Der beste Hitman von allen

Hitman Absolution Preview

Hitman überzeugte schon in der Vergangenheit mit diversen Lösungsansätzen, die uns dazu anzutrieben, die Zielperson auf möglichst kreative Weise auszuschalten. Hitman – Absolution behält die größte Stärke der Vorgänger bei, bietet hier und dort etwas mehr Action und stellt den Spielern keine unnötigen KI-Stolpersteine mehr in den Weg.
Benjamin Braun 10. Juni 2012 - 21:37 — vor 6 Jahren aktualisiert
Hitman - Absolution ab 4,99 € bei Green Man Gaming kaufen.
Hitman - Absolution ab 9,99 € bei Amazon.de kaufen.
Mehr als sechs Jahre ist es nun her, als wir das letzte Mal in die Haut des glatzköpfigen Auftragskillers Agent 47 geschlüpft sind. Am 20. November hat die Durststrecke aber ein Ende, denn dann steht mit Hitman – Absolution der neue Teil von IO Interactives Schleich-Shooter in den Startlöchern. Agent 47 wird abermals Zielpersonen per Klaviersaite oder auch mal mit seinen legendären Silver-Ballern um die Ecke bringen. Aber die Möglichkeiten der Zielerfüllung sind wie immer viel variantenreicher, bieten Anlass zum erneuten Durchspielen – und sei es nur, um eine bessere Bewertung zu erhalten. Sie lassen Spielraum zwischen "vollkommen unbemerkt" und "brachialer Schusswaffengebrauch". Viel wichtiger ist aber: Der Hang zur Action, den so mancher Gameplay-Trailer im Vorfeld der E3 suggerierte, führt bei weitem nicht immer zum Ziel und lässt euch zudem schnell im Kugelhagel eurer Widersacher sterben.

Unschuldige schonen?
Für Tyler Colvin kommt die Erkenntnis zu spät: Als Gangster bitte beim Telefonieren immer auf die Tür aufpassen.
Der Hitman macht Station in der Stadt Hope in South Dakota. Wie üblich hat der dänische Entwickler den Ort nicht ohne Grund gewählt, sondern nutzt ihn für den etwas zynischen Titels des neunten Kapitels, Streets of Hope. Denn zumindest für einige Menschen ist längst jede Hoffnung auf eine rosige Zukunft verloren.  Das gilt in jedem Fall für den Kriminellen Lenny „The Limper“. Bevor  Agent 47 ihm allerdings das Lebenslichtlein ausbläst, muss er noch dessen Schergen beseitigen.

Und mit Tyler Colvin steht der erste davon schon auf seiner Liste. Unser gut gekleideter Auftragsmörder, über dessen Barcode am Hinterkopf ein Pflaster klebt, folgt ihm in einen Laden. Natürlich nicht durch den Vordereingang, sondern durch das Lieferantentor, um nicht von ihm entdeckt zu werden. Die Verkäuferin hinter der Theke verhindert aber dennoch unser unbemerktes Eindringen. Wir können sie einfach von hinten erwürgen, ziehen es aber vor, die unschuldige Dame hinter eine der Regalwände zu locken. Ob wir dafür eine Flasche nehmen und diese in einer Ecke des Raums zu Bruch gehen lassen oder einfach das Radio im Regal einschalten, bleibt uns überlassen. Beides verschafft uns genügend Zeit, um unbemerkt an der Verkäuferin vorbeizukommen. Über dem Laden befindet sich Tylers Appartement. Er quatscht gerade eifrig ins Handy und kommt nicht auf die Idee, dass es keine gute Idee ist, uns dabei den Rücken zuzuwenden. Kurz angeschlichen, die Klavierseite ausgepackt, und schon ist Ziel Nummer 1 passé.

Stirnwischen und vorbei...Ganz so einfach, wie hier beschrieben, funktioniert das in der Praxis natürlich nicht – ihr braucht neben der Idee, was ihr tun könntet, auch ein gewisses Timing. Dennoch ist das für normalbegabte Gamepad-Artisten gut zu schaffen. Aber es ist auch nur der Anfang. Denn bis wir zu Lenny vordringen, gilt es noch mehrere Personen in Hope auszuschalten. Dummerweise sind überall zahlreiche Cops auf den Straßen unterwegs, die die Gegend überwachen. Und nicht nur die machen uns etwa das Eindringen in eine Reifenhandlung schwer, sondern auch die Angestellten, die uns selbst  im Overall eines Bediensteten sofort erkennen. Auch dafür hat IO eine gute Idee gehabt: Der Hitman kommt an diesen Perso
Anzeige
nen auch ohne entlarvt zu werden vorbei, wenn er sich im Vorbeigehen auf Knopfdruck zum Schein die Stirn reibt, um damit sein Gesicht für einen Moment zu verdecken.

Das zur richtigen Zeit eingesetzte Stirnwischen ist eines der neuen Features, die beim größten Problemfeld von IO Interactive für Abhilfe sorgen sollen: der KI. Die war, wie Kenner der Serie wissen, bisher immer der größte Schwachpunkt. Deshalb haben die Entwickler ihren Angaben nach die KI-Routinen von Grund auf neu gestaltet; Agent 47 soll nur noch dann erkannt werden, wenn es wirklich nachvollziehbar ist. Um beim genannten Beispiel zu bleiben: Ein Angestellter lässt sich vom Overall nicht täuschen und wird zumindest skeptisch. Ein Polizist, der die Beschäftigten eines Ladens aber logischerweise gar nicht kennt, schöpft hingegen keinen Verdacht. Und siehe da: Das sind aber keine leeren Versprechungen. Bei unserem eigenen Anspielversuch in einem Level in China funktioniert die KI einwandfrei. So lange wir nicht mit der Pistole offen in der Hand herumlaufen oder in Bereiche vordringen, in denen wir nichts zu suchen haben, können wir uns unbehelligt durch den Level bewegen.

Grafisch viel aufwändiger als früher erschafft Hitman pro Level einen kleinen simulierten Mikrokosmos, hier die Stadt Hope.

Kommentare nicht sichtbar (23)