Action-Spektakel in Edeloptik

Killzone 3 Preview

Mit Killzone 3 erwartet uns im Jahre 2011 ein weiterer Versuch von Sony Computer Entertainment, mit der eigenen Exklusivserie den Nimbus von Gears of War (Xbox 360) zu knacken. Wir konnten in der Redaktion eine komplette, lange Mission spielen – samt Move Controller und echter 3D-Darstellung dank "eingeflogenem" 3D-Fernseher.
Rechen 16. Dezember 2010 - 20:50 — vor 8 Jahren aktualisiert
PS3
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Gesteinsbrocken spratzen von der Wand und regnen auf uns nieder. Wir kauern hinter einem Fass, preschen vor und erledigen einen Helghast-Soldaten, der in einem roten Schwall [ZENSIERT]. An einer anderen Stelle des Schlachtfeldes wird einem unserer Mitstreiter ein Messer ins [ZENSIERT] [ZENSIERT]. Und da ist dann noch die Zwischensequenz, in der eine Art Harpune mitten durch den [ZENSIERT] eines weiteren Gegners geschossen wird. Willkommen in Killzone 3! Eineinhalb Jahre nach der Veröffentlichung des Vorgängers Killzone 2 haben wir die Gelegenheit genutzt den rotäugigen Soldaten des Helghast Empires erneut Saures zu geben. Wir konnten den für Frühjahr 2011 geplanten Shooter in unserer Redaktion ausgiebig probespielen – und zwar mit Move-Steuerung und 3D-Fernseher.

Action satt

Killzone setzt wieder auf die gewohnte Mischung aus Science-Fiction und nur leicht futuristischen (also überwiegend projektilbasierten) Waffen inmitten von großen, bis zum Bersten mit Gegnern und Großkampfgerät aufgefüllten Schlachtfeldern.

Und es geht nicht zimperlich zu, zumal die Kamera in voyeuristischer Manier fast immer voll drauf hält. Wie bereits in den vorherigen Serienteilen kämpfen wir gegen die Soldaten des Helghast Empires. Killzone 3 fährt direkt nach dem Ende des Vorgängers fort. Als Soldat Sev bekämpfen wir die Diener des Bösen, die in dunkle, klobige Kampfanzüge gekleidet sind, die sie teilweise "entmenschlichen". Unterstützt wird dieser Eindruck von den zwei roten Punkten, die uns statt Augen von unter den Helmen anstarren. Das prägt: Sobald wir auf den umkämpften Schlachtfeldern irgendetwas Rotes sehen, schicken wir reflexartig ein paar graue Bohnen in die entsprechende Richtung. Wir sind praktisch immer Teil einer Gruppe von Soldaten, auch Panzer und andere Kriegsvehikel kämpfen um uns herum mit – fast immer geskriptet, was die Wirkung aber nicht weniger intensiv und teils überwältigend macht.

Die sich durchs Bild ziehenden "Kondensstreifen" diverser Projektile tragen wesentlich zum Schlachtfeld-Ambiente bei.

Schwere Kämpfe

Sev kann insgesamt drei Schusswaffen mitnehmen, eine davon ist immer die Pistole mit unendlich viel Munition. Außerdem tragen wir bis zu drei Granaten am Körper, die wir streitlustigen Gegnern entgegen schleudern. Das klappt vor allem auch deswegen sehr gut, weil die Übelwichte zumindest in unserer Preview-Version nicht immer alles versuchen, um am Leben zu bleiben. Manche aber weichen aber auch zurück und greifen danach erneut an. Viel Zeit, um nachzudenken, bleibt uns sowieso nicht, da die Gefechtskulisse nach Geltung schreit. Um uns schlagen Raketen ein, zwei Soldaten ringen im Nahkampf miteinander, Kugeln zischen über das Schlachtfeld. Inmitten des Chaos sind wir, kauern uns hinter Deckungen und versuchen, irgendwie am Leben zu bleiben. Wenn wir getroffen werden, verfärbt sich der Bildschirm genretypisch rot. Wenn die sich einengende Sicht dann Richtung Schwarzweiß tendiert, ist unser Bildschirmleben nur noch einen Streifschuss von seinem Ende entfernt – der letzte Checkpoint winkt quasi schon.

Und das kommt durchaus des öfteren vor – die Kämpfe sind angenehm schwer geraten. Wer nicht aufpasst und im falschen Moment vorstürmt (oder auch nur den Kopf zu lange oben hält), wird von den zahlreichen Gegnern im Nu erledigt. Ähnlich wie bei Modern Warfare 2 kommt es an vielen Stellen auf das richtige Timing an: Wann sind genug Gegner erledigt, damit wir den nächsten Abschnitt erreichen können, wo wieder Deckungsmöglichkeiten sind?

Erstaunlich ist auch, wie viele Kugeln ihrerseits die Helghast-Soldaten vertragen können, bevor sie zu Boden gehe. Federn lassen musste hingegen anscheinend der exzessive Gebrauch von „Fuck“ und anderen Schimpfwörtern, der uns noch bei Killzone 2 aufgefallen war. Vielleicht täuscht hier aber auch nur der Probelevel über das komplette Spiel hinweg – besonders viel Interaktion mit anderen Charakteren (außer kurzen Zurufen) hatten wir außerhalb der Cutscenes nicht. Die Kämpfe leben aber schon davon, dass sie euch das Gefühl von Team und gemeinsamen Vorgehen geben – wenn ihr Modern Warfare und ähnliche Spiele kennt, wisst ihr ungefähr, was euch erwartet.

Grafik Deluxe

Um über die Qualität der Handlung ein fundiertes Urteil abgeben zu können, haben wir noch zu wenig gesehen. Im Moment deutet einiges darauf hin, dass sie eher dünn bleiben wird. Optisch ist Killzone 3 hingegen bereits jetzt ein wahrer Augenschmaus. Das fängt bei den Umgebungsdetails an, geht mit den oft mehrstufigen Explosionen weiter und hört bei den fein gezeichneten Gesichtern noch nicht auf. Ganz zu schweigen von den aufwändig gemachten Zwischensequenzen, die die Geschichte vorantreiben. Hier geizt Killzone 3 wahrlich nicht mit Explosionen und schnellen Kampfsequenzen, sondern brennt ein actiongeladenes Feuerwerk ab. Besonders gefallen haben uns die Texturen, die auch auf einem 46-Zoll- Fernseher und bei relativ geringem Abstand zum Bildschirm gestochen scharf sind. Auch konsolentypische Probleme wie Tearing sind uns beim Spielen nicht aufgefallen. Killzone 3 dürfte bei Erscheinen eines der grafisch fortgeschrittensten Spiele sein, die es für PS3 bislang gab.

Wohlgemerkt, alle bisherigen Aussagen beruhen auf der normalen 2D-Darstellung. Wir konnten aber durch ein Leihgerät von Sony Deutschland Killzone 3 in echtem 3D erleben – blättert weiter...

Abwechslung vom Infanteristen-Alltag: Hier ballern wir mit einem fest montierten MG auf feindliche Geschütze.

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