Witcher" - Der doppeltschwertschwingende Zauberclown - da war gerade mal der zweite Teil halbweggs annehmbar - wenn auch mit erheblichen Schwächen. Aber Teil 1 und 3 sind sowas von dämlich designt, dass einem im Spiel immer wieder das Lachen auskommt. Hätte man daraus ein lineares Adventure mit Actioneinlagen gemacht, hättge am die Quintessenz eingefangen - der Rest drumherum ist völlig sinnfrei und zudem peinlich unlogisch. Die "Open World " von Witcher 3 ist sowas von lächerlich - das konnte sogar Gothic 3 besser.
Aber ich bin da recht speziell - mein Geschmack bewegt sich deutlic habseits vom Mainstream... übrigens ein geiles Diskussionsthema für die Hrillfete zur vorgerückter Stunde! ;)
Ich freu ' mich drauf!

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70478 - 30. Juni 2022 - 22:16 #

Ich bin jemand, der sich nur schwer aus der Immersion reißen lässt, verzeihe ziemlich viel. Ich achte auch kaum auf Logikfehler, die müssen mich schon anspringen, damit sie mich wirklich stören und mir das Erlebnis versauen. :D

Weryx 19 Megatalent - P - 14999 - 3. Juli 2022 - 12:06 #

Jo, ähnlich. Kann den ersten Satz eher nicht bestätigen.

Sir MacRand 13 Koop-Gamer - - 1580 - 1. Juli 2022 - 5:26 #

Der Bruch der vierten Wand ist in einem sonst immersiven Spiel eine Todsünde. Sowas zerstört für mich sofort die Illusion. Ansonsten bin ich ein ein Meister in „suspension of disbelief“ ;) Logikfehler stören mich nur sehr selten aber hin und wieder doch, zum Beispiel dann wenn an einer Stelle ein Zaun überklettert werden kann später im Spiel das selbe Asset aber nicht. Dann wirkt es inkonsistent.

MicBass 20 Gold-Gamer - P - 22255 - 1. Juli 2022 - 10:11 #

Mich stören wichtige Ereignisse oder Sequenzen die man verpasst, weil man zufällig in eine andere Richtung kuckt. Hä? War was? Und später bei einem YouTube Video wird einem dann erst klar. Ich bin da zugegebenermaßen auch Experte solche Dinge zu verpassen, aber da wünsche ich mir dann eine Version die den Kopf nimmt, dreht und sagt „Da musst du jetzt hinkucken, da passiert gleich was!“

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 1. Juli 2022 - 13:43 #

Oh ja. Bei Shadow of Mordor und/oder Arkhan Knight hatte ich eine Abwandlung: das Spiel hat einen Tastendruck auf meine Hardware-Lautstärkeregler als „okay, Cutscene abbrechen“ interpretiert.

MicBass 20 Gold-Gamer - P - 22255 - 1. Juli 2022 - 15:00 #

Ja, das kenn ich… Mir passiert sowas grad ständig bei Cyberpunk 2077. Spiele es mit M&T und da ist C die Taste für Kriechen / Aufstehen, während der Dialoge aber auch für Skip. Wenn ich vor dem Dialog noch krieche will ich das immer korrigieren - wie sieht das denn aus, so aus der Hocke zu reden - drücke C und zack, eine ganze Dialogzeile vorgespult.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41953 - 8. Juli 2022 - 17:25 #

Genau das Problem hatte ich auf der PS5 auch mit dem Spiel. Ich habe genauso wie Du so manche Dialogzeile übersprungen, weil ich nicht vor meinem Gesprächspartner hocken wollte aus Immersionsgründen.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 1. Juli 2022 - 15:43 #

Ich kann verschiedene Dinge relativ gut ignorieren. Mit mechanische Limitierung, Genrekonventionen und Logiklücken komme ich recht gut zurecht, auch wenn sie mich ärgern. Was mich völlig aus der Immersion reißt, ist wenn der Entwickler für irgendeinen Twist oder dramatisch Höhepunkt plötzlich irgendeine Mechanik ändert oder genereller die etablierte Spiellogik sei es narrativ oder mechanisch bricht.
Auf meinem Hügel der seltsamen Tode befindet sich etwas, womit scheinbar kaum jemand ein Problem hat: Strunzdumme Kommentare oder Handlungen der Spielfigur.

LRod 19 Megatalent - P - 13545 - 3. Juli 2022 - 14:24 #

Nein, damit bist du nicht der einzige. Wegen der ständigen unfreiwillig komischen Sprüche habe ich Gears of War - Tactics abgebrochen. Unerträglich ;)

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 3. Juli 2022 - 16:29 #

Ja. Sehr schmaler Grat auch, weil es natürlich sehr viel Sinn ergibt, wie zum Beispiel Max und Mona im Baustellen-Level kommunizieren und komplett stille Figuren angesichts der vielen Erlebnisse auch wenig glaubhaft wären. Aber so ein „that’s not up to code“ wie im Gotham-Knights-Vorstellvideo wiederum: Buh.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22001 - 1. Juli 2022 - 21:58 #

Schöner Artikel und ein ganz eleganter Move, Immersionsbrüche über überschrittene Genregrenzen zu definieren.
Oft genug habe ich allerdings den Eindruck, dass ein gar nicht so kleiner Teil der Spieler das eigene Weltbild als Erwartung nehmen und dann z.B. eine unvertrautes Rollenverhalten wie in Last of Us 2 als Immersionskiller erleben. Oder die Leute die sich nach einem Tarantino Film darüber aufregen, wie böse Menschen sein können ;)

Qualitative Unzulänglichkeiten, Bugs, schlampiges Gamedesign, schlechtes Pacing würde ich allerdings schon auch als Immersionsfaktor sehen. Da kann der Zahn der Zeit auch eine Rolle spielen. Gerade alte Low-Poy Spiele, erlauben mir es oft nicht mehr einzutauchen.

Meine persönlicher Immersionsbooster sind übrigens haptisch wertige Peripherie, Joysticks etc. und natürlich VR.

Restrictor81 19 Megatalent - - 19293 - 3. Juli 2022 - 8:55 #

Vielen Dank für diesen klasse Artikel, der mir die Fahrt zum Grillfest verkürzt hat. Ich hatte dort auch die Gelegenheit, mit Christian über den Artikel zu sprechen. Auch um ihn mein Bedauern darüber auszudrücken, dass er eine so schlechte Erfahrung mit Alan Wake, einem meiner absoluten Lieblingsspiele, gemacht hat.

Burtchen Freier Redakteur - P - 866 - 3. Juli 2022 - 15:08 #

Doppelt bedankt! Ich habe „leider“ vom Grillfest viele gute Neukaufideen mitgenommen, weswegen ich ehrlicherweise nicht behaupten kann, dass es das Remaster sehr viel wahrscheinlicher macht, dass ich Alan demnächst mal wieder sehe^^

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133347 - 3. Juli 2022 - 19:46 #

Schade, Alan würde sich bestimmt über Deine Rückkehr freuen. :)

TheRaffer 22 Motivator - - 34473 - 3. Juli 2022 - 14:59 #

Oh, wie ich das nachvollziehen kann. Sehr schön geschrieben. Ich kann Spielen viel Unlogik und kleinere Lücken verzeihen, aber wenn ich zu vollkommen dämlichen Aktionen gezwungen werde oder manche Mechaniken einfach keinerlei Sinn ergeben, dann landet das Spiel oft in der Ecke...

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41953 - 8. Juli 2022 - 17:38 #

Also in Bezug auf Gameplaymechaniken bin ich da ziemlich schmerzbefreit und lasse mich kaum aus der Immersion ziehen, wenn ich über einen niedrigen Zaun nicht springen kann oder quer durch bewaldete Bereiche reiten kann, ohne je mit einem Baumstamm zu kollidieren (letzteres war bei Ghost of Tsushima der Fall, wenn ich mich richtig erinnere).

Was mich viel mehr in letzter Zeit stört, ist, wenn mir die Spielwelt nicht logisch vorkommt.
Zuletzt habe ich beispielsweise Horizon Forbidden West durchgespielt und zwar auf deutsch. Mal abgesehen von diversen anderen Problemen, die ich mit dem Spiel so hatte (HFW ist jetzt schon ein Kandidat für meine Enttäuschung des Jahres), gab es eine Sache, die ich hier mal rauspicken möchte:
Wie gesagt, ich habe auf deutsch gespielt und es kam immer wieder mal vor, dass irgendein Charakter (meistens war es Erend) meinte, er bräuchte jetzt mal einen "Drink". Das hat mich jedes Mal richtig aufgeregt. Zum Einen ist "Drink" ein englischer Begriff in der deutschen Sprache und ich kann getrost davon ausgehen, dass in einer postapokalyptischen Welt (in der die Charaktere am ehesten original englisch sprechen würden) keine fremdsprachigen Begriffe im Dialog auftauchen. Erst recht nicht solche umgangsprachlichen oder popkulturell geprägten Begriffe, die wirklich nur in der Realität Sinn ergeben. Zum Anderen ging es bei diesen "Drinks" aber ohnehin immer um Bier, was durchaus in die Spielwelt passt, aber ich habe noch nie von jemandem gehört, er wolle jetzt mal einen Drink, wenn er eigentlich Bier möchte.
In der deutschen Übersetzung hätte man auch einfach "Bier" sagen können bzw. müssen. Das wäre logisch gewesen und hätte den Übersetzern nicht weh getan.