Wir freuen uns auf Südamerika!

Max Payne 3 Preview

In einer zweigeteilten Mammut-Session konnten wir Max Payne 3 sowohl im Solo- als auch im Multiplayer-Modus ausgiebig spielen, insgesamt fast 6 Stunden lang. In das Wehklagen prophylaktisch empörter Fans (Max Payne später mit Glatzkopf! Sao Paulo statt New York! Pepsi statt Coke!) können wir nicht einstimmen: Max Payne 3 wird klasse.
Jonas Schramm 29. März 2012 - 19:31 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Großer Aufschrei ohne echten Anlass: Max Payne sieht nun anders aus als früher (soll durchaus vorkommen bei Ex-Cops im reiferen Alter), er gleicht nun optisch seinem englischen Synchronsprecher: James McCaffrey übernimmt abermals die Reibeisenstimme des Helden, und dient nun eben auch als Vorbild für Aussehen und Bewegungen. Und die Handlung wurde, o Frevel, aus New York nach Sao Paulo (Brasilien) verlegt! Entwarnung vorweg: Das neue Szenario ist super.

Schon in unserer ersten Preview zeigten wir uns sehr angetan von Max Payne 3, nun konnten wir jedoch in einer zweiteiligen Marathonsitzung sowohl den Solomodus ausgiebig spielen und neue Levels durchstreifen (darunter, als erstes deutsches Onlinemagazin, den Favela-Level) als auch im Multiplayer-Modus uns von fiesen, jüngeren und reaktionsstärkeren Kollegen auseinander nehmen lassen. Doch zunächst zur Solokampagne, die laut Rockstar das Entscheidende am Spiel ist.
 
Goodbye, New York
Zusammen mit seinem Bekannten Passos begibt sich Max in ein Fußballstadion in Sao Paulo, um die Geisel Fabiana freizukaufen (oben). Natürlich geht die Geldübergabe schief und die beiden müssen die Waffen sprechen lassen (unten).
Wir hocken in unserer Leib- und Magenbar und sondern typisch zynische Sprüche darüber ab, wie weit wir es doch im Leben gebracht haben: Vom Streiter für das Gute zum Alkoholiker. Also, wir reden jetzt nicht davon, dass wir als GamersGlobal-Redakteur bei "Urs'ula's" in Haar-Salmdorf West am Tresen stehen, wir haben uns nur in die Haut von Max Payne begeben. Der hat zu Beginn der Handlung (wobei es sich technisch um eine Rückblende handelt, der tatsächliche Spielbeginn sieht anders aus) noch sein volles Haupthaar, sonst aber nicht mehr viel im Leben. Die Tage vergehen, der Alkohol fließt, die geliebte Frau bleibt tot, viel hält Herrn Payne nicht mehr aufrecht. Das NYPD hat er längst verlassen.
 
Da wird er in eine Auseinandersetzung in der Bar verwickelt, infolge derer es sich Max überaus endgültig mit einem lokalen Mafiaboss verdirbt. Also so richtig. Es bleibt ihm nur die äußerst schnelle und möglichst weite Flucht! Dank seines Bekannten Raul Passos weiß er auch, wohin: In Max' Appartement erzählt der ihm von der Idee, nach Brasilien zu gehen, wo lukrative Jobs auf einen schießerfahrenen "Sicherheitsfachmann" (vulgo: Söldner) warten. Der eigentliche Spielbeginn macht uns mit unserem dortigen Auftragsgeber vertraut, einem steinreichen brasilianischen Immobilienmogul namens Rodrigo Branco, der eine passend wunderschöne und wunderjunge Frau sein Anhängsel nennt. Sie selbst nennt sich Fabiana.
 
Auch wenn Max Payne 3 in Sao Paulo spielt und nicht in Mexiko-Stadt: Wir müssen bei dem Szenario (und auch bei jeglichen Szenen außerhalb geschlossener Räume) unweigerlich an Man on Fire denken, einen etwa fünf Jahre alten Film, der – wie das Spiel – die Mischung aus Favelas und Hochhäusern, Geld und Armut, normalen Menschen und fiesen Gangstern ziemlich atmosphärisch auf die Leinwand brachte. Der Film behandelte das Thema "Kidnapping Marke Südamerika" – das sich selten um politische Botschaften, sondern schlicht um Geld dreht, zumindest meistens. Und siehe da, jetzt haben wir es verraten: Schon kurz nach Spielbeginn wird die schöne Fabiana von der Gang Comando Sombra entführt. Kurz darauf erleben wir die Strategiebesprechung im Büro des Stinkreichen, zusammen mit Passos und den beiden Brüdern des Ehemanns (Victor Branco: Politiker, Marcelo Branco: Lebemann). Schnell steht fest: Branco zahlt, und wir sollen das Geld überbringen. Die Übergabe ist in tiefster Nacht in einem großen Fußballstadion, wir landen per Helikopter mitten auf dem Spielfeld. Als die ziemlich aufgeregten Gangster auf uns zukommen und mit ihren Waffen herumfuchteln, dürfen wir wieder einige sarkastische Kommentare von Payne bewundern. Sekunden später bewundern wir die Treffsicherheit einiger Scharfschützen, die den Großteil der Gangster aus der Ferne erledigt, bevor sie uns aufs Korn nehmen. Payne wird verwundet und von Passos halb vom Platz ins Innere des Stadions geschleppt: Erstens in Sicherheit, und zweitens den fliehenden Resten der Gang hinterher – die haben nämlich die Geldtasche und denken vermutlich, Branco hätte sie reingelegt. Das wäre nicht gut für Fabiana...
 
Wahlweise setzt Max ein Gewehr oder bis zu zwei einhändige Feuerwaffen gegen die Feinde ein. (PC-Version)
Bullet-Time im Devotionalien-Shop
Die nächste halbe Stunde wanken oder laufen wir als Max Payne durch die Eingeweide des Stadions, sehen die Mannschaftskabinen von innen und auch die Merchandising-Shops. Nach dem Einwurf einiger Painkiller können wir zumindest wieder richtig laufen und auch eine Waffe halten. Oder sogar bis zu drei: Max kann maximal ein Gewehr sowie zwei Pistolen oder Uzis tragen, letztere lassen sich auch in beiden Händen gleichzeitig einsetzen. Das ist ebenso realistisch wie der Umgang mit dem Thema Hitpoints "oldschoolig": Obwohl es sich bei Max Payne 3 um einen 3rd-Person-Shooter handelt, verzichtet es im Solomodus auf die typische automatische Hitpoint-Regeneration. Vielmehr könnt ihr bis zu neun Painkiller-Dosen aufsammeln und jederzeit einsetzen, spätestens aber bitte dann, wenn sich die Max-Payne-Silhouette rechts unten zunehmend rot färbt. Zudem gibt es die "Letzte Chance" für Max: Wenn er eigentlich schon tödlich getroffen zu Boden gegangen ist, aber noch mindestens einen Painkiller übrig hat, wird dieser automatisch verbraucht, und ihr könnt unter Zeitdruck, aber in Zeitlupe, euren Mörder erschießen. Schafft ihr das, habt ihr euch noch mal von des Todes Schwelle davongestohlen, seid aber immer noch schwer verwundet. Die Savepoints lagen uns teilweise etwas weit auseinander im Spiel, aber nach einigen Fehlversuchen wussten wir, wo welche Gegner auf uns lauern, und kamen doch weiter.
 
Auch wenn Max Payne den Wert von Deckung kennt (und diese auch nutzen sollte): In der Defensive hat er oft schlechte Karten. Dazu strömen bereits im Stadion zu viele Gegner auf ihn ein, zunächst Banditen, später paramilitärische Kämpfer, die bereits die Gangster auf dem Fußballfeld weggesnipert haben. Gerade letztere haben einen soliden Vorrat an Granaten, den sie gerne gegen euch einsetzen, solltet ihr auf Gears of War-Taktiken setzen. Aber Max Payne kann etwas, um das ihn Marcus Fenix beneiden würde: die Bullet-Time einsetzen! Zur Erinnerung
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, Max Payne 1 war das erste Spiel, das diese Idee (die wiederum aus dem Film Matrix stammt, der sich wiederum von asiatischen Gangsterfilmen wie Hard Boiled inspirieren ließ) einsetzte; sie wurde oft und gerne kopiert seitdem. Die Bullet-Time ist ein Zeitlupenmodus, der eure Spielfigur merklich und die Gegner noch sehr viel stärker verlangsamt und außerdem Max' Schadenstoleranz erhöht. Wenn ihr sie aktiviert, verbraucht ihr einen (vorher durch Kämpfe zu füllenden) Adrenalinbalken. Es sei denn, ihr macht einen "Bullet-Time-Sprung", der ist kostenlos. Der Effekt ist, dass ihr ständig in Zeitlupe akrobatisch nach vorn, hinten oder zur Seite springt und dabei im Matrix-Stil effektvoll aus allen Rohren ballert, während ihr euch dreht und wendet und teilweise auch einfach schöne Flüge choreographiert.  Die Bullet-Time ist aber beileibe kein Gimmick, sondern integraler Bestandteil des Spielerlebnisses – und auch bitter nötig, denn sonderlich viele Treffer hält Max Payne nicht aus. Und siehe da: Das Zeitlupen-Sprung-Geballere macht noch so viel Spaß wie eh und je! Als wären nicht neun Jahre seit Teil 2 vergangen.
Die Bullet-Time nutzt ihr vor allem in Verbindung mit Sprüngen, dann ist sie nämlich kostenlos. Im Hersteller-Screenshot fehlt die reduzierte UI, die euch unten rechts die Gesundheit von Max, den Bullet-Time-Balken und eure Munition zeigt. (PC)
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