Zu den Waffen!

Soul Calibur 5 Preview

Bei der Fülle an Prügelspielen, die es in den letzten Jahren auf den Markt geschafft haben, ist es wirklich erstaunlich, dass erst jetzt - mehr als drei Jahre nach dem Vorgänger - Soul Calibur 5 vor der Türe steht. Wir haben Projekt Souls neuestes Spiel kurz vor Release schon einmal angetestet.
Jonas Schramm 5. Januar 2012 - 23:05 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von uns.

Es hat wohl niemand damit gerechnet, dass die Veröffentlichung von Street Fighter 4 Anfang 2009 zu einer derartigen Renaissance des kompletten Genres führen würde. Und doch sprießen seitdem die Prügelspiele nur so aus dem Boden. Angeführt wird diese Auferstehung von Capcom die in letzter Zeit unter anderem auch noch Super Street Fighter 4 und Marvel vs. Capcom 3 veröffentlicht haben und in Zukunft noch Street Fighter X Tekken veröffentlichen wollen.
 
Da das aber noch ein bisschen dauert, nutzt Namco Bandai die Zeit, um genretypisch kräftig dazwischen zu grätschen, vielleicht auch die eine oder andere Kombo gegen die Konkurrenten anzusetzen oder sogar einen Killing Move zu schaffen. Die Japaner warten dieses Jahr nämlich mit dem ersten nennenswerten Prügelspiel des Jahres auf. Die Rede ist von Soul Calibur 5, einem neuen Teil der altehrwürdigen Serie, die schon 1995 (als Soul Edge) ihren Einstand feierte. Wieder einmal ist der Entwickler Project Soul am Werk, der nun schon seit drei Jahren in Klausur war. Wir haben Soul Calibur 5 einen Monat vor dem anstehenden Release – am 2. Februar 2012 ist es soweit –  ausprobiert und verraten euch, ob die Entwickler die Zeit effektiv genutzt haben.
 
Eine überraschende Entdeckung
In der Vorschau-Version, auf der dieser Artikel basiert, konnten wir schon einen Großteil der enthaltenen Spielmodi ausprobieren. Prügelspiel-Veteranen sollten die meisten Modi schon aus anderen Serien kennen, trotzdem beweist Project Soul auch eine gewisse Kreativität durch witzige Variationen.
 
Anders, als wir es beispielsweise vermutet hätten, wählt man im Modus Schnellkampf nämlich nicht nur einen eigenen und gegnerischen Charakter aus und gibt dem dann über maximal fünf Runden ordentlich auf die Mütze. Nein, wir treten immer gegen zufällig generierte Kämpfer an, deren Kampfstile an die bekannten Persönlichkeiten der Serie angelehnt sind. Hier hatten wir auch eine etwas unerwartete Begegnung: Plötzlich trafen wir auf einen Charakter, dessen Kampfstil mit „Devil Jin“ beschrieben wurde. Und tatsächlich handelte es sich dabei um den Kampfstil des Tekken-Charakters. So trug unser Gegenüber keine Waffe, machte dafür aber regen Gebrauch von seinen Laser-Augen. Devil Jin selbst konnten wir in den Charakter-Menüs aber nicht finden, es ist also noch fraglich, ob er auch als spielbarer Kämpfer mit von der Partie sein wird.
 
Neben dem Schnellkampf steht auch noch ein Arcade-Modus zur Wahl, in dem ihr sechs Gegner nacheinander besiegen müsst und dabei die Zeit genommen wird. Im Mehrspielerkampf tretet ihr offline gegen einen anderen menschlichen Konkurrenten an oder schaut der KI beim Prügeln zu. Für Einsteiger hält das Spiel zudem einen ausführlichen Trainingsmodus bereit, in dem ihr nicht nur die zahlreichen offensiven Manöver ausprobiert, sondern auch eure defensiven Fähigkeiten schult, indem ihr euren Gegner ein ganz bestimmtes Manöver ausführen lasst. Dabei seht ihr am unteren Bildschirmrand, welche Eingaben ihr gemacht habt, sodass ihr Schritt für Schritt weg kommt von der Zufallskombo hin zur überlegten Aktion.
 
Ein kleineres Fragezeichen steht noch hinter dem Legendäre-Seelen-Modus, zu dem wir nur eine kurze Beschreibung durchlesen konnten, diesen aber nicht selbst spielen durften. Demnach handelt es sich hierbei um einen Bonusmodus, in dem ihr gegen stärkere KI-Gegner antretet. Ein bisschen schade fanden wir, dass es allem Anschein nach keine Tag-Team-Matches geben wird. Egal, für welchen Spielmodus ihr euch entscheidet, das Spiel merkt sich alles Wichtige zu eurem Verhalten im Kampf: In der sogenannten Lizenz werden zahlreiche Stats aufgeführt. So wisst ihr immer, mit welchem Charakter ihr die meiste Zeit verbracht habt, wie lange ihr schon an einem bestimmten Spielmodus gesessen seid und gegen welchen Gegner ihr euch am schwersten getan habt. Die Lizenz könnt ihr übrigens auch online vergleichen und euch so über das Verhalten eurer Freunde informieren. Also Freunde im weiteren Sinne...
 
Fans der Serie werden Siegfried im oberen Bild wohl sofort wiedererkannt haben. Die Rolle des Protagonisten übernimmt diesmal aber Patroklos (unten).
Ein Neuanfang
Überschatten soll all diese Spielmodi der Story-Modus, der Solisten nicht nur anlocken, sondern sie auch für mehrere Stunden an das Spiel fesseln soll. Wir konnten nur einen sehr kleinen Teil der Story anspielen und können deshalb noch keine Aussage darüber treffen, wie motivierend und fesselnd die Handlung insgesamt ausgefallen ist. Was wir aber sagen können: Die Inszenierung des Ganzen macht einen sehr guten Eindruck! Die Entwickler haben in Sachen Cutscenes auch einige Abwechslung eingebaut – bekommt ihr im ersten Moment noch einen schön inszenierten Kampf zu sehen, erinnert die nächste Zwischensequenz an ein Bilderbuch.
 
Die Handlung ist 17 Jahre nach den Geschehnissen von Soul Calibur 4 angesiedelt. Die Entwickler schlagen diesmal aber eine komplett andere Richtung ein, was aufgrund des Endes des vierten Teils auch nicht verwunderlich ist. Die Hauptrolle bekleidet nun nicht mehr Siegfried, sondern Patroklos, der Sohn von Sophitia Alexandra. Im Mittelpunkt soll diesmal das Schicksal seiner Familie und dessen Verflechtung mit dem Seelenschwert stehen. Project Soul wagt also mit der Story in gewisser Weise einen Neuanfang. Aber nicht nur aus diesem Grund ist Soul Calibur 5 die perfekte Einstiegsmöglichkeit für Neulinge. Zumindest am Anfang dient dieser Modus auch als eine Erweiterung zum normalen Trainingsmodus. So werden euch in Textform ein paar Moves und Kombos vorgestellt, die ihr dann in den Kämpfen auch gleich ausprobiert.
 
Siegfried, Patroklos und... Ezio?
Namco hat bereits bestätigt, dass es 30 Charaktere in Soul Calibur 5 geben soll. Unsere Version enthielt 21 spielbare Kämpfer, wir konnten uns also schon einmal ein gutes Bild vom Aufgebot machen. Wie es für die anderen Soul-Calibur-Teile und jede andere Prügelspiel-Serie typisch ist, hat der Entwickler in Soul Calibur 5 den Kader etwas verändert. Alteingesessene Fans dürfen sich zum Beispiel auf ein Wiedersehen mit dem Samurai Heishiro Mitsurugi und Bösewicht Nightmare freuen. Aber auch der eben schon erwähnte Ex-Protagonist Siegfried Schtauffen hat es noch in den Kader geschafft. Neben den 15 Veteranen wurden bis jetzt auch sieben neue Kämpfer bestätigt. Mit Patroklos haben wir ja eben schon den Protagonisten vorgestellt. Es gesellen sich aber unter anderem auch seine Schwester Phyrra, die zum ersten mal spielbar sein wird, die Hellseherin Viola, die 15jähirge Leixia oder auch Natsu, eine Schülerin von Taki, als Neuzugänge zum Aufgebot.
 
Während es in anderen Prügelspielen meist nur eine Handvoll bewaffneter Charaktere gibt, hält in der Soul-Calibur-Serie jeder Charakter irgendwas in der Hand. Patroklos kämpft zum Beispiel mit einem Kurzschwert in Verbindung mit einem Kurzschild, Mitsurugi schwingt – wie sollte es bei einem Samurai auch anders sein – ein Katana und Siegfried trägt wieder seinen riesigen Zweihänder mit sich herum. Durch die unterschiedlichen Bewaffnungen sind die Kämpfe schön brachial anzusehen und in Verbindung mit den tollen Animationen führen sie zu einer Menge Abwechslung. Natürlich ergeben sich aus den Waffen auch unterschiedliche Kampfstile, wobei immer schon auf den ersten Blick klar ist, wie sich ein Kämpfer spielen wird. Selbst Laien erkennen schnell, dass das grüne Monstrum Astaroth mit seiner gigantischen Axt zwar kräftig austeilt, im Gegenzug aber nicht b
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esonders agil ist.
 
In Soul Calibur 2 war unter anderem Link aus The Legend of Zelda ein spielbarer Charakter, während in Soul Calibur 4 Yoda und Darth Vader die Gastrollen übernahmen. Diese Tradition wird natürlich auch im fünften Teil fortgesetzt und nach einigen Spekulationen bestätigte Namco vor kurzem, dass Ezio aus der Assassin's Creed-Serie diese Ehre zuteil wird. Falls ihr euch nun Sorgen macht, dass es wie auch im Vorgänger eine eher durchwachsene Angelegenheit wird, können wir euch beruhigen. Wir haben Ezio ausprobiert und können euch versichern, dass er sich nahezu perfekt in die Riege der anderen Kämpfer integriert. Sein Design ist an das aus Assassin's Creed – Brotherhood angelehnt (es tritt also kein grauhaariger Opa in die Arena) und seine Hauptwaffe sind die beiden Meuchelklingen, die er aus seinen Armen ausfährt. Ezio trägt aber noch ein ganzes Arsenal anderer Waffen mit sich herum, sodass er nicht nur aus nächster Nähe effektiv ist, sondern mithilfe eines Säbels und einer Pistole auch auf mittlere und weite Distanzen gut austeilt. Wie in der Vorlage eben.
Ja, wen haben wir denn da? Diesmal setzt Ezio die Tradition der Gastauftritte fort, und zwar ziemlich überzeugend.
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