Stealth und Action Hand in Hand

Hitman - Absolution Preview

Mit so mancher Ankündigung für Hitman Absolution machte IO Interactive alten Serienfans Sorgen, dass der Schleich-Shooter deutlich in Richtung Action abdriften könnte. Wir haben Agent 47 in die Redaktion eingeladen und ihn viele Stunden auf die Probe gestellt. Und verraten euch, warum mehr Action nicht weniger Stealth bedeuten muss.
Benjamin Braun 12. Oktober 2012 - 19:08 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Zwölf Jahre ist die Hitman-Reihe mittlerweile alt. Seit ihrem Debüt im Jahr 2000 geraten die Spiele mit ihrem glatzköpfigen Auftragskiller immer wieder ins Visier der Jugendschützer; in Deutschland stand Teil 1 bis vor kurzem noch auf dem Index. Drei weitere Spiele mit Agent 47 sind innerhalb der ersten sechs Jahre nach dem Auftakt erschienen, bis sich der dänische Entwickler nach Hitman - Blood Money der Haudegen Kane & Lynch annahm. Am 20. November kehren die Entwickler zu ihren Wurzeln zurück und schicken den Mann mit dem Barcode im Nacken zum nunmehr fünften Mal ins Rennen. Mit Version 3 ihrer Glacier-Engine soll Hitman - Absolution nicht nur hübscher werden als die letzten Spiele von IO, sondern durch eine actionreichere Inszenierung für das Spielejahr 2012 tauglich gemacht werden. Was wir nach mehreren Spielstunden vom Meuchelmörder mit Frisörphobie halten, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Tag der Abrechnung
Die Wachen brauchen etwas länger, um den Hitman in der Gärtnerverkleidung zu erkennen. Die andere Gärtner schöpfen hingegen schneller Verdacht.
Bei Kennern der ersten Hitman-Spiele klingelt gewiss etwas, wenn wir den Namen Diana Burnwood nennen. Für alle anderen: Sie ist die Stimme der ominösen Agentur, die Nummer 47 immer mit Aufträgen versorgte und selbst in seinem Exil in einem sizilianischen Kloster nicht zur Ruhe kommen ließ. Doch die Agentur hat sie verstoßen und auf die Abschussliste gesetzt; Hitman soll Diana ausschalten!

Als der Hitman vor ihr steht, gibt er sich jedoch ungewohnt zögerlich. Mit Diana verbindet er nicht nur Schlechtes und wirkt für seine Verhältnisse gehemmt, bevor er sie doch mit einem Schuss aus seinen Silverballers tödlich verletzt. Diana hat aber noch Gelegenheit, mit ihrem Mörder ins Reine zu kommen und erzählt ihm von einem Mädchen namens Victoria, das sie offenbar vor dem Einfluss der Wissenschaftler der Agentur bewahrt hat. Erinnerungen an seine Vergangenheit als Klonexperiment kommen in Agent 47 hoch und er beschließt, Victoria unter seine Fittiche zu nehmen – und im Hintergrund seine Rachetour fortzuführen. Wesentliches hat sich am unterkühlten Naturell des Killers nicht geändert. IO zeigt sich in den ersten Stunden des Abenteuers aber sehr bemüht, die menschliche Seite des Hitman aufzuzeigen, der – wie fast schon üblich für die Reihe – letztlich doch wieder vor allem zwischen den Fronten steht.

In New York City warten seine ersten Opfer, aber auch jede Menge Polizisten, die ihn mit Hubschraubern über Dächer verfolgen oder in Chinatown mit ihrer Massenpräsenz dazwischen funken. Doch Hitman wäre nicht der Hitman, wenn er nicht dennoch vollkommen unbemerkt töten und selbst die dichtesten Polizeisperren unbehelligt passieren könnte...

Ein Killer mit InstinktDie wichtigste Neuerung in Hitman 5 ist das Instinkt-Feature. Aktiviert ihr es, hebt das Spiel eine identifizierte Zielperson oder auch die patrouillierenden Polizisten deutlich von der Menge ab. Halten wir die Instinkt-Taste länger gedrückt, sehen wir in einer Art Flammenspur sogar, welche Route sie nehmen werden. Was wie eine Simplifizierung erscheint, spart letztlich nur Zeit, da wir nicht mehr wie früher die Routen durch längeres Beobachten auswendig lernen müssen. Der Instinkt hilft euch aber auch in anderen Situationen. Zum Beispiel, wenn der Hitman als Gärtner verkleidet durch ein Gewächshaus läuft. Den Wachen fällt nicht so leicht auf, dass dieser Glatzkopf gar nicht dazu gehört. Die übrigen Gärtner aber kennen ihre Kollegen besser und schöpfen rasch Verdacht, wenn ihr ihnen von Angesicht zu Angesicht gegenüber steht. Müsst ihr einmal nahe an einem anderen Gärtner vorbei, senkt der Hitman beim Nutzen des Instinkts sein Haupt oder zieht den Hut tiefer ins Gesicht. Eine gute Idee, wie wir finden! Zumal sich die KI in puncto Enttarnung deutlich verbessert hat. Während uns in den letzten Serienteilen immer wie
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der Wachen oder Bedienstete urplötzlich erkannten, ohne dass es nachvollziehbar für uns war, sind wir in Absolution bislang in keine solche Situation getappt.

Im Fall, dass ihr den Trick mit dem gesenkten Haupt nutzt, sinkt euer Instinktwert schnell in den Keller. Deshalb solltet ihr genau darauf achten, wann und wie lang ihr ihn einsetzt. Durch das Erreichen von Zwischenzielen oder auch das Aufklauben von zusätzlichen Beweismitteln könnt ihr den Vorrat wieder auffüllen. Das neue Feature bietet zudem ein Markierungssystem der Marke Splinter Cell - Conviction, auf das wir später noch zu sprechen kommen. Das gilt aber nur für den normalen Schwierigkeitsgrad (auf leicht ist der Vorrat unbegrenzt). Auf den höheren der fünf Stufen müsst ihr mit deutlich weniger "Instinkt" auskommen oder könnt ihn gar nur ein einziges Mal während einer ganzen Mission einsetzen. Und selbst das geht nicht, wenn ihr Hitman Absolution tatsächlich auf „Purist“ ausprobiert, was euch nicht mal ein Interface zur Verfügung stellt. Da hat offenbar jemand ein Herz für Hardcore-Gamer!
An den Türstehern dieses Etablissements kommen wir nicht einfach so vorbei. Als Cop verkleidet geht es schon leichter, wir ziehen es allerdings vor, über den Fenstersims völlig unbemerkt hinein zu kommen.

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