Widerstand zwecklos?

Resistance 3 Preview

Die Konkurrenz im Ego-Shooter-Genre ist groß, umso interessanter sind plattformexklusive Titel. Kann der dritte Teil der PS3-Reihe in Zeiten von Killzone 3 und Crysis 2 begeistern? Nach unserem Antesten in der Redaktion denken wir: ja! Dank spektakulärer Skripts, fordernder Gefechte und einem sehr abwechslungsreichen Waffenarsenal.
Felix Helm 13. August 2011 - 14:02 — vor 7 Jahren aktualisiert
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von Felix Helm

Die Resistance-Serie ist eine der ältesten PS3-Serien und nicht zuletzt deshalb bei vielen Spielern beliebt, weil es darin nicht in einen historischen oder modernen Krieg geht, sondern in eine fiktive Parallelwirklichkeit: Die Menschheit steht vor der Auslöschung durch die Chimera (die im Deutschen etwas glücklos als "Bestien" bezeichnet werden). Resistance 3 schließt einige Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers an. Nach England wurden auch die USA  von den Außerirdischen besetzt, eine koordinierte, landesweite Gegenwehr existiert nicht mehr. Auch Nathan Hale, der Held aus Resistance und Resistance 2, ist tot. Der Spieler übernimmt vielmehr die Rolle von Widerstandskämpfer Joseph Capelli.

Virus statt Hitler Wenn es nach den Entwicklern von Insomniac Games geht, hat der Zweite Weltkrieg nie stattgefunden. Eigentlich eine schöne Vorstellung, wäre die alternative Realität nicht noch verstörender: Statt Nazideutschland, Italien und Japan ging ein mysteriöser Virus auf die Menschheit los, der große Teile der Bevölkerung in sprichwörtliche Bestien verwandelte. Dieser Virus wurde von den Chimera auf die Erde losgelassen, weil die Außerirdischen sie erobern wollen. In den Vorgängern verkörperten wir den Soldaten Nathan Hale. Im ersten Resistance-Teil kämpfte er sich durch Großbritannien, im Nachfolger flüchtete er in die USA, weil Europa von den Bestien überrannt wurde. Bei seinen Abenteuern kam er auch mit dem Virus in Kontakt, der ihm aber spezielle Kräfte verlieh – eigentlich eine tolle Sache ...

Doch wie Resistance 3 in seiner Einleitungssequenz erzählt, verlor Hale immer mehr seine Menschlichkeit. Bevor er komplett zur Bestie mutierte, musste er ausgeschaltet werden. Den Finger am Abzug hatte Joseph Capelli, unser neues Alter Ego. Und es gibt immer noch Hoffnung für die Menschheit, obwohl 90 Prozent von ihr bereits ausgelöscht sind: Dr. Malikov entdeckte im Blut von Hale ein Protein gegen die Seuche und entwickelte daraus einen Impfstoff. Mit dem lassen sich Menschen, die bereits infiziert sind, retten. Das ändert aber nichts daran, dass die Chimera die militärische Vorherrschaft errungen haben, und die Menschen samt und sonders Belagerte oder Flüchtlinge sind. Auch Joseph Capelli versteckt sich, in der Kleinstadt Haven versucht er, mit Frau und Sohn so etwas wie ein halbwegs normales Leben zu führen.

Kampf den Bestien
Mit dem "Bohrer" können wir durch Hindernisse schauen und auch schießen – übrigens auch durch massive Wände.
In Haven haben sich überlebende Menschen versammelt, denen es meist am Notwendigsten fehlt, und die immer befürchten müssen, von den Chimera entdeckt zu werden. Zu Beginn des Spiels schickt uns unsere Frau erst mal zum Schießstand der Enklave, um ein Bullseye-Gewehr abzuholen. Auf dem Weg dorthin treffen wir auf einige andere Bewohner, mit denen wir durch Herantreten automatisch sprechen. Dabei folgen sie mit ihrem Kopf allerdings nicht unserer Position, sondern schauen dorthin, wo die Designer vermuteten, dass wir stehen würden – ein klitzekleiner Atmosphäre-Malus. Ansonsten aber zeichnet dieser erste kurze Abschnitt auf überzeugende Weise die missliche Lage der Menschen.

Am Schießstand angekommen, macht uns das Spiel mit dem Umgang von Waffen vertraut, der im Prinzip typischen Shooter-Standards entspricht. Doch das Bullseye-Gewehr hat eine Besonderheit: Zielen wir auf einen Feind und drücken R2, ist dieser markiert. Zwischen dem Gegner (in diesem Fall eine Strohpuppe) und dem Gewehr sieht man nun eine rote Verbindungslinie. Sofern die Linie n
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icht durch ein Hindernis unterbrochen wird, trifft jede Kugel das Ziel. Sehr nützlich! Und wie es der Zufall oder besser gesagt das ungeschriebene Gesetz aller Shooter-Tutorials will, zieht direkt nach dem Waffentraining auch schon eine Todesschwadron der Hybriden durch Haven.

Die Finsterlinge ahnen nicht, dass Haven im Wortsinne eine Zuflucht ist, und die Widerstandskämpfer wollen das auch nicht ändern. Doch als einer von ihnen eine Flasche umstößt (so wie immer in solchen Situationen irgendein Depp eine Flasche umstößt), kommt es zum Kampf. Etwa fünf Hybriden eröffnen das Feuer, wir erwidern es aus der Deckung eines alten Wagens heraus. Dank der Markierungsfunktion des Bullseye machen wir kurzen Prozess mit ihnen. Auch eine zweite Gegnerwelle beseitigen wir schnell, doch dann stapft ein Pirscher in die Szenerie. Dieser spinnenartige Roboter ist durch einen Energieschild vor Kugeln geschützt. Auf dem Dach eines Eisladens finden wir aber zum Glück einige EMP-Granaten, mit denen wir den Schild ausschalten. Nun ist der Pirscher verwundbar; wir nehmen ihn mittels Markierfunktion so lange unter Beschuss, bis eine Explosion das Ende des Kampfes verkündet.
Im Nahkampf kommt das schaurige Gegnerdesign gut zur Geltung – und dabei ist das hier nur ein Standard-Hybrid.

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