Wunderschön und ziemlich bunt

Tera Preview

Frogster hat viel vor mit seinem neuem MMO Tera. Der Entwickler möchte nicht nur ein gutes Online-Rollenspiel starten und die Krümel aufsammeln, die die Großen übrig lassen, sondern ganz oben mitmischen. Ob Tera das Zeug dazu hat? Wir hatten beim Antesten auf einem Massen-Event in Berlin zumindest nicht das gegenteilige Gefühl.
Sebastian Horst 24. Mai 2011 - 12:15 — vor 7 Jahren aktualisiert
In Südkorea ist das Online-Rollenspiel Tera bereits im Januar mit 36 Servern gestartet. In Deutschland wird es noch eine Weile dauern, bis Spieler in das MMO eintauchen können. Publisher Frogster arbeitet zurzeit an der deutschen Lokalisierung und an einer Anpassung des asiatischen Spiels an den europäischen Markt. Was nur unwesentlich geändert wird, ist die bunte Grafik auf Basis der Unreal Engine 3 -- ein World of Warcraft sieht im direkten Vergleich plötzlich ganz alt aus. Grafisch, wie gesagt. Auf einem Event mit gefühlt 1.000 Journalisten hatten wir kürzlich die Gelegenheit, Tera selbst zu spielen.

Was wir nicht alles für euch auf uns nehmen: Am Veranstaltungsort mussten wir erst mal Schuhe und Strümpfe aus- und die Badelatschen anziehen. Aus Gründen, die sicher dereinst der Nachwelt klar werden dürften, fand der Event in einer gut beheizten Beachsport-Halle statt.

Königreiche im ExilWorum geht es eigentlich in Tera? Wenn ihr jetzt denkt: "Irgendjemand kämpft gegen jemand anderes, mehr Story brauche ich nicht für ein MMO, mir geht's ums Hochleveln und Zusammenspiel", seid ihr auf der sicheren Seite. Das trifft schließlich, mehr oder weniger stark ausgeprägt, auf so ziemlich jedes MMO zu. Teras Hintergrundgeschichte schafft es allerdings, besonders abgedreht und verwirrend zu wirken. Wir versuchen mal, sie zusammen zu fassen.

Die Spielwelt Arborea wurde durch die Titanen Arun und Shara erschaffen. In einer formlosen Leere erträumten die zwei nicht nur die drei Kontinente Südliches Arun, Nördliches Shara und Südliches Shara, sondern auch alle Lebewesen, die sie bevölkern. Arun und Shara erschufen durch ihre Träume ferner zwölf mächtige Götter und die sterblichen Völker. Es kam, wie es kommen musste, wenn es zu viele Götter gibt: Ein Krieg brach aus, in dem die meisten Götter und auch ein paar Völker vernichtet wurden. Die verbliebenen Völker vereinigten sich zur Konföderation und bilden damit die einzige spielbare Fraktion im MMO. Was gegen den Trend ist, die meisten MMOs bieten euch mehrere Fraktionen, die sich gegenseitig meist nicht lieb haben. Die Konföderation ist bitter nötig, um Arborea vor einer neuen Bedrohung zu schützen: Die Argonen, ein fieses Volk aus der Unterwelt, möchten alles Leben auf der Oberfläche vernichten. Vermutlich aus Neid. Oder weil es immer so laut von der Decke hallt, wenn oben Menschen und Tiere herumlaufen. Wie dem auch immer sei: Wir können das als Spieler natürlich nicht zulassen und melden uns als Rekrut zum Kampf.

Oben seht ihr das Original einer Castaner-Dame, unten die  Event-Nachbildung. Wer basiert hier auf wem?
Hamster gegen Hochelfen Tera bietet insgesamt sechs Rassen und acht Klassen, die ohne Begrenzung miteinander kombiniert werden können. Es sind also 48 Kombinationen möglich. Die Rassen bringen nicht nur ihr eigenes Aussehen, sondern auch eigene Vorteile mit. Die breitschultrigen Baraka profitieren zum Beispiel von speziellen Verteidigungstalenten. Andere Rassen sind die Menschen, die dämonischen Castaner, die edlen Amani, die hamsterähnlichen Popori (ei, wie süß) und die typisch-arroganten  Hochelfen. Das sechste Volk, die Elin, war beim Event noch gesperrt. Frogster möchte das sehr asiatisch angehauchte Feenvolk noch stärker an den europäischen Markt anpassen.

Defensive Spieler können sich zwischen den beiden Tank-Klassen Krieger und Lancer entscheiden. Krieger kämpfen mit zwei Waffen gleichzeitig, Lancer haben einen dicken Schild und halten sich ihre Gegner mit einer Lanze fern. Offensivere Naturen haben die Wahl zwischen dem Zerstörer, Berserker, Magier und Bogenschützen. Zerstörer sind flinke Schwertschwinger, Berserker setzen auf wenige, aber stärkere Schläge mit ihrer Axt. Als Heiler stehen der Priester und der Mystiker zur Verfügung. Der Priester konzentriert sich vor allem darauf, die Kämpfer zu unterstützen. Der Mystiker ist hingegen eher ein offensiver Heiler und beherrscht neben Unterstützungszaubern auch Magie, mit der er den Gegnern Energie entziehen kann.

Grafik zum Verweilen
Dass die Unreal Engine 3 der Grafikmotor von Tera ist, sieht man dem Spiel an allen Ecken und Enden an. Tera bietet eine Grafikpracht, wie wir sie bislang nur selten in einem Online-Rollenspiel gesehen haben. Die Grafiksets reichen von sattgrünen Wiesen über Eislandschaften bis hin zu karibischen Inseln -- ob das vielleicht der Grund für die Badelatschen war? Das Spiel bietet eine enorme Weitsicht, wobei alles, was man sieht, auch wirklich begehbare Welt sein soll. Neben der Weitsicht sind uns auch die sehr schönen Himmelstexturen aufgefallen.

In Arborea gibt es drei Hauptstädte (der Menschen, Elfen und Castaner), die sich in ihrer Architektur stark voneinander unterscheiden. Alle Siedlungen, auch kleine Dörfer, fügen sich sehr harmonisch in die Umgebung ein. Frogster zeigte uns zum Beispiel ein Dorf, das direkt in einen Felsen überzugehen schien. Bei der Gelegenheit wurde uns versichert, dass alles in Tera von Hand gefertigt sei, statt aus dem generischen Weltenbaukasten zu stammen. Auch die Rassen unterscheiden sich im Aussehen sehr stark voneinander, die Charaktermodelle sind durch eine hohe Zahl an Polygonen sehr detailliert gestaltet. Allerdings schien uns insbesondere die Farbwahl doch recht "asiatisch" zu sein: Tera ist zwar sehr hübsch, aber eben auch extrem bunt. Knall- und primärfarben-bunt.
Tera ist teilweise atemberaubend schön, schon der Himmel lädt zum Gaffen ein. Der Himmel, haben wir gesagt!

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