Angetestet: Multiplayer-Beta

Starcraft 2 - Wings of Liberty Preview

Endlich: Starcraft geht in die zweite Runde! Mehr als zehn Jahre nach den ersten Schlachten zwischen Terranern, Protoss und Zerg meldet sich Blizzard Entertainment mit dem Nachfolger ihres Strategie-Meisterwerks zurück. Die Beta hat vor einigen Wochen begonnen, mittlerweile fühlen wir uns fit genug für ein ausführliches "Angetestet".
GG-Redaktion 13. März 2010 - 23:54 — vor 5 Jahren aktualisiert
PC
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von Benjamin Ginkel

1998 war ein gutes Jahr für Echtzeitstrategie-Fans: Nach andauernden Verschiebungen erschien endlich Starcraft, jenes Spiel, dem seit seiner Ankündigung von Kritikern vorgeworfen worden war, lediglich ein uninspiriertes Warcraft-Derivat im Weltraumszenario zu sein. Aber mitnichten! Kaum ein Wochenende verging bei Echtzeit-Strategen seinerzeit, ohne dass mit Freunden mindestens 20 Starcraft-Partien ausgefochten wurden. Grund hierfür waren die drei achtsam ausbalancierten Rassen, die spannende Multiplayerpartien garantierten. Bis heute ziehen  Terraner, Zerg und Protoss hunderttausende Spieler in ihren Bann. Jetzt, über zehn Jahre später, ruft endlich die Betaversion zu Starcraft 2 - Wings of Liberty; ein Ruf, dem wir gerne gefolgt sind: En taro Adun -- Willkommen Exekutor!

Beta-Umfang
Komfortabel: Alle Multiplayeroptionen könnt ihr jetzt direkt aus dem Spiel heraus anwählen.

Da nur ein Bruchteil der interessierten Spieler tatsächlich einen Key für die geschlossene Beta erhalten haben, fangen wir ganz vorn an und lassen euch quasi die ersten Minuten miterleben: Nach dem Starten der Software ertönt ohne viel Tamtam sofort  die bekannte Starcraft-Titelmelodie. Nach dem Intro müssen wir einen Spieler-Account anlegen. Achtung: Dieser muss dem Format "Name1.Name2" gehorchen und kann laut einem Beitrag im Beta-Forum anschließend nicht mehr geändert werden.

Endlich im Menü angekommen, stellen wir logischerweise fest, dass wir keine Einzelspielermissionen, sondern ausschließlich Multiplayermatches starten können. Außerdem lässt sich unser Nutzerprofil bearbeiten und etwa ein schicker Avatar aussuchen. Noch scheinen aber nicht alle Funktionen eingebaut zu sein: Ein Chat etwa, in dem wir uns mit Gleichgesinnten absprechen könnten, fehlt bislang. Dafür stehen uns allerhand Statistiken zur Verfügung. So werden die letzten Matches, Rangplatzierungen und erreichbaren wie auch tatsächlich erreichten Erfolge aufgeführt. Die Erfolge sind in der aktuellen Beta-Phase allerdings noch nicht freigeschaltet. Und natürlich können wir uns auch wieder Replays unserer letzten Partien anschauen.

Bislang sind lediglich die Spielmodi "1 vs. 1", "2 vs. 2" und "Free For All" zugänglich. Im Laufe der Beta sollen mit mehr Spielern aber noch weitere Varianten folgen ("3 vs. 3" oder "4 vs. 4") sowie gemeinsame Matches gegen Computergegner. Doch genug der Interface-Erklärung, wir wollen endlich spielen!

Vertraute Startphase: Mit den ersten Kristallen bauen wir schnell eine Basis auf, um frühen Angriffen etwas entgegensetzen zu können. Das Starcraft-Spielprinzip ist in Teil 2 gleich geblieben.

Der erste Kontakt
Die Rassen im Starcraft-Universum
Terraner: Das defensivstarke Menschenvolk kann sich hervorragend in der eigenen Basis verschanzen. Bunker schützen darin untergebrachte Marines vor gegnerischen Angriffen, Raketentürme und Belagerungspanzer komplettieren die Verteidigungslinien. Aber auch in der Offensive sind die Terraner keinesfalls ohne: Vor allem dank ihrer Tarnfeldtechnologie werden Angriffe aus dem Hinterhalt für die Gegner zu einem ernsten Problem.

Zerg: Massenattacken ohne Rücksicht auf Verluste, das ist das Motto der Alienrasse Zerg. Ihre Einheiten sind günstig und schnell produziert, allerdings auch nur in größeren Massen effektiv, da sie über wenig Hitpoints verfügen. Dank ihrer Fähigkeit "Einbuddeln" können sie hinterlistige Überraschungsangriffe starten.

Protoss: Die Kriegerrasse gleicht einer Dampflok: Zwar dauert es ein wenig, bis sie Fahrt aufgenommen haben, aber dann rauschen sie über alles hinweg. Ihre Einheiten sind teuer, aber äußerst kampfstark. Dank zusätzlicher Schilde lassen sich die Krieger der Protoss nicht so leicht vernichten. Die wahren Angsteinflößer bei den Gegnern -- Koloss, Mutterschiff und Trägerschiffe -- sind erst im späteren Spielverlauf verfügbar. Ihr Einsatz ist für den Gegner verheerend.

Wir beginnen das Spiel mit einer klassischen Partie: Als Terraner stellen wir uns der Zerg-Brut entgegen. Wer den Vorgänger gespielt hat, der weiß, dass die Alienrasse in der Regel nicht lange fackelt. Deswegen erschaffen wir sofort ein paar Marines und eine Handvoll Marauder; die Versorgungsdepots, die wir zur Erhöhung des Einheitenlimits benötigen, blockieren die Rampe zu unserer Basis -- das sollte reichen, um einen ersten Zerg-Rush abzuwehren. Neu ist in in Starcraft 2, dass wir unsere terranischen Depots im Boden versenken und somit unseren oder verbündeten Einheiten bei Bedarf den Weg freigeben können. So passiert es auch nicht mehr, dass wir versehentlich unsere Arbeiter "zubauen".

Um auch in der Defensive noch flexibel reagieren zu können, scheinen uns die Rächer eine gute Wahl zu sein. Dieser neuer Infanterie-Typ darf Abhänge oder kleine Schluchten einfach per Jetpack überspringen und so dem Gegner kalt in den Rücken fallen. Als der Zergspieler schließlich angreift, geht unser Plan auf: Während sich die Aliens an unseren Depots und den dahinter positionierten Einheiten die übelriechenden Zähne ausbeißen, greifen wir mit den Rächern von der Flanke her an. Ihre schweren Verluste können die Zerg nicht mehr ausgleichen -- wir gewinnen die Partie bereits nach wenigen Minuten. Derartig motiviert, gehen wir mit stolz geschwellter Space-Marine-Brust ins nächste Match.

Das 2. Match

Diesmal entscheiden wir uns für die Zerg und spielen gegen die Protoss. Natürlich wollen wir es besser machen als unser Gegner aus dem letzten Spiel, doch o weh: Statt zügig Einheiten auszuheben und den Protoss-Spieler etwas unter Druck zu setzen, macht sich bei uns leichte Verwirrung breit. Irgendwie sehen sich die Gebäude der Zerg allesamt äußerst ähnlich und die Frage, mit welchen Einheiten denn nun angegriffen werden soll, hält uns viel zu lange auf. Unsere überschaubare Streitmacht aus Zerglingen, Hydralisken und Schaben, die wir nach einigen Spielminuten zusammengekratzt haben, kann der Protoss-Übermacht nicht lange standhalten. Als dann auch noch das erste gegnerische Trägerschiff am Himmel auftaucht, ist unsere verzweifelte Verteidigungsschlacht verloren und das Spiel zu Ende.

Unsere ersten beiden Partien enden also mit einem Sieg und einer Niederlage. Doch die zwei Spiele fließen nicht in die persönliche Bewertung unseres Accounts ein, denn es waren lediglich Trainingsspiele. Von ihnen können wir beliebig viele absolvieren, bevor wir uns dann an zehn Einführungsspiele machen, in denen vom Programm unsere Stärke eingeschätzt wird, um so künftig Partien mit ungefähr gleichstarken Spielern generieren zu können. Vorbildlich: Nach jedem Match haben wir die Möglichkeit, Spiel-Statistiken einzusehen und anhand von Replays die eigenen Fehler aufzuspüren. Während der Wiedergabe der Aufzeichnung verrät eine ständig einsehbare Bauliste, welcher Spieler welche Gebäude und Einheiten zu welchem Zeitpunkt gebaut hat.

Auch wer nicht jede Partie per Replay analysieren möchte, bekommt umfangreiche Statistiken angezeigt. Anhand eines Zeitstrahls können wir sofort erkennen, ob unser Gegner schneller beim Basisaufbau gewesen ist als wir.
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