Grafiktraum & Kampfgewitter

The Witcher 2 Preview

Mit The Witcher brachte CD Projekt mit einem Streich ein Fantasy-Rollenspiel auf den Markt, das den Vergleich mit Genre-Größen wie Gothic 3 oder Oblivion nicht zu scheuen brauchte. Entsprechend groß ist die Erwartungshaltung der Fans gegenüber The Witcher 2 - Assassins of Kings. Wir konnten uns nun das Spiel erstmals genau ansehen.
Rechen 3. März 2011 - 9:39 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC
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Selten hat uns ein Rollenspiel-Held so sehr beeindruckt wie Geralt von Riva aus The Witcher (2007). Mit seinen weißen Haaren und den geschlitzten Pupillen sieht man ihm bereits von Weitem an, was er verkörpert: den Archetypen des „dunklen Helden“. Obwohl Geralt als Hexer einer Gruppierung angehört, die von den meisten Bewohnern der Fantasy-Welt misstrauisch beäugt werden, ist er doch mehr als ein bloßer Monsterjäger und Killer. Im Laufe von The Witcher entpuppt er sich als Charakter mit Tiefe, den wir fasziniert durch sein Abenteuer steuern.

Vor allem die liebevoll designten Nebenmissionen waren es, die uns an dem RPG gefallen haben. Entsprechend hoch gesteckt sind unsere Erwartungen, als wir den Nachfolger endlich selbst spielen können.
 
Direktes Sequel
 
Die Areale, durch die wir mit Geralt streifen, sind allesamt sehr schön aufgemacht.
Die Geschichte von The Witcher 2 beginnt einige Monate nach dem Ende des ersten Teils. Als Rahmen dient der Kriegszug von Kingsslayer. Der bittet die von den Menschen unterdrückten Elfen, mit ihm zusammen König Foltest zu töten. Dabei haben wir in der Rolle von Geralt just diesen Monarchen gerade erst gerettet! Mehr ist den Entwicklern allerdings zur eigentlichen Handlung nicht zu entlocken. In den insgesamt fünf Kapiteln der Geschichte sollen unsere Entscheidungen eine große Rolle spielen und natürlich Konsequenzen haben. Es soll auch mehrere Enden geben.

Laut den Entwicklern ist es nicht nötig, den Vorgänger gespielt zu haben, um die Geschichte des zweiten Teils zu verstehen. Veteranen treffen aber natürlich auf alte Bekannte. Wer den Vorgänger durchgespielt und noch sein letztes Savegame hat, darf dieses importieren, was à la Mass Effect 2 und Dragon Age merklichen Einfluss auf den Spielverlauf haben soll: Geralt wird in The Witcher 2 mit den Entscheidungen konfrontiert, die er im ersten Teil getroffen hat. Manche davon haben Ereignisse ausgelöst, auf die er alles andere als stolz ist. Bei unserem Probespiel ist uns aufgefallen, dass Geralt an vielen Stellen sehr kurz angebunden auftritt und auch sonst wenig Geduld zu haben scheint. Die deutsche Sprachausgabe geht in Ordnung, die englische ist ein ganzes Stück besser.
 
Geralt ist ein Held mit Charakter. Bereits im ersten Teil verkörperte er den Archetypus des "dunklen Helden".

Actionreiche Kämpfe
 
Hier kämpfen wir gegen die Nekker.
Was uns sofort auffällt, ist das vereinfachte Kampfsystem. Anstatt wie im Vorgänger durch rhythmisches Klicken Kombos auszulösen, hauen wir durch simple Mausklicks zu. Per Linksklick wird ein schwacher, per Rechtsklick ein starker Schlag ausgelöst. Unser Kampffokus ist auch nicht länger auf einen einzigen Gegner zentriert, stattdessen können wir uns frei bewegen und versuchen, die Feinde auszumanövrieren. Besonders nützlich ist dabei unsere Fähigkeit, durch Rollen schnell die Position zu wechseln. So weichen wir etwa dem wuchtigen Hieb eines abtrünnigen Ritters aus, tauchen hinter seinem Rücken wieder auf und erledigen ihn -- hinten hat auch ein Ritter keine Augen. Passend zu diesem actionreichen System lösen wir per Q-Taste unsere Zaubersprüche aus (die Witcher-Veteranen als „Zeichen“ kennen). Selbst angewandt haben wir davon bei unserem längeren Probespiel fünf; es gibt aber sicher noch mehr.

Da wäre zum Beispiel das Aard-Zeichen, mit dem wir einen blauen Energiestoß freisetzen, der Gegnern zusetzt. Mit dem Quen-Zeichen stecken wir weniger Schaden ein und per Axii-Zauber ziehen wir humanoide-Gegner (Elfen, Menschen, Zwerge) für kurze Zeit auf unsere Seite. Der taktische Wechsel zwischen den Zeichen macht die Gefechte an vielen Stellen reizvoll. Außerdem sind die Zaubereffekte durchweg schön anzusehen. Natürlich dürfen wir unsere Zeichen mit der Zeit verbessern. Dazu nutzen wir einen Talentbaum, der in die vier Sektionen Magie, Training, Schwertkampf und Alchemie unterteilt ist. Die dafür nötigen Punkte erhalten wir mit jedem Stufenaufstieg. Anders als in der Elder Scrolls-Reihe leveln die Gegner nicht mit uns mit. Bestimmte Bereiche können wir erst erreichen, wenn wir stark genug sind, um es mit den dortigen Feinden aufzunehmen.
 
Die Kämpfe spielen sich deutlich schneller und actionreicher als im Vorgänger, da ihr keine Kombos mehr "aufbaut".
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