Weltoffener Shooter

Prey 2 Preview

Die Nahrungspyramide wird auf den Kopf gestellt: In Prey spieltet ihr einen Gejagten, Prey 2 macht euch zum Jäger. Auf dem Planeten Exodus jagt ihr steckbrieflich gesuchte Aliens. Auch sonst macht der für 2012 angekündigte Nachfolger vieles neu; der Open-World-Shooter setzt auf Gadgets, Verfolgungsjagden und spielerische Freiheit.
Jörg Langer 1. Mai 2011 - 21:48 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
Eine „2“ hinterm Namen ist kein Grund zur Beunruhigung; viele unserer Lieblingsspiele wie Portal 2 oder Mass Effect 2 sind Fortsetzungen. In dieser Eigenschaft bieten sie ein verfeinertes, verbessertes, aber eben nicht wirklich neues Spielerlebnis. Als Human Head Studios den Nachfolger des 2006-Shooters Prey ankündigte, vermuteten wir neue Abenteuer von Tommy Tawodi auf der Flucht vor hungrigen Aliens. Was die Entwickler Chris Rhinehart und Matt Bisenius bei einer ersten ausführlichen Demo zeigten, geht aber in eine andere Richtung.
 
Voller Einsatz für die Kampagne
 
Klar, es wird in Prey 2 immer noch bei Ego-Perspektive geschossen, aber statt linear ein Alien-Raumschiff zu erkunden und dabei mit Portalen und Schwerkraft zu tricksen, erforscht ihr einen ausgewachsenen Planeten in der Rolle eines neuen Charakters. US-Marshall Killian Samuels war ebenfalls das Opfer einer Entführung durch Außerirdische. Warum er aber nicht in der Speisekammer der Häscher endete, sondern als freiberuflicher Kopfgeldjäger auf einer außerirdischen Welt seinen Lebensunterhalt bestreitet, soll erst im Laufe der Spielhandlung erklärt werden.
Nach unseren ersten Eindrücken macht Prey 2 Anstalten, handfestes Ego-Shooter-Gameplay mit Gadget-Vielfalt à la Batman: Arkham Asylum und nicht-linearem, offenem Spielweltgefühl à la Grand Theft Auto oder Red Dead Redemption zu kombinieren. Es wird ein reiner Einzelspieler-Titel ohne Multiplayer-Komponente: „Wir wollen alle unsere Energien in die Kampagne stecken und sie so toll wie möglich machen. Aber uns dabei nicht auch noch mit Multiplayer beschäftigen und dadurch womöglich das Spiel verwässern“, erklärte uns Associate Producer Matt Bisenius. Schauplatz des Geschehens ist der Planet Exodus, der ohne Eigenrotation faul im Sonnenorbit treibt und dadurch in eine Tag- und Nachthälfte unterteilt ist. Diese krassen Gegensätze sollen für vielseitige Schauplätze sorgen. In der Vorführung sahen wir nur die Alien-Stadt Bowery, die in einer Zwielichtzone in der Mitte angesiedelt ist.
 
Gut gefüllte
Kopfgeldjäger-Trickkiste
 
Prey 2: Die Gadgets
Diese Gadgets haben wir bei der Prey-2-Vorführung in Aktion erlebt; das fertige Spiel soll über 20 Hilfsmittel enthalten.
 
Visier: Ähnlich wie Kollege Batman in Arkham Asylum kann der Kopfgeldjäger vom Dienst in einen speziellen Sichtmodus wechseln, der die Umrisse von Gegnern und Missionszielen sogar durch Wände hindurch anzeigt.

Elektrische Bolas: Eure Beute will die Flucht ergreifen? Ein gut gezielter Wurf mit den elektrisch geladen Kugel-Seilen bringt den scheuen Schurken zum Stolpern.

Schwebestiefel: Elegant düst ihr von erhöhten Positionen herunter, um schneller von Punkt A nach Punkt B zu kommen; ebenfalls bei Verfolgungsjagden hilfreich.

Waben-Energieschild: Per Tastendruck baut Samuels eine Energiewand vor sich auf. Einzelne Waben fallen aus, wenn sie mehrere Treffer einstecken mussten. Das nutzt ihr zu eurem Vorteil, denn durch derart entstandene Deckungslöcher schießt man kess zurück.

Anti-Schwerkraft-Welle: Böse Buben haben sich verschanzt? Bringt sie mit einer Strahlendosis aus diesem Gadget in einen Schwebezustand.

Raketenwerfer-Schulterpolster: Selbsterklärend. Für die Momente im Berufsalltag, in denen ihr eine doppelte Portion „Kawumm!“ braucht.
Steuerung und Basis-Spielmechaniken sind bei Prey 2 fest im Ego-Shooter-Revier verschraubt und haben auch ein Deckungssystem. Statt einfach lineare Levels abzuklappern, wählt Ihr über eine Art Kopfgeldjäger-Jobbörse Missionen. Es herrscht kein Mangel an gesuchten Aliens, die tot oder lebendig geschnappt werden sollen. Oder ihr schlendert einfach durch die Gegend und greift in Weltereignisse ein. Zum Beispiel könnt ihr einem Burschen beistehen, der von ein paar Schlägern bedrängt wird und erhaltet durch womöglich eine Belohnung oder Zugang zu einer anschließenden Auftragsarbeit.
 
Schießereien mit Gesuchten und deren Personal sind nur die halbe Miete. Die Strauchdiebe haben mitunter die Angewohnheit, Fersengeld zu geben, sobald unser Held Samuels ihnen zu nahe kommt. Deshalb habt ihr neben den Waffen auch Zugriff auf über 20 Gadgets, für die es insgesamt rund 40 Upgrades geben soll. Sie verheißen taktischen Spielraum und gesteigerten Replay-Wert, wie Matt Bisenius betont: „Du bekommst nicht vorgeschrieben, welches Gadget in welcher Situation zu verwenden ist. Du hast freie Wahl und kannst verschiedene Wege ausprobieren.“ In Missionen verdientes Geld investiert ihr bei Händlern in neue Waffen, Gadgets und Upgrades.
 
Das Leveldesign soll mehr in die Vertikale gehen, als man das von Shootern gewohnt ist, also Richtung Assassin's Creed Brotherhood, Infamous 2 oder auch Portal 2 (im Mittelteil). Um die Schauplätze zu erforschen, seid ihr mit tollkühnen Sprungfähigkeiten ausgestattet und könnt euch an so manchem Vorsprung festhalten. Beachtet bei Klettermaxe-Exkursionen die Hände des Helden; wird eine Extremität leicht nach oben gestreckt, so ist ein weiterer Landeplatz in Reichweite. Wer hoch hinaus strebt, soll nicht nur so manches Geheimnis der Spielwelt entdecken, sondern auch in manchen Kampfsituationen einen taktischen Vorteil haben.
 
Lauter Außerirdische -- und darunter ein US-Marshall als menschlicher Kopfgeldjäger? Die Story wird das erklären.
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