Angespielt: Neuer Schießprügel

GC09: Dead to Rights - Retribution Preview

In Prügelspielen kann man des öfteren ein durchschlagkräftiges Gewehr gebrauchen, um seinen Gegner zu Fall zu bringen. Andererseits ist es in so manchem Shooter langweilig, ständig nur aus der Ferne zu attackieren. Das geht auch anders, dachte sich Namco und entwickelt Dead to Rights - Retribution, das die Genres zusammenführen will.
Tim Gross 21. August 2009 - 23:43 — vor 9 Jahren aktualisiert
360 PS3
Kennt ihr noch die Geschichte um Jack Slate und seinen treuen Polizeihund Shadow? Nein? Nicht weiter schlimm, denn obwohl das erste Dead to Rights bereits im Jahr 2002 für Xbox, PlayStation 2 und Gamecube erschien, setzen die Entwickler die Story von Retribution an einer ganz anderen Stelle an, und zwar am Anfang. Ihr braucht also keinerlei Vorkenntnisse. Ob das stimmt, oder Kenner des Vorgängers von ihrem Wissen in irgendeiner Weise profitieren werden, können wir nicht beurteilen, denn zur Hintergrundgeschichte gaben uns die Entwickler keine Infos.


Schießen oder Prügeln?

Nah- oder Fernkampf mögt, Dead to Rights bietet euch beides.
Was aber ist Dead to Rights - Retribution eigentlich, und was macht es besonders? Wir haben es mit einen Third-Person-Actionspiel zu tun. Das alleine ist natürlich weit entfernt von einem Alleinstellungsmerkmal. Daher wollen die Entwickler die Grenze zwischen einem Shooter und einem Beat´em´Up verschwinden lassen. Das heißt, dass ihr eure Gegner nicht nur mit Schusswaffen bekämpft, sondern auch die Fäuste schwingt (treten dürft ihr natürlich auch). Für den Nahkampf nutzt ihr Kampfspieltypische Kombos und blockt Angriffe von Feinden ab. Ihr könnt einen Gegner aber auch packen und als Schutzschild zweckentfremden; wenn ihr jemanden in eurer Gewalt habt, könnt ihr aber weiterhin um euch treten, und es so mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufnehmen.

In den Gefechten dürft ihr euch logischerweise nicht immer aussuchen, ob ihr jetzt Nah- oder Fernkampf praktiziert, da eure Gegner euch auch dann beschießen, wenn ihr gerade einen Zahnabdruck in eure Faust presst. Dann solltet ihr das Deckungssystem nutzen, was ja mittlerweile in jedem zweiten Spiel genutzt wird. Gänzlich sicher seid ihr vor den virtuellen Kugeln aber trotzdem nicht, denn die Deckung lässt sich zerstören. Wesentlich schöner sind da die überraschenden Momente in Dead to Rights. Als wir gerade gegen mehrere Feinde kämpfen, nimmt uns plötzlich einer der Beteiligten unsere Waffe weg. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Die Gegner klauben aber auch Schießprügel von gefallenen Kameraden vom Boden auf.

Ein unschlagbares Team? Das werden wir erst mit einer fertigen Version herausfinden.


Der beste Freund des Menschen

Das Verschmelzen zweier Genres ist aber nicht die einzige Besonderheit in Dead to Rights - Retribution, denn ihr seid in den Levels nie alleine unterwegs. Euer treuer Polizeihund Shadow steht euch immer mit Rat und Tat zur Seite. Mit Rat? Ja richtig, denn euer Hund kann nicht nur kämpfen, sondern er weiß auch stets wo es lang geht. Wenn ihr mal nicht weiterwisst, könnt ihr euren besten Freund einfach vorausschicken und ihm folgen.


Damit nicht genug, bringt Shadow auch ganz neue Spielelemente für den Kampf. Mit ihm könnt ihr eure Widersacher taktisch geschickt ausschalten. Aber Vorsicht, ihr solltet euren Hund nicht einfach in den Kampf schicken, denn er hält nicht gerade viele Schüsse aus. Sollte Shadow aller Vorsicht zum Trotz doch mal das Zeitliche segnen, ist das Spiel nicht gleich vorbei. Ihr könnt euren Gefährten noch während oder nach dem Kampf auf die Schnelle wieder aufpäppeln, das erspart viel Frust. Aber dennoch, ihr solltet euren Hund lieber zum Taktieren anstatt als Nahkämpfer nutzen. Da Shadow auf seinen Pfoten sehr leise unterwegs ist, bemerken ihn die Gegner meist erst zu spät. So könnt ihr gezielt einzelne Soldaten erledigen oder auch mehrere Feinde einfach umrennen lassen. Wenn euch euer Gewissen nicht davon abhält, dürft ihr euren Hund auch einfach an feindlichen Einheiten vorbeilaufen und ihre Aufmerksamkeit gewinnen lassen. Wenn sich alle Augen auf Shadow konzentrieren, habt ihr von der anderen Seite mit entsprechendem Gewehr leichtes Spiel. Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten: Wir können bei einem großen Gegneraufkommen auch eine Rauchgranate werfen und dann ungesehen nach vorne pirschen. Bei all diesem Rauch ist es für Shadow ein Leichtes, auch mehrere Gegner zu Boden zu bringen. All diese taktischen Elemente haben uns während unserer kurzen Session sehr gut gefallen.

Für uns persönlich war der Hund das große Highlight von Dead to Rights. Eben der beste Freund des Menschen, und auch des Spielers.


Viele Fragezeichen

Vielleicht geht es euch wie uns: Wir hatten Dead to Rights gar nicht auf der Rechnung. Umso überraschter waren wir von unserer Anspielsession, die uns richtig Spaß gemacht hat. Ganz klar, hier wird kein Genre neu definiert, und es wird bestimmt kein Must-Have-Titel, aber es ist ein spannendes Konzept. Und auch die Grafik ist nicht von schlechten Eltern, auch wenn einige Animationen doch etwas altbacken aussehen. Falls es das Spiel aber schafft, eine tiefgründige Geschichte zu erzählen und eine emotionale Bindung zwischen Spieler und Shadow entstehen zu lassen, haben wir es mit einem echten Geheimtipp zu tun. Wo wir gerade beim Hund sind: Den dürft ihr in bestimmten Missionen sogar selbst steuern. Davon haben wir aber noch gar nichts gesehen, daher können wir dieses Feature überhaupt nicht einschätzen. Wir tippen aber auf spezielle Stealth-Missionen, in denen wir unser Herrchen befreien müssen.

In der aktuellen Version werden noch zu viele Effekte genutzt.
Was uns auch überrascht hat, allerdings im Negativen, ist der Multiplayer-Modus. Der ist nämlich schlicht nicht vorhanden. Die Entwickler erklären, dass sie sich lieber auf eine tolle Einzelspielererfahrung konzentrieren, anstatt sich vom Mehrspielerpart ablenken zu lassen. Denn wenn man Online-Modi und dergleichen anbieten würde, sollten diese auch etwas besonderes sein. Als böser Mensch könnte man natürlich argumentieren, dass man dem Spiel ganz simpel mehr Zeit gibt. Aber gerade bei Videospielen wissen wir alle, dass das Wort "Zeit" nicht von allen Firmen gerne gehört wird. Sei es wie es sei, wir hoffen einfach, dass der Singleplayer-Teil von Dead to Rights gut, lang und unterhaltsam wird. Und wenn das erreicht wird, weinen wir dem fehlenden Multiplayer-Modus keine Träne nach.

Autor: Tim Gross (GamersGlobal)
Tim Gross 21. August 2009 - 23:43 — vor 9 Jahren aktualisiert
Oberpanda 07 Dual-Talent - 110 - 16. September 2009 - 7:07 #

Nette Preview. Das Feature mit dem Hund ist eine gute Idee, der fehlende Multiplayerpart eher eine schlechte. :) Wenn dafür Story und Spielmechanik ausgereifter sein werden, geht das aber wieder in Ordnung. Schaun mer mal. ;)

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