Left 4 Dead + Commandos =

Trapped Dead Preview

Intelligente Zombies, taktischer Anspruch, sechs Charaktere und ein Koop-Modus – die Liste der Features von Trapped Dead klingt vielversprechend. Doch was steckt hinter den Versprechungen des Entwicklerstudios Crenetic? Zwei Monate vor Release durften wir erstmals selbst Hand an das ungewöhnliche Echtzeit-Taktikspiel legen.
Christoph Licht 29. September 2010 - 22:54 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC
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Was passiert, wenn ein Entwicklerteam den Klassiker Commandos mit dem Actionspiel Left4Dead kreuzt? In etwa Folgendes: Wir sehen einen Zombie auf einem elektrischen Stuhl. Um ihn herum hat sich eine große Wasserpfütze gebildet. Gleichzeitig befindet sich im anliegenden Raum ein gutes Dutzend weiterer Zombies. Der Plan ist klar: Die Zombies müssen in die Pfütze gelockt und im rechten Moment der rot leuchtende Knopf an der Wand gedrückt werden, um ohne Munitionsverschwendung den Weg frei zu bekommen.

Gesagt, getan. Während Prof. Harper die Stellung am Knopf hält, schicken wir Mike in die Höhle des Löwen. Er ist zwar gerade verwundet und blutet stark, aber genau das hilft uns in diesem Moment. Frischem Blut können die Zombies nämlich einfach nicht widerstehen! Wir laufen also mit Mike zurück in den Hinrichtungsraum, umrunden ein paar Mal den elektrischen Stuhl und ziehen uns in Sicherheit zurück. Wenige Sekunden später kommen die Zombies, der Blutspur folgendend, in den Raum geschlurft, verteilen sich in der Wasserpfütze und sterben durch den folgenden Elektroschock. Den Überlebenden geben wir mit dem Baseballschläger den Rest. Wieder ein paar Untote weniger!

Ein Knopfdruck und die Falle schnappt zu: Mehrere Zombies werden von uns durch einen Elektroschock getötet.

Solche Fallen, von denen es in jedem Level mindestens eine geben wird, sind das Highlight von Trapped Dead. Weitere Punkte sind ein Koop-Modus für bis zu vier Spieler, elf abwechslungsreiche Levels, eine dynamische KI und ein genre-typisches, gut bestücktes Waffenarsenal, um mit den Horden von Zombies kurzen Prozess zu machen. Wir haben uns anhand einer Vorab-Version selbst ein Bild vom Spiel gemacht, das einen vielversprechenden Mix aus Commandos und Left 4 Dead darstellt. Hersteller Headup Games spricht, etwas sperrig, von einem taktik-basierten Echtzeitspiel.

Sechs ungewöhnliche Freunde

Professor Harper gibt uns den ersten Hinweis auf den Ursprung der Zombie-Invasion.
Eigentlich waren Mike und sein Kumpel nur auf dem Weg ins College, als in der Nähe von Hedge Hill, einer typisch amerikanischen Kleinstadt in Kansas, der Sprit zu Neige geht. Während Mike in einer Tankstelle nur Zombies vorfindet, wird sein Kumpel im Auto gebissen -- der Kampf ums Überleben beginnt. Elf Missionen soll er im fertigen Spiel dauern und euch an die unterschiedlichsten Orte führen. Neben der Tankstelle und einem Krankenhaus besucht ihr unter anderem auch eine Militärbasis, einen Friedhof und, Dawn of the Dead lässt grüßen, eine Shopping Mall. Dazwischen erfahren wir mehr über die Ursprünge der Seuche.

Sind wir zu Beginn noch alleine unterwegs, dürfen wir im späteren Spielverlauf aus bis zu sechs Charakteren pro Mission vier auswählen. Den ersten Begleiter treffer wir bereits früh:  Professor Harper sitzt im Krankenhaus in seinem Rollstuhl und wartet auf Rettung. Er ist der einzige im Reigen der Teammitglieder, der mit der Hilfe von Medipacks andere heilen kann. Ohne ihn lassen sich Blutungen nur stoppen. Im Gegenzug ist er langsamer als die anderen und kann
auch keine Treppen steigen. Das Kreuz! Sheriff Old John hatte zwar schon länger keine Waffe mehr in der Hand, erweist sich aber im Ernstfall als überraschend treffsicher. Biker Mike ist schnell auf den Beinen und weiß einen Baseballschläger zu schätzen. Die restlichen Zombiebekämpfer im Bunde sind die geschickte Reporterin Jo Ann, der kräftige Arbeiter Klaus und der Kriegsveteran Bo.

Um sich gegen die Zombies zur Wehr zu setzen, stehen den sechs gut ein Dutzend Waffen zur Verfügung. Von der Kettensäge bis zum Scharfschützengewehr reicht die Auswahl. Doch nicht jeder der sechs kann jede Waffe benutzen. Von der doppelläufigen Schrotflinte lässt Mike beispielsweise die Finger. Zusammen mit den teils großen Unterschiede in Sachen Geschwindigkeit, Zielgenauigkeit, Stärke und Lebensenergie, müsst ihr vor jeder Mission also genau überlegen, wen und was ihr mitnehmt. Auf Verdacht einfach alle Waffen und Extras einzupacken, verhindert das sehr kleine Inventar jedes Charakters.

Taktisches Vorgehen

Mit langsamen Zombies gibt es keine hektischen Situationen? Mike und Professor Harper sind da ganz anderer Meinung.
Wie in Left 4 Dead könnt ihr mit euren vier Teamkameraden nicht einfach durch den Level stürmen. Zu viele Zombies und zu wenig Munition, heißt die Devise. Fallen wie eine Autohebebühne schaffen euch schließlich nur eine Handvoll Zombies vom Hals. Zudem müsst ihr die Gruppe hin und wieder aufteilen, um euer Ziel zu erreichen. Und ihr könnt zwar mit der Kamera über die gesamte Karte fliegen sowie frei zoomen und die Perspektive auch drehen. Doch seht ihr immer nur die Zombies, die eure Mannen auch selbst sehen oder hören können. Das Innere von Häusern seht ihr erst (durch "Abdecken" des Dachs), wenn ihr sie betreten habt. Taktisches Vorgehen ist also oberstes Gebot. Da ist es praktisch, dass ihr Befehle im Team oder einzeln geben könnt. Zudem verteidigt sich jeder Charakter automatisch gegen Angriffe, sobald ihr im eine Waffe in die Hand drückt.

Erwartet von Trapped Dead jedoch nicht die Möglichkeiten eines Jagged Alliance 2: Ihr geht oder rennt durch die Levels. Hinlegen, um die Ecke lugen, Klettern oder ähnliche Finessen gibt es nicht. Und wozu auch: Wir reden schließlich von sechs mehr oder weniger alltäglichen Personen und nicht von durchtrainierten Söldnern. Wie in einem Echtzeitstrategiespiel dürft ihr bei Trapped Dead einen Rahmen um Freund oder Feind ziehen. Ersteres lässt euch mehrere oder alle Teammitglieder gleichzeitig steuern, letzteres bedeutet den Überlebenden, still zu halten und diese Gruppe Zombies automatisch anzugreifen, wenn sie in Reichweite kommt.

In der aktuellen Vorab-Version des für Ende November geplanten Spiels lässt die Bedienung jedoch noch viele Wünsche offen. Eine verzögerte Reaktion auf Befehle und eine umständliche Kamera, die wir ständig nachjustieren müssen, haben uns immer wieder entscheidende Sekunden gekostet. Zu ihnen gesellen sich noch viele kleinere Ärgernisse; so ist es nicht möglich, alle Teammitglieder auf einmal in den Renn- oder Gehmodus zu versetzen. Es sollte eine Kleinigkeit sein, hierfür noch ein Tastaturkommando oder Icon einzubauen.

Die 1. Mission
Die erste Mission ist im Vergleich zu den restlichen zehn sehr kurz und dient gleichzeitig als Tutorial. Wir zeigen euch, was euch erwartet: 1 Mike und sein Kumpel sind auf dem Weg zum College, als ihrem Gefährt langsam das Benzin ausgeht. 2 Wir finden noch rechtzeitig eine Tankstelle, die jedoch sehr verlassen wirkt. Mike geht hinein und trifft auch gleich den ersten Zombie des Spiels. Zum Glück liegt ein Baseball im Verkaufsraum herum... 3 Wir machen unseren ersten Kill, ohne der Frage weiter nachzugehen, ob man Untote töten kann.  4 Auf der Toilette wartet schon der nächste Grabverweigerer. Dieser hat uns bereits gehört, aber noch nicht gesehen.  5  In der Werkstatt stoßen wir auf die erste Falle des Spiels, die wir gekonnt einsetzen. 6 Bei unserer Rückkehr zum Wagen müssen wir feststellen, dass ein Untoter unseren Kumpel gebissen hat. Ende der 1. Mission.

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Action
Taktik-Action
ab 18
18
Crenetic
Headup Games
16.12.2010 (PC)
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7.0
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PC
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