Schnetzler in Top-Grafik

God of War - Ascension Preview

Mit dem Spartaner Kratos war noch nie gut Kirschen essen. Das ändert sich auch im neuesten Teil von Sonys Exklusivserie nicht, in der wir die Geschichte des Kriegers erleben, bevor er zum Halbgott wird. Wir haben uns für euch vorab zur Probe durch mehrere Kapitel der Kampagne geschnetzelt.
Benjamin Braun 22. Februar 2013 - 23:11 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Kratos steht mitten auf einer Plattform, die Arme mit dicken Ketten an ein paar steinernen Säulen fixiert. Er ist der Gefangene der Königin der Furien, die ihn mit Hohn und Spott überschüttet. Vielleicht hätte ihr zuvor jemand sagen sollen, dass man den weißhäutigen Spartaner besser nicht wütend machen sollte – oder besser gesagt: nicht noch wütender, als er das ohnehin schon im Normalzustand ist. Sein Gemüt in etwa so ausgeglichen wie das von Asura in Asura's Wrath. Doch die Furie reizt Kratos weiter und schlägt mit ihren knöchernen Tentakeln nach ihm, was Kratos' Hals gefühlt auf Lkw-Reifen-Umfang aufbläht. Aber manchmal ist es eben von Vorteil, wenn man seine Anti-Aggressions-Therapie hat schleifen lassen: Erst reißt Kratos die Ketten rechts aus der Wand und dann die auf der linken Seite. Da bleiben selbst der unflätigsten Furie irgendwann die Worte in Halse stecken und auf die Großkotzigkeit von zuvor folgt schnell eine überlebensorientierte "Ich muss weg"-Reaktion. Ratet mal, ob Kratos sie ziehen lässt ...

Einmal Kratos, immer Kratos
Nicht auf die Größe kommt es an, sondern auf die Technik: Selbst solche Brocken verspeist Kratos zum Frühstück.
Fünf große Auftritte hat Sony dem Kriegsgott Kratos auf Playstation 2, PS3 und PSP bereits beschert, der letzte in God of War 3 (GG-Test 9.0) liegt ziemlich genau drei Jahre zurück. Das für den 13. März angekündigte God of War - Ascension wird die Geschichte von Kratos jedoch nicht fortführen, sondern die Ereignisse vor dem ersten Teil der Kernserie erlebbar machen. Kratos weiß also noch nichts von seinem Halbgott-Status – so etwas wie Todesangst kennt der Krieger aber auch in dieser frühen Zeit seines blutroten Wirkens nicht.

Äußerlich hat sich bei ihm wenig verändert: Glatze, fahle Hautfarbe und Muskeln, die nicht gerade den regelmäßigen Verzehr von Gyros Pita mit extra Tsaziki vermuten lassen. Stattdessen scheint der Haudegen vom Blut seiner Feinde zu zehren, denn ordentlich zuschlagen oder sein Gegenüber mal eben in seine Einzelteile zerlegen wirkt bei ihm mehr wie eine Obsession als eine Pflicht.

Vom Käfer-Töten und Zyklopen-ReitenWir sind immer noch hinter der obszön-mörderischen Furienkönigin hinterher, die uns auf ihrer Flucht Heerscharen an Feinden entgegen wirft. Vor allem sind es kleine Käfer, die zwar mit wenigen Schlägen erledigt sind, aufgrund ihrer schieren Masse aber durchaus bedrohlich werden können. Die Käfer sind auch in der Lage, Sklaven in Monster zu verwandeln, die dann ebenfalls gerne im Rudel angreifen. Die Kämpfe laufen dann nach dem gewohnten Muster ab: Leichte Angriffe, schwere Angriffe – und wenn euch die Feinde mal zu sehr auf die Pelle rücken, sorgt ein Befreiungstritt für den nötigen Freiraum. Attacken könnt ihr blocken oder ihnen per Ausweichsprung entgehen. Wenn denn mal genug Platz ist: Im von uns gespielten Abschnitt fand noch keine der Auseinandersetzungen auf einem größeren Schlachtfeld statt.

Unsere Hauptwaffe ist an einer Kette befestigt, weshalb wir auch aus etwas größerer Entfernung noch Treffer setzen können, mit einer der Schultertasten schleudern wir sie zudem auf einen Gegner. Dann können wir ihn zu uns herüberziehen und weiter drauf dreschen oder ihn auf seine Kumpane werfen. Nett! Sehr schön fanden wir auch den Kampf mit einem Zyklopen, den wir zunächst mürbe machen, bevor wir uns auf seinen Rücken schwingen und alle umherstehenden Feinde mit Hieben des Zyklops weichklopfen. Betäuben wir einen Gegner, sind wie gehabt Finisher möglich, die euch besonders viele rote Orbs für die Waffenaufwertung einbringen. Ihr merkt schon: Am Kampfsystem hat sich nichts Grundlegendes verändert.

Aber was erzählen wir euch von irgendwelchen "kleinen" Gegnern, ihr wollt doch sicherlich etwas über die richtig großen Biester erfahren. Einer der ersten Bosse im
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Spiel ist eine Mischung aus Wurm und Krabbe. Mit ihm müssen wir uns gleich zweimal anlegen, wobei Ascension beweisen darf, dass ungewöhnliche Perspektiven eine seiner Kernkompetenzen sind. Bei der ersten Begegnung stehen wir noch unterhalb einer Mauer und haben nur in seltenen Momenten Gelegenheit, das Monster überhaupt anzugreifen. Vielmehr müssen wir seinen Attacken ausweichen, indem wir mal über seine klingenförmigen Arme hinwegspringen, mal vor einer ziemlich heftigen "Wischattacke" in eine kleine Mulde flüchten. Bei der zweiten Begegnung kommen noch einige andere normale Gegner als zusätzliches Erschwernis hinzu. Besiegen können wir den Boss ausschließlich im Rahmen von Quick Time Events, die im Rahmen rasanter Kamerafahrten stattfinden und so brachial und blutig sind wie wir das von Kratos gewohnt sind. Schade ist eigentlich nur, dass wir weniger von den Sequenzen mitkriegen, als es sein müsste. Die Tasteneinblendungen fürs QTE finden nämlich immer noch an den Bildschirmrändern statt. Hätten sich die Entwickler doch mal Heavy Rain vorher angeschaut! Da wurden die Symbole meist genau dort eingeblendet, wo wir ohnehin hingeschaut hätten.
Der werte Herr mit dem Hammer ist lediglich ein Zwischengegner. Wir sind vor allem auf die Bosskämpfe in God of War - Ascension gespannt, die schon immer das Highlight in der Sony-exklusiven Spieleserie waren.

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