Zauberization

Warlock - Master of the Arcane Preview

Wolltet ihr schon immer mal Civilization in einem Fantasy-Setting spielen? Die Macher von Majesty 2 versetzen euch in einem rundenbasierenden Strategiespiel in die Welt von Ardania – und mischen Civ 5 mit viel Master of Magic und einer kleinen Prise Heroes 6. Wir haben einige Partien probegespielt.
Martin Lisicki 22. April 2012 - 21:58 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Das russische Entwicklerstudio Ino-Co kennt sich mit dem Fantasy-Genre aus. Zuletzt haben sie mit Majesty 2 einige in Vergessenheit geratene Strategiespiel-Ideen neu belebt, vor allem die indirekte Steuerung eurer Gefolgsleute mittels "Goldtrophäen". Im Globalstrategiespiel Warlock – Master of the Arcane geht es klassischer zur Sache – ihr erkennt in vielen Punkten Civilization 5 wieder: Ihr baut Gebäude in euren Städten, hebt Siedler zur Vergrößerung eures Reiches aus und produziert Militäreinheiten, um eure Grenzen vor Feinden zu schützen und die Karte zu entdecken. Das alles natürlich rundenbasiert und ohne Hektik.

Civ-Plagiat oder nicht?
Im Stadtmenü könnt ihr parallel jeweils ein Gebäude und eine Einheit in Auftrag geben, ersteres besetzt immer ein Hex.
Auch wenn insbesondere die sechseckige Landkarte mit ihren schönen Gebirgszügen und Ebenen frappierend an Civilization 5 erinnert: Bei Warlock handelt es sich um keine 1:1-Kopie von Sid Meiers Klassiker, dem dann noch etwas Fantasy übergestülpt wurde. Da ihr einen großen Magier spielt, stehen euch ähnlich wie auch in Majesty 2 von Spielbeginn an Zauber zur Verfügung, mit denen ihr in das Geschehen eingreifen könnt. So dürft ihr, je nach Spruch-Repertoire, eure Truppen heilen, das Wachstum eurer Städte mit einer guten Ernte ankurbeln oder aber feindliche Einheiten mit Feuerbällen bombardieren.

Zu Beginn des Spiels erhaltet ihr je nach gewähltem Charakter zwei Zauber, und könnt schon nach wenigen Runden weitere Zauber erlernen. Diese Magieforschung ersetzt den aus Civilization bekannten Technologiebaum vollständig. Natürlich dürft ihr euch einen eigenen Magier basteln, indem ihr die zur Verfügung stehenden Punkte auf günstigere ("+100 Startgold") oder teurere ("Meisterzauberer") Fertigkeiten verteilt. Es gibt allerdings, anders als beim ebenfalls Civ-inspirierten 90er-Jahre-Klassiker Master of Magic von Simtex, der die russischen Entwickler sicherlich inspirierte, keine negativen Charaktereigenschaften, über deren Erduldung man sich zusätzliche Skillpoints verschaffen könnte. Dennoch ist eine gewisse Strategie dahinter, ob ihr lieber einige Sofortvorteile wie mehr Mana verschafft, oder eher langfristige Boni antickert, die erst mit der Zeit etwas bringen. So viel ist uns nach unseren Probe-Partien klar: Es bringt wenig, alle Punkte in Zaubersprüche zu stecken, für die ihr dann sowieso viele Runden lang nicht das Mana haben werdet, um sie tatsächlich zu wirken...

Weitere Einstellungsmöglichkeiten betreffen die Weltgröße und ob die Karte eine "zweidimensionale" (nach mittelalterlichem Weltbild) ist oder aber ("Zylinderform") so aussieht, dass zwei der Seiten miteinander verbunden sind. Sprich: Wer nach rechts die Karte verlässt, kommt links wieder rein, und andersrum.

Je nach Weltgröße dürft ihr dann die Zahl der Konkurrenzmagier in einem gewissen Rahmen bestimmen sowie auswählen, wie viele weitere Welten generiert werden sollen. In diesen sind dann, so verrät es uns bei einem Event eine Produzentin des Publishers Paradox, meist größere Schätze zu finden – aber eben auch schwerere neutrale Monster. Nur mal zur groben Orientierung: Eine unserer Preview-Partien spielen wir bewusst auf einer kleinen Welt gegen nur einen Gegner sowie auf "leicht" – und benötigen dennoch gut vier Stunden bis zum Spielsieg.
 

Ressourcen und Spielziele
Gebäude errichtet ihr nicht wie in Civ 5 innerhalb eurer Stadtmauern, sondern auf den Hexfeldern um die Stadt herum. Da die Anzahl der verfügbaren Felder stark begrenzt ist, sich aber mit zunehmender Entwicklung der Stadt vergrößert, müsst ihr euch gut überlegen, welche Gebäude ihr errichtet, zumal viele zunächst andere Bauten erfordern. Ohne Planung lauft ihr also schon in Sackgassen, bevor die Partie so richtig begonnen hat.

Ihr könnt zudem nicht einfach so viele Felder mit Gebäuden ausstatten, wie frei sind, sondern müsst abwarten, bis die Stadt genügend Bevölkerung hat, bis ihr das nächste Gehöft oder den nächsten Magierturm baut. Auf der Karte befinden sich viele besondere Felder mit Rohstoffen, die Voraussetzung für spezielle starke Gebäude oder besonders ergiebige Pr
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oduktionsstätten darstellen. Neben Gold gibt es in Warlock noch die Ressource Nahrung, die für die Versorgung eurer Armee benötigt wird, und Mana für eure Zauber. Es empfiehlt sich, ausgewählte Städte auf bestimmte Produktionsgüter wie Nahrung zu spezialisieren, da anscheinend mehrere gebaute Gebäude eines Typs höherwertige Varianten desselben Typs freischalten. Im Gegensatz zur Civ-Serie verteilt ihr übrigens keine "Arbeiter" auf die einzelnen Hexfelder eurer Stadt.

Das Ziehen der Truppen über die Hexfelder und ihre Aufteilung in Nah- und Fernkämpfer erinnert sehr an Civ 5, die Spielziele hingegen nur teilweise: Entweder, ihr putzt einfach alle Gegner von der Karte (beziehungsweise "den Karten", ihr könnt auch noch andere Welten erkunden, die ihr dann über "Dimensionstore" besucht). Oder ihr zaubert einen besonders langwierigen "Kontroll-Zauberspruch" – was den anderen Parteien natürlich angezeigt wird, sodass sie euch angreifen werden. Oder aber ihr erzürnt einen der acht Götter derart, dass er seinen Avatar schickt, um eure Zivilisation zu vernichten. Besiegt ihr diesen Avatar, werdet ihr zum Herrscher von ganz Ardania.
 
Die Inseln bieten nicht so viel Platz, da müsst ihr euch genau überlegen, welche Gebäude ihr bauen möchtet.
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