Angetestet: Metroid in 2,5 D

Metroid - Other M Preview

Auf dem Gamers Summit von Nintendo in London hatten wir Gelegenheit, uns einen ersten Eindruck vom neuesten Teil der Metroid-Reihe zu machen. Wir sagen euch, wie sich der Wechsel zwischen den Steuerungsperspektiven in der Praxis spielt und wie Nintendo und Team Ninja euch mehr Einblicke in das Leben der Samus Aran vermitteln wollen.
Alex Hassel 4. März 2010 - 20:16 — vor 9 Jahren aktualisiert
Wii
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Samus Aran gehört zweifellos zu den beliebtesten Nintendo-Figuren neben Mario und Link aus Zelda. Seit über 20 Jahren kämpft und schießt sich die Blondine nunmehr in ihrem Kampfanzug den Weg durch zahlreiche Metroid-Spiele frei. Doch wie es um die Beweggründe und Gefühle der Protagonistin aussah, blieb bislang stets ein großes Mysterium. Fans der Serie wissen wahrscheinlich mehr über ihren charakteristischen Kampfanzug als über die Trägerin. Das Augenmerk der Serie lag stets auf Action und Atmosphäre, viel Zeit für emotionale Aspekte blieb da nicht. Mit Metroid - Other M soll sich das nun grundlegend ändern. Diesmal soll der Spieler mehr erfahren, was Samus denkt, was sie antreibt und was sie erlebt hat. Aus der einst stummen Söldnerin (die erst 2007 in Metroid Prime 3: Corruption zum ersten Mal mit Sprachausgabe vertont wurde) soll diesmal eine aktive Erzählerin werden.

Den teils spektakulären Zwischensequenzen sieht man nicht an, dass sie "nur" in 480p auf einer Nintendo Wii laufen.

"Cinematic Action Game" 

Bei einer von uns besuchten Präsentation in London wurde Nintendo nicht müde, den Begriff "Cinematic Action Game" zu nennen. Was damit gemeint ist: Zum ersten Mal in der Geschichte von Metroid soll der Fokus stärker auf die Darstellung und Inszenierung der Story gelegt werden. Und nicht mehr nur häppchenweise in den Pausen zwischen den Actionsequenzen, wie das teilweise in der Vergangenheit gehandhabt wurde. Da blieben bei mehr als nur einem Veteranen der Serie oftmals nur die Enthüllung des Geschlechts von Samus im Gedächtnis hängen. Stattdessen filmreife Zwischensequenzen, die einen Einblick in das Leben von Samus gewähren. Eine erste Kostprobe dieser für die Serie neuen Stilmittels vermittelt bereits das mehrere Minuten lange Intro von Other M. Explosionen, Kampfgetümmel, Emotionen in menschlichen Gesichtern -- das sieht alles hervorragend aus, vor allem, wenn wir einrechnen, dass diese (vorgefertigten) Szenen mit den schwächlichen 480p der Nintendo Wii dargestellt werden.

Von diesen neuen und gelungenen Zwischensequenzen werden Spieler zumindest in der ersten halben Stunde reichlich zu Gesicht kriegen. Und natürlich auch von Samus. Ob sie nun im hautengen (und für Nintendo-Verhältnisse äußerst gewagtem) sexy Zero-Suit herumläuft oder in anderen Szenen als Sprecherin fungiert (zu hören war auf der Präsentation nur die sehr gelungene englische Fassung): Schnell wird deutlich, dass Nintendo und Team Ninja es ernst meinen damit, dem Charakter der Söldnerin mehr Tiefe zu verleihen.

Auf den Gegner springen und kieferzertrümmernde Karate-Kicks verteilen: Spezialangriffe gehen leicht von der Hand.

Reise in die Vergangenheit

Chronologisch macht Other M einen gewaltigen Sprung zurück, in echter Zeit bis ins Jahr 1994. Damals kämpfte Samus auf dem Super Nintendo in Super Metroid gegen Mother Brain auf dem Planeten Zebes. Im letzten Kampf opferte sich Baby, eine Metroid-Larve, damit Samus überleben konnte. Das Ende von Super Metroid stellt den Anfang von Other M dar. Der Kampf gegen Mother Brain wird im neuen, spektakulären Intro nochmal in überarbeiteter Fassung dargestellt.

Danach beschreitet Other M freilich ganz eigenständige Wege. Der Produzent und Mitbegründer der Metroid-Serie, Yoshio Sakamoto, bestätigte bereits in einem Interview, dass Other M chronologisch zwischen Super Metroid und Metroid Fusion angesiedelt ist. Das Spiel beginnt hierbei zunächst mit einem Tutorial, in denen die Steuerung in all ihren Facetten erklärt wird, ehe es uns auf eine Raumstation schickt. Dort treffen wir auf eine Gruppe von Soldaten der Föderation, die nach einem Kampf gegen ein Großmonster fortan gemeinsam mit Samus die Raumstation erkunden. Aus der Einzelkämpferin und Söldnerin wird gleich zu Beginn eine Befehlsempfängerin, ebenfalls ein neuer Ansatz in der Metroid-Welt. Für euch als Spieler bedeutet diese Kommandostruktur, dass neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände zunächst von eurem Offizier freigegeben werden müssen, ehe ihr sie einsetzen dürft.

Wir sind nicht allein: Die Söldnerin Samus kämpft im goldenen Anzug mit einer Gruppe Soldaten in der Raumstation.

Welche Perspektive hätten's gern? 

Auch in Sachen Steuerung und Perspektive beschreitet Other M neue Wege. Schon der Schritt zur reinen Ego-Perspektive bei Metroid Prime und seinen Nachfolgern wurde von vielen Spielern zunächst kritisch beäugt, entpuppte sich dann aber als Riesenhit bei Fans und Kritikern. Other M versucht hierbei einen Spagat zwischen den Perspektiven, also der klassischen Ansicht von schräg oben aus der dritten Person und der Ego-Shooter-Sicht. Ob dieser Hybrid ähnlich gut ankommen wird wie einst die Ego-Perspektive in Metroid Prime? 

Während wir Samus von schräg oben betrachten, halten wir die Wiimote wie einen normalen Controller in den Händen. Wir bewegen uns per Steuerkreuz und starten Aktionen wie Springen, Feuern mit den Knöpfen der WiiMote. So verwandeln wir uns auch in unsere altbekannte Alternativform, den Morph-Ball. Bis hierhin also alles wie gehabt. Ungewöhnlich wird's, wenn wir die Perspektive umschalten. Richten wir die Wiimote direkt auf den Fernseher (oder genau genommen: die Sensorleiste), wechselt das Spiel in die Ego-Ansicht. Durch Bewegung der Wiimote drehen wir wir Samus' Kopf und damit den Blickwinkel. Da der Nunchuk-Controller nicht verwendet wird, bleibt der Charakter hierbei auf der Stelle stehen. Other M wird sich also definitiv nicht nur aus der Ego-Perspektive spielen lassen, sondern ihr nutzt diese vorrangig, um genau zu zielen.

Other M schaltet nur in die Ego-Perspektive, wenn ihr per Wiimote auf den Fernseher zielt -- und das Spiel das merkt.

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