Ehrenvoll in die 6. Runde?

Might and Magic – Heroes 6 Preview

Seit Jahren warten Rundenstrategie-Fans auf diese Fortsetzung – wir hatten nun kürzlich die Gelegenheit Might and Magic Heroes 6 mehrere Stunden lang beim Entwickler zu spielen. Neben viel Bewährtem bringt Teil 6 auch viele Neuerungen und führt unter anderem Quests mit verschiedenen Lösungswegen ein.
Rechen 23. Februar 2011 - 19:00 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC
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Als wir auf dem Weg zu unserem Anspieltermin kurz in ein Büro bei Black Hole schauen, sehen wir auf einem Bildschirm die Dribbelkünste eines riesigen roten Ungetüms – wohlgemerkt, nicht mit den Füßen, sondern den Tentakeln. Offensichtlich lieben die Entwickler ihre Monstren! Der Creative Director des Budapester Studios Istvan Zsuffa betont, wie stolz sie alle seien, an Might and Magic – Heroes 6 zu arbeiten. Einer der wichtigsten Gründe, weshalb sich Ubisoft für sie entschieden habe, sei ihre flexible Engine. die feierte ihr Debüt bereits im Electronic-Arts-Echtzeitspiel Armies of Exigo (2004) -- das Team erinnert sich offenbar immer noch gerne an diesen Titel, dafür sprechen dutzende von Exigo-Postern an den Bürowänden.

Seither haben sich die Budapester mit dem Warhammer-Universum beschäftigt und nacheinander Mark of Chaos und Battle March veröffentlicht. Mit der Heroes-Serie wechseln die Entwickler in das Genre der Rundentaktik und führen eine altehrwürdige Reihe fort, die bereits seit über 15 Jahren Erfolge feiert, seit Teil 5 (2006) auch für Ubisoft. Werden wir auch im sechsten Teil der Serie wieder nächtelang mit unseren Helden durch die Fantasy-Welt reiten, Schätze und Ressourcen einsammeln, Truppen rekrutieren und Monster bekämpfen? Wir sind diesen Fragen nachgegangen.
 
Verrat im Holy Empire
 
Might and Magic Heroes 6 spielt 400 Jahre vor den Ereignissen von Heroes of Might and Magic 5. Kenner der Marke werden trotz er kleinen Umbenennung laut Ubisoft-Mitarbeiter Erwan le Breton immer wieder auf Anspielungen auf Ereignisse aus anderen Serienteilen stoßen, darunter auch das Actionspiel Dark Messiah. Die Kampagne wird hauptsächlich im Norden von Ashan angesiedelt sein und das Schicksal der einzelnen Familienmitglieder der Griffins behandeln. In Heroes 5 stellt diese Familie den Kaiser des Holy Empire. So weit sind sie im Nachfolger allerdings noch nicht: Zu Beginn der Kampagne sind die Beziehungen der Griffins zum amtierenden Kaiser schlecht. Der erste spielbare Charakter ist Herzog Slava, der eines von sieben Herzogtümern des Reichs sein Eigen nennt.  
 
Just im Zeitraum der Kampagne von Heroes 6 findet eine sogenannte Eclipse statt, folglich wird das Holy Empire von den gehörnten Dämonen des Infernos heimgesucht. Anders als in Teil 5 soll die Eclipse aber nicht das treibende Element hinter der Handlung sein, sondern allenfalls am Rande mitlaufen. Die Inszenierung ist Black Hole besonders wichtig; Erwan le Breton vergleicht Heroes 6 sogar mit der Fernsehserie Die Tudors. Wir sind gespannt, ob es die Handlung mit dem dicht gesponnenen Intrigennetz aus der Fernsehserie aufnehmen kann.
 
Slava und die Orks gegen Herzog Gerhardt
 
Wir starten die Prolog-Kampagne von Heroes 6 als Herzog Slava. Dessen Nachbar Herzog Gerhardt jagt mit kaiserlicher Billigung die friedlichen Orks, die auf Slavas Ländereien leben. Wir aber pflegen gute Beziehungen zu den Grünhäuten, allen voran zu Kraal, dem lokalen Stammesführer. Bereits jetzt bekommen wir zu spüren, dass unser Verhältnis zur Krone alles andere als rosig ist. Am Anfang der Mission erleben wir aus nächster Nähe, wie Gerhardts Ritter mehrere Orks töten. Klar, dass wir da sofort eingreifen wollen! Doch Gemach: Zunächst müssen wir serientypisch Truppen ausheben, Schätze sammeln und Minen einnehmen. Minen und Schätze liefern uns wertvolle Ressourcen, um unsere Städte auszubauen und Soldaten zu rekrutieren. Mit den Soldaten können wir es dann mit mächtigen Monstern aufnehmen, die wertvollere Schätze bewachen. Ein suchterregender Kreislauf.
 
Und wenn er noch so grimmig guckt: Als Ork ist er in dem von uns gespielten Prolog unser Verbündeter.
Noch bevor wir den ersten Klick machen können, werden wir von dem sehr gut abgemischten Soundtrack begrüßt. Zunächst reiten wir mit Slava in unsere Stadt und heben einige Truppen aus. Im Moment haben wir nur die Wahl zwischen Armbrustschützen und Sentinentels, einer Art mittelalterlichem Nahkämpfer, die wir später noch zu Prätorianern befördern. Dazu müssen wir natürlich vorher die Behausung der Sentinentels aufwerten. Jedoch rekrutieren wir weiterhin nur die Basis-Einheit, die verbesserte Variante erhalten wir stets nur, indem wir sie gegen Gold upgraden. Später rekrutieren wir dann auch noch Priesterinnen, mit denen wir angeschlagene Einheiten heilen und gefallene Verbündete ins Leben zurückholen.
 
Fixierte Kamera
 
Nachdem wir unsere Armee eilig zusammengezogen haben, machen wir uns auf, den Orks zu Hilfe zu eilen. Wie gewohnt lotsen wir unseren Helden per Linksklick über die wunderschöne Karte. Wie ihr bereits auf den Screenshots erkennen könnt, sind die Maps wieder mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Bäume stehen nicht nur im generischen Verbund, sondern wurden per Hand einzeln platziert. Die Kamera ist anders als in Teil 5 fixiert. Eine gute Entscheidung, wie wir finden: Dass ständige Herumhantieren mit der Kamera, um auch ja keine Schatzkiste auf der 3D-Karte auszulassen, hat uns mitunter genervt. Heran- und herauszoomen dürfen wir, und auch die Kamera kurzzeitig per Tastendruck drehen. Lassen wir jedoch die Taste wieder los, schwenkt die Kamera wieder in die Ausgangsposition zurück. In den Schlachten ist die Kamera frei drehbar, was aber nicht wirklich nötig ist.

Dank der fixierten, zoombaren Kamera sehen wir die großzügig platzierten Schätze auf den ersten Blick.

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