Angetestet: Zombies im Anmarsch

The War Z Preview

Zombies sind spätestens seit Plants vs. Zombies, The Walking Dead und nicht zuletzt Day Z einfach in. Ganz ähnlich wie letzteres klingt The War Z – und auch das Spielkonzept ist quasi identisch. Ob der Trittbrettfahrer uns in der Alpha-Version erschrecken oder begeistern konnte, wollen wir euch gerne verraten.
Christoph Vent 5. November 2012 - 22:15 — vor 6 Jahren aktualisiert
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Halb versteckt kauern wir auf einem Hügel hinter einem Baum. Es herrscht Dunkelheit, nur die Sterne erhellen unseren Blick nach unten. Vor uns liegt eine kleine Stadt, sie wirkt wie ausgestorben. Langsam und in geduckter Haltung wagen wir uns etwas näher an die ersten Häuser heran. Doch auf der Straße bewegt sich was – Zombies! Trotzdem nähern wir uns den Gebäuden. Warum wir dieses Risiko auf uns nehmen? Wir benötigen dringend eine Waffe. Und die Chance, hier in Campos City eine zu finden, ist relativ groß. Also schleichen wir uns, so unauffällig es geht, an den Untoten vorbei. In einer verlassenen Werkstatt finden wir Wasserflaschen und eine Tüte Chips. Aber Waffen? Fehlanzeige! Wir wagen uns also weiter in die Stadt hinein, im Blickwinkel immer die herumstreunenden Untoten. Als wir um eine Ecke biegen, steht uns plötzlich einer von ihnen gegenüber. Er lässt einen animalischen Laut von sich und greift an. Mutig und War-Z-gestählt, wie wir sind... nehmen wir sofort die Beine in die Hand. Mit einem Dauersprint erstürmen wir den Hügel, der vor wenigen Minuten noch unser Ausgangspunkt war. Als wir den Zombie endlich abgehängt haben, gönnen wir uns erstmal eine Verschnaufpause. Vor und hinter der Monitorscheibe. Das war knapp!
 
Bis zu 250 Spieler
Vor dem ersten Start erstellen wir unsere Spielfigur. Ihre Charakterwerte anpassen dürfen wir jedoch nicht.
In The War Z von Hammerpoint Interactive werdet ihr in einer von einer Zombie-Apokalypse heimgesuchten Welt ausgesetzt. Das Survival-Actionspiel ist als Online-Shooter mit bis zu 250 Spielern geplant, eine Singleplayer-Kampagne sucht ihr vergeblich. Hört sich an wie Day Z? Richtig – doch der Entwickler möchte sein Spiel mit einigen Features aufwerten, die es nicht als Trittbettfahrer der beliebten Arma 2-Modifikation erscheinen lassen. Wir haben die Alpha-Version des Spiels probegespielt.
 
Bevor ihr das erste Mal nach Colorado reist, dort spielt die momentan einzige verfügbare Karte von The War Z, legt ihr euch einen Charakter an. Ihr habt die Wahl zwischen drei vorgefertigten Figuren, deren Gesicht, Oberkörper und Unterkörper ihr anpassen dürft. Dann geht es in den bereits jetzt prall gefüllten Serverbrowser. Bis zu 40 Spieler tümmeln sich derzeit auf einer Map, doch aufgrund ihrer Größe werdet ihr sie oft erst spät treffen. So kommt zwischendurch – etwa wenn ihr durch Wälder streift – immer wieder ein Gefühl der Einsamkeit auf. Im fertigen Spiel, dessen Release ursprünglich noch für das Ende dieses Jahres geplant war, soll die maximale Zahl dann auf die erwähnte 250 angehoben werden – im Vergleich zu den maximal 100 Spielern bei DayZ (in der Regel sind es aber nur 40 bis 50) eine beachtliche Zahl. Und auch wenn die Karte, von der derzeit nur etwa 30 bis 40 Prozent begehbar sind, dann mehr Platz bietet, wird die Spielerdichte deutlich höher sein.
 
Aller Anfang ist schwerDoch zurück zu den Anfängen: Ihr startet in einer von drei auf der Karte verteilten Safe Zones. Das sind größere Areale, in denen der Einsatz von Waffen nicht möglich ist. Zudem seid ihr hier sicher vor den Zombies. Per Tastendruck öffnet ihr euer Inventar. Dieses ist bei einem frischen Charakter leer –Ausrüstung, Verpflegung und natürlich Waffen müsst ihr mühsam aufspüren. Mit besserer Ausrüstung wie einer Kevlarweste oder Medizin verbessert ihr eure Überlebenschancen deutlich – und das nicht nur im Kampf gegen die Untoten. Nahrung wie Müsliriegel, Limonade oder Energy Drinks benötigt ihr, um Hunger und Durst zu stillen: In der linken unteren Ecke habt ihr zwei Leisten, die euch darüber informieren, welche Nahrung ihr gerade braucht.

Die Spielwelt ist derzeit noch nicht ganz freigeschaltet, bietet aber schon ausreichend Platz für Erkundungstouren.
Zu guter Letzt finden wir in der Spielwelt noch Waffen, für die wir zwei Slots zur Verfügung haben. Der erste von ihnen ist ausschließlich den großkalibrigen Wummen wie Pumpguns oder Snipergewehren vorenthalten. In den zweiten Slot packt ihr eure Pistole oder alternativ Schlagwerkzeuge wie Hammer oder Baseballschläger. Zur Not tut es auch eine Taschenlampe, doch mit der habt ihr gegen die widerstandsfähigen Zombies kaum Chancen. Bis ihr mit eurer Funzel einen von ihnen dauerhaft ins Nirvana schickt, vergeht zu viel Zeit, in der ihr ungeschützt seid.
 
Über einen Ingame-Shop, den ihr im Hauptmenü findet, könnt ihr euch Ausrüstung auch kaufen. Dort stehen unter anderem Waffen wie ein Messer (aktuell aber keine Schusswaffen) oder Hilfreiches wie Antibiotika zur Verfügung. Bezahlt wird entweder mit Goldmünzen oder Dollar. Münzen erhaltet ihr beispielsweise durch das Erledigen von Untoten. Die Dollar waren zum Testzeitpunkt noch nicht freigeschaltet, sie werden, so vermuten wir, gegen Echtgeld käuflich sein. Zwar soll es im fertigen Spiel auch möglich sein, über Mikrotransaktionen die Waren zu erwerben. Doch die Entwickler versprechen, dass Spielern, die hierauf verzichten, keine grundsätzlichen Nachteile entstehen. Exklusive Artikel wird es zum Beispiel nicht geben, ebenso stehen nicht alle der im Spiel auffindbaren Gegenstände zum Verkauf.
Eine Story erzählt The War Z nicht. Wie es etwa zum Absturz dieses Fliegers kam, erfahren wir nicht.

Auf geht’s – aber wohin?
Da es in der Safe Zone nicht viel zu entdecken gibt – und erst recht keine wertvolle Beute – werdet ihr euch schon bald auf die erste Reise machen. Wohin sie euch führt? Das hängt ganz von euch ab, denn ein Spielziel ist in War Z ebensowenig vorhanden wie eine Story. Missionen der Art „Untersuche die Polizeistation“ oder „Finde ein Funkgerät“ sucht ihr vergeblich. Ebenso fehlt jegliches Tutorial, das euch den Einstieg erleichtern würde. Auf der Spielkarte sucht ihr euch ein erstes Ziel. Soll es in den Nordwesten gehen, wo ein verlassener Flughafen auf euch wartet? Zieht es euch direkt in eine der beiden größeren Städte Campos City oder Boulder City? Oder möchtet ihr es ruhig angehen lassen und zu Beginn die kleinen Farmen am Wegesrand erkunden?
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Mit einem gänzlich neuen Charakter empfehlen wir euch eine strikt defensive Vorgehensweise. Zwar sind die Chancen, wertvolle Ware aufzufinden, in der Stadt ungleich höher als in einer Zwei-Häuser-Siedlung in der Pampa, doch tummeln sich in den Ballungsgebieten auch die meisten Zombies. Und ohne Waffe solltet ihr euch von diesen tunlichst fernhalten. Aber auch an ruhigeren Orten wie einer Ranch mit Scheune seid ihr vor ihnen nicht sicher. Früher oder später müsst ihr all euren Mut zusammenpacken und den Vormarsch wagen. Je aufrechter ihr euch bewegt (es gibt aufrecht, geduckt und kriechend), desto mehr Lärm macht ihr und desto sichtbarer seid ihr – das verraten euch auch zwei Anzeigeleisten. In gehockter Haltung erregt ihr schon weniger Aufmerksamkeit, doch wollt ihr sehr nah an einem Zombie vorbei, solltet ihr das unbedingt auf allen Vieren erledigen. Das sind die Momente, an denen ihr starr vor eurem Bildschirm hockt und hofft, bloß nicht erwischt zu werden. Denn auch wenn ihr Kämpfen weitgehend aus dem Weg geht: Survival-Feeling ist immer vorhanden, wenn ihr nicht gerade an einer ruhigen Stelle im Wald rastet.
Eine typische Spielsituation: Um nicht blind in unser Verderben zu laufen, verschaffen wir uns einen Überblick über die Lage.
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