Deutsche Wertarbeit, Teil 3

Geheimakte 3 Preview

Mittlerweile ist es zur Gewohnheit geworden, dass jeden zweiten August ein neues Spiel von Animation Arts herauskommt. Dieses Jahr steht mit Geheimakte 3 die Fortsetzung der erfolgreichsten deutschen Adventure-Serie überhaupt an. Wir haben uns mit Nina und Max ins Abenteuer gestürzt und verraten euch, ob es wieder Hit-Potenzial hat.
Benjamin Braun 19. Juli 2012 - 14:00 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal.


So richtig hat sich im Ausland noch nicht herumgesprochen, dass Adventures aus Deutschland zu den besten überhaupt gehören. Immer wieder hören wir selbst von Spieledesignern, wie tot das Genre sei, wie groß ihre Hoffnung auf ein gewisses Kickstarter-Projekt sei. Selbst die Spiele von Animation Arts, die hierzulande reihenweise Topwertungen einheimsen, sind weitgehend unbekannt. Zu Unrecht! Ganz besonders mit Blick auf das 2010 veröffentlichte Indiana-Jones-artige Abenteuer Lost Horizon. Bei dem setzte der Entwickler aus Halle an der Saale erstmals auf handgezeichnete Hintergründe und lieferte sein bislang bestes Spiel ab. Mit Geheimakte 3 kehren die Macher im August wieder zu der Serie zurück, für die sie mit Geheimakte Tunguska im Jahr 2006 den Grundstein für eine einzigartige Erfolgsgeschichte legten. Und sie kehren auch zurück zu vorgerenderten Spielszenen, die das Heldenduo Nina und Max wieder mal in bewährter Point-and-Click-Manier erkunden, um einem uralten Mysterium auf die Schliche zu kommen.

Verschwundener HerzbubeWie mittlerweile fast schon üblich für die Geheimakte-Serie, wird euch auch Teil 3 nicht mit einer ellenlangen Introsequenz in die Handlung einführen. Stattdessen erfolgt der Einstieg interaktiv. Im Jahr 48 vor Christus schlüpft ihr in die Rolle des zwielichtigen Diebes Menis Ra, der im Tempel von Alexandria wertvolle Schriftrollen zerstören soll. Welches Wissen sich auf den Papyrusrollen befindet, will er lieber gar nicht wissen: Er zerstört sie, wie es ihm von seinen dubiosen Auftraggebern vorgeschrieben wurde. Doch etwas geht schief. Einer der Krüge mit den Schriftrollen landet im Abwasserkanal und entgeht dem Flammenmeer.

In der Gegenwart stehen indes wesentlich erfreulichere Ereignisse an. Nina Kalenkow und Max Gruber haben nach ihrem letzten gemeinsamen Abenteuer doch wieder zueinander gefunden und planen ihre Hochzeit. Schon seit Wochen träumt Nina von der romantischen Trauung in einer Dorfkirche in Frankreich. Doch ihr heutiger Traum ist anders. Anstelle des Trauspruches sondert der Pfarrer seltsam düstere Prophezeiungen ab – und kurz darauf steht das alte Gemäuer in Flammen. Ein Kerl in Mönchskutte macht Nina Angst und Bange, schließlich gelingt ihr doch die Flucht. Trotzdem gut, dass das nur ein Traum war und ihr Herzbube Max sie mit tröstenden Worten in den gemeinsamen vier Wänden beruhigt. Viel besser ist die Wirklichkeit dann aber doch nicht, denn kurz darauf stürmt ein Spezialkommando die Wohnung und nimmt Max mit. Schlimmer noch: Wie Nina schon bald erfährt, waren das gar keine echten Polizisten. Irgendwas muss die Entführung mit Max’ letzten Forschungen zu tun haben...

Neue Rätsel braucht das LandNachdem wir uns durch die ersten Spielabschnitte bereits vor einiger Zeit durchrätseln konnten, staunten wir nicht schlecht, als wir sie vor dem neuen Abschnitt noch einmal spielten. Denn Animation Arts hat teils kräftig an den Rätseln geschraubt, sie wenigstens am Anfang deutlich einfacher, aber auch nachvollziehbarer gemacht. „Da musste man zu viel um die Ecke denken“ lautet eine der Aussagen des Publishers Koch Media, weshalb Animation Arts nochmals Hand anlegte. Unserem Eindruck nach beflügelt das den Spielfluss, ohne dass das Spiel dadurch in diesen Abschnitten zu leicht würde. Und wer will schon gleich zu Beginn von sperrigen Rätseln empfangen werden? Sorgen müssen sich erfahrene Abenteurer (die auch von Geheimakte 3 nicht bi
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s aufs Äußerste gefordert werden dürften) über zu seichte Rätselkost aber nicht machen. Denn im später folgenden Spielabschnitt an einer Ausgrabungsstätte in der Türkei, müsst ihr schon mehr mitdenken. Oder auch mal Standardaufgaben wie das Zusammensetzen eines zerrissenen Schriftstücks erfüllen.

In der Türkei überraschen uns die Entwickler damit, den Schauplatz auf eine relativ große Anzahl an Spielszenen zu verteilen, von denen fast alle relevant fürs Weiterkommen sind. Nina erhält die Nachricht eines Wissenschaftlers, der irgendwo auf dem Gelände in einer Höhle festhängt. Sein Akku reicht gerade noch aus, um uns ein Video zu schicken, in dem mehrere Hinweise auf den richtigen Teil der Anlage versteckt sind. All diese Hinweise werden in Form eines Inventar-Icons festgehalten, wodurch wir per Point-and-Click die über eine Karte erreichbaren Teile der Ausgrabungsstätte untersuchen können. Diese Art „Gedankeninventar“, die ansatzweise mit jenem aus A Vampyre Story vergleichbar ist, kommt in diesem Teil des Spiels noch ein weiteres Mal vor. Wir würden uns freuen, wenn auch später häufiger davon Gebrauch gemacht würde.
In Geheimakte 3 gibt es auch so etwas wie das Gedankeninventar aus A Vampyre Story. Nina merkt sich zum Beispiel den Standort eines Bohrfahrzeugs oder, wie hier, Details einer Videobotschaft, die sie wie Objekte mit der Umgebung verwendet.
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