Multiplayercheck zu allen Rassen

Starcraft 2 - Heart of the Swarm Preview

Seit wenigen Tagen tummeln sich die ersten Spieler im Battle.net, um den neusten StarCraft-Teil in der Beta auf Herz und Nieren zu testen. Wir waren dabei und haben uns als Zerg, Protoss und Terraner in die Multiplayer-Schlacht gestürzt. Erwartet keine Revolution, sehr wohl aber mittelgroße Neuerungen, die gut durchdacht wirken.
Vin 12. September 2012 - 22:17 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Elf Jahre mussten Fans des Starcraft-Universums warten, bis mit Starcraft 2: Wings of Liberty (GG-Test: 9.5, aktuelle User-Wertung: 8.9) im Jahr 2010 endlich ein neuer Teil der Reihe erschien. Zum Glück müssen wir uns wohl nicht erneut so lange gedulden, um die Geschichte um Sarah Kerrigan in Heart of the Swarm weiterzuverfolgen. Bis zum geschätzten Release in 2013 ist es zwar noch eine Weile, doch seit Freitag letzter Woche gibt es immerhin die Möglichkeit, den Mulitplayer-Modus in einer Betaversion anzutesten. Und der Multiplayer-Modus ist dann doch, wenn die Kampagne erst mal durch ist, das Herzstück von Starcraft 2. Dabei sind uns diverse – teils recht kleine – Änderungen im Vergleich zum aktuellen MP-Modus aufgefallen – was uns durchaus überrascht hat. Denn Änderungen in Multiplayer-Titeln sind immer ein Spiel mit dem Feuer. Gerade bei einem Echtzeit-Strategiespiel, das so viel Wert auf die Balance zwischen den drei Rassen legt wie Starcraft 2, wird jede noch so kleine Änderung von den Fans und professionellen Spielern genau gemustert.

Eine Neuerung fällt uns schon vor unserer ersten Partie auf: Ihr habt ab sofort die Möglichkeit, auch bei nicht gewerteten Spielen vom Matchmaking-System zu profitieren. So könnt ihr beispielsweise eine neue Taktik ausprobieren, ohne eure Position in der Rangliste zu gefährden, und trotzdem gegen etwa gleichstarke Gegner spielen.
 
Dabei kann es auch passieren, dass euer Gegenüber gerade eine gewertete Partie spielt – zumindest in der Beta bedienen sich beide Varianten noch des selben Pools. Nachdem unser erster Gegner gefunden wurde und wir uns auf der neuen Karte zurechtgefunden haben, entdecken wir schon die nächste angenehme Neuerung: Unsere Drohnen haben von alleine angefangen, Mineralien abzubauen! Dies dürfte gerade Einsteigern zugute kommen, bei besseren Spielern gehörte es schon zur Routine, die Arbeiter auszuwählen und zum Sammeln zu schicken. Das Automatik-Sammeln funktioniert nur bei der Startbasis, neue Erweiterungen müssen weiterhin manuell bedient werden. Noch ein gutes Stück praktischer scheint uns die neue Anzeige unter den Hauptgebäuden und Vespingas-Geysiren. Hier wird euch verdeutlicht, wie viele Arbeiter gerade an einem Mineralienfeld oder Geysir arbeiten, und wie viele es im Idealfall seien sollen. So spart ihr euch das zeitaufwändige Nachzählen und könnt euch mehr auf die Entwicklung eurer Streitkraft konzentrieren.

Zahlreicher SchwarmnachwuchsFür unsere ersten Beta-Partien haben wir uns die Zerg ausgesucht, auf denen auch im Singleplayer diesmal der Fokus liegt. Die Aliens hatten in Wings of Liberty noch Probleme gegen eingemauerte Gegner. Um dies zu ändern, hat Blizzard dem Schwarm zwei neue Einheiten spendiert. Der Swarm Host ähnelt dem bekannten Brutlord. Dieses krabbenähnliche Wesen ist selbst unbewaffnet, eingegraben spuckt er jedoch alle 25 Sekunden zwei Locusts aus, die dann auf den Gegner zulaufen – und das kostenlos und ohne Ende, solange der Swarm Host am Leben ist. Damit könnt ihr effizient gegen gegnerische  Verteidigungswälle anrennen, aber auch eure Basis verteidigen oder für Ablenkung sorgen, ohne Ressourcen zu verlieren. Zusammen mit Blutlords und Zerglingen haben wir so schnell eine schlagkräftige Armee aus vielen kleinen Einheiten zusammen, wie es sich für einen Zergschwarm gehört. Beim ersten Feindkontakt überrascht uns dann eine weitere Neuerung: Wir dürfen feindliche Einheiten nicht mehr auswählen und so Informationen über Gesundheit oder Rüstung sammeln. Dies ist zwar zunächst ungewohnt, stört den Spielfluss aber nicht weiter. Inzwischen ist uns auch ein weiteres Detail aufgefallen: Am Bildschrimrand werden uns jetzt nicht nur untätige Arbeiter angezeigt, sondern auch unsere gesamte Armee. Damit können wir auf einen Schlag alle Krieger auswählen und zum Großangriff blasen.
 
Die neue Form der Hellions ist im Nahkampf  sehr effektiv.
Viper macht Fernkämpfern Angst
Noch eine neue Einheit, gefällig? Gegen eingegrabene Einheiten perfekt ist die neue Viper. Diese Riesenlibelle kann zwar nicht angreifen, hat dafür aber einige nette Zauber in der Hinterhand.  Mit der Fähigkeit Abduct könnt ihr feindliche Einheiten zu euch heran ziehen. Bei Einheiten mit großer Reichweite wie dem terranischen Belagerungspanzer entfaltet dieser Zauber seine wahre Größe, denn normalerweise ist ein guter Teil eurer Streitmacht bereits tot, bevor sie die Panzer erreichen kann. Fast noch fieser ist die Blinding Cloud. Diese Giftwolke reduziert temporär die Reichweite aller Feinde auf 1, sie können also nur noch im Nahkampf angreifen. Dies gilt nicht nur für Einheiten, sondern sogar für Kanonen und Sporenkrabbler. Sollte euren Vipern mal die Energie ausgehen, könnt ihr mit der letzten Fähigkeit der Riesenlibelle – Consume – Gesundheit von Gebäuden gegen Energie tauschen.

Zuletzt wurde noch der Ultralisk etwas verändert. Damit diese Monstrosität etwas mobiler unterwegs ist, kann sie in Heart of the Swarm unter der Erde auf Gegner zustürmen. Optisch wurde der Kriecher, also der Schleim, auf dem die Zerg bauen können, etwas aufgewertet und schaut jetzt, naja, noch schleimiger aus. Auch die Kriechertumore der Königin haben eine neue Animation erhalten und springen beim Fortpflanzen schlangenähnlich durch den Kriecher. Insgesamt sind die Zerg deutlich stärker gegen eingemauerte Gegner geworden, und mit dem Swarm Host haben sie eine auch sonst sehr mächtige und vielseitige neue Einheit erhalten. Eine endgültige Aussage ist dies freilich noch nicht: Blizzard ist bekannt dafür, bis zum Release und darüber hinaus an der Balance zu feilen – sollten sich die Zerg durch die Änderungen als tendenziell überlegen erweisen, werden sie sicher wieder etwas entschärft.

Die Änderungen bei den Terranern
Natürlich haben auch die Terraner einige Aufwertungen erfahren. Da wäre zunächst die Widow Mine. Diese Mine steuert ihr zunächst wie eine normale Einheit, um sie in Position zu bringen, wo sie sich dann eingräbt und auf ihre Opfer lauert. Nähert sich eine feindliche Einheit, katapultiert sie sich aus der Erde und richtet am Gegner und der näheren Umgebung weiteren Schaden an. Dabei kann die Mine sowohl Boden- als auch Lufteinheiten angreifen und ist, wie alle eingegrabenen Einheiten, nur sichtbar, wenn ein Detektor in der Nähe ist. Eine Besonderheit der Widow Mine: Ihr benötigt zwar ein Waffenlager, um sie zu bauen, aber kein an die Fabrik angeschlossenes Tech-Labor. Das heißt, ihr könnt die Mine auch doppelt so schnell mit einem Reaktor bauen und so größere Gebiete in der selben Zeit verminen. Bisheriger Kritikpunkt der Beta-Spieler an der Widow Mine sind jedoch ihre Versorgungsanforderungen: Mit zwei Versorgungspunkten verbraucht sie so viel wie Marodeur oder Viking – is
Anzeige
t aber anders als diese nur einmal einsetzbar. Zur Basis-Verteidigung im großen Stil ist die Mine also nur bedingt geeignet.

Als zweiten Neuzugang haben die Terraner den Warhound erhalten. Dieser ursprünlich als Anti-Luft-Waffe konzipierte Mech greift in der Beta nur noch Bodenziele an. Leichte Einheiten nimmt er mit der Railgun aufs Korn, mechanische beschießt er mit Haywire-Raketen, die besonders viel Schaden anrichten können. Gegen andere Terraner ist der Warhound also die Waffe der Wahl, gegen Zerg solltet ihr dagegen gerade zu Beginn der Partie eher auf die bekannten Hellion-Buggys setzen. Diese können sich nun, Neuerung 3, in langsamere Mechs mit weniger Reichweite, aber größeren Feuerwinkel verwandeln. Damit habt ihr auch gegen Massen von Zerglingen einen Trumpf in der Hinterhand. Mit dem Wegfall des Warhounds als Luftabwehr erhält der Thor wieder Einzug in die Reihen der normalen Einheiten. Eigentlich sollte der riesige Koloss ähnlich dem Mutterschiff der Protoss nur noch einmal gebaut werden können. Damit die Terraner im Luftkampf jedoch nicht zu unterbesetzt sind, können wir aktuell in der Beta so viele Thors bauen, wie wir wollen.
Gegen mechanische Einheiten wie den Unsterblichen richten die Warhounds mit ihren Raketen besonders viel Schaden an.
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