Stimmungsvolles Endzeitszenario

Metro - Last Light Preview

Survival-Horror, Shooter-Action, Welterkundung, Stealth, exzellente Präsentation: Metro - Last Light greift 2013 das packende Endzeitszenario aus Metro 2033 auf und erzählt Artjoms Geschichte weiter. Unsere frischen Eindrücke aus London versprechen: Der Überlebenskampf im Moskauer U-Bahn-System wird seinen Vorgänger klar übertreffen.
Benjamin Braun 29. Mai 2012 - 17:00 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Es ist ein Tag wie jeder andere dort unten in den Stationen der Metro, der berühmten U-Bahn in der russischen Hauptstadt Moskau. Es ist das Jahr 2034 und die Welt liegt nach einem atomaren Krieg in Trümmern. Weite Teile der Erdoberfläche sind radioaktiv verseucht, nur die, die sich vor dem Einschlag der Raketen in das weitverzweigte System im Untergrund flüchten konnten, haben überlebt. Einer von ihnen ist der junge Artjom, den seine Mutter als Säugling in letzter Sekunde in den sicheren U-Bahn-Schächten unterbringen konnte. Für die Überlebenden ist er ein Held, gelang es ihm doch, die Station der „Schwarzen“ mit einem Laser zu markieren und ihren Unterschlupf dem Erdboden gleichzumachen. Die „Schwarzen“, das sind menschenähnliche Wesen, die nicht nur Artjom sonderbare Visionen bescherten und so manchen Bewohner der U-Bahn-Stationen in den Wahnsinn trieben. Die Möglichkeit, am Ende von Metro 2033 die Raketen fehlzuleiten, hat Artjom im Fortsetzungszenario nicht gewählt.

 Nun ist einige Zeit vergangen. Der Ruhm Artjoms hielt nicht lange an, denn immer noch kämpfen die Menschen täglich um ihr Überleben. Die verseuchte Oberfläche kann nur mit Schutzkleidung betreten werden und die strahlenverseuchten und zu dämonenähnlichen Kreaturen mutierten Menschen bilden eine zusätzliche Gefahr, die auch immer häufiger in die hermetisch abgeriegelten U-Bahn-Stationen eindringen. Nur die sogenannten Ranger trauen sich, das scheinbar unwegbare Gelände zu betreten. So auch an diesem Tag, als Artjom mit seinem Freund Pavel an die Oberfläche aufbricht. Wie Feuer brennt das helle Tageslicht in den Augen Artjoms und verwehrt ihm für einen Moment die Sicht. Ein Bild der Zerstörung tut sich vor ihm auf: Verfallenen Gebäude, von denen oft nur noch die Grundmauern stehen. Hartnäckiges Unkraut, dessen Wachstum scheinbar selbst die hohe Strahlendosis nicht unterbinden kann, wuchert überall über den Trümmern der einst heilen Welt. Artjom und sein Begleiter durchqueren die klammen Überreste eines Kellers. Nur spärlich beleuchtet die Taschenlampe die Umgebung, nur an manchen Stellen durchdringt der Lichtstrahl die Dunkelheit bis zur nächsten Wand. Stets begleitet sie das Gefühl, dass irgendwo in dieser Schwärze große Gefahren auf uns lauern, also sprechen die beiden nur so viel, wie unbedingt sein muss.

Schließlich finden sie den Ausgang und gelangen auf einen größeren Platz, auf dem ein Flugzeugwrack liegt. Die Insassen befinden sich noch heute festgeschnallt in ihren Sitzreihen. Halb skelettiert geben die Leichen im Schein von Artjoms Lampe ein gespenstisches Bild ab. Tote hat Artjom schon viele in seinem jungen Leben gesehen, doch das Schicksal der Menschen im Flugzeug geht ihm dennoch nahe – viel näher, als ihm lieb sein könnte. Denn Artjom hat immer noch Visionen und in seinem Kopf spielen sich schockierende Szenen ab, die den Absturz des Passagierflugzeugs inmitten der Plattenbauten Moskaus zeigen. Er sieht das im Landeanflug befindliche Flugzeug im Cockpit als sich am Himmel plötzlich zig Objekte abzeichnen, die einen Feuerschweif nach sich ziehen. Nur Artjom weiß in diesem Moment, dass es die Atomraketen sind, die das Passagierflugzeug in schwere Turbulenzen bringen. Nach und nach fallen Bordcomputer und Instrumente aus, weißliche Lichtblitze begleiten das Flugzeug unter den verzweifelten Hilferufen des Piloten auf seinem unumkehrbaren Sinkflugs auf die Wohnsiedlung.  Panische Rufe aus dem Hintergrund sind zu hören und von einer Sekunde zur nächsten kehrt Totenstille ein.

Atmosphärische DystopieMetro - Last Light legt wie schon der Vorgänger viel Wert auf die Story und wechselt regelmäßig, wie in der eingangs beschriebenen Szene, bruchlos  zwischen Gameplay und Cutscenes in Spielgrafik, was dem Geschehen eine hohe Dynamik verleiht. Geskriptete Sequenzen wie diese werden aber nicht, so wie zum Beispiel in Call of Duty, generell an festen Punkten ausgelöst. Während Artjom die Gegend an der Oberfläche erkundet, dringt beispielsweise plötzlich ein Schrei in die Dunkelheit und mehrere der bereits aus dem Vorgänger bekannten geflügelten Dämonen greifen ihn und seinen Begleiter an. Verhindern können wir wohl nicht, dass einer von ihnen uns von oben packt, einige Meter durch die Luft trägt und uns schließlich wieder aus seinen Klauen entlässt. Das muss aber nicht zwangsläufig an derselben Stelle passieren. Artjom und sein Freund müssen aufgrund der Übermacht schließlich fliehen und helfen sich gemeinsam beim Sprung über eine hohe Mauer, wobei das Spiel uns erneut kurzzeitig die Kontrolle über das Spielgeschehen entzieht. In der Präsentation war außerdem zu sehen, wie Artjoms Kollege nach einem Angriff nach Luft ringt, da seine Maske beschädigt ist. Unsere Aufgabe war nun, ihm eine neue zu besorgen, bevor er stirbt.

Eine besondere Dramatik erlangt das Spiel abermals durch die Verwendung der Gasmaske. Ständig ist das schwere Atmen Artjoms zu hören und nach einem Angriff passiert es schnell mal, dass die Atemhilfe einen Riss bekommt, von innen oder außen beschlägt und uns die Umgebu
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ng nur eingeschränkt sehen lässt. Regentropfen verteilen sich realistisch auf der Maske, bestimmte Gegner – große spinnenartige Monster – spritzen uns manchmal auch ein ätzendes Sekret auf die Gasmaske. Das entfernt Artjom dann, indem er sich über die Maske wischt, die die Sichtverhältnisse aber nicht immer direkt vollständig wiederherstellt. Das passierte im Rahmen der Präsentation recht häufig, da Artjom auch immer wieder von Mutanten im Nahkampf attackiert wird. Während er ein altes Bürogebäude inspiziert, taucht etwa plötzlich einer der Nosalis auf, der uns zu Boden reißt und droht, uns mit seinen Pranken den Garaus zu machen. Aus kurzer Distanz erledigen wir ihn mit einem Schuss aus der Schrotflinte,  woraufhin unser Sichtfenster mit einem dicken Blutschleier bedeckt ist.  Auch die packenden Nahkämpfe, bei denen ihr ein über euch gebeugtes Monster mit dem Messer abstecht (oder auch aus nächster Nähe erschießt), wird es wieder geben. Solche Elemente sollen den Aspekt des Survival-Horrors besonders unterstreichen, der zusammen mit der Shooter-Mechanik und der Erkundung der Spielwelt einen der drei Grundpfeiler darstellt. Dazu später mehr.
Der atomare Schlag hat Moskaus Staßen verwüstet und weite Teile der Oberwelt unbewohnbar gemacht.

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