Eindrucksvolles Comeback

Rage Preview

id Software legte einst den Grundstein fürs Genre der 3D-Shooter, hob mit seiner Engine regelmäßig die technische Messlatte an. Zuletzt wurden die Texaner von der Konkurrenz aber gerade in spielerischer Hinsicht überholt und verloren an Bedeutung. Mit Rage sind die Shooter-Veteranen auf dem besten Weg, an die Spitze zurückzukehren.
Benjamin Braun 2. August 2011 - 16:00 — vor 8 Jahren aktualisiert
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Das Jahr, in dem id Software (zum GG-Report) zuletzt so richtig von sich reden machte, war 2004. Doom 3 bot großartige Grafik und klaustrophobische Balleraction in den düsteren Gängen einer Mars-Forschungsstation. Spielerisch konnte es allerdings nicht mit der direkten Konkurrenz von Valves Half-Life 2 oder Cryteks Far Cry mithalten, da es auf uralte Shooter-Elemente setzte. Etwa Gegner, die skriptbasiert hinter dem Rücken des Spielers auftauchten. Nach Doom 3 wurde es zwar nicht still um den traditionsreichen Entwickler aus Texas, dafür sorgten die koproduzierten Titel Quake Wars und Wolfenstein, die alljährliche QuakeCon und ihre Keynote von John Carmack (zum GG-Report) und nicht zuletzt das Browserspiel Quake Live. Doch eine echte neue Marke oder einen beeindruckenden Techniksprung schaffte id seit 2004 nicht mehr.

Das dürfte sich im Oktober 2011 ändern, wenn id Software die erste neue Marke seit Quake (1996) auf den Markt bringt: Rage. Dieser Shooter leiht sich Elemente aus Rollenspielen, Open-World-Szenarien und Fun Racern und vermischt sie mit einer postapokalyptischen Story. Wir konnten die PC-Fassung von Rage mehrere Stunden lang anspielen und können euch verraten, dass id Software da ein ganz heißes Eisen im Feuer hat.

Postapokalyptische Zustände
An der Oberfläche erwarten uns zahlreiche skurrile Charaktere. Mit vielen davon sind Dialoge möglich, die uns mehr über ihre Vergangenheit und die Spielwelt von Rage verraten.
In Rage steht einmal mehr der Fortbestand der Menschheit auf dem Spiel. Wobei, eigentlich hat die Menschheit ihre Zukunft schon hinter sich: 100 Jahre vor Beginn der Handlung raste ein Asteroid auf den Erdball zu und drohte, alles Leben zu vernichten. Doch pfiffige Wissenschaftler ersannen das Projekt Eden: Ausgewählte Teile der Menschheit sollten in Überlebenskapseln tief unter der Erdkruste die Katastrophe überleben.

Zu Beginn von Rage erwacht unser Held aus dem Tiefschlaf und begibt sich nach einer Begrüßung durch den Bordcomputer zurück an die Oberfläche. Draußen bietet sich uns ein Anblick, der an Trostlosigkeit kaum zu überbieten ist. Er zeigt den zerstörten, menschenleeren Teil einer ehemaligen Raffinerie. Wir klettern zwischen vor sich hin rostenden Metallgittern und zerborstenen Erdöltanks eine Etage tiefer und entdecken einen kleinen Pfad, der zwischen eingestürzten Betonelementen in Richtung einer rötlichen Felskonstruktion inmitten des Wüstenareals führt.

Plötzlich schnellen zwei deformierte Kreaturen auf uns zu, während sie bedrohlich kreischend ihre Messer wetzen. Die eine setzt zu einer Sprungattacke an, der wir mangels Waffe nichts entgegensetzen können. Unmittelbar vor uns wird der Fiesling allerdings von der reißenden Gewalt eines Projektils gegen eine Mauer geschleudert und bleibt leblos liegen. Kurz darauf fällt unser zweiter Angreifer einem Kopftreffer zum Opfer. Noch bevor wir uns fragen können, ob wir als nächstes dran sind, hören wir die markante Stimme eines Mannes. Er ruft uns zu sich in seinen Wüstenbuggy. Es ist Dan Hager, der uns auf dem Weg zu seinem Lager eine Schnelleinweisung in die postapokalyptische Welt gibt. Er warnt vor den Gefahren der Wüste, vor Banditen und untereinander verfeindeten Clans. Dann kommen wir in einer kleinen Wüstenbastion an, die rund um eine Tankstelle entstanden ist. Hier sind wir erst mal sicher!

Der erste EinsatzDan bittet uns jedoch schon bald, einen Auftrag für ihn zu erledigen. Dann überreicht er uns eine Pistole samt Munition und schickt uns los zu einem Banditen-Lager in der Nähe, und zwar mit seinem ATV. Das bringt uns in Nullkommanichts zum Ziel. In einem System von Schützengräben geht es zu Fuß weiter.
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Wir treffen auf die ersten Gegner, die wir mit ein paar gut gezielten Schüssen ausschalten. Hinter einer Wegzweigung springt unerwartet ein weiterer Bandit in unser Sichtfeld, wir schaffen es gerade so, ihn im Nahkampf zu erledigen. Wir betreten den Unterschlupf und finden uns in einem ehemaligen Wohnkomplex wieder. Überall in den verzweigten Gängen und langen Korridoren lauern die hässlichen, aber cleveren Feinde, die geschickt aus der Deckung heraus agieren. Sie setzen uns mit schnellen Sturmangriffen sowie gezielten Kugeln aus der Distanz unter Druck und erschweren uns gleichzeitig das Vorrücken, indem sie unseren einzigen Weg mit effektivem Kreuzfeuer abdecken.

Die Wände, ein umgestürzter Tisch oder ein Sofa bieten Deckungsmöglichkeiten, von denen wir häufig Gebrauch machen. Wir gehen vorsichtig zur Sache, nehmen einen Gegner nach dem anderen aufs Korn. Die hinterlassenen Waffen der getöteten Gegner können wir nicht einstecken, dafür finden wir bei ihnen vereinzelt Patronen. Rage wird kein Spiel, in dem ihr dauerballernd Munition verprasst! Bald ist das Banditen-Nest vollständig geräumt und wir kehren mit unserer Erfolgsmeldung zu Dan zurück.
100 Jahre nach dem Kometeneinschlag herrschen auf der Erdoberfläche immer noch Chaos und Zerstörung.
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