Endzeit unter der Erde

Metro 2033 Preview

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Bereits die "Anfangsgegner" -- mutierte Ratten -- sind sehr gefährlich, da sie zumeist im Rudel auftauchen.

Die Story

Irgendwann werden wir es uns zur Lebensaufgabe machen, zu zählen, wie viele Computerspiele und Science-Fiction-Romane eine atomare Katastrophe benötigen, um ihr Setting zu begründen. Bei Metro 2033 hat 20 Jahre vor Beginn der Handlung ein atomarer Vorfall -- anscheinend aber nicht der "typische" Atomkrieg -- die Erde in eine radioaktiv verseuchte, für alles normale Leben giftige Ödnis verwandelt. Es darf davon ausgegangen werden, dass auch auf anderen Kontinenten einige Atombunker gehalten haben, doch Metro 2033 spricht nur vom "größten Atombunker der Welt". Drinnen: Tapfere Überlebende, von denen eine ganze Generation nichts anderes kennt als Kunstlicht und ständige Gefahr. Draußen: Mutierte Wesen, denen man selbst in einem Panzer lieber nicht nahekommen würde.

Die einzelnen Metro-Städte (ehemalige U-Bahn-Stationen) kämpfen weitgehend allein gegen die Unbill, sind aber durch die riesigen Untergundröhren des ehemaligen Moskauer Öffentlichen Nahverkehrs miteinander verbunden. Durch die Abgeschiedenheit haben sie sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten ganz unterschiedlich entwickelt: Die einen ähneln westlichen Demokratien im Kleinformat, andere zeigen klar kommunistische oder faschistische Züge -- wobei sich "die Roten" und "die Nazis" erbittert bekämpfen. Zwischen den durch riesenhafte Metallschotts oder Gitter abgetrennten Stationen wandern Händler und Patrouillen durch die stickigen Gänge. Manche wagen sich sogar kurzzeitig an die Oberfläche, wo es Schätze wie militärische Ausrüstung, Medizin oder Treibstoff  zu heben gibt -- alles Dinge, die sich in der Unterwelt nicht herstellen lassen. Die Waffen und nachproduzierte Munition der Metro-Schmiede sind minderwertig.

Die Station "Exhibition" ist die Heimat unseres Helden Artyom. Der wurde noch vor dem "Feuer" geboren, ist aber unter der Erde aufgewachsen und sozialisiert worden. Er klammert sich an vergilbende Fotos und Postkarten, die von der Welt vor der Katastrophe zeugen -- Bekannte bringen ihm von ihren Streifzügen gerne mal neue mit. Und wie so viele Roman- und Spieleprotagonisten vor ihm, wird aus dem harmlosen Träumer durch ein aufrüttelndes Erlebnis ein Held wider Willen...

Die dicht bevölkerten Metro-Städte könnt ihr frei erkunden; durch Nebenmissionen erhaltet ihr zusätzliche Munition oder Geld. Dennoch bleibt Metro 2033 ein in Levels strukturierter Shooter, und wird nicht zum Open-World-Spiel.

Detaillierte Welt, stark geskriptete Kämpfe

Ständige Knappheit ist das Zauberwort von Metro 2033: Geld, Medizin und vor allem Munition ist kategorisch knapp. Wildes Herumballern könnt ihr euch nicht leisten, und nicht selten habt ihr zwar eine coole Waffe, aber nur noch zwei Schuss Munition dafür. Zwar heilt auch unser Held Artyom genretypisch von selbst, aber viel, viel langsamer, als wir das mittlerweile von Gears of War 2 oder Mass Effect 2 gewohnt sind. Mitten im Kampf mal eben drei Sekunden in Deckung zu gehen, reicht in der Welt von Metro 2033 definitiv nicht!
Schrullige Charaktere laufen euch zuhauf über den Weg.

Sehr detailliert hat 4A Games diese Welt gestaltet, das sieht man an den kräftig umgebauten Waffen, an beweglichen (und ausschießbaren) Lichtquellen, an der ständig bemerkbaren Physik-Engine, am gedrängten, lautstarken Leben in den Untergrundstädten. Denn immer wieder erkunden wir die Stationen, holen uns in einer Waffenkammer einen Schießprügel (es gibt eine eigene Währung im Spiel), sprechen mit Passanten, erleben eine Trinkszene in einer Kneipe. Schweine werden auf engstem Raum mitten unter den Menschen gehalten, jeder scheint irgendwas zu wollen oder zu verkaufen. Ein kleiner Junge spricht uns an, will uns gegen eine Belohnung zu einer Zielperson führen -- ob wir ihm etwas geben oder ihn vergraulen und dann selber suchen, bleibt uns überlassen. Ob die eigentlichen Levels auch mal eine Alternativroute erlauben, können wir noch nicht sagen.

Wie seit Far Cry 2 oder Dead Space üblich, verzichtet Metro 2033 auf jede überflüssige HUD-Anzeige. Wenn wir also auf unsere Sektorenkarte schauen wollen, dann packen wir sie als Grafikobjekt aus und halten sie in der normalen 3D-Sicht in der Hand. Wenn wir etwas sehen wollen, halten wir ein entzündetes Feuerzeug in unser Sichtfeld, und so weiter. Was uns beim Selberspielen vor allem aufgefallen ist: Die auf Anhieb furchteinflösenden Gegner. Mehrmals bekommen wir es mit einer Art "Werwolf" zu tun, die im in größeren Gruppen angreift und im Nahkampf absolut tödlich ist. Und natürlich geht uns schon nach kurzer Zeit die Munition aus -- Panik garantiert. Aber ob bei einer längeren Kampfszene an der Oberfläche oder bei einer klaustrophobischen Abwehrschacht vor einem Schott unserer Metro-Stadt: Die Kämpfe kamen uns immer auch sehr stark geskriptet vor. Da kriechen wir plötzlich angeschlagen über den Boden -- doch wir haben nicht etwa schlecht gekämpft, sondern das muss so sein an dieser Stelle. Ob der Spagat zwischen "volle Kontrolle" und "Atmosphäresteigerung durch Skriptereignisse" gelingt, wird erst die Testversion zeigen können, die wir bereits in Kürze erwarten (der Release von Metro 2033 ist am 19.3.2010).

Allerhand seltsame, häufig muskelkraftbewegte Gefährte sind auf den Untergrund-Schienen unterwegs.


Eine Reise beginnt

Metro 2033 bietet nicht nur Schleich- und Ballerlevels im Untergrund, sondern auch Ausflüge an die Oberwelt. Dazu benötigen wir einen speziellen Überlebensanzug und außerdem eine Gasmaske. Die beschlägt oder vereist mit der Zeit, doch das ist nicht der einzige Faktor, der die Oberwelt-Passagen unter einen enormen Zeitdruck stellt: Die Luftfilter der Masken reichen immer nur begrenzte Zeit, und wenn der letzte (wir können sie im Betrieb austauschen) verbraucht ist, ersticken wir qualvoll. Die Szenen sind deshalb am ehesten mit Weltraumspielen zu vergleichen, in denen ihr kurzzeitig ins Vakuum hinausmüsst, und mit begrenztem Sauerstoffvorrat auskommen müsst. Nur, dass wir hier in den sturmumtosten Ruinen des zerstörten Moskau unterwegs sind.

Und auch unter der Erde gibt es Abwechslung. In mehreren Levels besteigt ihr muskelkraftbetriebene Wartungsgefährte und fahrt mit ihnen die Geleise entlang. In diesen Passagen gibt sich Metro 2033 als Rail Shooter: Von hinten attackieren uns, von Taschenlampenkegeln nur sporadisch beleuchtet, wüste Monstren, wir müssen sie blitzschnell ausschalten, bevor sie auf den Wagen springen. Wir sind auf dem Weg zu einer anderen Metro-Stadt, und in derselben Szene machen wir erstmals Bekanntschaft mit den "Dunklen". Wir überleben die Attacke, ein Geistwesen spricht sogar mit uns -- und damit sind wir prädestiniert für eine Spezialaufgabe.

Denn nach den einleitenden Levels wird unsere Mission langsam klar: Wir werden nach Polis geschickt, der größten, mächtigsten Metro-Stadt im Zentrum des U-Bahn-Systems, um die Menschen vor der neuen Bedrohung, eben den Dunklen, zu warnen. Wir werden schließlich den menschlichen Widerstand anführen. Diese Reise Artyoms lässt sich nach unserem gut 90minütigen Probespiel sehr vielversprechend an. Bis Mitte März werden wir euch anhand der dann fertigen Version in einem ausführlichen Test berichten, ob sie genauso hochklassig weitergeht -- und endet.

Autor: Jörg Langer (GamersGlobal)

Vorläufiges Pro & Contra Durch den "russischen Touch" kein Schema-F-Szenario
Sehr glaubwürdige, düstere Spielwelt
Mehr Abwechslung (durch Stadtlevels) als bei vielen Shootern
Kernige und "authentisch" wirkende Nebencharaktere
Sehr intensive Kämpfe gegen furchterregende Gegner
Ungewöhnliche, upgradebare Waffen Marke "Handarbeit"
Kämpfe könnten zu stark auf Skriptereignisse vertrauen
Die Story könnte unter Umständen in 08/15-Gefilde abdriften
Aktueller Zustand: Weit fortgeschrittene Beta-Version
Wir wünschen uns: Dass sich die Atmosphäre des Titels nicht nach den ersten Missionen abnutzt, und dass sich die Illusion einer lebendigen Welt -- trotz linearer Levelstruktur -- durchs Spiel hindurch aufrechterhalten lässt. Wenn sich das bewahrheitet, die Kämpfe nicht zu geskriptet wirken und auch die Abwechslung der Gegnertypen im Spielverlauf erhöht (wir kämpften vor allem gegen "Riesenratten"), könnte Metro 2033 ein beeindruckendes Action-Erstlingswerk werden.
Jörg Langer 26. Februar 2010 - 17:37 — vor 11 Jahren aktualisiert
Llane (unregistriert) 26. Februar 2010 - 17:42 #

Hmm.. sieht irgendwie auch ein wenig nach S.T.A.L.K.E.R. aus. Muss an den Russen liegen. *fg*

Christoph Licht 25 Platin-Gamer - 55862 - 26. Februar 2010 - 17:43 #

4A Games besteht zu einem Teil aus ehemaligen Stalker-Entwicklern, die schon vor einiger Zeit GSC Gameworld verlassen hatten.

Loco 17 Shapeshifter - 8809 - 26. Februar 2010 - 18:28 #

Finde ich jetzt nicht sooo toll (Den Kommentar nicht das Spiel). Look und Atmosphäre sind typisch für Ostblock Entwickler (die ich kenne) aber Stalker Entwickler sind vor allem für Bugs bekannt.

John of Gaunt 27 Spiele-Experte - 78167 - 26. Februar 2010 - 20:34 #

Naja, das ist dann doch etwas pauschal nur auf das negative abgestellt. Natürlich war Shadow of Chernobyl anfangs verbugt, und Clear Sky noch mehr. Aber Call of Pripyat ist da erfreulich sauber geworden, ein Aufwärtstrend ist also zu erkennen. Und wenn ich an Stalker denke, denke ich zuerst an die riesige Spielwelt, die dichte Atmosphäre... und an den herben Schwierigkeitsgrad. Das sind also die Stärken der Stalker-Macher und das, wofür sie bekannt sind und nicht die Bugs. Und dass ein Erstlingswerk unsauber gerät ist wohl nicht so ungewöhnlich, insbesondere bei einer so großen und komplexen Spielwelt.

Loco 17 Shapeshifter - 8809 - 26. Februar 2010 - 22:43 #

Könnte man ja auch so sehen... seit Call of Pripyat sind die bugs weg... die Entwickler gingen aber sicherlich auch schon vorher *hust* hehe ich denke bei Stalker an große Hoffnungen und dann mini Levels mit Zäunen als Begränzung überall und viel weniger als angekndigt. Natürlich Atmosphäre satt... aber was bringts wenn der Rest Käse ist.

Llane (unregistriert) 27. Februar 2010 - 4:56 #

Habe das Ganze einzig und allein auf das Setting und die Atmosphäre bezogen. Und die war in S.T.A.L.K.E.R. einfach mal klasse. Kann mich noch gut erinnern wie ich zum ersten Mal in so einen Bunker runter musste und mir mein Character halb verhungert wäre weil ich die Salami nicht eingepackt hatte. LOL! Typisch, halt. ;)

In der aktuellen Version übrigens so gut wie bugfrei, hab das Ganze durchgespielt ohne einen einzigen Mangel. Sollte natürlich schon bei Release so sein.

Llane (unregistriert) 27. Februar 2010 - 4:56 #

Das erklärt so einiges. :)

Danke für die Info!

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2213 - 26. Februar 2010 - 17:43 #

Ich bin jetzt schon von dem Spiel überzeugt. Das, was einem bisher in Videos geboten wurde, war großes Kino :)

Imbazilla 15 Kenner - 3068 - 26. Februar 2010 - 17:50 #

Der Titel sieht echt extrem stimmungsvoll aus - auch wenn mir ein Shooter-Rollenspielhybrid alá Stalker besser gefallen hätte.

flow7 (unregistriert) 26. Februar 2010 - 18:19 #

^^schon bei steam vorbestellt (da bekommt noch dazu red faction geschenkt)

freu mich sehr auf das spiel, auch wenn die spielzeit etwas kurz geraten ist.

Kanonengießer 15 Kenner - 2937 - 26. Februar 2010 - 19:08 #

Bin auch sehr gespannt! Habe beide Romane vor einiger Zeit gelesen und war freudig überrascht zu hören, das es "versoftet" wird.
Wenn sich die Entwickler an die Buchvorlage halten, wird die Story hoffentlich nicht in 08/15 enden. Kleinere Freiheiten haben sie sich ja schon rausgenommen: Artjoms Heimatstation heißt eigentlich "WDNch" und nicht "Exhibition" ;)

Das Buch lieferte allerlei durchgeknallte Charaktere und abgefahrene Settings! Ich freu mich drauf!

Allerdings weiß ich ja schon wie es ausgeht.....mmmhh....

Jörg Langer Chefredakteur - P - 434864 - 26. Februar 2010 - 20:04 #

In der Übersichtskarte ist sie als WDNch eingetragen :-)

Lokke 11 Forenversteher - 709 - 26. Februar 2010 - 20:49 #

Hach, die gute alte WDNCh

Lokke 11 Forenversteher - 709 - 26. Februar 2010 - 20:45 #

Ich bin auch ein riesen Fan des Romans (den 2ten Teil besitze ich zwar bin aber noch nicht dazu gekommen ihn zu lesen)und bin schon voller Vorfreude auf den baldigen Release des Spiels. Alles in allem scheint es ja sehr gut die düstere Atmosphäre "unter Tage" eingefangen zu haben. Ich bin gespannt!

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 108084 - 26. Februar 2010 - 21:04 #

Ich bin gespannt auf das Spiel (aber erstmal auf den ausführlichen Test :)), denn es macht wirklich einen guten Eindruck.

Anonymous (unregistriert) 26. Februar 2010 - 22:26 #

Warum fällt dieser Artikel nicht unter den Jugendschutz? Metro 2033 ist doch ab 18?

Anonymous (unregistriert) 27. Februar 2010 - 10:44 #

Pssst... nicht so laut!

Shepard (unregistriert) 27. Februar 2010 - 11:57 #

Ich wette, wenn das Teil kommt ist es 100% total verbuggt ! Da sind dann wieder X Patches nötig damit man das ansatzweise zocken kann :P

John of Gaunt 27 Spiele-Experte - 78167 - 27. Februar 2010 - 16:34 #

Ich habe hier den GS-Test liegen und da steht nichts über Bugs drin. Also entweder gibt es keine (was ungewöhnlich wäre) oder so wenige, dass es keiner Erwähnung bedarf.

Niteowl 10 Kommunikator - 363 - 27. Februar 2010 - 21:57 #

Die Schreibweise der Namen von osteuropäischen Autoren sollte man immer noch mal prüfen ;) Also Gluhkovsky auf der ersten Seite bitte in Glukhovsky ändern. Ich hab das Buch übrigens gelesen und kann es empfehlen - spannend, originell und fesselnd. Schade, dass der Nachfolger, Metro 2034, anscheinend weniger gelungen ist. Die Rezensionen auf Amazon haben mich jedenfalls von einem Kauf abgeschreckt.

bender79 13 Koop-Gamer - 1466 - 1. März 2010 - 16:45 #

Ich mag ja auch sehr Endzeitspiele, aber miest nur in Metrotunneln etc., das ist mir zu öde...

Endzeitlandschaft draussen gehört in ein ordentliches Spiel mit rein :-)

Stalker 1 und Stalker CoP sind echt Klasse!

BiGLo0seR 21 AAA-Gamer - 29336 - 2. März 2010 - 17:47 #

Auf dieses Spiel freue ich mich seit der ersten Vorschau-Berichte und -Videos und dieser Artikel macht mir nur noch Lust auf mehr! Hoffentlich nutzt der Titel sein vorhandenes Potenzial voll aus, denn dann könnte es einer der Überraschungs-Titel des Jahres 2010 werden und er hätte es wirklich verdient!
Bin deshalb schon auf euren Testbericht gespannt.

Anonymous (unregistriert) 9. März 2010 - 16:52 #

Für ein SP Game sind 8Std Spielzeit zu wenig, gibt jo kein MP.