Attacke auf Gran Turismo 5

Shift 2 Unleashed Preview

Mit Need for Speed Shift wagte sich die langjährige Rennspielserie 2009 erstmals in den Bereich der Rennsimulationen -– mit vollem Erfolg. Im März erscheint mit Shift 2 Unleashed nun der Nachfolger. Mit einem noch höheren Simulationsanspruch und einer stark verbesserten Grafik wollen die Entwickler Gran Turismo 5 vom Thron stoßen.
Christoph Licht 27. Januar 2011 - 16:08 — vor 8 Jahren aktualisiert
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Wenn Veteranen an Need for Speed denken, dann denken sie an Luxuskarossen, weite Straßen, Polizeiautos, wilde Verfolgungsjagden und ein arcadiges Fahrgefühl. Während sich das letztjährige Need for Speed Hot Pursuit an diesen Wurzeln orientierte (aus unserer Sicht jedoch nicht sonderlich erfolgreich), wagte sich bereits vor zwei Jahren die Serie mit Need for Speed Shift ins Simulationsgenre -- konkurrierte also nicht mit Arcade-Racern, sondern mit "ernsthaften" Renntiteln wie Forza Motorsport 3 und Colin McRae Dirt. Und hatte großen Erfolg damit. Den erfahrenen Rennspielexperten bei Slightly Mad Studio war eine gelungene Balance zwischen Spielspaß und Realismus gelungen. Die 75 simulierten Boliden setzten sie nicht nur spielerisch, sondern auch technisch ansprechend in Szene. 

Bereits am 24. März fährt Shift 2 Unleashed in die Händlerregale. Die Entwickler versprechen eine noch bessere Grafik, noch realistischere Physik, noch besseres Handling der Fahrzeuge und einen noch tiefgründigeren Karrieremodus. Das ehrgeizige Ziel: Gran Turismo 5 vom Thron zu stoßen! Wir hatten nun die Gelegenheit, nicht nur einige Runden mit einer weit fortgeschrittenen Version zu drehen, sondern uns auch das Drumherum ausführlich anzuschauen.

Die neuen Nachtrennen sind nicht einfach nur abgedunkelte Rennstrecken, sondern tatsächlich stockduster.

Nachtschwarze Nachtrennen

Kaum haben wir das Playstation-3-Gamepad in die Hand genommen, begehen wir auch schon den ersten Fehler: Wir steigen in einen Lamborghini Murcielago und starten eine kurvige Nachtstrecke. Selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad haben wir ohne Fahrhilfen immense Schwierigkeiten, das 640 PS starke Monster auf der Strecke zu halten. Erschwerend  kommt die geringe Sichtweite hinzu. "Wir wollen ein klaustrophobisches Gefühl beim Spieler erzeugen", erklärte uns im Vorfeld Marcus Nilsson, ausführender Produzent von Shift 2 Unleashed, und ergänzt: "Die Nachtrennen sind nicht einfach nur Tagstrecken mit geringerer Beleuchtung -- sie werden komplett eigenständig gerendert."

Einen Lamborghini Murcielago auf der Straße zu halten, ist nicht gerade einfach. Um einmal krass zu untertreiben.

Ein Umstand, der sich tatsächlich bemerkbar macht. Während wir wie eine Billardkugel von einer Bande in die nächste prallen, ist es um uns herum sprichwörtlich stockfinster. Nur unsere Scheinwerfer erhellen die Umgebung, und das nur wenige Meter weit. In der Ferne erblicken wir gerade noch so die Rückstrahler unserer Konkurrenten. Als wir in die neue Helmkamera umschalten, wird das Gefühl des Alleinseins gar noch intensiver. Durch die mehr oder weniger subtilen Kopfbewegungen spüren wir nun förmlich, wie wir um die Kurven schlittern und in die Absperrung krachen. Wenn wir nur ein Lenkrad hätten...

Noch mehr Realismus

Neben den intensiven Nachtrennen ist es besonders die Helmkamera, die uns noch tiefer ins Renngeschehen hineinzieht. Ähnlich wie in Bioshock 2 blickt ihr durch das Visier eures Helmes und habt in manchen Situationen mit entsprechenden Spiegelungen zu kämpfen. Viel wichtiger sind jedoch die Bewegungen, die euer virtueller Kopf in dieser Ansicht vollführt. Dazu haben die Entwickler Motion-Capture-Aufnahmen mit einem erfahrenen Rennfahrer während der Fahrt durchgeführt, um sie möglichst exakt zu simulieren. Heizen wir beispielsweise in eine Kurve, neigt sich unsere Sicht realistisch mit den Fliehkräften – selbst die Vibrationen im Cockpit wirken sich aus. Und die Autos werden im Verlauf eines Rennens richtig dreckig.

Slightly Mad zieht aber auch noch in anderen Bereichen die Realismusschraube an -- unter anderem beim Streckendesign. Während eines Rennens bilden sich nicht nur Gummiablagerungen: Auch verlorene Bauteile der Rennwagen bleiben liegen und erfordern eine Anpassung der Ideallinie. Das kommt dem realistischen Schadensmodell zugute, das nicht nur optisch bereits eine vorbildliche Figur macht, sondern sich je nach Einstellung mehr oder weniger extrem auf die Fahreigenschaften eures Wagens auswirken. Ihr solltet es deshalb tunlichst vermeiden, Teile eines abgerissenen Spoilers zu überfahren. Auch die physikalischen Eigenschaften und das Handling eurer Fahrzeuge sollen nun noch realistischer sein, wenngleich wir wegen der Gamepadsteuerung und unserer unglücklichen Fahrzeugwahl noch nicht viel davon mitbekommen haben. Aber keine Angst: Nicht nur stehen euch mehrere unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, ein gutes Dutzend Fahrhilfen lässt sich unabhängig davon zuschalten. Rennspielprofis erwartet hingegen ein komplett neuer Schwierigkeitsgrad, Elite, der ihnen alles abverlangen wird.

Kleine Fahrzeugkunde

Im fertigen Spiel sollt ihr zwischen 130 lizenzierten Fahrzeugen wählen können. Wir stellen euch sechs vor: 1 Mit "nur" 274 PS ist der Honda NSX eine der leistungsschwächeren Nobelkarossen im Feld. 2 Der bei der FIA GT3 zugelassene BMW Z4 GT3 ist mit seinen 487 PS schon ein ganz anderes Kaliber.  3 In einem guten Rennspiel darf aber natürlich auch nicht der Klassiker, eine Dodge Viper SRT fehlen. 4 Auch ein Ford Mustang Vaugh Gittin Jr. steht für zünftige Drift-Rennen bereit. Bevor ihr aber Platz in solchen Luxuskarossen nehmen dürft, warten eher traditionelle, aber nicht weniger spannende Autos wie der 5 Scion tC oder der 6 Toyota AE86 auf euch.

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