Amerikas Aufgebot

Homefront Preview

Hundertschaften "koreanischer" Soldatendarsteller machten die E3 '10 in Los Angeles unsicher -- eine Marsch-Marketingaktion für THQs Homefront. Zur bekannten Story (Vereintes Korea erobert die USA) haben wir neue Details gesammelt, vor allem aber in London ausgiebig den Multiplayer-Modus gespielt. Kann Homefront ein Topspiel werden?
Rechen 6. Oktober 2010 - 16:42 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Auf der E3 ließ THQ "koreanische Soldaten" marschieren -- und lieferte uns Stoff für unseren Messe-Comic (Tag 4).
Was würdet ihr tun, wenn plötzlich eine fremde Besatzungsmacht in euer Land einmarschiert und sprichwörtlich in eurem Vorgarten Beete zertrampelt?

Dieser Frage mussten sich schon die juvenilen Helden im 80er Jahre Popcorn-Film Red Dawn stellen, für unsereiner ist sie zum Glück fiktiv. Ganz real aber wird sie für unser Alter Ego im Shooter Homefront: Die reiche, hochtechnisierte Republik Korea und der waffenstarrende Norden haben sich wiedervereinigt und kurzerhand die Vereinigten Staaten von Amerika angegriffen. Das mächtigste Land der Erde, das seit den Tagen des Unabhängigkeitskriegs gegen die Engländer keine Invasion mehr erleiden musste, ist über Nacht zur Besatzungszone geworden.

Wir konnten den Multiplayer-Modus des vielversprechenden Titels bei einem THQ-Event in London erstmals selbst spielen. Bevor wir euch aber näheres darüber verraten, wollen wir euch zunächst mit der Handlung von Homefront vertraut machen, also dem Solomodus.
 
Amerika am Boden

Ein neuer Stern prangt am Himmel der Weltmächte. Es ist der Stern des Koreaners Kim Jong-un, der zunächst Süd- und Nordkorea geeint und danach große Teile Asiens erobert hat. Außerdem ist sein Reich mit atomaren Waffen ausgestattet, mit riesigen "Menschenreserven" gesegnet und höchst aggressiv. 2018 hat Japan vor Kim Jong-un kapituliert und wurde ins koreanische Reich eingegliedert. Das nächste Ziel des ehrgeizigen "Asienadolfs" ist Amerika.

Amerika? Das pro Jahr etwa so viel Geld in sein Militär steckt wie alle anderen Staaten der Erde zusammen? Das mag 2010 so sein, doch in der Hintergrundstory zu Homefront kniet die Supermacht bereits am Boden: Sie hat den Wettstreit um die weltweiten Ressourcen verloren, ihr Wirtschaftsystem bricht im Jahr 2022 zusammen. Amerika ist angreifbar. Und so startet Kim Jong-un im Jahre 2025 eine Invasion. Eingeleitet wird die Attacke durch den Einsatz eines mysteriösen Satelliten, der binnen eines Moments große Teile der amerikanischen Infrastruktur lahmlegt. Vermutlich handel es sich um eine Art EMP-Bombe.
2027 befinden sich die USA im eisernen Würgegriff der Besatzer. Jetzt ist es an den Bürgern Amerikas, sich zur Wehr zu setzen und in guter, alter Frontier-Tradition die Unabhängigkeit zurück zu erlangen. In Homefront schlüpfen wir in die Rolle eines Mitglieds des Widerstands. Mit allerlei Kriegsgerät, vor allem aber als Infanterist, müssen wir den Invasoren das Leben schwer machen.

Packende Solo-Atmosphäre

Nach den E3-Präsentationen zu urteilen, denen wir beiwohnen konnten, ist die Atmosphäre des Spiels dabei so packend wie in kaum einem anderen Actionspiel. Sehr viele Skriptsequenzen, innerhalb derer wir aber weiterhin agieren, lassen das Geschehen so chaotisch und überraschend erscheinen, wie wir uns eine echte Kriegssituation vorstellen. Durch das fiktive Szenario haftet dem (sehr expliziten) Spiel zudem nicht ganz so stark der üble Duft von Sensationsmache mit aktuellem Kriegsgeschehen an, wie es bei in Kürze bei Medal of Honor sein wird oder bei Modern Warfare 2 bereits war. Im Rahmen des Möglichen ist das Szenario zwar nicht sonderlich überzeugend, aber eben auch anders als die herkömmlichen Settings.

Vor allem die grafischen Details und Animationen fanden wir, zuletzt auf der Gamescom, sehr gelungen -- da spielen Kinder auf der Straße, während ihre Eltern den Garten verschönern. Da wird eine regionales Hauptquartier des Widerstands im Detail gezeigt, samt zum Trocknen aufgehängter Wäsche. Und immer wieder passiert Unerwartetes -- da naht etwa ein koreanischer Angriffstrupp, die Basis muss in Minutenschnelle evakuiert werden. Oder ein feindlicher Helikopter eröffnet plötzlich das Feuer, während wir eigentlich schon dachten, uns den Weg in eine koreanische Militärbasis freigekämpft zu haben. Mit einem beherzten Sprung zur nächsten Bazooka holen wir den Kampfhubschrauber gerade noch rechtzeitig vom Himmel...

Wie in Modern Warfare 2 kämpfen wir auch in US-Städten. Dabei erblicken wir düstere Details wie erhängte Bürger.

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