Der Neubeginn

Need for Speed Shift Preview

Komplett-Tuning für die Need for Speed-Serie: Electronic Arts krempelt eine seiner erfolgreichsten Marken um. Herausgekommen ist nicht nur ein lackierter Wagen, sondern eine richtige Rennschleuder namens Shift. Gamersglobal wagt sich auf die Motorsportpiste und redet mit der Produzentin über den harten Drift zur Simulation.
Armin Luley 6. Mai 2009 - 8:59 — vor 10 Jahren aktualisiert
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Wer sich hinter das Cockpit eines Vollgas-Games aus der „Need for Speed“-Serie klemmt, erwartet Adrenalin-Kicks, dreht erst mit einem dutzend Cops am Heck so richtig auf. Die lässt er effektvoll inszeniert mit seiner getunten Karre aussteigen. Schnitt!  „Shift macht Schluss mit „einer belanglosen Geschichte rund um pseudocoole Angeber aus dem Tuning-Milieu“, wie es Suzy Wallace bei unserem Anspieltermin treffend beschreibt.

Suzy ist als Produzentin bei den Slightly Mad Studios für die Neuausrichtung der Serie verantwortlich. „Wie bitte, Electronic Arts vertraut eine seiner profitabelsten Serien einem externen Studio in London an?“ So werdet ihr vermutlich zunächst denken. Zumal Slightly Mad auf dem Papier erst seit 2009 besteht. Tatsächlich sind die Jungs und Mädels aber echte Renn-Profis, die mit GT Legends sowie GTR 2 zwei der besten Rennsimulationen entwickelt haben, die je über den PC gejagt sind. Allerdings waren das echte Hardcore-Simulationen, wie passt das zur arcadelastigen Need for Speed-Serie? Anstatt abstrakter Erklärungen soll es hier und und jetzt um Fahreindrücke gehen.

Den KI-Fahrern will man unterschiedliche Charaktereigenschaften mit auf den Weg geben. Gemäßigt, besonnen, aggressiv -- wer seine Gegner zu oft anrempelt, reizt sie unter Umständen und veranlasst sie zu Gegenattacken.


Positionskampf auf Messers Schneide

Mit einem edlen Pagani Zonda jagen wir durch London, direkt auf eine Haarnadelkurve zu. Wir wollen leicht abbremsen und geschmeidig in die Kehre gehen, da kracht uns der Hintermann mit Tempo 180 ins Heck. „Das muss nicht mal absichtlich sein, eure KI-Gegner leisten sich Bremsfehler oder fahren sich an der Wand die Nase platt“, erklärt Suzy. Macht im Moment keinen Unterschied, jetzt heißt es schnell reagieren: In den meisten Rennspielen würdet ihr kurz gegenhalten und schnell wieder auf die Ideallinie finden. In Need for Speed Shift  fühlen sich die Pistenschlachten anders, echter, irgendwie anspruchsvoller an. Der Wagen bricht aus, das Auto landet im Kies, Rauch steigt auf und raubt die Sicht. Wer jetzt die rechte Schultertaste voll durchdrückt, lässt die Reifen durchdrehen und findet seinen schnittigen Pagani Zonda im Kiessturm statt auf dem Siegerpodest. Hier ist Gefühl gefragt − Need for Speed Shift zeigt bereits in dieser recht frühen Version, das es kein Spiel für den notorischen Bleifuß sein will.

Dynamik statt Bleifuss

Die Dynamik begeistert uns beim Testfahren, der Wechsel zwischen Vollgas, „Achtung Engstelle“, Abbremsen und dann wieder mit Vollspeed aus der Kurve jagen macht richtig Laune. Je mehr wir beschleunigen, desto mehr zittert die Kamera, der Xbox 360-Controller vibriert. Die Steuerung fühlt sich fordernd an, sie schreit förmlich nach dem Ritt auf Messers Schneide, dem Kampf um jede Position. Hört sich nach einem Titel für Profis an, soll aber auch Einsteigern Spaß machen. Daher berechnet „Shift“ anhand der ersten gefahrenen Runden, welche Hilfsmittel wir brauchen. Wer sich oft verbremst, bekommt automatisch Hilfe vom Kollegen Bremsassistent. Darüber pendelt sich auch das Können der KI-Gegner ein − wie gut das wirklich klappen wird, können wir natürlich erst mit der fertigen Version prüfen.

Need for Speed Shift bringt viele interessante Features mit: Eine Wiederhol-Funktion, funktionsfähige Innen- und Außenspiegel sowie originalgetreue Cockpits



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