Volle Mutationskraft voraus

Prototype 2 Preview

Nicht nur ein Fest für, sondern auch ein Anschlag auf die Sinne: Irre Superheldenkräfte und imposante Zerstörungsorgien in einer offenen Spielwelt machten Prototype zum reizüberflutenden Erfolg. Der Nachfolger soll schöner, größer und stimmiger ausfallen. Wir haben uns ins von Viren, Monstern & Mutanten befallene New York Zero gewagt.
Heinrich Lenhardt 16. Februar 2012 - 10:06 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Auf einer Intensitätsskala von 1 bis 10 haben wir den Bereich jenseits der 11 erreicht. Eine ganze Armee ist in den Straßenschluchten von New York hinter uns her, panische Passanten fliehen, Hubschrauber kreisen, Panzer rattern. Überall Explosionen, Feuer, Qualm, Blut, herumfliegende Körper- und Einzelteile. Wir springen zum nächsten Panzer, rupfen dessen Maschinengewehr aus der Karosserie und rattern damit in eine Horde feindlich gesonnener Soldaten. Schnappen ein Auto und werfen es auf einen Heli, der nach zwei weiteren Treffern abschmiert und explodiert. Flitzen den nächsten Wolkenkratzer rauf, um eine Sprungattacke aus der Luft einzusetzen. Rascher Wechsel zwischen Mutationen wie Killerklauen, Hammerfaust oder Tentakel, und weiter geht's mit der wenig zimperlichen Superhelden-Bewegungstherapie. Jetzt folgt ein Sprung auf den nächsten Hubschrauber, Pilot rauswerfen, selber die Steuerung übernehmen, und... bitte mal kurz die Pausentaste drücken. Zum Durchschnaufen.

James Heller ist der neue Held.
Uff. Wer hinterrücks in die "Red Zone" von New York City geworfen wird, dem finalen Schauplatz von Prototype 2, der darf schon einmal nach Luft schnappen. Die Entwickler drückten uns den Controller in die Hand, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was sich gegen Ende des Superhelden-mäßigen Actionspektakels abspielt. Und das ist eine ganze Menge - Fetzenfliegfaktor "hui-wui!". Bevor wir zu den Baldriantropfen greifen, wird uns versichert, dass man all die Fähigkeiten und Superkräfte des bis zum letzten Knöpfchens belegten Controllers schön der Reihe nach beigebracht bekommt. Wie sich das in den ersten Spielstunden entfaltet, durften wir auch selber ausprobieren. Und in der Tat geht da alles etwas geruhsamer vonstatten. Nicht langweiliger, wohlgemerkt, aber wir werden schön langsam in die Spezialitäten des Spiels eingeführt. Superkräfte nutzen, Feinde nicht nur töten, sondern gleich "verzehren" – das alles will schließlich gelernt sein.
 
Aus dem spielbaren Intro: Angesichts mancher massiger Mutantenmonster gibt auch der mutigste Held Fersengeld. Gezeigt wird das nach Vorbild von Uncharted 3 von vorne, ihr rennt also auf die Kamera zu. Damit ihr wisst, wer euch fast frisst...

Aus Erfahrung gut: die Zerstörungswut
Die Spieleschöpfer von Radical Entertainment hauen seit Jahren kräftig auf den Putz. Das kanadische Studio, das kürzlich seinen 20. Geburtstag feierte und mittlerweile zum Activision-Imperium gehört, spezialisierte sich auf Action in offenen und effektvoll zerstörbaren Spielwelten. Die 2005-Veröffentlichung The Hulk: Ultimate Destruction ließ aufhorchen, mit Prototype gelang dann 2009 die Steigerung des Prinzips in einer neuen Spielwelt. Und man ist zurecht stolz darauf, dass ein neues Originalspiel so ganz ohne Lizenz genug Einheiten absetzte, um grünes Licht für eine Fortsetzung zu bekommen, an dem derzeit über hundert Entwickler arbeiten.

Wie leicht sind die Anfangsstunden für neue Kunden? Das Einführungsvideo macht uns schnell mit dem Szenario vertraut. Der Soldat James Heller kehrt nach New York zurück, wo seine Frau und Tochter einem Virusausbruch zum Opfer fielen, für dessen Ausbruch Alex Mercer verantwortlich gemacht wird, die Hauptperson des Vorgängerspiels. Die Stadt steht unter Kriegsrecht und ist in drei Bezirke unterteilt, die unterschiedlich stark von der Seuche und den vo
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n ihr ausgelösten Mutationen betroffen sind. Heller will Rache und meldet sich freiwillig zur Patrouille in der gefährlichsten "roten" Zone. Dort trifft er quasi umgehend auf Mercer. Doch wiederholtes Messergepiekse kann dem nichts anhaben. "Was hast du sonst noch drauf?" fragt dieser höhnisch nach der ersten Begegnung mit Heller.
 
Hier wird's interaktiv und wir werden mit den Grundlagen der Steuerung vertraut gemacht. Bei der Verfolgung von Mercer wandert unser Blick über die deprimierende Ruinenlandschaft. Feuer lodern, gruselig mutierte Raben flattern umher, ein verwundeter Soldat wird von einem Monster angeknabbert – schon fliegen die ersten Extremitäten. Gespielt wird mit einem Xbox-360-Controller. Wir lernen, durch die A-Taste auszuweichen und mit dem rechten Trigger zu sprinten. Schließlich kommt es zur erneuten Konfrontation mit Mercer, der mit Heller anscheinend noch etwas vorhat: Er infiziert ihn mit demselben Virus, der in seinen Adern pocht. So wird erklärt, dass der neue Held Heller ähnliche Superkräfte hat wie Mercer im Vorgängerspiel, aber natürlich noch nicht so viele und nicht so weit "ausgebaut" wie dieser am Ende.

In der gelben Zone von New York Zero. Mit Gleitflug und Supersprüngen kommen wir schnell in der offenen Spielwelt herum.

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