"Wir haben verstanden"

Final Fantasy 13-2 Preview

Für Final Fantasy 13 haben wir mit einer 7.5 nur begrenzte Begeisterung empfunden, und irgendwie scheint auch Square-Enix nicht vollkommen zufrieden mit dem letzten Ableger ihrer ruhmreichsten Serie gewesen zu sein: Bei einer etwa fünfstündigen Probespiel-Session erlebten wir FF13-2 als in mehreren Punkten deutlich verbessert.
Jörg Langer 24. November 2011 - 0:59 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Als GamersGlobal am 10. März 2010 den Test zu Final Fantasy 13 (GG-Note: 7.5, aktuelle User-Wertung: 7.6) veröffentlichte, war die Empörung einiger Leser im Kommentar-Thread groß: falsche Herangehensweise, nicht ausführlich genug gespielt, unhaltbare Vorwürfe, Reduktion auf Technik, kein Verständnis für JRPGs, so lauteten einige der Vorwürfe. Unsere tatsächlichen Hauptkritikpunkte aber waren gewesen: nichts zu tun außerhalb der Kämpfe, streng lineare Levels fast ohne jede Interaktion, fehlende oder stark reduzierte RPG-Elemente (wie Party-Verwaltung, NPC-Gespräche, Städte).
 
Square-Enix plant, am 3. Februar 2012, also knapp zwei Jahre nach Teil 1, Final Fantasy 13-2 herauszubringen. Das benutzt im Wesentlichen die Mannschaft, einige Bösewichte, den Grafikstil und die Engine aus FF13. Außerdem setzt es die Story fort. Den Designern scheint übrigens der GamersGlobal-Wertungskasten des FF13-Tests vorgelegt worden zu sein mit dem Auftrag, die wichtigsten Punkte daraus abzuarbeiten. Denn nun gibt es auch außerhalb der Kämpfe einiges zu tun, die Levels sind sowohl in ihrem Map-Design als auch in ihrer Abfolge aufeinander nicht mehr so linear, es gibt ferner wieder Städte und NPC-Gespräche. Dazu kommen die üblichen neuen Spielmechanik-Details oder Uminterpretierungen des Gewohnten, wie sie jedes FF bringt. Kurzum: Square-Enix scheint auf Fans und Kritiker gehört zu haben (beziehungsweise nicht auf jene Kritiker, die FF13 über den grünen Klee lobten) und mit Final Fantasy 13-2 wieder ein echtes JRPG-Schwergewicht in der Mache zu haben.

Nur ein Traum: Werden sich die Schwestern Serah (vorn) und Lightning tatsächlich wieder begegnen?

Was bislang geschah
Die Story von Final Fantasy 13 ist eigentlich viel zu wirr, um sie in wenigen Sätzen wiederzugeben, aber zusammengefasst geht sie ungefähr so: Einige fesche Jungvolk-Helden wollen eine schwebende Stadt retten (Cocoon), die auf den unter ihr befindlichen Planeten (Pulse) zu stürzen droht, weil das sie stützende gottgleiche Wesen (Eden-Fal'Cei) von einem anderen gottgleichen Wesen keine Energie mehr bekommt. Das kommt aber erst später, zunächst einmal fliehen die Cocoon-sucht-den-Superstar-Hipster vor den herrschenden Mächten und werden im Zuge dessen alle zu L'Cie (Auserwählten) der Pulse-Fal'Cie (Gottheit von Pulse). Als L'Cie müssen sie ihre Bestimmung erfüllen – die sie dummerweise nicht kennen – sonst werden sie zu Cie'th-Monstren. Erfüllen sie hingegen ihren "Fokus" rechtzeitig, werden sie damit belohnt, dass sie zur Kristallstatue erstarren. "Äh, super", denkt man sich da doch spontan, "ich wäre so gern ein L'Cie!"
 
Auch im neuen Final Fantasy ist eine Gruppe von kampfstarken  Topmodels in interessanten Kostümen im Einsatz – viele der Helden aus Final Fantasy 13 tauchen erneut auf.
Nach allerlei schrecklich linearen Abenteuern (nur im letzten Spieldrittel darf man eine Zeitlang frei über die Welt reisen) schaffen es die Teens und Early Twens im allerletzten Moment, Cocoon zu retten. Und zwar indem sich einige von ihnen in eine riesige Kristallsäule verwandeln, die Cocoon nach Ausfall der göttlichen Energiequelle fortan stützt. Während sich diese Handlung entwickelt, werden in Rückblenden die 13 Tage vor den Ereignissen im Spiel erzählt, was aber zumindest den Autoren dieses Artikels eher noch mehr verwirrt hat. Dennoch begann selbiger Autor vor vielen Wochen motiviert eine mehrere Stunden dauernde Antest-Session mit Final Fantasy 13-2...

Valhalla und die Gezeiten der ZeitAuch bei der Story von FF13-2 wollen wir nicht zu sehr ins Detail gehen, zumal wir nur bis Anfang des dritten Kapitels spielen konnten. Cocoon steht auf seiner Säule, doch viele Menschen haben es verlassen und sich über Pulse (den Planeten) verteilt, um dort Siedlungen zu errichten. Verschwunden ist Lightning, eine der Hauptdarstellerinnen aus FF13; die anderen überlebenden Helden halten sie für tot oder kristallisiert. Nur Serah, ihre Schwester, glaubt noch daran, sie wiederfinden zu können. Als Spieler wissen wir aber bereits ab etwa der zehnten Spielsekunde, dass sie noch existiert:  Lightning befindet sich in Valhalla, dessen "Strände von den Strömungen der Zeit nicht erreicht werden".

Und damit wir gar nicht erst allzu sehr ins Grübeln geraten können, werden wir fast sofort in eine wilde, mehrminütige Schlacht geworfen, in der Lightning abwechselnd gegen den bitterbösen Caius (der mal eben kurz einen Kometen herbei beschwört) sowie gegen das überdimensionierte Metallmonster Chaos Bahamut antritt. Da fliegen die
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Fetzen so stark, dass uns erst nach einigen Minuten auffällt, dass wir das Ganze nur über QTE steuern (Quick-Time-Events, also Knöpfchendrücken unter Zeitnot). Also dreschen wir auf den X-Knopf unseres Gamepads ein, um Caius gegen die nächste Mauer zu schleudern, oder wählen in der nächsten Szene durch beherzten Tastendruck, ob Lightning ihre Pistole oder doch ihr Schwert benutzen soll. Mitten drin erscheint plötzlich ein Jüngling namens Noel wie aus dem Nichts – und wird von Lightning gerettet. Wenig später schiebt sie ihn durch ein Zeitportal: Er soll ihre Schwester Serah finden und zu ihr nach Valhalla bringen.
 
Kometen, Valhalla, Chaos Bahamut, Zeitportal, Schwester finden: Ergibt irgendetwas davon einen Sinn? Das können wir noch nicht sagen, aber immerhin sieht das alles ganz fantastisch aus. Wobei einige der Cutscenes in unserer Version noch Work-in-Progress in Mies-Auflösung und mit polygonarmen Stand-ins statt echter Figuren waren – egal, genug Szenen waren schon fertig, und überhaupt haben wir schon seit vielen Jahren keine Sorgen mehr entwickelt, ein neues Final Fantasy könnte nicht grandios aussehen.
 
Diesen langen, toll inszenierten Kampf in Valhalla zwischen Lightning und Caius steuert ihr teils per Quick-Time-Event.
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