Gespräch: SCEE-Chef Andrew House

Sony: "Vertrauen zurückholen mit Taten" Interview

Jörg Langer 28. Juni 2011 - 12:41 — vor 7 Jahren aktualisiert
Neben vielen Spielen und wenig Entschuldigung gab es auf Sonys E3-Pressekonferenz auch Show-Einlagen zu erleben.
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GamersGlobal: Sie haben bereits den angeblichen aggressiven Preis von Vita erwähnt, nämlich 249 Euro für die Wifi- und 299 Euro für die 3G-Variante, mit der man übers UMTS-Netz surfen und downloaden kann. Aber zu letzterer kommt doch vermutlich noch ein Zwangsvertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen dazu – in USA wird AT&T der Exklusivpartner für Vita sein. Mit anderen Worten: Der Kunde muss 299 Euro fürs Gerät zahlen und dann sofort noch mal einen vermutlich nicht niedrigen Betrag für einen Ein- oder Zweijahres-Vertrag?
 
Andrew House: Was wir in Europa planen, muss erst noch angekündigt werden Wir kümmern uns gerade intensiv um Partnerschaften, und dabei geht es uns um zwei Dinge: die 3G-Erfahrung nahtlos und komfortabel zu machen. Wie Sie wissen, ist der Telekommunikationsmarkt in Europa höchst kompliziert, auch aufgrund der Vielzahl der Länder und der Breite unserer Distribution. Wir verwenden gerade viel Zeit und Energie darauf – übrigens auch ich persönlich – um beim Launch von Vita eine 3G-Erfahrung für die Kunden zu haben.
 
GamersGlobal: Aber noch mal: Wird es auch in Europa einen Exklusiv-Partner geben? Denn viele Leute hassen die Idee, zum Beispiel T-Mobile-Kunden werden zu müssen, wenn sie eines der ersten iPhones haben wollen.
 
Andrew House: Über diese Details werden wir in einigen Monaten Aussagen treffen können. Wir wollen es so einfach und flexibel wie möglich für unsere Kunden machen. Wir wollen nicht einfach 3G-Geräte verkaufen, sondern 3G-Geräte, die aktiviert sind und die den Leuten sofort Spaß machen. Das bedeutet viel Arbeit auf der Content-Seite, und auch auf der technischen Seite.
 
GamersGlobal: Verzeihen Sie mir, wenn ich noch einmal nachfrage: Kann ich nun für 299 Euro eine PS Vita mit 3G kaufen, oder ist der tatsächliche Kaufpreis in jedem Fall höher, weil ich zwangsweise einen 3G-Vertrag abschließen muss?
 
Andrew House: Es wird einen 3G-Vertrag geben, aber ich weiß nicht, ob man den "zwangsweise" nennen muss. Ich vermute, es wird eine Wahlfreiheit geben. Aber die 299 Euro sind definitiv nur der Gerätepreis.
 
GamersGlobal: Mit der kürzlich angekündigten WiiU definiert Nintendo Konnektivität ganz anders als Sony. Und Nintendo läutet damit bereits 2012 die nächste Konsolenrunde ein.
 
Nintendo will 2012 die WiiU auf den Markt bringen. Sony scheint mit ihrer nächsten Heim-Konsole keine Eile zu haben
Andrew House: Wenn zwei wichtige Player ganz unterschiedliche Strategien im selben Markt verfolgen, ist das ein Beweis für Innovation. Mit PS3, vermutlich können Sie das nicht mehr hören, fahren wir eine ausgesprochene Langzeitstrategie. Es ist ein sehr mächtiges Gerät mit sehr vielen Entertainment-Optionen. PS3 gibt uns die Chance, über einen langen Lebenszyklus hinweg weiter Innovationen zu schaffen. Ich glaube, dass unsere Konkurrenz eine andere Strategie fährt, mehr in Richtung "Ein Gerät, ein Lebenszyklus, und dann das nächste." Ich möchte wirklich nicht prahlen, aber wenn wir uns die aktuelle relative Marktstärke ansehen, wird dieser Kontrast sehr deutlich. Gerade in Europa legen die Zahlen von PS3 Jahr für Jahr zu, während die von Nintendo signifikant abnehmen.
 
GamersGlobal: Aber bei den absoluten Zahlen ist Nintendo weiter vorn.
 
Andrew House: Bei der installierten Basis, ja, aber noch mal: Für uns ist das kein Kurzstreckenlauf. Wir sind in einem Marathon, und wir fühlen uns sehr fit und gesund.
 
GamersGlobal: Nintendo selbst scheint durchaus auf Ihren Langzeit-Ansatz zu vertrauen, da die WiiU zwar leistungsfähiger werden dürfte als Xbox 360 und PS3, aber eben auch nicht massiv leistungsfähiger. Wenn Nintendo ihre WiiU 2012 herausbringt, soll sich die Konsole sicherlich für 5, 6 Jahre gut verkaufen. Anscheinend traut Nintendo also Sony und Microsoft für den größeren Teil dieser Zeitdauer keine neue Konsole zu?
 
Andrew House: Es ist sehr gefährlich, Lebenszyklen voraussagen zu wollen. Denken Sie daran, dass wir immer noch Millionen von PS2 pro Jahr verkaufen, elf Jahre nach dem Launch. Mit den richtigen Geräten und dem richtigen Content können wir offensichtlich mehrere Plattformen gleichzeitig im Markt haben. Das liegt auch an einem globalen Trend, sich in der Freizeit mit Videospielen zu beschäftigen. Erstmals in unserer Geschichte sind wir stark auf dem lateinamerikanischen Markt involviert. In Indien arbeiten wir mit lokalen Entwicklern zusammen, die primär für die PS2 produzieren -- für diesen Markt ist die PS2 im Preis genau richtig.
 
GamersGlobal: Sony Computer Entertainment Europa scheint sich gerade gut zu schlagen, auch im Vergleich zu USA und Japan.
 
Andrew House: SCE Japan hat einen sehr großen Marktanteil, und die japanischen Konsumenten scheinen sehr stark am Handheld-Markt interessiert zu sein; unser PSP-Business läuft fantastisch dort. Wir müssen beobachten, ob das einen generellen Trend weg von der Heimkonsole ankündigt. Aber ja, wir haben in Europa Konsumenten, die sehr treu zur Playstation-Marke sind. Wir profitieren von der Vielfalt unserer Inhalte, und vielleicht haben sich Spiele wie Little Big Planet und Heavy Rain auch deshalb so fantastisch in Europa geschlagen, weil sie von europäischen Entwicklern stammen.
 
GamersGlobal: Wenn die von Ihnen verantwortete Geschäftseinheit SCEE so stark ist – wäre es nicht angebracht, dass sie den Launch der PS Vita durchführt, vor USA und Japan?
 
Andrew House: Das wäre natürlich wunderbar, aber wir sind da in keinerlei Position, das fordern zu können. Es gibt sehr gute Gründe, wieso wir unser genaue Launch-Daten noch nicht verkünden. Als Konzern sind wir stark von den Ereignissen am 11. März in Japan betroffen. Wir sind immer noch dabei, festzustellen, was genau die bleibenden Auswirkungen für uns sind. Solange wir diesen Evaluierungsprozess nicht abgeschlossen haben, sollten wir keine Launch-Pläne verkünden.
 
GamersGlobal: Bei der Sony-Pressekonferenz zur E3 wurde keine ernsthafte Entschuldigung wegen der massiven PSN-Probleme nach dem Anonymous-Angriff gegeben...
 
Andrew House: Seien Sie fair: Diese Entschuldigung gab es, durch den SCEU-Chef Jack Tretton.
 
GamersGlobal: Sie war sehr kurz und klang nicht wirklich nach Entschuldigung. Jeder kann verstehen, dass Sony dieses Kapitel abschließen möchte. Doch ist es nicht ein Desaster, wenn Ihre ganze Strategie stark auf Konnektivität basiert, diese Konnektivität aber offensichtlich nicht ohne das Risiko zu haben ist, dass online Daten entwendet werden?
 
Dass es uns ernst damit ist, werden wir mit unseren Taten beweisen, nicht mit Worten.
Andrew House: Wir sind wahrlich nicht allein: Wirklich jede Firma muss sich heute auf die Konnektivität einlassen und sie als Teil ihres Business begreifen. Außerdem, und das meine ich nicht als Entschuldigung, waren wir Ziel einer in diesem Ausmaß beispiellosen, anhaltenden kriminellen Attacke. Solche Attacken werden glücklicherweise nicht zur Norm werden. Uns hat dieser Vorfall einige harte, aber wichtige Lektionen gelehrt: Wir müssen fortan ständig an die Sicherheit denken und unser Allerbestes aufbieten, um unsere Konsumenten zu schützen. Gleichzeitig müssen wir den Glauben der Konsumenten an unsere Marke und in uns als eine verantwortungsvolle Firma wiederherstellen. Das ist das Beste, was wir tun können, aber es wird unheimlich schwer werden.
 
GamersGlobal: Das heißt also mehr Passwörter, weniger Komfort für die User?
 
Andrew House: Wir werden alles unternehmen, was die Playstation-Erfahrung sicherer für die Kunden macht. Ganz ehrlich: Sowohl Kaz Hirai als auch Jack Tretton haben auf der E3-Pressekonferenz betont, dass Sony als Marke seit über 60 Jahren auf dem guten Willen der Konsumenten aufbaut. Es macht uns demütig, dass die Kunden so viel Vertrauen in uns bewiesen haben. Nun müssen wir einen weiten Weg gehen, um dieses Vertrauen neu zu rechtfertigen. Zum Beispiel mit dem Welcome-Back-Programm. Doch das ist nur ein erster Schritt: Dass es uns ernst damit ist, das Kundenvertrauen wieder herzustellen, werden wir mit unseren Taten beweisen, nicht mit Worten.
 
Das Interview führte Jörg Langer für GamersGlobal
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22.02.2012
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Jörg Langer 28. Juni 2011 - 12:41 — vor 7 Jahren aktualisiert
Vidar 19 Megatalent - 13646 - 28. Juni 2011 - 13:01 #

ihr mit Iphone... auf einem Iphone wird man nie so gut spielen können wie auf einem richtigen Handheld....

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30233 - 28. Juni 2011 - 13:05 #

Doch, wenn die Hersteller sich zu einem Standard für "Aufflansch-Bluetooth-Gamepads" einigen könnten. Also vor allem auch Spieleproduzenten oder der Hersteller des Betriebssystems. Gaming unter Windows hat durch DirectX einen Schub erfahren - wenn Google eine Gamingschnittstelle mitsamt APIs für Gamepad-Hardware standarisieren würde und dabei auch auf die unterschiedlichen Hardware-Versatzstücke eingeht - wer braucht dann noch eine dedizierte Spielkonsole für unterwegs? Der Trend geht doch eindeutig dazu, ein Gerät mit vielen Funktionen mit sich herumzutragen. Und eben nicht zig Spezialisten..

Vidar 19 Megatalent - 13646 - 28. Juni 2011 - 13:13 #

da man immer davon ausgehen muss das nicht jeder so ein Aufflansch-Bluetooth-Gamepad hat wird man sich weiterhin auf eine Simple Steuerung mit paar Wischeinlagen auseinandersetzen dürfen!
An eine Direkte Steuerung über Tasten wird es nie Rankommen.

Wer wirklich Spielen will wird einen Handheld kaufen und wer wirklich gute Fotos machen will wird auch weiterhin auf eine Digicam setzen!
Einzige wirkliche kombi wäre es so wie das Xperia Play, allerdings nur wenn es Standart werden würde was sehr abwegig ist

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30233 - 28. Juni 2011 - 14:17 #

Wer kein Gamepad dran hat kann ja weiterhin mit eingeblendeten Analogsticks spielen, wo ist das Problem?

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 28. Juni 2011 - 14:34 #

Vielleicht falle ich ja aus der Zeit, aber ich mag diese Spezialisten eigentlich. Meist überlege ich mir auch vorher, was ich unterwegs brauche und wähle dementsprechend meine Geräte aus.

Ich finde den Trend zur eierlegenden Wollmichsau falsch - jede Funktion die die dort eingebaut wird ist ein zusätzliches Fehlerrisiko und meist qualitativ unter dem Spezialgerät. Viel anders sieht es doch bei Videospielen auch nicht aus und ich wüsste auch nicht, wie sich das ändern sollte.

Apple hat seit einigen Jahren Geräte, die auch als Spieleplattform funktionieren. Und vom technischen Standpunkt sind sie den dezidierten Geräten vielleicht sogar überlegen. Trotzdem sind Spiele aus dem Appstore immer noch vorwiegend primitiv und/oder casual, weil Apple offenbar wenig Interesse hat, andere Inhalte zu pushen.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13833 - 28. Juni 2011 - 14:39 #

Ich denke, die Zielgruppen sind (und bleiben es voraussichtlich auch fürs Erste) einfach unterschiedlich. Ich persönlich bin mit den Spielen aus dem App Store zufrieden, weil sie das liefern, was ich möchte: Kurzweilige und kurzzeitige Unterhaltung zum kleinen Preis. Ein echter Handheld-Zocker war ich nie und werde es wohl auch nie sein, da ich unterwegs kaum Zeit für ausgiebiges Zocken habe. Zuhause möchte ich mich dann doch lieber mit dem großen Bildschirm abgeben.

Andererseits sehe ich aber auch den Markt für die echten Handhelds. Nur: Ist der wirklich noch so groß wie früher? Ich denke es ist durchaus realistisch, dass iOS und Android da eine Menge Kundschaft abgraben, insofern finde ich Jörgs Fragen auch extrem berechtigt.

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 28. Juni 2011 - 17:42 #

Das sehe ich ähnlich. In Situationen, wo der typische Smartphone-User mit seinem Gerät spielt (also nur für einige wenige Minuten) habe ich meist andere Beschäftigungen (oder ich tue einfach mal nichts...).

Ausgiebig zocke ich unterwegs auch nicht, eher bequem auf dem Sofa. Oftmals ist ziehe ich das Spiel auf dem Handheld auch vor, weil passende Spiele auf anderen Geräten selten erscheinen (J- und SRPGs). Schön ist auch das Spielen bei der gerade mal nicht so spannenden Folge einer TV-Serie...

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30233 - 28. Juni 2011 - 13:03 #

Klingt erfreulich bissig das Interview. Der arme Herr House kam vor allem in der ersten Hälfte doch arg ins Schwimmen scheint mir. Eine wirkliche Strategie gegen Android und iOS scheint da nicht vorhanden zu sein.

"Andrew House: Bieten die anderen Plattformen GPS-gestützte Virtual Reality? Haben sie zwei Kameras?"

Öh, ja. Und sie nutzen diese Funktionen teilweise sehr ausführlich und innovativ. Sony fehlen die Alleinstellungsmerkmale, mobiles Gaming wird in Zukunft wohl doch eher auf Smartphones und Tablets stattfinden.

Bernd Wener 19 Megatalent - 13833 - 28. Juni 2011 - 13:10 #

Das gleiche dacht ich mir auch. Dr. äh Herr House war sicher froh, als der Termin rum war.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7103 - 28. Juni 2011 - 16:16 #

Ich schließe mich euch an und denke, dass das ein generelles Problem ist, dass sowohl die Planer bei Sony und Nintendo haben ~ sie unterschätzten die Smartphones und Apple gewaltig. Auch heute vergleichen Sie sich primär eigentlich mit dem 'alten Feind' und versuchen sich teilweise die Situation schön zu reden ... oder eben wie im Falle von Nintendo, das Spielerlebnis auf den anderen Geräte abzuwerten. Sony ist - egal wie man die Verkäufe auch hochrechnet aus ihrer Sicht im Zugzwang. Hier geht es weniger um die Inhalte, sondern um die Wirtschaft und hier kann es sich diese Sparte von Sony einfach nicht leisten als Unternehmen schlechte Bewertungen einzufahren. Da muss der Fokus ganz klar verschoben werden. Jörg deutet gezielt darauf hin -> Wer versucht alles aufzufangen ...

Tassadar 17 Shapeshifter - 7877 - 30. Juni 2011 - 23:59 #

Er hätte vielleicht auf die Grafikhardware verweisen sollen, da können iPhone, iPad und Android Smartphones ja nun nicht mithalten.

General_Kolenga 15 Kenner - 2869 - 28. Juni 2011 - 13:08 #

Na immerhin- nachdem er das Beste gegeben hat, den bohrenden Fragen mit leeren Phrasen auszuweichen, hatts früher oder später auch mal konkrete Aussagen gegeben- das ist schon deutlich mehr, als man von den meisten Interviewpartnern erwarten kann, scheint mir ;)

. 21 Motivator - 27978 - 28. Juni 2011 - 13:14 #

Ich denke das 3G Modell wird schon sehr schnell eingestellt werden. Weder Telefon noch Online Multiplayer, wenn ich kurz ins Netz will unterwegs, nehme ich das Smartphone zur Hand.
Was das WLAN Modell betrifft muss es Sony schaffen recht schnell eine solide Basis zu schaffen. Ich frage mich nur ist ein Actiontitel, wie Uncharted dafür da? Solch ein Spiel spielt man doch lieber auf einem grossen Screen, damit die Effekte besser rüberkommen.
Zudem wird es das Vita Lineup sehr schwer haben gegen Mario Kart und Co. für den 3DS. Ich warte auf alle Fälle mal ab - Mindestens 2 Jahre. Vielleicht kann ich bei der Vita, wie schon bei der PSPGo dann Leichenfledderer sein?

Cohen 16 Übertalent - 4596 - 28. Juni 2011 - 18:43 #

Aber nicht jeder hat bereits ein Smartphone, besonders nicht mit so einem schön großen Display und einer so hohen Auflösung. Falls die Vita einen vernünftigen Internet-Browser bekommt, schiebe ich den geplanten Smartphone-Kauf noch ein paar Jahre auf. Dann behalte ich mein uraltes Handy (mit vernünftiger Akkulaufzeit) zum telefonieren und die Vita für den Rest (spielen, surfen, TV-Episoden anschauen, e-Mails abrufen und versenden, eventuell "Not-Navi" per GPS-Sensor)

. 21 Motivator - 27978 - 28. Juni 2011 - 20:52 #

Darum geht es Nokia auch so blendend, weil soviele noch ein uralt Handy haben - nicht? ;-)
Sony wird schon bald ein Riesenproblem haben. Die nächste Smartphone Generation, wird technisch bereits der Vita überlegen sein. Nintendo hat beim 3DS noch ein Alleinstellungsmerkmal, denn 3D Bildschirm. Aber auch hier kommen die Smartphones schon - LG hat glaub ich schon eines im Angebot und das iPad3 soll Gerüchten folgend ebenfalls einen 3D Bildschirm haben.
Jörg hat im Interview schon zurecht darauf hingewiesen, denn 3DS und Vita könnten gut die letzten ihrer Art sein.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30233 - 28. Juni 2011 - 20:59 #

Das iPad 3 wird sicher keinen 3D-Bildschirm haben. Autostereoskopische Bildschirme sind in 9 Zoll noch zu teuer und zu blickwinkelabhängig. Das iPad 3 wird dafür aber höchstwahrscheinlich eine sehr nette Auflösung mitbringen. Und eventuell das erste mal einen nicht bei Samsung gefertigten Prozessor nutzen. Gerüchteweise produziert TSMC für Apple, eventuell gleich in 28nm.

Cohen 16 Übertalent - 4596 - 28. Juni 2011 - 21:49 #

Natürlich sind schon viele auf Smartphones umgestiegen... viele aber auch nicht. Bei den Anteilen der NEUVERKÄUFE steigt der Smartphoneanteil immer weiter an, aber bei der NUTZERBASIS werden die normalen Handys noch lange vorne liegen... und gerade für die Handynutzer ist die Vita interessant.

Und bei der nächsten Smartphone-Generation sehe ich noch keine Überlegenheit gegenüber der Vita... hardwaremäßig werden die High-End-Modelle nächstes Jahr mit Quadcores maximal gleichziehen (und vermutlich zum doppelten Preis) und die Spiele können wegen vieler unterschiedlicher Modelle längst nicht so gut optimiert werden wie beim Sony-Handheld. In 2 bis 3 Jahren bekommt die Vita allerdings wirklich ein Problem, wenn die Smartphones DEUTLICH mehr Leistung haben und der Optimierungsnachteil irrelevant wird. Dann bleiben nur noch Sticks, Buttons und Exklusivtitel die Sony-Trümpfe.

Und der 3DS wird mMn viel eher die Konkurrenz des Smartphone-Sektors zu spüren bekommen, da die Hardware viel schwächer ist und der Großteil der Spiele für Gameboy/DS eher auf die Casual-Spieler setzten (sowohl die ganze Shovelware als auch die guten Spiele wie die Ace-Attorney- und Layton-Spiele und rundenbasierenden JRPGs, die auch wunderbar per Touchscreen auf einem Smartphone funktionieren würden). Und das Alleinstellungsmerkmal des 3DS (autostereoskopisches 3D) ist bereits jetzt Geschichte: LG Optimus 3D, HTC Evo 3D, Sharp Aquos SH-12C... viele weitere werden folgen.

Green Yoshi 21 Motivator - 26870 - 28. Juni 2011 - 13:18 #

Irgendwie kommt es mir so vor als hätte der Interviewer eine latente Abneigung gegen Sony.
Die Playstation Vita ermöglicht das Abspielen von Core-Games wie Uncharted und wipEout, ein iPad hat zwar auch einen Touchscreen, aber ohne Analogsticks und Tasten sind einfach nicht alle Genres einwandfrei nutzbar. Außerdem ist ein iPad zu groß für die Jackentasche.
Also ich nutze Handys vorwiegend zum Telefonieren und Musik hören, spielen frisst viel zu viel wichtige Akkuleistung. Dann lieber auf einer richtigen Konsole spielen, bei der es nicht schlimm ist wenn der Akku schlapp macht.

Mich würde interessieren, wie Sony die Entwickler dazu bringen will ihre Spiele gleichzeitig für PS3 und Vita zu releasen und ob Bundles geplant sind, die beide Versionen enthalten.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 371626 - 28. Juni 2011 - 13:18 #

Der Interviewer hat keinesfalls eine latente Abneigung gegen Sony, sondern macht seinen Job: nämlich kritisch nachfragen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30233 - 28. Juni 2011 - 13:22 #

Wer kritisch ist MUSS Fanboy sein, das solltest du doch wissen :D . Selbst wenn du zeitgleich kritische Interviews mit Google, Apple, Sony und Microsoft veröffentlichst, du MUSST Fanboy eines der jeweils anderen Konzerne sein. Ist doch einfach, denk doch mal mit ;) ;) .

Green Yoshi 21 Motivator - 26870 - 28. Juni 2011 - 13:30 #

Nichts gegen kritische Interviews, ich mag kritische Interviews, aber Sony vorzuwerfen sie hätten sich nicht richtig für den PSN Ausfall entschuldigt, ist schon ein wenig weit hergeholt. Es gab eine Entschuldigung von Kaz Hirai, zwei Gratisspiele, eine kostenlose Versicherung gegen Idenititätsdiebstahl und dann noch die Entschuldigung auf der E3 PK.

Wie haben sich denn die gefühlt 100 anderen Unternehmen, die dieses Jahr gehackt wurden, bei ihren Kunden entschuldigt? Besser?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 371626 - 28. Juni 2011 - 13:44 #

Ich beziehe mich im Interview auf die E3-Presekonferenz. Und da bin ich gewesen und habe erlebt, wie der US-Chef im Grunde einen Scherz draus gemacht hat. Darum meine Bitte: Erst lesen, dann verstehen, dann kommentieren.

Ridger 19 Megatalent - P - 15314 - 28. Juni 2011 - 19:46 #

Interviews bei denen sich gegenseitig Honig ums Maul geschmiert wird kann ich auch woanders lesen. Wichtig für mich bei Jörgs Interview waren die Fragen und die Antworten und kein endloses Gesülze. Danke Jörg.

Flopper 15 Kenner - 3537 - 28. Juni 2011 - 13:49 #

Ich fand das Interview sehr, sehr gut. Gerade wegen den kritischen Fragen! So sollten Interviews öfter ausschauen.

SirDalamar 14 Komm-Experte - 2035 - 28. Juni 2011 - 19:42 #

Ich fand es ebenfalls sehr gut. Man muss ja nicht alles gutheißen, und um eine gescheite Antwort zu bekommen, muss man leider etwas härter nachfragen. Wenn man ja und Amen sagt, wird man mit dämlichen Phrasen und zurechtgelegten Sätzen abgespeist.

Pitzilla 18 Doppel-Voter - P - 12385 - 4. Juli 2011 - 6:01 #

Da kann ich mich anschliessen. Endlich mal ein Interview, wo kritisch auf die Antworten eingegangen wird. Toll zu lesen, mehr davon!

Khaz'Hiraiiii (unregistriert) 28. Juni 2011 - 13:16 #

"Nun müssen wir einen weiten Weg gehen, um dieses Vertrauen neu zu rechtfertigen."

>> arstechnica.com/gaming/news/2011/06/lawsuit-sony-laid-off-security-staff-was-unprepared-for-ps3-hacks.ars

Olphas 24 Trolljäger - - 50719 - 28. Juni 2011 - 13:39 #

Ganz schön bissig, das Interview. Gefällt mir!

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 12298 - 28. Juni 2011 - 13:41 #

Schönes Interview. Endlich mal ein paar ordentliche Fragen zum Nachhaken, wenn die Leute ausweichen. :)

andreas1806 17 Shapeshifter - P - 6655 - 28. Juni 2011 - 13:51 #

Ein tolles Interview !
Danke dafür !!!!
Herr House war wohl anfangs geschockt einen "Freak" (nicht böse gemeint !!) als Interview Partner zu haben, der kritische Fragen stellt und sich mit der Materie auskennt.

Aber auch Herr House hat später tolle Antworten !

Dieses Interview bekommt von mir die Note 1, da es wirklich Spaß gemacht hat es zu lesen!

floxyz 16 Übertalent - 4953 - 28. Juni 2011 - 14:07 #

Die Frage mit dem iPad ist berechtigt, aber jeder der mal einen Emulator auf Android oder ein Spiel auf iOs mit virtuellen Joysticks gespielt hat weiß dass es mit echten Joysticks viel besser geht!
Ansonsten nettes Interview und gut mit bissigen Fragen gespickt (auch wenn manchmal eine Spur zu bissig).

Faxenmacher 16 Übertalent - 4033 - 28. Juni 2011 - 14:19 #

Super Interview, bis jetzt sagt mir die PSVita überhaupt nicht zu. Wenn ich Online spielen will, dann daheim auf dem Sofa oder am PC. Wenn ich "Core"Games spielen will ebenso. "Casualgames" gerne für unterwegs, aber dazu reicht ein Smartphone. So, und für was bräuchte ich nun so ein Teil? :O

Drapondur 28 Endgamer - - 109744 - 28. Juni 2011 - 14:46 #

Cooles Interview! Find ich gut, wenn auch mal kritisch hinterfragt und nachgehakt wird.
Kein Rechtschreibfehler aber im zweiten Absatz auf der zweiten Seite fehlt nach dem ersten Satz ein Punkt.

medi 08 Versteher - 198 - 28. Juni 2011 - 15:24 #

die einleitung ist leider eher bescheiden.. das ewige "uncharted auf ipad möglich oder nicht" am anfang nervt. mich interessiert die psp und ich will buttons sowie analogsticks! was interessiert mich da als leser, ob einige funktionen von uncharted auch theoretisch auf ipad möglich sind? würde diese möglichkeit was ändern? beide haben nen touchscreen.. toll. bei einen interview zum thema ferrari will ich doch auch nicht lesen, dass vw theoretisch auch schöne autos baut.. ;)
zum 3g (vertrag) thema: hier hätte ich mir dagegen noch eine nachfrage gewünscht

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30233 - 28. Juni 2011 - 15:48 #

Naja, er sagt ja schon eindeutig, dass es sich um den Gerätepreis handelt. Ob sie jetzt einen (und welchen) Exklusivpartner haben werden scheint ja noch nicht sicher. Lange Vertragslaufzeiten mit hohen monatlichen Kosten dürften aber den Gerätepreis sicherlich in die 1-Euro-Richtung drücken.

Anonymous (unregistriert) 28. Juni 2011 - 16:34 #

Warum zerbricht ihr euch Sonys Kopf?
Als Spieler sind Smartphones und Tablets als Spielgeräte für mich ungefähr so relevant wie Florian Silbereisen für Heavy Metal Fans. ;-)
Es wäre besser gewesen ihn auf die Fehler der PSP anzusprechen und was Sony vorhat um die neue PSP interessanter für Handheldfans zu machen.

Larnak 21 Motivator - P - 27003 - 28. Juni 2011 - 19:59 #

Ich mag diese Art von Interview, in der nicht einfach nur eine Frage nach der anderen abgespult, sondern nicht richtig diskutiert wird. Gibt es leider viel zu selten!

Aber bei Jörg ist man da immer gut beraten :)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 30233 - 28. Juni 2011 - 20:03 #

Diskussionen entstehen halt nicht, wenn nur eine Mail mit Fragen an den Interviewpartner geschickt wird ;) .

Crowsen (unregistriert) 28. Juni 2011 - 21:09 #

Ich kann auch nur sagen: Tolles Interview. Klasse Fragen, hat mir wirklich Spaß gemacht das zu lesen, selbst wenn mich die Vita überhaupt nicht interessiert :D

Asto 15 Kenner - 2904 - 20. Juli 2011 - 18:28 #

Wird auch nichts für mich sein, aber das Interview muss man echt loben. Profi am Werk

Faerwynn 18 Doppel-Voter - P - 9036 - 29. Juni 2011 - 10:07 #

Ich mag die pseudokritischen Fragen nicht so sehr. Die wiederholte Frage nach dem iPad ist relativ sinnlos, 95% aller Spiele könnten auch auf einem anderen System gemacht werden. Und ja, auf dem iPad gibt es auch Spiele, aber viele Leute wie ich z.B. würden nie ein Apple Gerät kaufen. Und ich geb doch keine 600 Euro für eine Handheld Konsole aus. Abgesehen davon kann ich meine PSP oder mein DS in die Jackeninnentasche stecken und im Bus rausholen. Das iPad ist dafür viel zu groß.

Anonymous (unregistriert) 29. Juni 2011 - 13:24 #

Da es hier gut hinpasst: Am dienstag gab es eine Shareholder Conference bei Sony, mit 8300 Anwesenden. Die Sony-Hacks haben wohl bewirkt, das der inkompetente Vorstand ersetzt wird:

"Some shareholders said the hacking incidents have destroyed the company's credibility and that the management should be replaced. The meeting approved all the proposals made by the company, including the appointment of board members"

www3.nhk.or.jp/daily/english/28_25.html

Jörg Langer Chefredakteur - P - 371626 - 29. Juni 2011 - 15:32 #

Das verstehst du, glaube ich, falsch: Einige Shareholders haben angeregt, das Management zu ersetzen (das wäre z.B. Howard Stinger oder Kaz Hirai), konnten sich aber zu 0% durchsetzen. Vielmehr wurden die von der Firma Sony selbst vorgeschlagenen Punkte alle angenommen, darunter der Austausch mehrerer Aufsichtsratsmitglieder (hat nichts mit dem Management zu tun). Ob die Wahl einiger neuer Aufsichtsratsmitglieder nun turnusmäßig war oder durch die Ereignisse beeinflusst worden ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist letzteres nicht: Es ist ja gerade das Wesen eines Aufsichtsrats, nicht ins operative Geschäft involviert zu sein, sondern nur dem Management auf die Finger zu schauen.

Anonymous (unregistriert) 29. Juni 2011 - 15:51 #

aber Kaz Hiraii tritt den Job an Dr. House ab (im sept), so ganz stimmt das 0% dann nicht. Über den Grund lässt sich natürlich streiten

Jörg Langer Chefredakteur - P - 371626 - 30. Juni 2011 - 21:23 #

Stimmt natürlich, Kaz Hirai geht. Aber er wird Vorsitzender im Board of Directors von Sony Computer Entertainment und schaut als solcher dem künftigen CEO Andrew House zumindest im Großen auf die Finger. Ob seine anderen neuen Jobs bei Sony eine Beförderung darstellen oder ein Wegschieben, kann ich nicht beurteilen. Und auch nicht, ob er immer noch im Rennen ist, auf Howard Springer zu folgen, sollte dessen Stelle freiwerden.

Atomsk 16 Übertalent - 4878 - 29. Juni 2011 - 16:07 #

Schönes Interview, lediglich ganz am Schluss hätte ich mir noch die eine oder andere Nachfrage zum Thema PSN-Hack und wie Sony darauf reagieren will gewünscht. Eure Überschrift heißt ja "Vertrauen zurückholen mit Taten", ich habe daher irgendwie erwartet, dass House auch etwas Konkretes sagt zu diesen 'Taten' und nicht nur das übliche PR-Gerede in den letzten beiden Absätzen. Aber gut, ist trotzdem ein interessantes und gut zu lesendes Interview, danke dafür :-)

Keschun 13 Koop-Gamer - 1321 - 3. Juli 2011 - 15:13 #

Das proplem der handhelds liegt doch auf der hand. Ein handheld muss ich mir kaufen... in dem fall für 300 euro!!! was ich sehr krass finde... ich finde den 3DS mit 250 euro schon sehr teuer wenn man bedenkt das man für das geld auch ne xbox oder ne PS3. Das sind doch sehr hohe beträge mit denen nintendo und sony umherwerfen. bei einem smartphone ist es doch so das man es per vertrag oder vertrags verlängerung eines handy anbieters hinterher geschmissen bekommt. Man kommt also sehr leicht und vor allem sehr günstig an ein android,iOS oder windowsphone smartphone ran. Und das ist doch das was zählt. Da liegen nunmal genau 250€-300€ dazwischen. Meiner meinung nach muss man sich in Zukunft in diesem Handheld segment immer mehr auf seine Fans verlassen.

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