Finstere Zombie-Koop-Action

Resident Evil – Operation Raccoon City Preview

Vierer-Koop-Action mit schwer bewaffneten Söldnern im Resident-Evil-Universum? In Raccoon City? Klingt nach einer spannenden Idee, die Capcom da in Resident Evil – Operation Raccoon City umsetzt. Bleiben nur zwei Fragen: Wie verträgt sich rasante Action mit Survival-Horror? Und braucht die Welt wirklich noch ein Koop-Actionspiel?
Benjamin Braun 4. Februar 2012 - 21:11 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Nur wenige Spielereihen haben es auf so viele Veröffentlichungen gebracht wie Capcoms Resident Evil-Serie. Neben den bislang sieben Spielen der Kernreihe, die Ende dieses Jahres mit Resident Evil 6 um einen achten Teil erweitert wird, existieren noch diverse Ableger. Die legten oftmals einen stärkeren Fokus auf die Action, versuchten sich als Railshooter auf Wii oder wandelten bereits zuvor als Lightgunshooter auf den Spuren von Wild Gunman. Während Besitzer des Nintendo 3DS seit kurzem in Resident Evil Revelations auf Zombiejagd gehen können, werden sich Xbox-360- und Playstation-3-Spieler – und übrigens auch PC-Zocker – noch bis März gedulden müssen. Dann werden sie in Resident Evil – Operation Raccoon City ballernd durch die finsteren Straßen der namensgebenden Stadt ziehen und gleichzeitig tief in der Vergangenheit der Spielereihe wühlen. Allerdings nicht allein, sondern mit einem ganzen Trupp und im Online-Koop-Modus. Wir verraten euch schon mal, was der Third-Person-Shooter alles für euch bereithält und warum Einzelspieler wohl nicht so viel Spaß haben werden wie die Online-Willigen unter euch.

Zurück zu den Wurzeln
Dr. Birkin spielte in Resident Evil 2 eine wichtige Rolle. In Operation Raccoon City gibt es ein monströses Wiedersehen.
Den Grundstein für den Erfolg der Spielereihe legten Capcom und Serien-Schöpfer Shinji Mikami (Vanquish) bereits in den 90er Jahren. Insbesondere Resident Evil 2 konnte 1998 eine große Zielgruppe erreichen. Und dieser Teil ist es auch, auf den Operation Raccoon City immer wieder zurückkommt. Wie Fans von Resident Evil wissen, hat der Wissenschaftler William Birkin darin den sogenannten G-Virus als Gegenstück zum T-Virus der Umbrella Corporation entwickelt. Da seine Entwicklung die Pläne von Umbrella gefährdet, schickt der verbrecherische Konzern ein Team los, um eine Probe aus Birkins Labor zu stehlen und nebenbei den Forscher zu töten. Der sechsköpfige Trupp nennt sich Wolfpack, also Wolfsrudel, und steht auch im Mittelpunkt der Kampagne.

Formal gelingt der Anschlag auf Birkins Leben, Birkin schafft es allerdings noch, sich selbst das G-Virus zu injizieren und mutiert zu einer grässlichen, aber ungleich mächtigeren Gestalt. Neben ihm haben noch weitere bekannte Figuren aus dem Resident-Evil-Universum einen Gastauftritt. Schon im Prolog kämpft Umbrella-Soldat Hunk an unserer Seite, ein faschistoid anmutender Haudegen mit Reibeisenstimme und Darth-Vader-Helm. Der trennt sich aber bereits nach der gerade so geglückten Flucht vor dem Birkin-Monster in der Prologmission vom Wolfpack und stellt die Proben schließlich im Alleingang sicher. Das Team kämpft sich derweil durch die Polizeistation der Stadt, ein Museum und schließlich durch die Straßen Raccoon Citys, die von zu Zombies verwandelten Menschen überrannt wird. Das Interessensspektrum der Infizierten dreht sich um genau zwei Dinge: Töten und Fressen. Sie stellen aber nicht das einzige Problem für das Wolfpack und seine Mission dar, auch Armee und Polizei kommen uns in die Quere. Und scheinbar gibt es mit dem Russen Nicholai Ginovaef und seinen Gehilfen noch ein paar weitere Leute, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgen...

Endlich böse seinBei aller inhaltlicher Verknüpfung mit den Vorgängern stehen in Resident Evil – Operation Raccoon City die sechs Umbrella-Söldner im Zentrum. Da wäre zum Beispiel Hector „Beltway“ Hivers, der die Schlagkraft des Trupps mit seinen Sprengstoffkenntnissen anreichert. Oder der mysteriöse Vector, der als Aufklärer zum Wolfpack stieß und über den nicht einmal Umbrella selbst alles weiß. Angeführt wird das Sextett von der ehemaligen französischen Elitesoldatin Karena Lesproux, genannt Lupo. Das könnte bis hierhin genauso gut auch die Beschreibung eines Heldentrupps sein, aber spätestens angesichts der Gleichgültigkeit von Sanitäterin Bertha gegenüber der Tötung Unschuldiger wird klar, dass die Söldner zur Umbrella Corporation passen.

Erwartet aber keine moralischen Dilemmas: Die meiste Zeit über habt ihr den Finger am Abzug. Vier der sechs Spielfiguren treten in der Kampagne an, oder ihr spielt offline solo mit drei KI-Kameraden. Anfangs ist das Waffenarsenal noch begrenzt, durch Abschüsse sammelt ihr aber Erfahrungspunkte, mit denen ihr neue Waffen und Fähigkeiten freischaltet. Während es bei den Schießprügeln nur wenige Unterschiede zwischen den Charakteren gibt, sind deren aktive und passive Fähigkeiten höchst individuell. Teamleiterin Lupo kann sich beispielsweise bessere Panzerung aneignen oder ihre Schnellladefähigkeit verbessern. Oder ihr schaltet Lupos "Feuerteufel" frei. Wenn sie dann ihre Projektile auf anrückende Zombies oder auch auf Soldaten verschießt, gehen diese mit einer gewissen Chance in Flammen auf. Beltway, der Sprengstoff-Experte, kann gesammelte Granaten auch zu Tretminen umwandeln oder sie mit einem Infrarot-Zünder ausstatten. Eine seiner passiven Fähigkeiten ist seine höhere Resistenz gegenüber Explosionen. Er nimmt dann weniger Schaden, wenn neben ihm eine Splittergranate in die Luft geht, und wird außerdem auch nicht so leicht von der Druckwelle zu Boden gerissen. Das kann gerade dann von Nutzen sein, wenn ihr vor einem Gegner flüchten müsst. Denn liegt ihr einmal am Boden, seid ihr schnell leichte Beute. Andere Teammitglieder können sich höhere Team-Heilkräfte aneignen oder sich mit einem Tarnschild dem Blickfeld ihrer Feinde entziehen. Allzu viele dieser Fähigkeiten gibt es zwar nicht, dafür wird aber jede davon in mehreren Stufen ausgebaut. Gute
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r Standard eben.

Eingebüßte Lebensenergie lädt sich nicht von allein auf, stattdessen sammelt ihr Heilspray oder Heilpflanzen ein. Mit der "Heilwolke" kuriert ihr nicht nur euch, sondern auch eure Mitstreiter in der unmittelbaren Umgebung. Überall stehen Munitionskisten herum, getötete Gegner lassen ebenfalls Patronen oder auch mal eine Schrotflinte zurück. Alternativ schaltet ihr auf eure Sekundärwaffe um oder werft eine Blend-, Brand- oder Splittergranate. Über die typische Munitionsknappheit, die in den Resident-Evil-Kernspielen stets erzeugt wurde, konnten wir nicht klagen. Notfalls lassen wir unsere Gegner unser Messer schmecken. Das funktioniert übrigens nicht sonderlich gut: Den Nahkampf mit der Klinge entschied bisher fast immer unser Gegenüber. Ein Deckungssystem kennt Operation Raccoon City übrigens auch, es ist in manchen Situationen unumgänglich. Zwar könnt ihr durch die Standard-Zombies oft einfach durchrushen. Vorsicht ist hingegen bei bewaffneten Gegnern oder Monstern wie dem ekligen Licker angebracht. Erwischt euch letzterer mit seiner Chamäleonzunge, müsst ihr schnell am Analogstick rütteln, sonst stirbt euer Bildschirm-Alter-Ego.
Insgesamt sechs Mitglieder hat das "Wolfpack" genannte Team im Spiel. Vier davon ziehen in den Koop- oder Solokampf.

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