Angetestet: Spiel mit Filmflair

Mafia 2 Preview

Zusammen mit den Häschern einer befreundeten Familie nehmen wir diesen Diner auseinander. Und zwar komplett.

Herren- und Autoausstatter
 
Auf der Route zu Joe, die mit einer Linie auf der kleinen Stadtkarte unten rechts eingezeichnet ist, beschließen wir einen Stopp einzulegen. Einfach, um uns die Nachbarschaft anzusehen. Auf den Straßen herrscht reges Treiben -- wir beschließen, dem Herrenausstatter einen Besuch abzustatten. Eine Fülle von Hemden, Jacken, Anzügen und Accessoires warten auf uns und unsere Brieftasche. Wir verschwinden in der Umkleidekabine und probieren einige der Kleidungsstücke an, beschließen jedoch, mit dem Kauf zu warten -- erst einmal ein paar Dollar mehr verdienen! Richtig, da war doch etwas. Wir steigen wieder ins Auto und machen uns auf den Weg, um endlich unseren Freund Joe zu treffen. Doch unsere vom guten Wetter und der schmissigen Musik aus dem Autoradio blendend gelaunte Stimmung erfährt einen hehren Dämpfer, als wir eine Kurve etwas zu spät nehmen und mit einem anderen Fahrzeug kollidieren. Beim Zurücksetzen krachen wir auch noch gegen eine Häuserwand. Nun hängt die Frontstoßstange nur noch gerade so am Fahrzeug, während die Motorhaube beim Bremsen und Anfahren bedenklich auf- und abwippt. Joe muss leider warten, wir legen einen Stopp bei einem Automechaniker ein, dessen Ladensymbol wir ebenfalls auf der Karte sehen. Der will uns neben der Reparatur noch Tand wie neue Radkappen und andere Zubehörteile verkaufen, doch auch dafür ist uns unser Geld derzeit noch zu schade. Okay. Wir fahren nun wirklich schnurstracks zu Joe.
 
Zigaretten kaufen? Billig!
 
Diese (nicht geskriptete) Explosion läuft realistisch ab, die Druckwelle lässt die Fenster des rechten Wagens erst einen Moment nach der Detonation bersten, schließlich brennt der linke Wagen aus.
Wir haben bis jetzt noch keine Minute "richtig" gespielt, uns dabei jedoch keinen Moment gelangweilt. Manch einer mag sicher weniger Interesse am ganzen Drumherum haben -- der ist natürlich herzlich eingeladen, so fix wie nur möglich der Hauptgeschichte zu folgen. Und dabei natürlich jede Menge von dem zu verpassen, was Mafia 2 so außergewöhnlich macht. Denn wie schon der Vorgänger, und dem Vernehmen der Designer nach noch deutlich stärker, setzt das Actionspiel von 2K Czech auf leise, langsame Passagen. Bietet uns Missionen, wo wir nur jemanden chauffieren oder besuchen, ohne einen einzigen Schuss abzugeben.

Joe hat auf halbseidenem Weg einige Pakete Zigaretten ergaunert und will die nun vom Laster weg verkaufen. Damit seine nicht minder halbseidenen Kunden nicht so lange warten müssen, stehen wir auf der Ladefläche und schnappen uns die gewünschten Kartons, voneinander durch ihre Farben Rot, Blau und Weiß zu unterscheiden. Die Nummer geht eine Weile gut, bis ein humorfreier Abgeordneter einer rivalisierenden Mafia-Familie auftaucht und verlangt, dass Joe und Vito ihn am Umsatz beteiligen oder den Verkauf sofort einstellen. Joe denkt gar nicht daran, und so nimmt das Unheil seinen Lauf: Die Rivalen werfen eine Brandbombe auf die Ladefläche, die Zigaretten lösen sich buchstäblich in Rauch auf. Bei Joe knallen die Sicherungen fast so laut durch wie die Pistole in seiner Hand -- der gegnerische Mafioso liegt tot auf dem Boden, wir sprinten zu Vitos Auto und brausen davon.
 
Ein Scherbengericht
 
Guter Rat ist nach Joes Gewaltakt teuer, und so beschließen wir, unser Familienoberhaupt anzurufen und um Rat zu fragen. Dumm nur, dass die einzige Telefonzelle in Sichtweite belegt ist. Handys gab es 1945 schließlich noch nicht. Wir fackeln nicht lange, drängen den Vielredner aus der Zelle und rufen beim Chef an. Der ist nicht sonderlich begeistert, rät uns jedoch, uns an einem Restaurant der Rivalen einzufinden. Er will sich in der Zwischenzeit bei einer befreundeten Familie melden und deren Vertreter ebenfalls dorthin schicken. Guter Plan -- leider müssen wir uns vorher mit dem rüde beiseite gestoßenen Telefonierer beschäftigen, der uns mit seinen Fäusten traktiert. Das ist nicht so leicht, wie wir denken: Mehrfach gehen wir fast zu Boden, bevor es uns gelingt, den wütenden Kerl genau im richtigen Moment aus der Deckung heraus zu treffen. Uff! Freund Joe hätte uns da ruhig etwas helfen können.

Aber gut. Wir fahren zum Restaurant, dass sich als amerikanischer Diner herausstellt, ein paar hundert Meter von der Straße entfernt über einen Feldweg zu erreichen. Unsere neuen Verbündeten warten schon auf uns, um uns zu erklären, dass die Zigarettenepisode das Fass zum Überlaufen gebracht hat und die Burschen jetzt einen Denkzettel verpasst bekommen. Gesagt, getan: Wir durchsieben mit dem Maschinengewehr die Fensterfront des Gebäudes und auch sonst die halbe Umgebung (dabei können wir auch das auf zwei Holzlatten montierte Schild des Diners fachmännisch zerlegen). Dann kommen wir der Aufforderung des Anführers nach, einen Molotovcocktail aus dessen Auto zu holen und in die nun weit offenen Fenster zu werfen. Bald brennt der Diner lichterloh -- unser Werk hier ist getan.
 
Häufig sind wir in Mafia 2 mit Begleitung unterwegs -- wie schlau sich die KI-Kameraden anstellen, muss sich zeigen. Beim Testspielen variierten zumindest die Angriffsmuster der Feinde, als wir eine Kampfszene mehrfach starteten.
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