Zu den Waffen!

Soul Calibur 5 Preview

Jonas Schramm 5. Januar 2012 - 22:05 — vor 10 Jahren aktualisiert
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Der Kampfstil "Devil Jin" ist an den gleichnamigen Charakter aus der Tekken-Serie angelehnt. Die typischen Laseraugen dürfen da nicht fehlen.
Anzeigen/v

Lebendige Umgebungen
In Prügelspielen liegt die Wahrheit bekanntlich in der Arena. Diese sind in Soul Calibur 5 toll in Szene gesetzt und auch sehr abwechslungsreich. Da ist zum Beispiel ein sinkendes Handelsschiff, das kräftig auf den Wellen reitet, oder ein großes Guandi-Tempelfest, wo sich im Hintergrund chinesische Drachenpuppen auf und ab bewegen. Ihr seht schon, die Entwickler haben immer an kleine Details im Hintergrund geachtet, die zum Großteil aber keinen Einfluss auf den eigentlichen Kampfverlauf nehmen. In der fertigen Version soll es mehr als 20 unterschiedliche Umgebungen geben.
 
Die Kämpfe spielen sich immer auf einer rechteckigen Fläche ab, auf der ihr euch in alle Richtungen – als nicht nur von links nach rechts – bewegen könnt. Dadurch gewinnen die Kämpfe eine weitere taktische Note, da ihr nun mehr Raum zum Ausweichen habt. Und noch etwas ist im Vergleich zu manch anderen Prügelspielen anders: Neben dem K.O. könnt ihr auch gewinnen, indem ihr – ähnlich wie beim Sumo-Ringen – euer Gegenüber aus dem Ring befördert. Deshalb besitzen nur wenige Schauplätze Begrenzungen wie Zäune. Doch Zaun oder nicht, ihr könnt euch sicher sein, dass es immer eine Möglichkeit gibt, den Kontrahenten aus dem Ring zu werfen. Einige Arenen sind sogar in mehrere Stufen unterteilt. Sollte einer der beiden Kontrahenten unfreiwillig den Ring verlassen, geht die nächste Runde in einem anderen Stockwerk weiter. An eine Runde Strip-Poker erinnerte uns dagegen ein anderes grafisches Detail. Geht ein Kämpfer durch einen besonders harten K.O. zu Boden, muss er oder sie ein Kleidungsstück abgeben. Kämpfte Xiba zu Beginn noch in einem schicken Pelzmantel, so steht er in der nächsten Runde nur noch in seiner gelben Hose da. So kommt zum demütigenden Knockout auch noch die optische Demütigung dazu. Aber lasst euch nicht ablenken, nur weil eure Gegnerin Phyrra bereits zwei Runden verloren hat...
 
Manche Arenen bestehen aus mehreren Stockwerken. Im Bild oben fällt Astaroth in den Abgrund, sodass die nächste Runde einige Meter tiefer stattfindet (unten).
Das Kampfsystem in Soul Calibur 5 folgt ganz klar der Devise „leicht zu erlernen, schwer zu meistern“. So haben selbst Einsteiger durch simples Button-Mashing schnell Erfolgserlebnisse. Naja, zumindest auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad und, an guten Tagen, vielleicht  auch auf dem mittleren. Mit der Zeit müssen sich aber auch Einsteiger damit anfreunden, Kombos auswendig zu lernen. Das liegt aber nicht nur an der Schwierigkeit der späteren Gegner im Storymodus, sondern hängt auch mit der Motivation zusammen. Wie in jedem anderen Prügelspiel auch habt ihr als Spieler einfach das größte Erfolgserlebnis, wenn ihr eine lange Kombo erfolgreich zu Ende bringt und der Gegner K.O. in der Ecke liegt. So einsteigerfreundlich Soul Calibur 5 auch sein mag, lässt sich dieses Erlebnis durch Button-Mashing nicht reproduzieren.
 
Kritische Manöver verhindern "Spammen"Die Steuerung von Soul Calibur 5 ist im Großen und Ganzen altbekannt: Es gibt drei Angriffstasten, einen Block und zwei Tasten für Griffe. Mit dem Analogstick oder dem Steuerkreuz bewegt ihr euren Charakter durch die dreidimensionale Arena. Es gibt aber auch eine Neuerung, die auf den ersten Blick einen recht unscheinbaren Eindruck macht. Die Rede ist von der sogenannten kritischen Leiste. Um es genau zu nehmen, handelt es sich dabei um einen Halbkreis. Dieser wird neben eurer Lebensanzeige dargestellt und füllt sich durch einzelne Schläge eher langsam, durch Kombos aber umso schneller auf. Ist der Halbkreis voll, wählt ihr zwischen drei Spezialmanövern: Entweder ihr führt einen Spezialangriff – kritische Klinge genannt – aus, wozu ihr den Stick von unten nach rechts in einem Viertelkreis bewegt und danach die R2-Taste (auf Playstation 3 – entspricht allen drei Angriffstasten) drückt. Der daraus resultierende Angriff ist nicht nur schön anzusehen, er lässt sich auch quasi nicht blocken und richtet gehörigen Schaden an. Dafür braucht er die gesamte kritische Leiste auf. Etwas sparsamer ist da die kühne Klinge. Diesen Angriff löst ihr nach bestimmten Kombos, wieder mithilfe von R2, aus. Es folgen noch ein paar zusätzliche Angriffe auf Kosten der Hälfte der kritischen Leiste. Eine letzte Möglichkeit stellt der Abwehrstoß dar, der nur ein Viertel des Halbkreises aufbraucht. Dazu bewegt ihr den Stick einfach nach rechts und drückt gleichzeitig wieder die R2-Taste. Was folgt, ist ein stärkerer Block, dem selbst die kritische Klinge nichts anhaben kann.
 
Auf uns machte dieses System gleich aus zwei Gesichtspunkten einen sinnvollen Eindruck. Anders als in den Vorgängern ist das Spammen des Abwehrstoßes nun nicht mehr möglich, was zu mehr Dynamik in den Kämpfen führt. Dynamischer werden die Kämpfe aber auch, weil allen Charakteren diese drei Manöver anhand der immer gleichen Tastenkombinationen zur Verfügung stehen.
 
Im Charakter-Editor erstellt ihr euren ganz persönlichen Kämpfer. Wieso unserer genau so aussieht, nein, aussehen muss, verraten wir nur unserem Betriebspsychiater...
Kreative Freiheit: Der Editor
Mit Soul Calibur 3 hielt ein ausführlicher Charakter-Editor Einzug in die Serie, der natürlich auch Soul Calibur 5 nicht fehlen darf. Auch diesmal ist der Editor wieder wie gemacht für zahlreiche verrückte Kreationen. Ihr bestimmt den Körpertyp, legt die Ausrüstung fest, entscheidet euch für eine Waffe, passt die Farben eures Alter-Ego an und bestreitet zu guter letzt einen Testkampf.
 
Einzig den Kampfstil dürft ihr nicht individuell anpassen, sondern müsst aus dem Pool der bereits vorhanden Kämpfer wählen. Ihr seid übrigens nicht gezwungen, einen neuen Charakter zu erstellen, es ist auch möglich, Veränderungen an den Originalhaudegen vorzunehmen. Soul-Calibur-typisch trifft das allerdings nicht auf den Gaststar zu. Ihr dürft Ezio also nicht neu einkleiden und auch ein neuer Kämpfer mit seinem Kampfstil lässt sich nicht erstellen.
 
Nicht nur für Prügelspiel-Fans?
Soul Calibur 5 ist auf dem besten Wege, ein sehr gutes Prügelspiel zu werden. Selbst im Jahr 2012 ist die Tatsache, dass alle Charaktere Waffen tragen, noch ein Alleinstellungsmerkmal, und zwar eines, das zu sehr brachialen Kämpfen führt. Das Steuerungssystem benötigt ein wenig Eingewöhnungszeit, lässt aber aber genug Raum für zahlreiche Kombos. Auch die Integration der kritischen Leiste macht einen grundsoliden Eindruck und verleiht den Kämpfen etwas mehr Dynamik.
 
So einsteigerfreundlich sich Soul Calibur 5 zu Beginn auch gibt, so sehr merkt man es dem Spiel im späteren Verlauf an, dass es sich nunmal um ein Prügelspiel handelt. Und wer das Genre kennt, weiß, was das heißt: Wer nicht bereit ist, sich mit den Mechaniken auseinanderzusetzen und wenigstens ein paar Moves und Kombos auswendig zu lernen, wird schnell den Spaß verlieren. Genau da soll der Story-Modus Abhilfe schaffen. Im Rahmen dieser Vorschau bekamen wir aber nur einen sehr kleinen Einblick in die Handlung, weshalb der Modus auch noch das große Fragezeichen des Spiels ist. Passt er allerdings zur restlichen Güte, die wir bereits erleben konnten, steht uns bereits in rund einem Monat ein echter Kracher ins Haus.
 
Autor: Jonas Schramm / Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

 Soul Calibur 5
Vorläufiges Pro & Contra
  • Interessante Variationen der Spielmodi
  • Abwechslungsreiche Charaktere
  • Grafisch klasse
  • Acht Bewegungsrichtungen, manche Arenen haben mehrere Stufen
  • Ausfühlicher Charakter-Editor
  • Kritische Leiste als gute Neuerung im Kampfgeschehen
  • Für Solospieler hängt viel vom Story-Modus als Motivation ab – den wir noch nicht hinreichend beurteilen können
Aktueller Zustand:
Fortgeschrittene Beta-Fassung
Wir wünschen uns:
Dass es Projekt Soul gelingt, eine interessante und toll inszenierte Story zu erzählen, da das der mit Abstand größte Motivationsfaktor für Solospieler sein dürfte, vor allem für solche, die mit dem Prügelspiel-Genre noch etwas fremdeln mögen. Sollte das gelingen, könnte Soul Calibur 5 auch Einsteiger ansprechen. Was aber nicht heißen soll, dass Profis nicht zum Zuge kämen: Die freuen sich über unserer Meinung nach gut ausbalancierte Kämpfer, viele Kampfstile, alte Bekannte und einige neue oder erstmals spielbare Charaktere.
Partner-Angebote
Amazon.de Aktuelle Preise (€): 39,95 (), 19,98 ()
Green Man Gaming Aktuelle Preise (€): 59,99 (STEAM)
Userwertung
7.5
Registriere dich, um Spiele zu bewerten.
Action
Prügelspiel
16
Project Soul
03.02.2012
Link
PS3360
Screenshots
Videos
Mehr zum Thema
Artikel
News
Jonas Schramm 5. Januar 2012 - 22:05 — vor 10 Jahren aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 434864 - 5. Januar 2012 - 22:25 #

Viel Spaß beim Lesen!

knurd 14 Komm-Experte - 2089 - 5. Januar 2012 - 22:37 #

Wird gekauft, genau wie jeder andere Teil davor. Ist neben DoA mein liebstes Prügelspiel :>

Anonymous (unregistriert) 5. Januar 2012 - 23:13 #

Mir sieht das fast eher so aus als wollten die mir das gleiche Spiel nochmal verkaufen. Vor allem der Editor intressiert mich ja eigentlich, aber alle Modelle und Kleidungsstücke sind mir schon aus dem vierten Teil bekannt. Und ehrlich gesagt hab' ich keinen Bock auf unzählige Mikrotransaktionen um diesen dann etwas zu erweitern. Das kommt nämlich bestimmt und zu überteuerten Preisen und mit undurchsichtigen Inhalten. Das kenn ich schon. Ich passe lieber ...

maddccat 19 Megatalent - 13544 - 5. Januar 2012 - 23:54 #

Ich bleibe bei Soul Edge/Blade.^^

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9372 - 6. Januar 2012 - 0:16 #

Ich hatte bei SC4 auch erst über das neue Timing und den KO Modus gemeckert. Letztendlich hat es sich als gut balanciert herausgestellt. Ich denke SC5 wird ganz großes Kino. Hoffe man kann wieder seinen Char selber basteln^^

cdr_tofino (unregistriert) 6. Januar 2012 - 6:56 #

Kleiner Fehler: Wir haben 2012, nicht 2011 (vorletzter Absatz). Aber wieder Super Bericht, ich freu mich drauf :-)

McFareless 16 Übertalent - 5567 - 6. Januar 2012 - 9:51 #

:) Ich hätte Lust drauf :P Enzioooo

Onomatopoesie 11 Forenversteher - 800 - 6. Januar 2012 - 10:16 #

Vor Ezio gibt es scheinbar kein entkommen, und ich dachte schon noch mehr melken geht nicht ;)

Spiritogre 19 Megatalent - 13401 - 6. Januar 2012 - 14:28 #

Ich beobachte das Spiel mit gemischten Gefühlen. Die Grafik scheint kaum besser als bei SC4 und bei dem gab es (leider) einiges zu meckern. Diverse Gegner (Darth Vader) waren extrem schwer zu besiegen, einige Spielmodi, wie der Tower, waren irgendwie unendlich und verdammt schwer. Wenn die Unterschiede zu gering sind, dann wird SC5 ein Budgetkauf und ich warte lieber auf das neue Dead or Alive.

Als fleißiger Leser der M! Games kann ich zum Artikel aber noch sagen, dass Beat 'em Ups nicht wirklich durch Street Fighter 4 wiederbelebt wurden. Das mag vielleicht für den Mainstream gelten. Aber gerade 2D Prügler wie Blaz Blue erscheinen (in Japan) seit Jahren stetig wie Sand am Meer.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9372 - 6. Januar 2012 - 15:10 #

Darth Vader war nicht wirklich unfair. Er hat nur 2 brauchbare Unten Attacken. Mein Kollege hatte den Kniff schnell gegen mich raus in dem er in 90% der Fälle immer Mitte geblockt hat... Da machste nix ^^

Captain Placeholder (unregistriert) 6. Januar 2012 - 19:10 #

Liest sich schonmal gut. Naja, bis auf das Strippen, das sich hoffentlich ausschalten lässt. Das wird das erste Prügelspiel seit Super Smash Bros. Brawl, das ich mir kaufen werde. Hoffentlich wird der Story-Modus gut, mir gefiel der Waffenmeister-Modus aus Teil 2 mit seinen abwechslungsreichen Zielvorgaben damals ganz ausgezeichnet. Mein Charakter der Wahl: Mitsurugi.

meanbeanmachine 15 Kenner - 3036 - 7. Januar 2012 - 1:04 #

Ein feiner Bericht!

Ich freu mich wieder drauf. Seit Teil 1 (DC) und 2 (GC) habe ich keinen Teil besessen. Nur hoffentlich ist der Story-Modus diesmal wirklich gehaltvoller und erzählt nicht mit ganz so viel grässlichem Pathos.

Guldan 17 Shapeshifter - 8554 - 10. Januar 2012 - 15:08 #

Liest sich gut erinnert mich aber zu sehr an Teil 4. Grafik udn so weiter da werd ich erstmal nicht zu schlagen und vlt als Budget. Bevorzuge hier das neue Dead or Alive.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9372 - 10. Januar 2012 - 20:01 #

DoA war eigentlich immer cool, nur das imba Kontern hat mich immer genervt ^^ Erinnert ihr euch noch an die Xbox Werbung damals wo die Weißhaarige nen Krampf bekommt?

http://www.youtube.com/watch?v=gnqWj4zvbyo