Komplette MMO-Neuauflage

Final Fantasy 14 - A Realm Reborn Preview

Nachdem das erste Final Fantasy 14 im Jahr 2010 mit vielen Schwachstellen und Design-Macken auf den Markt kam, soll jetzt eine komplett überarbeitete Version des Spiels Wiedergutmachung leisten und die Spieler mit dem Thema FF-MMO versöhnen. Nutzt Publisher Square Enix seine zweite Chance oder mutiert A Realm Reborn zur Fehlgeburt?
Karsten Scholz 24. April 2013 - 17:00 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Fast schon orkanartig war der Gegenwind, der Square Enix ab September 2010 entgegenwehte. Ausgelöst durch unzählige kritische Stimmen, die an Final Fantasy 14, dem zweiten Online-Rollenspiel innerhalb des RPG-Universums, kein gutes Haar ließen. Einsteiger wurden in der Anfangsphase des Spiels allein gelassen, Vielspieler wiederum durch Quest-Einschränkungen und das Erfahrungspunkte drosselnden Ermüdungssystem ausgebremst. Die Handwerksberufe waren mühselig, Gruppeninhalte Mangelware. Selbst Standardeinstellungen wie Grafikoptionen suchte man vergebens, viele Bugs trübten zudem das Bild. Es gab also mehr als genug Gründe, um selbst hartgesottenen Fans der Serie von einem Kauf abzuraten. Square Enix setze nach diversen Patches erst die monatliche Abogebühr aus und machte im November 2012 schließlich die Server dicht.

Doch das ist die Vergangenheit. Square Enix beauftragte Designer Naoki Yoshida mit einer Generalüberholung, bei der selbst die positiven Seiten des gescheiterten MMOs wie Grafik und Sound auf dem Prüfstand landeten. Der Name des Projekts: Final Fantasy 14 - A Realm Reborn. Wir haben uns in der Closed Beta bereits mehrere Wochenenden im Umland der Stadt Gridania herumgetrieben und unzählige Monster erledigt. Wir sind dem friedvollen Job des Gärtners nachgegangen und ritten auf dem flauschigen Rücken der Chocobos. Nun möchten wir euch an diesen und vielen anderen Erfahrungen teilhaben lassen und verraten euch in unserer Preview, ob das neue Final Fantasy 14 im zweiten Anlauf das Zeug hat, MMO-Spieler und Fans von Final Fantasy gleichermaßen zu begeistern.

Heldenerschaffung
Erstmals in der Geschichte von Final Fantasy sollen Kämpfe zwischen menschlichen Spielern im PvP möglich sein.
Genretypisch beginnt auch A Realm Reborn mit der Charaktererstellung. Aus insgesamt fünf Völkern, die noch einmal in je zwei Volksstämme aufgeteilt sind, wählt ihr das für euch passende heraus: Die Hyuran erinnern am ehesten an Menschen, während die schlanken und überaus stolzen Elezen deutliche Parallelen zu den Elfenvölkern anderer Spiele zeigen. Die kleinen Lalafell erinnern wiederum von ihrer Statur an Kinder, sind freundlich und sehr mitteilsam. Die Roegadyn beeindrucken schließlich durch ihre Größe und muskelbepackten Körper. Als letztes stehen noch die Miqo´te zur Wahl, die wie eine Menschen-Katzen-Kreuzung wirken und für ihren Geruchssinn sowie ihr ausgeprägtes Jagdverhalten bekannt sind. Nach der Wahl des Volkes folgt die Bestimmung des Geschlechts und der Schutzgottheit sowie etwaige visuelle Anpassungen bis hin zur Größe der Iris. Im Spiel selbst konnten wir bisher noch keine Auswirkungen der hier getroffenen Entscheidungen feststellen, dennoch gefiel uns die Heldenerschaffung aufgrund der vielen Optionen recht gut.

Freie Klassenwahl
Die PS3-Version
Was bereits für das erste Final Fantasy 14 angedacht war, soll nun für A Realm Reborn Wirklichkeit werden: Das Online-Rollenspiel erscheint parallel für den PC und die Playstation 3. Dabei sollen sich die Spieler beider Plattformen auf denselben Servern herumtreiben. Da die übliche Maus- und Tastatur-Steuerung auf der Konsole nicht funktioniert, gibt es, ähnlich wie in Tera (GG-Test: 7.0), eine Gamepad-Anbindung, die aktuell in der Beta getestet wird.

Wenn ihr euch für die Gamepad-Steuerung entscheidet, aktiviert ihr im Spiel automatisch neue Tutorial-Einblendungen, mit denen ihr die wichtigsten Bewegungseingaben eures Pads angezeigt bekommt. Die grundlegende Steuerung via Gamepad gefiel uns in den ersten Testrunden sehr gut, ein paar kleinere Probleme gilt es aber noch auszumerzen. Darunter fällt vor allem das zielgenaue Anvisieren eines Opfers aus einer Masse von Gegnern heraus – gerade in den FATEs hatten wir hier noch extreme Schwierigkeiten.
Egal für welches Volk ihr euch entscheidet: Die Wahl der Klasse steht euch im nächsten Schritt komplett frei – zumindest soll das in der Release-Version so sein. In der Beta besteht diese Möglichkeit aktuell nur für den Pikenier, den Waldläufer und den Druiden. Alle starten im bereits komplett spielbaren Anfangsgebiet rund um die Stadt Gridania. Die Wahl der Klasse ist, anders als in anderen MMOs, nicht endgültig. Im Laufe eurer Heldenkarriere dürft ihr auch die anderen Spielweisen erlernen. Per Knopfdruck wechselt ihr nicht nur eure Bewaffnung samt zugehöriger Klasse und die gesamte Ausrüstungszusammenstellung, sondern greift auch auf einen neuen Erfahrungsbalken zu. Ihr spielt also jede Klasse von Stufe 1 an und erlernt Schritt für Schritt die zugehörigen Klassenfähigkeiten.

Wer lieber einen Faustkämpfer, Marodeur, Hermetiker oder Thaumaturgen spielen möchte, muss sich noch gedulden: Alle Klassen, die ihr Abenteuer nicht in Gridania starten, können aktuell nicht getestet werden. Einzige Ausnahme ist der Gladiator, dessen Spielweise ihr erlernen dürft, sobald Ihr mit eurer Grundklasse den Gildenauftrag der Stufe 10 absolviert habt. Da Waldläufer, Druiden und Pikeniere innerhalb einer Gruppe die Aufgaben von Schadensausteilern und Heilern wahrnehmen, ist die Freischaltung des Gladiators sinnvoll. So steht auch in der Beta zumindest eine "Tank"-Klasse zur Verfügung, die genug Standfestigkeit besitzt, um in den 4-Spieler-Instanzen den Schlägen der Feinde zu trotzen.  

Für MMO-Einsteiger geeignetIm Vergleich mit dem ersten Final Fantasy 14 fällt bereits auf den ersten Metern auf, dass die Entwickler auf die Kritik der Spieler reagiert haben und den Einstieg in die Welt Eorzea allenthalben zugänglicher gestaltet haben. Egal ob Steuerung, Ques
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tsystem oder Gruppenspiel – für alles gibt es gut beschriebene Tutorial-Einblendungen, die euch in die Mechaniken einweisen. Außerdem erhaltet ihr gerade zu Beginn viele Aufgaben, die euch von einer Ecke Gridanias zur nächsten schicken. Dadurch lernt ihr neben der Stadt auch die wichtigsten NPCs wie Lehrer oder Händler kennen. Andere Quests weisen euch langsam in die Künste eines erlernten Handwerks ein oder bringen euch andere wichtige Spielmechaniken bei.

Auch wenn die Laufwege speziell in der Anfangszeit recht lang anmuten, erreicht ihr dank Sprintfähigkeit, gemieteten Chocobos oder dem Teleportsystem in der Regel rasch euer Ziel. Für Teleports benötigt ihr Ätheryten-Kristalle, die ihr erst finden und freischalten müsst. bevor ihr  jederzeit frei von einem der quer in der Stadt verteilten Ätheryten zum nächsten reisen könnt. Neben den kleinen Kristallen gibt es in wichtigen Städten und Siedlungen auch große Ätheryten, zu denen ihr per Teleport-Fähigkeit auch dann reisen könnt, wenn ihr euch gerade in der Wildnis herumtreibt. Ein gutes System, wie wir finden.
Das altbackene und wenig dynamische Kampfsystem ist bisher einer der großen Schwachpunkte im neuen Final Fantasy.
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