Männer, Frauen, Sägen, Knarren

Gears of War 3 Preview

Gears of War 3 wird schon im September diesen Jahres erscheinen, und zwar als erster Teil mit "ab 18" in Deutschland. Bezüglich der Kampagne des Spiels hat Entwickler Epic Games nur wenig verraten. Bis jetzt! Wir konnten mehrere Stunden lang den gesamten ersten Akt der Kampagne spielen und verraten euch im Folgenden unsere Eindrücke.
Philipp Spilker 15. August 2011 - 15:00 — vor 8 Jahren aktualisiert
Gears of War 3 ab 15,97 € bei Amazon.de kaufen.
Als uns Microsoft im Juli mit der Ankündigung einer uns dort erwartenden Überraschung zu einem Event einlud, rechneten wir mit vielem -- aber nicht damit, dass der dritte Teil der Gears of War-Serie in Deutschland erscheinen würde, und das auch noch ungeschnitten. Was zahlreichen Importhändlern aufgrund der nun zu erwartenden finanziellen Verluste Angstperlen auf die Stirn treibt, freut Spieler und Spieleredakteure. Und daher mussten wir auch nicht lange überlegen, als wir kürzlich gefragt wurden, ob wir vor Ort in Hamburg erstmalig die Kampagne antesten wollen. Natürlich wollten wir!

Nach etwas mehr als drei Spielstunden und sechs actionreichen Levels fragen wir uns nun zwar einerseits immer noch, wieso Gears of War 3 die Klippen der USK-Prüfung gefahrlos umschiffen konnte, können euch aber andererseits auch einiges darüber erzählen. Von harten Kerlen, von äußerst ekligen Lambents, von zerlumpten Locusts, von riesigen Seeungeheuern. Und von Hühnern.
Wo kommt denn der jetzt plötzlich her? Zu Beginn von Gears of War 3 lässt sich COG-Präsident Prescott nach mehreren Monaten des Untertauchens wieder blicken. Er hat eine Überraschung für Marcus Fenix im Gepäck.

Kurzer Rückblick: 79 Jahre Krieg
Kernige Helden, markige Sprüche: Gears of War 3 "liefert".
Wir erinnern uns: Der Planet Sera ist nicht unbedingt das, was sich Frischvermählte unter dem idealen Urlaubsort für ihre Flitterwochen vorstellen würden. Eher ist er die planetgewordene Manifestation von Murphy's Law ("Was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen"). Mitten im ohnehin schon zermürbenden und seit 79 Jahren anhaltenden Pendulumkrieg wird die Bevölkerung des Planeten eines Tages, der als Emergence Day in die Geschichtsbücher von Sera eingehen wird, von den unterirdisch lebenden, blutrünstigen Locust überrannt. In ihrer Verzweiflung greift die Coalition of Ordered Governments (COG) zu einer verheerenden Maßnahme: Eine Laserattacke durch den Satelliten Hammer of Dawn kann zwar die Locust stoppen, tötet aber zahllose Unschuldige. Und Sera ist für immer verändert: Nach dem Einsatz der Orbitalwaffe sind 90 Prozent des Planeten nur noch unbewohnbares Ödland.

Auftritt Marcus Fenix. Einige Jahre nach den oben geschilderten Ereignissen wird der ehemalige COG-Soldat zu Beginn des ersten Gears of War aus dem Gefängnis befreit. Darin war er gelandet, weil er direkte Befehle missachtete, um seinen Vater vor einer Locust-Attacke zu beschützen. Doch nun braucht die COG wieder die Hilfe von Fenix. Seine Aufgabe: Den Resonator finden, ein Gerät, dass angeblich die unterirdischen Höhlensysteme der immer noch nicht vernichteten Locust kartographieren kann. Ziel der ganzen Aktion: Durch die Kartographierung möchte die COG erfahren, an welchem Punkt des Planeten sie am geschicktesten eine so genannte Lightmass Bomb in die unteriridischen Höhlensysteme einschleusen kann, um damit die Locust-Bedrohung ein für allemal auszuschalten. Aber wenn mit dieser Aktion wirklich schon aller Ärger ein Ende finden würde, gäbe es ja kein Gears of War 2.

Es gibt aber ein Gears of War 2, und daher ist das Leiden auf Sera auch nach dem Explodieren der Lightmass Bomb noch nicht vorbei. Und auch das Leiden für Dominic Santiago, einen der Kameraden von Marcus Fenix, ist es nicht. Er sieht sich im zweiten Teil der Reihe dazu gezwungen, seine eigene Frau, die jahrelang von den Locust gefangen gehalten wurde, zu erschießen. Andere Bestandteile des Spiels: Ein ausgedehnter Kampf im Innern eines riesigen Wurms, der die Beteiligten bis zum Bauchnabel rot eingefärbt zurücklässt. Und das Kapern eines 15 Meter hohen Brumak-Monsters. Warum das alles? Um die Stadt Jacinto im Meer versinken zu lassen und so die Tunnel der Locust zu fluten. Doch auch das funktioniert nur so halb, einige Locust überleben. Und so bekommt, wenig überraschend, der Planet Sera auch in Gears of War 3 keine Verschnaufpause.

In einem knallgrünen Hamburger Haus spielten wir, von Blumenvasen umgeben, ein zum lauschigen Ambiente so gar nicht passendes Spiel: Gears of War 3 erfordert bekanntlich weniger einen grünen Daumen als vielmehr den Triggerfinger.

Vater und Sohn
Das grundlegende Erfolgsrezept der bisherigen Gears of War-Teile ändert auch Gears of War 3 nicht. Trumpfen wollen (und können) die Entwickler vor allem mit actionreichen und fordernden Scharmützeln, in denen der aus Third-Person-Shootern seit Gears of War kaum mehr wegzudenkende Cover-Mechanismus eine große Rolle spielt. Per Knopfdruck verkriecht ihr euch hinter allem, was sich zum Schutz vor dem feindlichen Beschuss eben gerade anbietet: Mauern, Kisten, umgekippte Tische und so weiter. Warum sollte man auch Mechanismen abändern, die noch immer prima funktionieren? Schon nach wenigen Minuten werden sich Serienkenner in Gears of War 3 wie zu Hause fühlen, aber auch Neueinsteiger dürften schnell mit dem leicht erlernbaren Coversystem zurecht kommen. Kämpfe sind in Gears of War 3 längst nicht alles: So wie schon der Vorgänger im Vergleich zum Serienerstling eine deutlich überzeugendere Story zu bieten hatte, möchte auch das Drittgeborene von Epic Games wieder mit seiner Geschichte überzeugen.

Marcus Fenix und seine Delta Squad haben nach dem Untergang von Jacinto eine neue Basis auf einem Navy-Schiff eingerichtet, die sie das Rabennest nennen. Wir reden von einem Schiff, keinem Raumschiff, wohlgemerkt. Das Festland wird derweil von den Lambent,
Anzeige
die am Ende des zweiten Teils als Gegnertyp eingeführt wurden, überrannt. Dabei handelt es sich um mutierte Locust, die aufgrund glühender Geschwüre an ihrem Körper (im Videospieljargon besser bekannt als Trefferzonen) vom Delta Squad scherzhaft nur Glowies genannt werden, und die dazu tendieren, bei ihrem Ableben zu explodieren.

Eines Tages meldet sich auf dem Rabennest unerwarteter Besuch an. Es handelt sich um den COG-Präsidenten Prescott, der mehrere Monate lang untergetaucht war. Doch nun hat er eine Videobotschaft für Marcus Fenix im Gepäck -- von dessen verstorben geglaubten Vater. Der verrät, dass er schon seit mehreren Jahren von den Locust gefangen gehalten wird, dass sich seine Entführer derzeit mit den Lambent in einer Art Bürgerkrieg befinden und dass das größte Problem von Sera dennoch nicht die Locust oder die Lambent seien, sondern das Imulsion. Das ist die wertvolle Ressource des Planeten, die vor vielen Jahren auch Auslöser für die Pendulumkriege war. Als Fenix noch dabei ist, die Botschaft zu verdauen, ertönt auch schon der Alarm: Das Schiff wird von Lambent angegriffen. Durchladen und anlegen!

Gears of War erfand das Cover-System, das heute fast alle 3rd-Person-Shooter benutzen. Die zugrunde liegende Idee dafür waren übrigens Plattform-Hüpfspiele (die Barrieren stellen gekippt quasi die sonst übereinander liegenden Plattformen dar).
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 40 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.