Blutrausch à la Warhammer 40K

Space Marine Preview

Relic ist vornehmlich für ihre PC-Strategiespiele wie Company of Heroes bekannt. Mit Warhammer 40.000 Space Marine soll sich das ändern -- ein Third-Person-Shooter, der zudem zuerst als reiner Konsolentitel konzipiert wurde. Ob das gut geht? Bei einem Event in Dublin konnten wir erstmals selbst nach Herzenslust Grünhäute schnetzeln.
Christoph Licht 20. April 2011 - 17:21 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Multiplayer-Modus angetestet

"Angriff aus dem Westen!" brüllt einer der nebenstehenden, fast schon winzigen Soldaten. Wir nämlich sind ein hünenhafter, dick gepanzerter Space Marine! Wir nehmen unseren Bolter fest in die Hand und eröffnen das Feuer auf die anstürmenden Orks und Goblins. Blutfontänen kennzeichnen unsere Treffer. Doch der Strom aus Grünhäuten reisst nicht ab und durchbricht nach kurzer Zeit unsere Verteidigungslinie. Ohne mit den Wimpern zu zucken, setzen wir mit unserem 2 Meter 10 großen und eine halbe Tonnen schweren Ultramarine zum "Bullrush" an...

Praktisches Kettensägenschwert

Was machen Space Marines? Schießen! Was machen Fässer? Explodieren! Was machen Orks? Sterben!
In einer nahtlosen Bewegung verschwindet der Bolter in seinem Holster, und das reich verzierte Kettensägenschwert nimmt tuckernd seine Arbeit auf. Blutspritzer versperren uns die Sicht, fast blind führen wir leichte und schwere Schläge im Wechsel aus und töten einen Ork nach dem anderen. Wenige Sekunden später ist unsere Wut-Anzeige (die heißt tatsächlich so) gefüllt. Wir aktivieren einen tödlichen Spezialangriff. In Zeitlupe beobachten wir unseren Charakter Captain Titus, wie er zwei Orks vor sich buchstäblich in ihre Einzelteile zerlegt. Doch die Masse an Orks hat ihm bereits schwer zugesetzt. Wir drücken eine weitere Taste auf unserem Gamepad und werden Zeuge einer erneut äußerst brutalen Hinrichtung. In Zeitlupe. Sekunden später sind wir wieder bei bester Gesundheit, töten die verbleibenden Orks und setzen unsere Mission fort.

Wie ihr vermutlich bereits erraten habt: Mit Space Marine erwartet euch keine Wahrhammer-40K-Strategie vom Schlage eines Dawn of War (RTS) oder Chaos Gate (Rundentaktik). Der neuste Ableger aus dem WK40K-Universum wird stattdessen ein waschechter Third-Person-Shooter, der auf kompromisslose Action ausgelegt und vor allem eines ist: unsagbar brutal. Wir konnten in Dublin erstmals einige ausgewählte Spielabschnitte selbst erleben, die wir euch natürlich schildern wollen.

Wir setzen zu einem Bullrush gegen den Raketenork an. In wenigen Sekunden wird er am Boden liegen. Für immer.

Invasion eines Industrieplaneten

40.000 Jahre in der Zukunft wird die Menschheit von einem totalitären Regime namens Imperium beherrscht, das von einem bei genauerer Betrachtung untoten Kaiser regiert wird. Es herrscht ein "ewiger Krieg" zwischen ihnen und den anderen Rassen im Universum. Insbesondere die Orks setzen seit Jahrhunderten alles daran, die Menschheit auszulöschen. Das Ass auf Seiten der Menschen in dieser Dauerschlacht sind die Space Marines. Sie sind mächtige Krieger, die genetisch zu perfekten (und normalerweise hündisch loyalen) Kampfmaschinen modifiziert wurden. Beispielsweise sind sie super stark, tragen gleich zwei Herzen in der Brust (eines könnte ja bei der Ausübung ihrer Arbeit ohne weiteres durchbohrt werden), trinken Säure wie GamersGlobal-Redakteure Kaffee und zelebrieren einen Kaiser- und Totenkult, dass es Verfassungsschützern der Bundesrepublik Deutschland angst und bange werden würde. Ist ja aber alles nur Spiel! In besagtem Spiel übernehmt ihr die Rolle des schon erwähnten Captain Titus. Der gehört dem Orden der Ultramarines an, einer von vielen ähnlichen Orden, die aber alle eigene Uniformen, Spezialitäten und Spleens besitzen (und vor allem Trikotfarben -- bekanntlich startete die Warhammer-40.000-Tabletop-Serie als Entschuldigung für Jugendliche und Erwachsene, Zinnminiaturen anzumalen). Die Ultramarines gelten als die Perfektionisten unter den Space Marines, sind aber auch als ziemlich arrogant verschrien.

Eure Mission im THQ-Actiontitel ist es, eine wichtige imperiale Schmiedewelt, ein militärindustrielles Zentrum, zurückzuerobern. Nur hier können die mächtigen Titanen (riesenhafte Mechs) gebaut werden. Um die exklusiven Produktionsrechte zu erlangen, starten die Orks eine Invasion und drängen die dort stationierten Menschen in die Defensive. Doch nicht nur Orks sind ein Problem, auch die Mächte des Chaos haben ihre dämonischen Finger im Spiel. Acht bis zehn Stunden lang soll euch diese Mission beschäftigen, was für heutige 3D-Actionspiele ein guter Wert ist.

Die Geschichte findet noch vor den Ereignissen in der Dawn-of-War-Serie statt und wird auch in den offiziellen Kanon überführt. Die Entwickler legen jedoch Wert darauf, dass Einsteiger ohne Vorwissen in die Welt hineinfinden können. Entsprechend stark losgelöst wird das Spiel vom restlichen Universum sein -- selbst auf Nachfrage konnte uns beispielsweise keiner der anwesenden Entwickler ein exaktes Datum nennen, wann besagte Ork-Invasion stattgefunden hat. Auch, weil sich Relic nach eigenen Angaben nicht bei möglichen Add-ons oder Fortsetzungen durch zeitliche Beschränkungen in die Enge manövrieren möchte. Ähnlich wie in Bioshock sollen jedoch im Level verstreute Audiologs dafür sorgen, dass auch wissbegierige Fans auf ihre Kosten kommen und mehr über Captain Titus und seine Geschichte erfahren.

Obwohl die Orks eure Hauptfeinde sind, sehen die tatsächlichen Drahtzieher hinter der Invasion anders aus.
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