Angetestet: Free-to-play-Shooter

Parabellum Preview

Was hat das Free-to-Play-MMO Runes of Magic mit Counterstrike gemein? Eigentlich gar nichts, aber das Projekt Parabellum bedient sich beider Konzepte, um die Herzen der Spieler zu erobern. Wir haben den Shooter heute online 7 gegen 7 gespielt.
Tim Gross 30. Juli 2009 - 19:11 — vor 10 Jahren aktualisiert
PC
Parabellum ist ein taktischer Mehrspieler-Shooter, der es auf den Thron von Counterstrike abgesehen hat. Entwickelt wird das Spiel von Acony, einem deutschen Studio, das sich mit der neuen Marke einen Namen machen will. Damit möglichst viele Fans von der ehemaligen Half-Life-Modifikation CS  zu Parabellum wechseln, setzen die Entwickler auf ... das gleiche Spielprinzip: Zwei Gruppen mit je maximal zehn Spielern treten hier in kurzen aber spaßigen Partien gegeneinander an. Und zwar ebenfalls in einem Realszenario, hier sogar räumlich definiert in New York.

Jetzt wird es aber interessant, denn wie eingangs erwähnt, gibt es auch Parallelen zu Runes of Magic. Und genau wie das MMO, wird Parabellum kostenlos angeboten. Das Spiel wird sich über Mikrotransaktionen finanzieren. Soll heißen: Ihr könnt und sollt für bestimmte virtuelle Inhalte reales Geld auf den Tisch legen, braucht fürs eigentliche Spiel aber nichts bezahlen.

Trotz der Schießerei gilt unsere Aufmerksamkeit den unterschiedlichen Kleidungen der Charaktere.
Geld ist nicht alles

Bevor die ersten Spieler erbost "Abzocke" rufen, gehen wir etwas genauer auf die erwerbbaren Spielinhalte ein. Und das Wichtigste zuerst: Wie beim "Vorbild" Runes of Magic könnt ihr euch mit echtem Geld keine spielrelevanten Vorteile erkaufen. Der Trick dieser Spielart ist, dass ihr Geld gegen Zeitersparnis eintauscht: Ihr könnt euch sämtliche Inhalte auch ohne Mitteleinsatz freispielen, nur dauert das wesentlich länger, als wenn ihr euer Portemonnaie für euch sprechen lasst.

Was könnt ihr alles kaufen und freispielen? Hauptsächlich Dinge, die der Personalisierung eures Charakters dienen. Es gibt Schuhe, T-Shirts und Hosen, aber auch Accessoires wie Sonnenbrillen. Das Ziel ist, dass kein Spieler aussieht wie der andere. Und so gibt es auch richtig schrille Kostüme, die mit Sicherheit die Aufmerksamkeit der anderen User auf euch ziehen werden. Dummerweise wohl auch die der Scharfschützen. Denn wenn man in einem Militär-Shooter einen lustigen Clown-Verschnitt zwischen den Häuserschluchten entlang rennen sieht, bemerkt man das eher, als wenn sich der Feind im Tarnanzug hinter einem Busch versteckt. Soweit zum möglichen Malus der Klamotten. Einen Bonus geben sie nicht, außer die Befriedigung, zu wissen: Wenn ich als Clownskostümsträger ganz oben in der Statistik stehe, werden das die anderen Spieler besonders beachten.

Neben nutzloser Kleidung könnt ihr hilfreiche Tools freischalten beziehungsweise kaufen, etwa eine Rüstung. Oder ihr modifiziert eure Waffe und stattet sie Zielfernrohr oder Schalldämpfer aus. Diese Waffen-Mods sollen das Spiel besonders interessant machen, da ihr zwischen vielen möglichen Variationen die für euch passende auswählen müsst. So könnt ihr etwa den Rückstoß eines Scharfschützengewehres verringern und fortan genauer zielen. Damit das nicht unfair wird, darf nur eine begrenzte Zahl an Upgrades aktiv sein. Die Inhalte schaltet ihr übrigens durch Erfahrungspunkte frei, die ihr während des Spiels sammelt; wenn es also dank euch einen Gegner weniger zu eliminieren gibt, steigt euer EXP-Kontostand an. Und nach und nach steigt ihr im Level auf und schaltet immer mehr Gegenstände frei.

Der Level Riverside bietet verwinkelte Straßenschluchten und sehr weitläufige Areale. Ein Fest für Sniper.


Multiplayer-Kampagne

Parabellum versetzt euch in das Jahr 2018, zwei Parteien tragen ihre Meinungsverschiedenheiten mit der Waffe aus. Das sind auf der einen Seite Söldner, die von einer Anti-Terror-Organisation angeheuert wurden, und auf der anderen Seite die Syndicate-Kombattanten, die das genaue Gegenstück bilden. Wie die einzelnen Partien ablaufen, hängt vom gewählten Spielmodus ab. Neben dem klassischen Team-Deathmatch, wo es einfach darum geht, das gegnerische Team zu erledigen, gibt es noch den Modus Reinforcement. Dieser erinnert sehr stark an Counterstrike, da die Syndicates gefährliche Objekte wie Bomben an bestimmten Stellen platzieren müssen. Klar dass die Anti-Terror-Organisation genau das verhindern will. So weit, so bekannt. Im Gegensatz zu Team-Deathmatch startet ihr hier nur mit einer Pistole bewaffnet und müsst euch andere Waffen erst verdienen. Gewinnt ihr eine Runde, erhaltet ihr einen Ausrüstungs-Slot, ergo eine Waffe. Aber auch die Verlierer bekommen aus Balancing-Gründen zumindest einen halben Punkt, damit sie nach zwei gescheiterten Runden wenigstens auch von den "richtigen" Waffen profitieren können. Prinzipiell ist das ein Äquivalent zum Kauf-System von Counterstrike.

Ganz anders als in CS wird es auch einen Kampagnen-Modus geben. Hier sind mehrere Karten miteinander verbunden, aber nicht nur als einfache Map-Rotation. Vielmehr wird es ein Primärziel geben, beispielsweise eine Atombombe. Die eine Partei will sie unschädlich machen, die andere sie detonieren. Doch dazu müssen beide zunächst zu ihrem Standort gelangen, und hat dafür nur begrenzt viel Zeit. Während des kompletten Spiels gibt ein Timer die verbleibende Zeit an -- und macht damit ordentlich Druck. Nehmen wir beispielsweise an, dass die aktuelle Kampagne aus fünf Karten besteht, und wir spielen das Syndcate. Auf der ersten Map müssen wir zunächst mal ein kleines explosives Geschenk da lassen -- und nur bei einem Erfolg geht es auf der nächsten Karte weiter. Wird das Ziel nicht erreicht, wird die Karte neu gestartet, und zwar so oft, bis die Mission erfüllt ist. Der Timer läuft dabei unbarmherzig weiter, sodass ihr spätestens nach dem zweiten Restart gehörig ins Schwitzen kommen werdet! Dieses Konzept wird sich hoffentlich mit unterschiedlichen Aufträgen, durch vier Maps ziehen, bis es auf der letzten Karte zum großen Showdown kommt. Die Entwickler sprechen außerdem von Routen, die von einer Partei zerstört werden können, damit der Gegner einen längeren Weg zum Ziel einschlagen muss. Kurze Kampagnen werden nur 15 Minuten, lange bis zu zwei Stunden dauern. Zwar klingt das alles ungeheuer spannend, spielen konnten wir diesen Modus allerdings noch nicht.

Nahkampfattacken wird es in dieser Form nicht geben. Alle Kontaktfreudigen Spieler dürfen auch die Fäuste sprechen lassen.

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