Blutig, packend, bildgewaltig

God of War 3 Preview

Für diesen Helden wurde die Playstation 3 geschmiedet: Kratos, ein unbarmherziger Krieger, der sich selbst zum Gott aufschwingt, die Auslöschung des Olymp plant und dabei eine blutige Spur durch die griechische Antike zieht. Gamersglobal lässt für euch die ersten Bosse über die Klinge springen.
Armin Luley 21. Juni 2009 - 9:58 — vor 10 Jahren aktualisiert
PS3
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Kratos steht die Wut ins Gesicht geschrieben: Seine Gesichtsmuskulatur zeigt kein Zucken, wenn er eine Harpyie in der Mitte durchreißt. Anstatt langer Reden lässt er lieber das Schwert sprechen. Wenn er seine Blades of Chaos auspackt, wird der Bildschirm blutrot gefärbt. Und wenn Zeus ihm seine furchterregenden Kreaturen entgegenwirft, zermatscht er ihre Köpfe mit seinen Löwenhandschuhen. Denn Kratos will Rache. Wir erinnern uns: Der Spartaner Kratos hat sich im Laufe von God of War und God of War 2 zu einer Ein-Mann-Armee entwickelt. Zeus benutzt ihn für seine Zwecke, Kratos bemerkt das und wird rasend vor Wut. Er tötet sogar den Kriegsgott Ares und schwingt sich selbst zum Gott über die Armeen Spartas auf. Zeus verbannt ihn in den Hades, Kratos flieht und will zur Rache nun den Olymp vernichten. Zu diesem Zweck schließt der Schnetzelmeister in God of War 2 einen Bund mit den Titanen (den von den olympischen Göttern verbannten Vorgängern), sie sollen ihm helfen, die Mauern zum Wanken zu bringen und den Götterberg einzunehmen – doch das erleben wir im zweiten Teil nicht mehr. Die Chancen stehen also gut, dass genau dies das Hauptziel in God of War 3 sein wird. Zumindest glauben das alle Fans, Entwickler Sony Santa Monica hält sich mit Informationen bedeckt. 

Jeder Gegnertyp erlaubt eine andere Taktik. Leicht gepanzerte Feinde erledigt Kratos mit seinen Präzisionsklingen.

Lasset die Spiele beginnen

Alles beginnt auf dem Balkon eines riesigen Tempelbezirks. Die Skelettarmee des Zeus bricht durch die Tore, metzelt das Volk Spartas nieder. Im Hintergrund wirft ein Titan (seine Größe beschreibende Adjektive sind hier nicht erforderlich, denn woher kommt wohl "titanisch"?) Gesteinsbrocken auf die Stadt -- auf Befehl des Sonnengott Helios, der die Stadt dem Erdboden gleich sehen will. Das alles ist noch die Eingangssequenz, endlich wechseln wir in die Third-Person-Ansicht und dürfen selber loslegen. Umgehend metzelt unser Kratos mit seiner Standardwaffe, den Chaosklingen, los. Das Kampfsystem wirkt sofort vertraut. Wieder lösen wir per Dreieckstaste schwere Attacken aus, Viereck steht für leichte Angriffe. Wir drücken die Kreistaste, und Kratos schnappt sich einen Ghul. In Kombination mit den vier anderen Tasten des Controllers ergeben sich nun ebenso viele Möglichkeiten, dem armen Kerl das Lebenslicht auszulöschen. Beispielsweise, indem Kratos ihn in der Mitte durchbricht, oder ihn nach oben schleudert und in der Luft den Torso durchsäbelt, oder ihn enthauptet. Ein Spiel für Kinder und Jugendliche? Mit absoluter Sicherheit nicht.

Was sofort auffällt, ist der blitzschnelle Wechsel zwischen Waffen, ohne den Kampf für umständliche Gamepad-Drückerei verlassen zu müssen. Generell fühlt sich die Bedienung und das Spiel unglaublich geschmeidig an. Keine Ruckler, keine nervigen Pop-Ups, einfach Schnetzeln mit 60 Frames pro Sekunde.

Mit den Löwenhandschuhen teilt Kratos wesentlich härter, dafür aber auch langsamer aus.

Kratos' neue Werkzeuge

Sobald schwere Gegner angreifen, beispielsweise Skelettkrieger mit mannshohen Schilden und Kettenpanzerung, wechseln wir mit einem Button-Druck auf das Cestus. Das ist quasi die antike Variante eines Schlagringes aus Stahl, an dessen Kopf ein goldener Löwe prankt. Kratos hat gleich zwei davon und verursacht damit enormen Schaden. Allerdings sind die Löwenhandschuhe nicht so schnell wie die Chaosklingen – es gilt also taktisch abzuwägen, welche Waffe wann ran darf.

Und dann durften wir endlich die angepriesenen neuen Spezialfähigkeiten kennen lernen: Genau so unterhaltsam wie makabar inszeniert ist etwa die Fähigkeit Battering Ram. Um diese Spezialattacke einzusetzen, drücken wir mitten im Getümmel die Viereck-Taste. Schon schnappt sich Kratos einen der Ghule und nutzt dessen Kopf als Rammbock. Wird er nicht mehr gebraucht, entsorgt ihn unser brachialer Held an der nächstgelegenen Mauer. Amerikanische Spieleredakteure um uns herum jubeln, die USK wird das gar nicht lustig finden. Ohne Frage, God of War 3 wird für Diskussionsstoff sorgen.

Mit Pixelblut und expliziten Tötungsszenen wird nicht gegeizt. God of War 3 wird für Kontroversen sorgen.

Einstieg am Ende der Nahrungskette

Nachdem gefühlte 300 Leichensäcke mit Untoten, Skeletten und anderen fiesen Kreaturen gefüllt sind, geht es in den ersten Zwischen-Bosskampf. Ein mächtiger Zentaur, halb Mensch, halb Pferd stellt sich Kratos in den Weg. Er wird flankiert von rund 25 Ghulen, die zwar nur leicht gepanzert sind, sich aber mit großen Schilden schützen. Hier kommt es auf die richtige Taktik an: Wir locken die Ghule von ihrem Zentauren-General weg, damit der uns im Kampf nicht stört. Anschließend kämpfen wir uns mit den Chaosklingen durch die erste Reihe. Mist, die Ghule blocken mit ihren Schilden. Ergo kommen die Cestus, also die beiden Löwenköpfe zum Einsatz: Die Schläge sind extrem hart, die Ghule können nicht standhalten, verlieren ihre Schilde, die ersten Feinde wanken.

Gegen die Paladine des Sonnengottes Helios kann sich Kratos nur mit einem Trick durchsetzen.
Nun kommt die eben erlernte Rammbock-Attacke zum Einsatz. Gleiches Spiel, Gegner im Getümmel mit Viereck packen und mit ihm wie ein Footballspieler durch die feindlichen Reihen rammen. Jetzt verlieren auch die letzten Ghule ihren Schildschutz, unsere Chaosklingen geben ihnen den Rest. Liegt die Leibgarde des Generals erstmal am Boden, ist der Zentaur selbst dran. Er schlägt mit einer langen, mächtigen Axt zu, die Kratos zwar bei Treffern schwer verwundet, die für einen weiteren Schlag aber sehr lange braucht.

Das machen wir uns zunutze, springen kurz vor dem Schlag zur Seite und aktivieren mit der X-Taste eine weitere neue Spezialfähigkeit von Kratos: Er springt hoch und breitet seine Flügel aus, die er vorher einer Harpyie entrissen hat und fortan für Flugattacken nutzen kann. Das funktioniert immer nur für kurze Zeit, wirklich fliegen kann der Gott des Krieges damit nicht. Um über den Zentauren zu flattern, reicht es aber vollkommen aus, zumal Kratos ihn im Flug bereits mit seinen Chaosklingen malträtiert. Sobald die Lebensleiste des Bosses gegen Null zeigt, fordert das Spiel mit einem großen Symbol zum Quick-Time-Event auf: Viereck, Kreis und wieder Viereck drücken, schon schlitzt Kratos ihn von der Nase zum Schwanz auf. Beim Metztger würde man so einen Vorgang Schlachten nennen.

Taktisch, aber nichts für schwache Nerven: Wer clever schnetzelt, wird mit sehr blutigen Fatality Moves „belohnt“.

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