Höhenflug der ElderScrolls-Reihe

Skyrim Preview

Teil 5 der Elder-Scrolls-Serie könnte der Spiele-Oberhammer des Jahres 2011 werden. Wir haben nicht etwa jede professionelle Vorsicht fahren lassen beim Redigieren dieses Berichts vom Bethesda-Event letzte Woche. Vielmehr haben wir beim Übersetzen schon diverse Superlative entfernt, mussten uns aber der Kraft des Faktischen beugen.
Jörg Langer 18. April 2011 - 16:00 — vor 8 Jahren aktualisiert
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Es erscheint verfrüht, mehr als sechs Monate vor dem geplanten Release eines Spiels darüber stark ins Schwärmen zu geraten. Aber was beim Bethesda-Event letzte Woche über Skyrim verraten und gezeigt wurde -- wir waren nicht selbst, aber per Korrespondent vor Ort --, ist allererste Sahne. Das fünfte Elder-Scrolls-Rollenspiel trägt den Namen seines Schauplatzes: Skyrim ist die nördlichste Provinz des Fantasy-Kontinents Tamriel und Heimat des Nord-Volks. Eine Region voller alter Heldentaten, Mythen und auch dunkler Geheimnisse.


Als Service linken wir hier zum bereits bekannten Gameplay-Trailer (deutsch) zu The Elder Scrolls 5: Skyrim.

 
200 Jahre nach Oblivion
 
Die Story von Skyrim spielt rund 200 Jahre nach dem Ende von Oblivion. Die Daedra sind in ihre höllische Dämonenwelt zurückgedrängt, der Fortbestand der Septim-Herrscherlinie gesichert, das Kaiserreich gerettet. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten allerdings ist das  alte Imperium, das seit vielen Generationen die Herrschaft über die eroberten Provinzen Tamriels ausübt, nicht mehr so stark wie früher. Zur Erinnerung: Um das zentral gelegene Kernland der Imperialen, Cyrodiil, gruppieren sich kreisförmig die restlichen Provinzen. Im Nordosten und Osten wäre da zunächst einmal Morrowind mitsamt der großen Insel Vvardenfell, Schauplatz in Elder Scrolls 3. Im Südosten schließt sich Black Marsh an, im Süden folgen Elsweyr und Valenvood, im Südwesten ist die Insel Summerset gelegen. Westlich von Cyrodiil liegt Hammerfell, zusammen mit dem weit im Nordwesten platzierten High Rock Schauplatz von Elder Scrolls 2, Daggerfall.
 
Todd Howard ist seit vielen Jahren das Mastermind von Elder Scrolls.
Und ganz im Norden schließlich – im Vorgänger Oblivion mit einem kurzen Gastauftritt bei einer Questreihe vertreten (ihr erinnert euch vielleicht an die Sache mit der verschollenen Armee nördlich von Bruma)– liegt Skyrim. Die Provinz also, die weniger große Städte beherbergt als irgendeine andere Region, die den Weitblick von ihren zahlreichen hohen Gipfeln bereits im Namen trägt. Wer in Solitude oder Dawnstar oder Winter Hold geboren wird (alle drei an der Nordküste der Nordprovinz gelegen), kann ein langes Leben führen und dennoch niemals ins lauschige Cyrodiil gekommen sein, so weit ist der Weg und so hoch sind die Berge dazwischen. Ausgerechnet in Skyrim, weit weg von der Imperial City des Reiches, denken einige Fraktionen laut über eine Sezession nach.

Das plötzliche Erwachen

Aber wie kam es eigentlich zu einem Teil 5, der ja erst Ende letzten Jahres offiziell angekündigt worden war, mit einem in der vergleichsweise nahen Zukunft gelegenen Veröffentlichungstermin (11.11.2011)? Nach Fertigstellung von Fallout 3 hatten Todd Howard und sein Team das Gefühl, dass es mal wieder Zeit für ein neues Elder-Scrolls-Spiel sei. Zunächst überlegte man sich, eventuell bis zur nächsten Konsolengeneration damit zu warten. Aber es gab eine ausreichend lange Liste mit Verbesserungen, die man auch auf Xbox 360, Playstation 3 (und natürlich PC) realisieren konnte.

Grafik-Renderer, Künstliche Intelligenz und Quest-System wurden neu programmiert, als Animationssystem integrierte man „Havok Behavior“. Das ist eine Technologie der Physiksimulations-Spezialisten von Havok, die Charakteren glaubwürdige Bewegungen verleihen soll und das übliche "Idle Animation"-Herumgewackele – zuletzt bei Two Worlds 2 zu beobachten – weniger künstlich erscheinen lassen kann.

Am Ende hatte man so gründlich den Programmcode ausgetauscht, dass die Engine den neuen Namen „Creation“ erhielt. In bester Elder-Scrolls-Tradition (seit Teil 3) plant Bethesda einen kostenlosen Editor für die PC-Version, der im besten Fall zeitgleich mit Skyrim oder, im schlechtesten Fall, etwas später erscheinen soll. Die Fan-Szene kann damit Mini-Erweiterungen (Plugins) erstellen, die bereits dem Vorgänger zum Abschleifen kleinerer Designkanten gedient und mit einer erstaunlichen Lebensspanne versehen haben – siehe unseren aktuellen, bereits zweiten Mod-Report zu Elder Scrolls 4: Oblivion.
 
Traditioneller Start
 
In bester Elder-Scrolls-Serientradition beginnt euer Held als namenloser Gefangener, so war das bislang bei praktisch jedem Serienteil. Gleich zu Beginn sollt ihr hingerichtet werden, doch durch einstweilen nicht näher ausgeführte Umstände entkommt ihr eurer Hinrichtung. Bei der Charaktererstellung wählt man lediglich Rasse und Aussehen; feste Klassen wurden abgeschafft, waren aber auch schon im Vorgänger mehr eine Art Blaupause für die Primär- und Sekundärskills. Bereits hier fällt auf, dass Bethesda ihren "Gesichtsbaukasten" komplett ausgetauscht zu haben scheint: Statt der überstrahlten, unecht wirkenden Antlitze aus Oblivion blickt uns ein mehr oder weniger fescher Held (oder eine Heldin) an. Auch die NPCs sind deutlich lebensnaher designt. Wiederum werdet ihr euren Charakter vor allem dadurch prägen, was ihr ihn tun lasst: Wer ständig mit dem Schwert zuschlägt, verbessert seinen Schwertskill, wer ständig schleicht, seine Schleichfähigkeit. Später in diesem Artikel verraten wir euch mehr dazu.

Jede Stadt der Spielwelt soll eine bestimmte Ressource herstellen. Demonstriert wurde das anhand der Siedlung Riverwood, deren Wirtschaft vom holzverarbeitenden Gewerbe abhängt. Entsprechend seht ihr in ihrem Umland mehrere Arbeiter, wie sie Baumstämme verladen oder fleißig Holz hacken. Gespräche zwischen Bewohnern lassen sich belauschen; manchmal wird man auch direkt angesprochen und erhält so den Hinweis, einen bestimmten Questgeber aufzusuchen. Das Story-System soll dynamisch Quests für euren Helden generieren, abhängig von verschiedenen Faktoren wie dessen bisherigen Taten oder Freundschaften zu bestimmten NPCs.

Riverwood ist eine kleine Stadt am Fuße eines mächtigen Bergs. Wie in allen Siedlungen in Skyrim gehen die Bürger ihrer Arbeit nach. Gelangweilte Hausfrauen quatschen euch an, und auch der eine oder andere Hund streunt herum.

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