Überflieger mit Fallout-Anleihen

The Elder Scrolls 5 - Skyrim Preview

Seit nunmehr fünfeinhalb Jahren warten Rollenspieler sehnlich auf eine Fortsetzung zu Oblivion -- obwohl das in der Vanilla-Version herbe Designschnitzer hatte. Doch dank Moddern wurde The Elder Scrolls 4 doch noch zum Klasse-RPG. In wenigen Wochen kommt Skyrim. Wir konnten das Schwergewicht mehrere Stunden anspielen.
Benjamin Braun 17. Oktober 2011 - 16:28 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Der elfte November ist für viele Menschen in Deutschland ein ganz besonderer Tag: Die einen feiern das Ende des Ersten Weltkriegs, überall ziehen Kinder, die noch nicht vom Halloween-Bazillus infiziert wurden, zum Martinstag mit Laternen durch die Straßen und in Köln kramen Anzugträger oder Kaffemampeln wieder ihre Jeckenmentalität raus, und beginnen die neue Karnevalssession. Der 11.11. ist aber auch ein beliebtes Hochzeitsdatum, noch dazu in diesem Jahr, das aufgrund der 11 in der Jahreszahl nun wirklich für jeden Ehemuffel ein Leben lang merkbar bleiben dürfte. Aber war da nicht noch etwas an diesem Termin...?

Aber ja! Am 11.11.11 erscheint auch der fünfte Teil der Elder Scrolls-Serie, Skyrim, das im Wesentlichen die Vorzüge von Oblivion (etwa die Weitsicht-Spielwelt und packenden Kämpfe) mit dem Vorvorgänger Morrowind (epische Haupthandlung, fremdartige Welt) vereinen möchte. Bei einem Event in Hamburg hatten wir vor kurzem erstmals die Gelegenheit, kurz vor dem Launch noch mal selbst Hand ans Spiel zu legen und mehrere Stunden lang die Welt von Skyrim zu erforschen. Ob der aus Köln stammende Autor dieses Vorschau-Artikels am 11. November die Pappnase aus dem Schrank holen wird oder sich stattdessen lieber auf der Suche nach den Drachen durch Dungeons und herrlich verwinkelte Berglandschaften kämpfen will, verrät er euch auf den folgenden Seiten.

Zwischen Berggipfeln und tiefen TälernDas Kaiserreich von Tamriel ist nicht mehr das, was es im Vorgänger war: In Oblivion starb der letzte Septim-Kaiser und es endete die dritte Ära. 200 Jahre in der vierten Ära sind die Nachfolger schwach, das Reich büßt an Strahlkraft und Macht ein. Nun wurde auch noch der Provinzkönig von Skyrim ermordet, das Chaos droht. Just in dieser Zeit verschlägt es euch nach Skyrim (deutsch: Himmelsrand), das von hohen Bergen, zerklüfteten Felslandschaften, nordischen Nadelwäldern, weitläufigen Highlands und grünen Tälern gekennzeichnet ist.

Skyrim, das ist die Heimat der Nordmänner (die es schon immer als Charakterrasse in der Elder-Scrolls-Welt gab) und der Ort, an dem einst die ersten Menschen den Kontinent Tamriel besiedelten. Und, ganz nebenbei, ist auch eine uralte Gefahr wiedererwacht: Die Rasse der Drachen, einst mit göttlicher Hilfe von den Menschen niedergerungen, will in der vierten Ära die alten Machtverhältnisse wiederherstellen. In letzter Zeit häufen sich die Übergriffe der Drachen, die immer wieder Menschensiedlungen angreifen und dem Erdboden gleichmachen. Nicht anders erging es dem Dorf Helgen, aus dem sich unser Held in eine der neun Provinzen des Landes aufmacht, um den Fürsten vor den Angriffen der Drachen zu warnen und gleichzeitig dem Geheimnis der gehörnten Flügelwesen auf den Grund zu gehen.

„Das ist eine spezielle Version“
In der großen Spielwelt gibt es viel zu entdecken. Mancherorts finden wir diese Obelisken, die uns temporäre Boni verleihen.
Anders als im finalen Spiel starten wir mit unseren Helden nach der Charaktererstellung ohne Intro oder Startquest an einem Lagerplatz knapp unterhalb des Gipfels eines Berges, an dessen Fuß das Dorf Riverwood liegt. „Wir wollen nicht, dass schon jetzt zu viel über Handlung durchsickert“, erklärt Bethesdas US-Pressesprecher Pete Hines den Hintergrund des speziell für solche Events erstellten, etwas mehr als zwei Monate alten Xbox-360-Codes. Unseren männlichen Dunkelelf (diese Rasse stammt aus Morrowind) konnten wir dennoch selbst erstellen, allerdings: Eine Klassenwahl konnten wir nicht vornehmen, und das ist wohl auch im fertigen Spiel so: Bethesda will die Spieler offenbar nicht zu früh einschränken und sie selbst entscheiden lassen, wo sie spielerisch ihre Schwerpunkte setzen. Unser Elf ist nur in ein paar Lumpen gekleidet, aber die Entwickler haben uns dankenswerter Weise einige Items ins Inventar gepackt, wozu auch vier Rüstungsteile (Helm, Rüstung, Armschienen, Stiefel), Waffe, Schild und ein paar Heiltränke gehören. Zudem beherrschen wir von Anfang an zwei Zauber (einen Feuerstrahl und einen Heilzauber). Auch letzteres ist wohl im fertigen Spiel so.

Bevor wir dem Pfad nach unten folgen, öffnen wir mit dem B-Knopf ein Menü, über das wir Zugang zu Inventar, Karte, Skilltree und Magie haben. Für mögliche Unwägbarkeiten gewappnet, folgen wir dem  Weg zum unteren Teil des Gebirgsmassivs, der in Schlangenlinien hinab führt. Allzu viel um uns herum passiert nicht und die paar Tannen am sonst eher kargen Berghang ziehen unsere Blicke nicht gerade magisch an. Dennoch entdecken wir schon hier einige Details, die nichts mit den überwiegend "generierten" Landschaften in Oblivion zu tun haben. Hier liegt ein Baumstamm quer über den Bergpfad, dort finden wir einen schief gewachsenen Baum, der ganz anders aussieht als die übrigen. Per Knopfdruck wechseln wir in die Third-Person-Ansicht, die nun dank Havok-Engine deutlich besser aussieht als in früheren Serienteilen. Die nahezu finalen Animationen wirken deutlich natürlicher, weshalb wir außer beim Kampf mit Pfeil und Bogen größtenteils auf die Verwendung der Ego-Sicht verzichten. Lediglich die Art und Weise, wie der Charakter in die Luft springt, müsste den Entwicklern noch ein wenig peinlich sein. Die für Skyrim angeblich neu entwickelte Creation Engine lässt eine deutlich größere Weitsicht zu, selbst entfernte Bäume wiegen sich noch im Wind und zeigen klare Strukturen. Doch so weit der Blick reicht und so vielfältig die Landschaftsdetails sind, bis hin zu einzelnen Blumen oder sogar Schmetterlingen: Die Grafikengine ist nicht die allerneueste, die Texturen wirken bei genauem Hinsehen aus der Nähe grob, und manche Landschaftsstrukturen polygon
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arm. Wir schreiben das der Ordnung halber, wirklich gestört hat es uns nicht.

Kaum als sich auf dem längeren Marsch so langsam ein wenig Langeweile anbahnt, laufen wir an ein paar kaiserlichen Soldaten vorbei. Sie scheuchen einen Gefangenen vor sich her und reagieren mit Drohgebärden, wenn wir ihrer „Beute“ zu nahe kommen. Mit ihnen scheint nicht gut Kirschenessen zu sein, also bleiben wir lieber auf Distanz. Ein paar Schritte weiter tut sich vor uns eine Kluft auf, die ein reißender Fluß in die Gebirgswelt geschnitten hat. Ein malerisches Bild, das zum Verweilen einlädt. Lautstark bahnen sich die Wassermassen ihren Weg durch das steinige Flussbett, so laut, dass wir erst im letzten Moment die beiden Wölfe bemerken, die sich uns von hinten nähern. Ihrem aggressiven Kläffen bereiten wir mit ein paar Schwerthieben schnell ein Ende. Schon bald beherrscht wieder das Rauschen des Wassers und die prächtige Flusslandschaft das Bild, unter das sich auch fröhliches Vogelzwitschern mischt. Doch im Hintergrund höheren wir bereits einige Laute, die nur menschlichen Ursprungs sein können. Ein Blick auf die Karte verrät: Es ist nicht mehr weit bis Riverwood.
Die Spielwelt bietet stimmungsvolle, abwechslungsreiche Regionen. Im Hintergrund sind stets die Berge zu sehen, die das im Norden von Tamriel gelegene Skyrim vollständig umgeben. Alle Berge sollen auch zu Fuß erreichbar sein.
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