Angetestet: Spiel mit Filmflair

Mafia 2 Preview

Langsam wird es ernst für Mafia 2: Es soll nach vielen Verschiebungen spätestens im Oktober dieses Jahres erscheinen. Wir räumten eine knappe Stunde in unserem dicht gefüllten Terminkalender frei, um auf der GDC in San Francisco die aktuellste Fassung des vielversprechenden Titels zu spielen.
Roland Austinat 20. März 2010 - 22:10 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Schon kurz nach der Vorführung auf der letzten E3 herrschte große Begeisterung unter den anwesenden Journalisten. "Das ist das Spiel, dass Der Pate hätte sein sollen" war nur eine der Lobpreisungen. Auch wir verfolgen die Entwicklung des lange überfälligen Mafia-Nachfolgers mit Spannung. Umso größer unsere Freude, als wir auf der Game Developers Conference das Gamepad selbst in die Hand nehmen konnten, um die Xbox-360-Fassung auszuprobieren. Die soll sich nicht wesentlich von der PC-Version unterscheiden. Bis auf die Bedienung natürlich.
 
In der von uns gespielten Mission sollen wir erstmal zu unserem Buddy Joe fahren -- für uns war der Weg das Ziel.
 
Frohe Weihnachten!
 
In vielen Passagen (und natürlich Cutscenes) fühlt sich Mafia 2 an wie ein Scorsese- oder Coppola-Film.
In Mafia 2 spielt ihr die Geschichte des Kriegsheimkehrers Vito Scarletta über viele Jahre hinweg, beginnend mit der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Aus der Not der Zeit heraus verstrickt sich Vito mit seinem Kumpel Joe, ebenfalls Italo-Amerikaner, immer stärker in Mafia-Machenschaften. Ein kurzes Intro zeigt uns, wie Vito im Februar 1945 im glasklar von New York inspirierten Empire Bay eintrifft. Bei einem Bier in einer schummerigen Bar berichtet Vito Joe, dass er nur auf Heimaturlaub ist, und bald wieder zurück an die Front muss. Das kann Joe nicht mit ansehen: Er hilft Vito mit einem gefälschten Attest aus der Patsche.

Kurz darauf -- zeitlich aber einige Monate später -- beginnt das Spiel. Auf den Straßen von Empire Bay geht es vorweihnachtlich zu: Menschen mit vollgeladenen Einkaufstaschen eilen durch verschneite Straßen, aus den Läden ertönen Weihnachts-Oldies wie "Let it snow", während langsam die Schneeflocken auf Vitos Mantel rieseln. Das schafft schon in den ersten Spielminuten enorme Atmosphäre. Die gut 25 Quadratkilometer große, weitgehend frei befahrbare Stadt, werden wir im Laufe der nächsten zehn, 15 Spieljahre im Sommer wie im Winter kennenlernen, im Frühling wie im Herbst. Doch für Heimeligkeit ist wenig Zeit: Nach einer herzlichen Begrüßung zuhause nimmt Vitos Schwester ihn beiseite. Ihrem Vater Scarletta ist ein Kredithai auf den Fersen, weil er sich von ihm 10,000 Dollar geliehen hat -- das war 1945 eine riesige Summe von umgerechnet fast 120.000 Dollar. Scarletta muss diesen riesigen Batzen Geld zurückzahlen, nur woher nehmen? Wobei, hatte nicht Joe etwas von seinen neuen Freunden erzählt, für die er zahlreiche lukrative Jobs ausführt?
 
Wohnungsinspektion
 
Nach diesem stimmungsvollen Start springen wir ins Spiel, ungefähr an die Mitte der Hauptgeschichte, um Empire Bay endlich selbst unsicher zu machen. Mit den Worten, dass die Polizei in dieser Fassung auch schon mal beide Augen zudrückt und dass wir darin zwei einer eher bizarren Playboy-Kooperation entsprungenen Magazintitelbilder finden können, überlässt uns die 2K-PR-Dame Erica Jones die Stadt. Na, jedenfalls fast, denn erst mal müssen wir uns ausgehfertig machen und uns mit Joe treffen. Wir haben es nicht eilig und schauen uns die Wohnung genau an. Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Gänge -- alles sieht frappierend so aus, wie man es aus einem Film kennt, der in den 40er Jahren spielt. Wir drehen an Wasserhähnen, öffnen Schränke, lesen Bücherrücken -- das scheint einem 2K-Beauftragten etwas zu langsam zu gehen. "Wenn du deine Straßenkleidungs suchst ..." beginnt er, doch wir verneinen freundlich. Wir wollen uns die von den 2K-Czech-Grafikern in mühsamer Arbeit erschaffene Welt einfach genussvoll ansehen!
 
Schließlich öffnen wir, in Anzug, Mantel und Hut gekleidet, dann doch die Wohnungstür und betreten das Treppenhaus. Wir lesen uns die Namensschilder der Mitbewohner durch und stellen fest, dass wir wirklich in einem italienischen Viertel Empire Citys gelandet sind. Wir schieben ein Fenster hoch und schauen hinaus: trockenes Wetter, wolkenfreier Himmel. Ideal, um eine Spritztour mit unserem Auto zu unternehmen! In der Garage neben dem Haus warten gleich vier Vehikel auf uns, eins schöner als das andere. Wir entscheiden uns für ein rot-weißes Modell mit schnittigen Heckfinnen. Auf dem Weg zur Straße stellen wir fest: Es gibt keinen automatischen Kamera-Zentrierknopf, zumindest nicht auf der Xbox 360. Ansonsten ist die Steuerung konventionell: Mit dem linken Stick steuern wir unser Fahrzeug, mit dem rechten die Kamera, Gas und Bremse liegen auf den linken und rechten Zeigefingertasten. Aus den Augenwinkel sehen wir, wie unser 2K-Aufpasser aufatmet, dass wir endlich unterwegs sind. Aber er hat sich zu früh gefreut, das können wir jetzt schon sagen...

Das Deckungssystem fanden wir auf der Xbox 360 noch nicht ganz ausgereift; die Steuerung war dann hakelig.
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